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Seit einigen Jahren tauchen auf der internationalen Wirtschaftsbühne regelmässig neue multinationale Unternehmen aus Entwicklungsländern auf. Im Sommer 2005 zum Beispiel sorgte das – allerdings erfolglose – öffentliche Übernahmeangebot der chinesischen CNOOC an die Adresse der amerikanischen Unocal für Aufsehen. Vor kurzem hat der indische Stahlriese Mittal die europäische Arcelor übernommen. Diese spektakulären Transaktionen lenken jedoch von einer anderen Facette der Internationalisierung von Unternehmen aus dem Süden ab, nämlich ihren Direktinvestitionen in andere Entwicklungsländer. Solche Süd-Süd-Investitionen In der Fachliteratur zum Thema Süd-Süd-Investitionen sind die Begriffe Süd und Nord im Allgemeinen unklar definiert. Grundsätzlich sind damit aber die beiden grossen Kategorien «Entwicklungsländer» bzw. «entwickelte Länder» gemeint. In gewissen Arbeiten wird für den Begriff «Süden» eine restriktivere Definition verwendet, die namentlich von der Zuverlässigkeit der Daten zu den Auslandinvestitionen abhängig ist (siehe zum Beispiel Aykut &Ratha 2003, S.151). – und insbesondere ihr Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung – sind Thema des vorliegenden Artikels.

Wachsende Süd-Süd-Investitionen und sektorspezifische Trends

Gemäss aktuellen Daten der Weltbank Weltbank (2006), S. 107–126 ff. flossen 2005 rekordhohe 491 Mrd. US-Dollar netto an Privatkapital in die Entwicklungsländer. Gegenüber 397 Mrd. US-$ 2004. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass sich die finanzielle Verflechtung zwischen den Entwicklungsländern erheblich intensiviert hat und die Süd-Süd-Kapitalströme – insbesondere die Direktinvestitionen – deutlicher angewachsen sind als die Mittelzuflüsse vom Norden in den Süden. Der Anteil der Direktinvestitionen aus dem Süden an den gesamten Direktinvestitionen in Richtung Entwicklungsländer erhöhte sich von 15,5% im Jahr 1995 auf 37% im Jahr 2003. Diese Zahlen unterschätzen vermutlich den Umfang der Kapitalströme auf Grund von Statistik- und Buchungsproblemen (siehe insbesondere Weltbank 2006, S. 129 und Aykut &Ratha 2003, S.160–168). Ein weiterer Hinweis auf einen Aufwärtstrend bei den Süd-Süd-Investitionen ist das kräftige Wachstum bei den abgeschlossenen Investitionsvereinbarungen: Die Zahl der bilateralen Investitionsschutzabkommen zwischen Ländern des Südens ist von rund 44 im Jahr 1990 auf über 650 im Jahr 2004 angestiegen. Entsprechend waren 2004 über 300 Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft, gegenüber lediglich 96 im Jahr 1990. Dadurch wurde der Rückgang bei den Investitionen aus den Industrieländern teilweise kompensiert (siehe Tabelle 1). Die Unternehmen des Südens investieren tendenziell in Länder, die einen vergleichbaren oder tieferen Entwicklungsstand aufweisen und in geografischer Nähe liegen. Entsprechend fliesst der grösste Teil der Auslandinvestitionen Thailands in südostasiatische Länder, während bei den südafrikanischen Unternehmen die Länder im Süden des afrikanischen Kontinents im Vordergrund stehen. Siehe Games (2004). Allerdings gibt es auch Unternehmen, die den Schritt in die Ferne wagen. Neben einigen – eingangs erwähnten – Investitionen in Industrieländern sind die chinesischen Unternehmen zum Beispiel in Lateinamerika und Afrika sehr aktiv. Gemäss Schätzungen sollen über 700 chinesische Firmen in Afrika präsent sein. Brasilien, Indien oder Malaysia zeigen Interesse an den Erdöl- und Bergbauressourcen in Afrika. Trotz unvollständiger Daten ist klar zu erkennen, dass sich ein Grossteil der Süd-Süd-Investitionen auf den Sektor der Rohstoff-Förderung konzentriert, allen voran Erdöl und Erdgas. Einen hohen Stellenwert hat zudem der Infrastrukturbereich, wo das Engagement von Unternehmen des Südens häufig mit einem Partner aus dem Norden begann: In Afrika stammten 80% der Infrastruktur-Auslandinvestitionen zwischen 1998 und 2003 aus Ländern des Südens. In der Telekommunikationsbranche machen die Süd-Süd-Direktinvestitionen fast einen Drittel aus. Multinationale Unternehmen des Südens haben im Allgemeinen kräftig in den Dienstleistungsbereich investiert, namentlich ins Bankwesen, in den Distributionssektor, in die Luftfahrt oder ins Gesundheitswesen. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung waren einige Investitionen zu verzeichnen. Der Industriesektor profitierte ebenfalls von diesem Trend, wenn auch in bescheidenerem Ausmass (siehe Tabelle 2).

