Die Volkswirtschaft

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Zwischen 2000 und 2007 hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft deutlich verbessert. Dennoch hat der Schweizer Tourismus im internationalen Vergleich nach wie vor mit erheblichen Kosten- und Preisnachteilen zu kämpfen. Der nachfolgende Beitrag liefert einen systematischen Preis- und Kostenvergleich aus volkswirtschaftlicher Sicht. Zudem wird aufgezeigt, wie sich Veränderungen der Rahmenbedingungen und der Produktionsstrukturen der Schweizer Tourismuswirtschaft auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Im Schweizer Tourismus ist das Preis- und Kostenniveau ein Dauerthema. Höhere Preise werden als zentraler Nachteil im internationalen Wettbewerb angeführt und bei der Lohngestaltung steht häufig das Argument der im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen Schweizer Arbeitskosten im Zentrum der Diskussionen. Vor diesem Hintergrund untersuchte Bakbasel im Auftrag von Hotelleriesuisse und unterstützt durch Innotour die Kosten und Preise der Schweizer Tourismuswirtschaft. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, für die Schweizer Tourismuswirtschaft einen systematischen internationalen Preis- und Kostenvergleich durchzuführen. Zudem werden die Resultate von Szenarioanalysen aufgeführt, welche die Auswirkungen von Veränderungen bei den Rahmenbedingungen und bei den Produktionsstrukturen der Schweizer Tourismuswirtschaft aufzeigen. Basierend auf den identifizierten Preis- und Kostendifferenzen sowie auf den Resultaten der durchgeführten Simulationen werden zum Schluss einige wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen abgeleitet.

Nach wie vor erhebliche Preisdifferenzen…

Der internationale Vergleich der Preise in der Schweizer Tourismuswirtschaft zeigt auf, dass nach wie vor erhebliche Preisdifferenzen bestehen. So ergibt sich zum Mittelwert der EU4 (Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich) im Jahr 2007 eine Preisdifferenz von 12 Prozentpunkten; d.h., die Preise in der Tourismuswirtschaft liegen in den umliegenden vier Ländern um durchschnittlich 12% unter denjenigen in der Schweiz. Die grössten Preisdifferenzen (-15%) zeigen sich im Vergleich mit Österreich. Analysiert man die einzelnen touristischen Branchen, stellt man deutliche Unterschiede fest. Beim Gastgewerbe (Beherbergung und Restauration) sowie bei den Freizeitdienstleistungen sind die Preisdifferenzen zwischen der Schweiz und den umliegenden vier Ländern mit 13% bzw. 16% überdurchschnittlich gross. Im touristischen Bereich des Detailhandels sind die Preisunterschiede zwischen den EU4-Ländern und der Schweiz mit 8% deutlich kleiner. Am geringsten fallen die Preisunterschiede mit nur 7% im Verkehrssektor aus.

…wenn auch deutlich geringer als 2000

Eine dynamische Betrachtung der relativen Preisentwicklung zeigt, dass sich die touristischen Preisdifferenzen zwischen der Schweiz und den umliegenden Ländern in der jüngeren Vergangenheit deutlich verringert haben. Die Preisdifferenzen gingen zwischen 2000 und 2007 um rund 13 Prozentpunkte zurück. Dies bedeutet, dass die preislichen Wettbewerbsnachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft um mehr als die Hälfte abgebaut werden konnten – und zwar gegenüber sämtlichen Nachbarländern. Ein Teil der Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit ist auf die Veränderung des Wechselkursverhältnisses zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro zurückzuführen. Aber auch ohne Wechselkurseffekt würde sich immer noch eine Reduktion der Preisdifferenzen um knapp 9 Prozentpunkte ergeben. Auf der Ebene der einzelnen touristischen Branchen konnte im Gastgewerbe der grösste Abbau der Preisdifferenzen realisiert werden (-15,6 Prozentpunkte). Auch im tourismusrelevanten Teil des Detailhandels gingen die Preisdifferenzen um knapp 14 Prozentpunkte zurück. Im Verkehrssektor (-8,1 Prozentpunkte) und bei den Freizeitdienstleistungen (-9,1 Prozentpunkte) fiel der Abbau der Preisdifferenzen etwas geringer, aber immer noch beachtlich hoch aus.

Deutlich höhere Arbeits- und Vorleistungskosten

Fasst man die beiden wichtigsten Kostenblöcke der Tourismuswirtschaft (Vorleistungs- und Arbeitskosten) zusammen, so zeigt sich für die Tourismuswirtschaft der umliegenden Länder im Durchschnitt ein Kostenvorteil von 20%. Die Arbeitskostenunterschiede – gemessen an den Lohnstückkosten (vgl.

Kasten 2
Bei der Analyse der unterschiedlichen Kostenfaktoren stehen die Vorleistungs- und Arbeitskosten im Mittelpunkt. Hierbei wird im Wesentlichen auf zwei Datenquellen zurückgegriffen: die internationalen Branchendaten aus der «IB Database» von Bakbasel und die Arbeitskostenstatistik von Eurostat.

