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Im Rahmen seines Engagements für die administrative Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Auswirkungen des neuen Lohnausweises (NLA) auf die Unternehmen in technischer, administrativer und fiskalischer Hinsicht untersucht. Die Resultate zeigen, dass dank dem neuen Lohnausweis eine administrative Entlastung von 11,7 Mio. Franken pro Jahr erzielt wird. Die steuerlichen Auswirkungen werden von den befragten Unternehmen als unbedeutend angesehen; auch die einmaligen Einführungskosten werden als erträglich eingeschätzt. Diese Kosten sind jedoch relativ bedeutend, und deren Amortisation wird mehrere Jahre brauchen.

Evaluation anhand von zwei Studien

Die Einführung des NLA hat zahlreiche parlamentarische Interventionen hervorgerufen. Unter anderem wurde ein Postulat (07.3504) eingereicht, in dem der Bundesrat aufgefordert wurde, einen Evaluationsbericht zur Einführung des NLA vorzulegen. Darin sollten insbesondere die Kosten quantifiziert werden, welche für die KMU in technischer, administrativer und fiskalischer Hinsicht anfallen. Die Evaluation wurde anhand von zwei Studien durchgeführt. Zunächst erfolgte eine qualitative Umfrage mittels Fragebogen im Juni und Juli 2008. Die Arbeiten wurden durch das Seco realisiert. 200 KMU aus der ganzen Schweiz wurden ausgewählt und zu den einmaligen und wiederkehrenden administrativen Kosten befragt, die durch den NLA hervorgerufen wurden, sowie zu dessen steuerlichen Auswirkungen. Anschliessend folgte im Herbst 2008 eine durch die Firma KPMG im Auftrag des Seco anhand des Standardkostenmodells (SKM) durchgeführte Evaluation. Das SKM eignet sich besonders für die Messung der wiederkehrenden administrativen Belastungen.  Die hauptsächlichen Resultate der beiden Studien sehen wie folgt aus: Die meisten der im Rahmen der Umfrage von Juni/Juli 2008 befragten KMU sind der Ansicht, die einmaligen Einführungskosten des NLA seien erträglich und die wiederkehrenden administrativen Belastungen mit dem NLA gleich gross oder geringer als zuvor. Die steuerlichen Auswirkungen werden als unbedeutend eingeschätzt. Aufgrund der SKM-Evaluation der wiederkehrenden administrativen Belastungen wird die administrative Entlastung für die Schweizer Unternehmen insgesamt auf 11,7 Mio. Franken pro Jahr beziffert. Vor allem die kleinen Unternehmen profitieren davon, insbesondere dank den Vorteilen des neuen elektronischen Formulars. Für die grossen Unternehmen, deren Buchhaltung vollständig informatisiert ist, ändert sich wenig. Die Umfrage bei 200 KMU kommt ihrerseits auf durchschnittliche einmalige Einführungskosten von 68,10 Franken pro NLA. Vergleicht man diesen Betrag mit der insgesamt relativ bescheidenen administrativen Entlastung, zeigt sich, dass die einmaligen Anpassungskosten relativ stark ins Gewicht fallen und ihre Amortisation mehrere Jahre brauchen wird. Es wäre daher ungünstig, in nächster Zeit grundlegende Änderungen an der Regulierung zum NLA vorzunehmen, weil die einmaligen Anpassungskosten der Unternehmen sonst nicht kompensiert werden könnten. Gewisse gezielte Verbesserungen, die keine wesentlichen Kosten hervorrufen, könnten aber kurzfristig realisiert werden. Der Entscheid liegt bei der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK).

Ein Fortschritt für die Unternehmen

Die verschiedenen durch die Wirtschaft angeregten Anpassungen am ursprünglichen Projekt haben dazu geführt, dass der NLA für die Unternehmen insgesamt vorteilhaft ist und zur Verbesserung der Transparenz beigetragen hat. Die mit der Einführung des NLA ausgelöste politische Debatte hätte gelassener geführt werden können, wenn die Erarbeitung der Weisungen der SSK systematisch denselben Mechanismen unterliegen würde wie diejenige der Regulierungen des Bundes (Vernehmlassung bei den interessierten Kreisen, Wirkungsanalyse usw.). Daher wäre die Einführung solcher Verfahren durch die SSK nützlich, zumal sie auch eine bessere Koordination ihrer Tätigkeiten mit denjenigen des Bundes erlauben würden. Die administrative Entlastung für Unternehmen von insgesamt 11,7 Mio. Franken pro Jahr ergibt sich hauptsächlich dank den Vorteilen des neuen elektronischen Formulars. Diese Erkenntnis bestätigt das Seco in seiner Absicht, die Umsetzung von E-Government-Projekten fortzusetzen, die ein hohes Potenzial für die administrative Entlastung aufweisen.  Da das Postulat 07.3504 im Parlament noch nicht behandelt wurde, sind die Resultate der Arbeiten aus formellen Gründen als Bericht des Seco am 19.02.2009 veröffentlicht worden. Der Bericht kann im Internet unter www.seco.admin.ch , «Aktuell», «Medieninformation», «Medienmitteilungen», 19.02.2009: «Neuer Lohnausweis. Administrative Entlastung von 11,7 Millionen Franken pro Jahr» konsultiert werden.

Ressort KMU-Politik,Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), Bern

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