Wirtschaftswachstum und Liberalisierung des Kapitalverkehrs als Schlüsselfaktoren

Diese regionalen und sektoriellen Trends sind mit verschiedenen Faktoren zu erklären. In den vergangenen Jahren trugen das kräftige Wirtschaftswachstum und eine Liberalisierung des Kapitalverkehrs verschiedener Schwellenländer entscheidend zur Ausweitung der Investitionen bei. Gewisse Regierungen haben Anreizmechanismen – zum Beispiel steuerlicher Art – für Auslandinvestitionen eingeführt. Manchmal wurden diese im Rahmen regionaler Integrationsabkommen vereinbart, Beispiele sind die Verträge von Mercosur, Andengemeinschaft oder Asean, die steuerliche Anreize vorsehen und die Gewinnrückführung für Unternehmen erleichtern, die in der betreffenden Region Süd-Süd-Direktinvestitionen tätigen. was Investitionen in geografisch nahe gelegene und kulturell vertraute Märkte begünstigt. Förderlich waren zudem die Liberalisierung des Dienstleistungssektors nach Fortschritten im Rahmen der Uruguay-Runde und Privatisierungswellen in Sektoren wie der Telekommunikation. Die Unternehmen des Südens konnten so ihre spezifischen Vorteile nutzen und neue Märkte erobern. Das Wirtschaftswachstum, das manchmal mit einem hohen Bevölkerungsdruck einhergeht, gehört zu den Hauptgründen für Investitionen in die Rohstoffförderung. Dabei soll die Versorgung mit Energie- und Bergbauprodukten sichergestellt, aber auch diversifiziert werden (beschaffungsorientierte Investitionen). Die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil dieser Investitionen durch staatliche Unternehmen getätigt wird, verleiht ihnen nicht nur eine rein wirtschaftliche, sondern auch eine politische und strategische Bedeutung. Da die Unternehmen des Südens zudem vermehrt in globale Produktionsprozesse einbezogen und internationaler Konkurrenz ausgesetzt sind, haben sie ein Interesse daran, sich Zugang zu strategischen Vorteilen zu verschaffen, indem sie weltbekannte Marken übernehmen oder Forschungs- und Entwicklungseinheiten kaufen. Der letztgenannte Aspekt ist allerdings heute in erster Linie bei Süd-Nord-Investitionen ausschlaggebend. Interessant ist, dass multinationale Unternehmen des Südens bei Investitionen in Entwicklungsländer gewisse komparative Vorteile haben. Sie verwenden Produktionsabläufe und -techniken und produzieren Waren und Dienstleistungen, die dem Umfeld des Ziellandes sowie den Bedürfnissen der Konsumenten besser entsprechen und eine höhere Marktdurchdringung ermöglichen. Zum Beispiel produziert die chinesische Firma TCL in Vietnam Fernseher für 50 US-$. Sie wissen mehr über die Funktionsweise dieser Volkswirtschaften, insbesondere über administrative Hürden und informelle Gepflogenheiten, da diese ähnlich sind wie im Heimmarkt. Andererseits haben sie im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Norden gewisse zusätzliche Hindernisse zu überwinden. Dazu gehören der relativ begrenzte Zugang zu in- und ausländischen Finanzierungsquellen Mit Ausnahme von Einzelfällen wie der Exim Bank of China, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, Auslandengagements chinesischer Unternehmen zu finanzieren. sowie fehlende Stellen zur Förderung von Auslandinvestitionen, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung

In einem 1994 erschienenen Artikel Zitiert von Gelb (2005), S. 203. kommt der Ökonom Yeung zum Schluss, dass multinationale Unternehmen des Südens eine besondere Kategorie gewinnorientierter Akteure darstellen und den Volkswirtschaften in den Zielländern mehr bringen als solche aus dem Norden. Die Auswirkungen der Süd-Süd-Investitionen auf die wirtschaftliche Entwicklung sind noch unklar. Über einige wichtige Aspekte besteht jedoch kein Zweifel. Zunächst steht den Zielländern durch die Süd-Süd-Investitionen mehr Kapital zur Verfügung, da Investoren aus dem Süden eher bereit scheinen, die mit diesen Märkten verbundenen Risiken einzugehen. Besonders wichtig ist dieser Punkt in kleinen, rohstoffarmen Volkswirtschaften, steht doch die Grösse der Märkte für Investoren aus dem Norden – neben dem Rohstoffaspekt – im Vordergrund. So stammen mehr als die Hälfte der Auslandinvestitionen in Nepal aus China und Indien. Ein Drittel der ausländischen Investitionen im Bankensektor der am wenigsten entwickelten Länder kommt aus dem Süden. Für einige Länder ermöglicht dieser Kapitalzufluss aus dem Süden eine Diversifizierung der Investitionsgelder. Dies kann einen antizyklischen, stabilisierenden Effekt haben, der sich in schwierigen Zeiten auszahlt. Zwischen 1994 und 2000 waren die Süd-Süd-Investitionen gegenüber konjunkturellen, politischen und wirtschaftlichen Krisen tatsächlich resistenter als Investitionen aus dem Norden. Aykut &Ratha (2004), S. 155. Welche Auswirkungen Investitionen auf die Handelsströme, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Bildung und den Technologietransfer haben, hängt weit gehend von der Art der Mittelzuflüsse ab. Nunnenkamp &Spatz (2004), S. 57–58. So generiert theoretisch eine Investition, die Zugang zu Ressourcen schaffen soll, Exporte in Richtung des Herkunftslandes, die aber häufig auf eine ausländische Enklave im Heimmarkt beschränkt bleiben. Eine Marktinvestition erhöht hingegen das Angebot an Gütern und Dienstleistungen und hat in der Regel grössere Effekte auf die vor- und nachgelagerten Branchen, wie lokale Zulieferer und Vertriebsunternehmen. Dazu ist anzumerken, dass die von der Export Import Bank of China (Exim Bank) gewährten Kredite einer Klausel unterliegen, wonach 50% der Ausrüstungsgüter, Rohstoffe, Technologien und Dienstleistungen aus China kommen müssen (http://english.eximbank.org.cn/business/ government.jsp). Die Auswirkungen auf die Entwicklung hängen indes vor allem von der Aufnahmekapazität des Ziellandes ab. Gerade in dieser Hinsicht erweisen sich Investitionen aus dem Süden als besonders interessant, sind doch die Produktionsmethoden meistens besser auf die lokalen Voraussetzungen abgestimmt, was den Technologietransfer begünstigt. Luiz de Mello (1997), zitiert von Nunnenkamp &Spatz (2004), S.56, hat folgenden Zusammenhang aufgezeigt: Je grösser die technologische Kluft zwischen Ziel- und Ursprungsland der Direktinvestition, desto geringer ist die Wirkung auf das wirtschaftliche Wachstum.