Vergleich der Vorleistungskosten

Ausgangspunkt beim Vergleich der Vorleistungskosten ist die Frage nach den relativen Preisen der Branchen, von denen die Tourismuswirtschaft ihre Vorleistungen bezieht. Im Gegensatz zur Berechnung von PPP mit Konsumentenpreisen («Expenditure-Approach ») stehen hier die relativen Produzentenpreise («Industry-of-Origin-Approach») im Mittelpunkt.

Vergleich der Arbeitskosten

Bei der Analyse der Arbeitskosten müssen neben den Bruttolöhnen und -gehältern auch die Lohnnebenkosten mit einbezogen werden. Gerade hier bestehen im internationalen Vergleich substanzielle Unterschiede. Zu den Lohnnebenkosten zählen u.a. die gesetzlichen, tariflichen, vertraglichen und freiwilligen Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers sowie direkte Sozialleistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Eine reine Betrachtung der nominalen Kosten greift bei der Analyse des Faktors Arbeit allerdings zu kurz. Die Bedeutung hoher Arbeitskosten für die Rentabilität eines Unternehmens kann erst dann beurteilt werden, wenn neben den Kosten auch die «Leistung» des Faktors Arbeit in die Analyse mit einbezogen wird. Dies geschieht durch den Vergleich der so genannten Lohnstückkosten. Sie sind definiert als Arbeitskosten pro Outputeinheit und sagen aus, wie hoch die Arbeitskosten bei der Produktion einer Outputeinheit im Wert von einem Franken sind. Überdurchschnittliche Lohnstückkosten können ihre Ursache entweder in überhöhten Arbeitskosten pro Stunde oder in einer unterdurchschnittlichen Stundenproduktivität haben. ) – fallen dabei viel deutlicher aus als die Differenzen bei den Vorleistungskosten. Die höheren Lohnstückkosten in der Schweizer Tourismuswirtschaft sind sowohl auf die höheren Lohnkosten als auch auf die im internationalen Vergleich niedrigere Arbeitsproduktivität zurückzuführen. Die deutlichsten Nachteile ergeben sich im Vergleich mit der österreichischen Tourismuswirtschaft, welche mit 44% tieferen Arbeitskosten und 16% tieferen Vorleistungskosten wirtschaften kann. Betrachtet man die Entwicklung der Kostenunterschiede zwischen 2000 und 2007, so stellt man bei den Kostenfaktoren Vorleistungen und Arbeitskosten eine gegenläufige Entwicklung fest. Bei den Vorleistungskosten konnten die Nachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft zwischen 2000 und 2007 um erfreuliche 9 Prozentpunkte abgebaut werden. Bei den um die Stundenproduktivität bereinigten Arbeitskosten (Lohnstückkosten) musste hingegen eine Verschlechterung für die Schweizer Tourismuswirtschaft um 5 Prozentpunkte hingenommen werden.

Analytische Zerlegung der touristischen Hochpreisinsel Schweiz

Die Synthese der Preis- und Kostenvergleiche zeigt, dass ein Grossteil der beobachteten Preisunterschiede mit den analysierten Kostenfaktoren sowie der Mehrwertsteuerdifferenz erklärt werden kann. Im EU4-Schnitt sind die Unterschiede in den untersuchten Kostenfaktoren insgesamt ähnlich wie die Preisunterschiede. Grafik 4 zeigt für die einzelnen Kostenfaktoren, welchen Beitrag sie zur «Hochpreisinsel» leisten, d.h., um wie viel Prozent die Preise in der Schweizer Tourismuswirtschaft ceteris paribus jeweils hypothetisch sinken könnten, wenn der betrachtete Kostenfaktor dasselbe Preisniveau wie der EU4-Durchschnitt aufweisen würde. Die Zerlegung der Hochpreisinsel Schweiz in die einzelnen Komponenten impliziert, dass die Konsumentenpreise in der Tourismuswirtschaft in den umliegenden Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien gegenüber der Schweiz im Durchschnitt:  – um 11% tiefer sind aufgrund niedrigerer Arbeitskosten; – um 9% tiefer sind aufgrund niedrigerer Vorleistungskosten; – um 6% höher sind aufgrund höherer Mehrwertsteuersätze; – um 2% höher sind aufgrund sonstiger Faktoren.

