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Die Beschaffungsstatistik des Bundes gibt Auskunft über das Volumen der in einem Jahr im In- und Ausland getätigten Beschaffungen von beweglichen Gütern. 2004 betrugen diese – inklusive der Beschaffungen der SBB und der Post – 3,5 Mrd. Franken. 71% davon wurden für Elektronik und Elektrotechnik, Fahrzeuge sowie für Maschinen und Apparate ausgegeben. Der Auslandanteil betrug 5% der gesamten Bundesbeschaffungen.

Die vorliegende Statistik enthält die Beschaffungsdaten der Bundesverwaltung – inkl. des ETH-Bereichs – sowie der SBB AG und der Post.1

Reine Zahlungsstatistik

Die Beschaffungsstatistik des Bundes ist eine reine Zahlungsstatistik. Sie erfasst die getätigten Zahlungsströme zwischen den Bundesstellen als Auftraggeber und den Anbietern. Sie informiert über:  – den Gesamtwert aller Güterbeschaffungen des Bundes im In- und Ausland innerhalb eines Rechnungsjahres; – den wertmässigen Anteil der Güterbeschaffungen, gegliedert nach Wirtschaftsgruppen und Wirtschaftszweigen; – die Zahlungen gegliedert nach Kantonen bzw. Inland und Ausland.

Was versteht man unter «Zahlungsort»?

Unter «Zahlungsort» wird die vom Anbieter angegebene Adresse verstanden, an welche der Bund die Zahlung vergütet. Vielfach ist der Zahlungsort nicht identisch mit dem Ort, an welchem die Leistung des Anbieters tatsächlich erbracht wurde. Aus diesem Grund ist die in den einzelnen Kantonen effektiv für den Bund erbrachte Produktionsleistung aus dieser Statistik nicht absolut ableitbar. Man muss davon ausgehen, dass insbesondere Kantone mit vielen so genannten Zulieferstrukturen auf zu tiefe Werte in dieser Zahlungsstatistik kommen, wogegen für wirtschaftsstarke Kantone mit vielen Grossunternehmen zu hohe Anteile ausgewiesen werden.

Beschaffungsvolumen 2004

Im Jahre 2004 erreichte das Beschaffungsvolumen – inklusive SBB AG und Die Post – 3,5 Mrd. Franken. Dies sind 289 Mio. Franken oder 7,6% weniger als im Vorjahr. Mit 9% war der Rückgang bei den Regiebetrieben bedeutender als beim Bund mit 6,5% (siehe Tabelle 1). Der Auslandanteil ist von 3,7% auf 5% gestiegen.

Beschaffungen nach Wirtschaftsgruppen

71% des gesamten Beschaffungsvolumens entfiel auf die Wirtschaftsgruppen «Elektronik und Elektrotechnik» (26,7%), «Fahrzeuge» (25,5%) sowie «Maschinen und Apparate» (18,8%). Im Gegensatz zu den Fahrzeugbeschaffungen, von denen 87,3% von den Regiebetrieben getätigt wurden, fielen die Einkäufe in den Bereichen Elektronik und Elektrotechnik sowie Maschinen und Apparate mehrheitlich (71,6%) auf den Bund. Elektronik und Elektrotechnik wurde schwergewichtig vom Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beschafft (42,8%). 36,1% fallen auf die Regiebetriebe, 10% auf das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) und die restlichen 11,1% auf die übrigen zivilen Departemente. Von den beschafften Maschinen und Apparaten gehen 72,7% an die Landesverteidigung, 17,5% an die Regiebetriebe und 7,2% an den ETH-Bereich.

Beschaffungen im Ausland

Der Anteil der im Ausland getätigten Einkäufe am gesamten Beschaffungsvolumen ist gegenüber dem Vorjahr von 3,7% auf 5% angestiegen. 82,5% der Auslandbeschaffungen wurden von den Regiebetrieben getätigt. Die betragsmässig wichtigsten Einkäufe im Ausland erfolgten mit 125,5 Mio. Franken für Fahrzeuge, und zwar fast vollumfänglich durch die SBB AG (siehe Tabelle 3). Im Ausland eingekauft wurden ausserdem Metalle (14,5 Mio.), Maschinen und Apparate (14,1 Mio.) sowie Elektronik und Elektrotechnik (10,7 Mio.). Die prozentual grössten Anteile gegenüber dem Inland weisen Beschaffungen in den Wirtschaftsgruppen «Bekleidung» (18,6%), «Metalle» (17,4%) und «Fahrzeuge» (14%) auf.

Beschaffungen nach Wirtschaftszweigen

Die Anteile der Beschaffungen nach Wirtschaftszweigen entsprechen mit 77% in der Industrie und 21% im Handel praktisch dem Vorjahr (siehe Grafik 1). Schwergewichtig im Handel eingekauft wurden – bezogen auf die einzelnen Wirtschaftsgruppen – lediglich Brenn- und Treibstoffe (88,7%), Holz und Kork (73%) sowie Bürobedarf (52,3%).

Anteile der Kantone

Grafik 2 bildet die Pro-Kopf-Anteile der Empfängerkantone ab. Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, wie viel vom gesamten Einkaufsvolumen von der Bundesverwaltung bzw. den Regiebetrieben in welche Kantone fliessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich in der Pro-Kopf-Darstellung eine Zuoder Abnahme des Einkaufsvolumens bei den einwohnermässig kleinen Kantonen viel massiver auswirkt. Die bedeutendsten Anteile am Volkseinkommen haben Beschaffungen des Bundes in den Kantonen Luzern und Bern mit 2,1% bzw. 1,3%. Bei den Regiebetrieben ist es der Kanton Zürich, der die führende Stellung unter den Schweizer Kantonen einnimmt (siehe Grafik 3).

Dienstchefin, Sektion Finanzausgleich und Statistik, Eidg. Finanzverwaltung (EFV), Bern

Dienstchefin, Sektion Finanzausgleich und Statistik, Eidg. Finanzverwaltung (EFV), Bern