Neben positiven auch negative Aspekte

Diesen positiven Aspekten stehen allerdings gewisse Vorbehalte im Zusammenhang mit Investitionen aus dem Süden gegenüber. Die multinationalen Unternehmen des Nordens haben angesichts gut abgestimmter Kampagnen von Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Druck der Konsumentenseite grosse Anstrengungen unternommen, ihre Auslandtätigkeit transparenter zu gestalten sowie gesellschaftlich und ökologisch verantwortungsbewusster zu handeln. Zahlreiche Unternehmen haben im Bereich Kinderarbeit gute Praktiken eingeführt, die sie – mit mehr oder weniger Erfolg – auch bei ihren lokalen Zulieferern geltend machen. Ein Beispiel dafür sind Probleme, mit denen sich die Firma Nike 1997 konfrontiert sah (siehe Webseite der Erklärung von Bern, www.evb.ch). Im Sektor der Rohstoffförderung halten sich verschiedene Bergbauunternehmen an einen Kodex mit guten Praktiken für eine nachhaltige Entwicklung. Siehe International Council on Mining and Minerals, www.icmm.org. Im Bestreben um Transparenz und Korruptionsbekämpfung publizieren Unternehmen im Rahmen der Ieti-Initiative Siehe Extractive Industries Transparency Initiative, www.eiti.org. die Beträge, die sie von ihren Einnahmen aus der Tätigkeit im Ausland an die Behörden der Zielländer überweisen. Die Unternehmen des Südens sind in diesem Bereich noch nicht aktiv, da sie im Ursprungsland keinem öffentlichen Druck ausgesetzt sind. Zudem sind auch die Führungsstrukturen dieser Unternehmen (z.B. bei nicht börsenkotierten Firmen) weniger durchlässig für Ausseneinflüsse. Allerdings haben einige Unternehmen besonders relevanter Sektoren – zum Beispiel in der Textil- und Rohstoffindustrie – nun erste Massnahmen getroffen. Ein Beispiel ist das chinesische Erdölunternehmen Sapet, dem die peruanische Regierung eine Lizenz für Förderaktivitäten in einem von indigenen Völkern bewohnten Gebiet erteilt hat. Sapet liess sich für dieses Projekt von Umweltexperten beraten. Friedman (2006). Schliesslich braucht es zur Einhaltung ökologischer und gesellschaftlicher Normen auch entsprechende gesetzliche Regelungen im Zielland. Die manchmal hitzigen Debatten in den Industrieländern über Auslandinvestitionen und damit verbundene Auslagerungen leiten über zur Frage, wie sich Süd-Süd-Investitionen auf das Ursprungsland auswirken. Die Auswirkungen hängen insbesondere davon ab, ob mit einer Investition die Produktion auf dem Heimmarkt ergänzt oder ersetzt wird. Investitionen im Sektor der Rohstoffförderung, die den grössten Teil der Süd-Süd-Investitionsflüsse ausmachen, werden in der Regel zusätzlich getätigt und sollten deshalb für das Land, aus dem die Investition kommt, nur beschränkt mit nachteiligen Folgen verbunden sein. Selbst wenn die Investition in erster Linie ergänzend erfolgt, kann der Zugang zu neuen Märkten für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und die Sicherung der Arbeitsplätze im nationalen Markt entscheidend sein. Siehe dazu die in Anmerkung 10 erwähnte Klausel der Exim Bank of China. Durch die Diversifizierung des geografischen Risikos lassen sich nämlich Nachfrageschwankungen im Heimmarkt teilweise ausgleichen. Zudem steigt durch die Anforderung, dem internationalen Konkurrenzdruck genügen zu müssen, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im Heimmarkt. Zusammenfassend scheinen also Süd-Süd-Investitionen für die wirtschaftliche Entwicklung ein interessantes Potenzial aufzuweisen. Gleichzeitig sind sie sowohl für die Zielals auch für die Ursprungsländer mit gewissen Risiken verbunden. Die Herausforderung besteht darin, möglichst viele positive Aspekte dieser Süd-Süd-Mittelflüsse zu nutzen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten. Wie bei Investitionen aus Industrieländern ist es zudem unabdingbar, dass die Zielländer einen kohärenten, ausgewogenen Investitionsrahmen vorgeben.

Aktivitäten der Weltbankgruppe bezüglich Süd-Süd-Investitionen

Vor diesem Hintergrund führt die Weltbankgruppe – insbesondere über die IFC International Finance Corporation. und die Miga Multinational Investment Guarantee Agency. – verschiedene Programme zur Förderung von Süd-Süd-Investitionen durch. Zu erwähnen sind dabei unter anderem Massnahmen, die zur Verbesserung des allgemeinen Investitionsklimas beitragen (Analysen, fachliche Unterstützung bei der Umsetzung von Reformen) und die damit die Länder des Südens für Investitionen sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden attraktiver machen. In eine ähnliche Richtung gehen die Programme von Fias Foreign Investment Advisory Service. und Miga zum Ausbau der Kapazitäten im Bereich der Investitionsförderung in den Ländern des Südens. Bezüglich der eigentlichen Investitionen hat die IFC das Ziel, langfristige Partnerschaften mit aufstrebenden Akteuren des Südens einzugehen. Zu diesem Zweck organisierte die IFC im November 2005 in Mumbai eine Konferenz, an der die meisten multinationalen Unternehmen des Südens teilnahmen. Der Anteil der Süd-Süd-Investitionen am Portefeuille der IFC hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Auf 484 Mio. US-$ im Jahr 2005. So hat sie zum Beispiel kürzlich eine srilankische Investition im Textilsektor Madagaskars und eine Investition aus Mali in ein Hotel in Burkina Faso unterstützt. Die IFC leistet nicht nur finanzielle Beiträge an ihre Kunden, sondern sorgt auch dafür, dass die Investitionen einen möglichst positiven Einfluss auf die Entwicklung haben. Um die Wirkung von Investitionen auf die lokale Wirtschaft zu vergrössern, führt die IFC Programme zur Vernetzung mit den lokalen Unternehmen – u.a. in den Bereichen Kapazitätsbildung und Mikrofinanz – durch. Vor allem aber sind die Partner der IFC verpflichtet, die Umwelt- und Sozialbestimmungen einzuhalten. Diese regeln Fragen wie die Umsiedlung und Entschädigung von Personen im Zusammenhang mit der Rohstoffförderung. Zudem gibt die IFC auch Empfehlungen im Bereich Gouvernanz (Anwendung internationaler Buchführungsstandards, Börsenkotierung usw.). Auch die Miga hat ihre Kommunikation an die Adresse potenzieller Kunden aus dem Süden intensiviert und kürzlich ein Programm lanciert, das vereinfachte Abläufe für Garantien bei relativ kleinen Investitionen vorsieht («Small Investment Program»). Dass dieses Programm einem Bedürfnis der Investoren aus dem Süden entspricht, zeigt die Tatsache, dass fünf der sieben bisher abgeschlossenen Transaktionen Süd-Süd-Investitionen betreffen. Zur Vervollständigung dieses kurzen Überblicks gehört auch der Hinweis, dass die Weltbank über die Fias in Zusammenarbeit mit Unctad United Nations Conference on Trade and Development. und der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ein Forschungsprogramm zu den Süd-Süd-Investitionen lanciert hat. Die erste Phase besteht darin, einen Standardfragebogen für Investoren aus dem Süden auszuarbeiten. Damit sollen zuverlässige Daten gesammelt und Erkenntnisse zu den Besonderheiten, Beweggründen, Hindernissen und wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Investitionen gewonnen werden. Diese Studie wird zu einer noch sinnvolleren Strategie bei der Förderung von Süd-Süd-Investitionen beitragen. Zum Beispiel wird sich dann besser bestimmen lassen, welche Position die IFC gegenüber den weit verzweigten multinationalen Unternehmen einnehmen soll und wie ein gutes Gleichgewicht zwischen rein finanzieller Unterstützung und einem Beitrag zur gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung der Unternehmen des Südens gefunden werden kann.

Tabelle 1 «Entwicklung der Süd-Süd-Direktinvestitionen, 1995-2003»

Tabelle 2 «Süd-Süd-Fusionen und -Übernahmen – ausgewählte Transaktionen, 2004-2005»

Kasten 1: Literatur – Aykut, Dilek und Dilip Ratha (2003). South-South FDI flows: how big are they?, in: Transnational Corporations, Band 13, Nr. 1 (April), S. 149-176.- Battat, Joseph und Dilek Aykut (2005). Southern Multinationals: A Growing Phenomenon. Dokument zur Konferenz «Southern Multinationals: A Rising Force in the World Economy», 9.-10. November 2005, Mumbai, Indien.- Friedman, Thomas L. (2006). Red China or Green?, The New York Times, 30. Juni 2006.- Games, Dianna (2004). The Experience of South African Firms Doing Business in Africa: A Preliminary Survey and Analysis (Braamfontein: SAIIA).- Gelb, Stephen (2005). South-South Investment: The Case of Africa, in: Jan Joost Teunissen and Age Akkerman (Hrsg.), Africa in the World Economy -The National, Regional and International Challenges (Fondad, Den Haag), S. 200-205.- Nunnenkamp, Peter und Julius Spatz (2004). FDI and economic growth in developing economies: how relevant are host-economy and industry characteristics?, in: Transnational Corporations, Band 13, Nr. 3 (Dezember), S. 53-83.- Unctad (2005), World Investment Report 2005 (New York, Genf: United Nations).- World Bank (2006). Global Development Finance 2006 (Washington, DC: World Bank).

Ressortchef Investitionsförderung, Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bern

Beraterin (Senior Advisor) am Schweizer Exekutivbüro bei der Weltbank, Washington DC

Ressortchef Investitionsförderung, Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bern

Beraterin (Senior Advisor) am Schweizer Exekutivbüro bei der Weltbank, Washington DC