Szenarioanalysen zu Freihandel und Deregulierung

Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass die kostenbedingten Wettbewerbsnachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft im internationalen Vergleich sehr deutlich ausfallen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich verschiedene wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Veränderungen auf die Preis- und Kostenunterschiede zwischen der Schweizer Tourismuswirtschaft und derjenigen der umliegenden Länder auswirken würden. Hierzu wurden drei Szenarien entwickelt und durchgerechnet. Das Szenario «Freihandel» geht von einer vollständigen Eliminierung der Importbarrieren im Nahrungsmittelbereich aus. Das Szenario «Freihandel und Deregulierung» geht zusätzlich zum Abbau der Importbarrieren von einer Deregulierung auf dem Binnenmarkt in den vier grössten Deregulierungsbranchen Verkehr, Telekommunikation, Energie und Landwirtschaft aus. Das Szenario «Höhere Produktivität in der Tourismuswirtschaft» zeigt auf, welche Effekte eine Produktivitätssteigerung auf die Preise der Tourismuswirtschaft haben könnte. Die Resultate der Szenariorechnungen zeigen, dass eine Eliminierung der Importbarrieren die Preisunterschiede zwischen der Schweizer Tourismuswirtschaft und derjenigen der umliegenden Länder um 1,4 Prozentpunkte reduzieren würde, wenn die erzielten Kostensenkungen vollständig an die Kunden weitergegeben würden. Bei einer zusätzlichen Liberalisierung des Binnenmarktes ergeben sich deutlich höhere Kostensenkungspotenziale. Der Preissenkungsspielraum der Schweizer Tourismuswirtschaft gegenüber den vier umliegenden Ländern würde sich in diesem Szenario auf 5,2 Prozentpunkte belaufen. Bei einer gleichzeitigen aussenwirtschaftlichen Öffnung und einer Deregulierung des Binnenmarktes würde sich somit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft deutlich verbessern.  Im dritten Szenario, einem Anstieg der Produktivität im Schweizer Gastgewerbe auf das Niveau in den umliegenden Ländern, ergäbe sich ebenfalls eine deutliche Verbesserung der Wettbewerbsposition der Schweizer Tourismuswirtschaft. Der Preissenkungsspielraum gegenüber dem EU4-Durchschnitt dürfte sich in diesem Szenario auf 1,9 bis 4,8 Prozentpunkte belaufen.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Schweizer Tourismuswirtschaft weist hinsichtlich internationaler preislicher Wettbewerbsfähigkeit Schwächen auf, welche sich auf ungünstige kostenseitige Produktionsbedingungen zurückführen lassen. Die kostenseitigen Nachteile der Schweizer Tourismuswirtschaft basieren sowohl auf den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als auch auf branchenendogenen Faktoren. Zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft gilt es demnach, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern und Strukturreformen in der Tourismuswirtschaft in die Wege zu leiten.

Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen

Zur Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen braucht es sowohl eine möglichst weitgehende Liberalisierung des internationalen Warenhandels als auch eine Liberalisierung und Deregulierung des Schweizer Binnenmarktes. Bei der Liberalisierung des internationalen Warenhandels geht es aus Sicht der Tourismuswirtschaft um den Abbau von Zöllen (v.a. Agrarzölle) sowie den Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen. Beim Schweizer Binnenmarkt stehen Liberalisierungsmassnahmen in wichtigen Deregulierungsbranchen wie Energie, Verkehr, Kommunikation und Landwirtschaft im Vordergrund.

Strukturreformen in der Tourismuswirtschaft

Bei den notwendigen Strukturreformen in der Schweizer Tourismuswirtschaft steht die Steigerung der Arbeitsproduktivität – insbesondere im Gastgewerbe – im Zentrum. Dazu braucht es verschiedene Massnahmen: Der Arbeitseinsatz sollte flexibilisiert und die Qualifikationsstruktur erhöht werden. Gleichzeitig gilt es, die Investitionstätigkeit zu erhöhen und Grössenersparnisse zu realisieren. Eine weitere wichtige Handlungsachse zur Steigerung der Arbeitsproduktivität ist die Steigerung der Auslastung der Produktionskapazitäten. Dazu dürfen Marktaustritte nicht konkurrenzfähiger Betriebe nicht behindert werden, und es ist ein intensiver Wettbewerb zwischen den einzelnen touristischen Leistungserbringern sicherzustellen. Wesentlich für eine erhöhte Auslastung ist zudem eine intensive und effiziente Bearbeitung der touristischen Nachfragemärkte mittels geeigneter Marketing- und Verkaufsinstrumente.

Reformpaket anstelle von Einzelmassnahmen

Die Effekte der einzelnen Liberalisierungsschritte beim wirtschaftspolitischen Umfeld und die Strukturreformen durch die Tourismuswirtschaft selbst liefern alle einen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Schweiz. Ihre gesamthafte Wirkung lässt sich hingegen nur dann maximieren, wenn sie koordiniert geplant und umgesetzt werden. Anstelle einzelner Massnahmen wäre daher die Formulierung eines eigentlichen Reformpakets mit möglichst verbindlichen Inhalten und Umsetzungszeitplänen (Reformagenda) zu bevorzugen.

Grafik 1 «Relatives Preisniveau in der Tourismuswirtschaft, 2000 und 2007»

Grafik 2 «Veränderung der relativen Konsumentenpreise in der Tourismuswirtschaft, 2000-2007»

Grafik 3 «Die wichtigsten Kostenfaktoren der Tourismuswirtschaft»

Grafik 4 «Zerlegung der touristischen «Hochpreisinsel» Schweiz»

Kasten 1: Methodische Grundlagen zum Preisvergleich
Der vorliegende internationale Preisvergleich der Schweizer Tourismuswirtschaft wurde anhand der relativen Konsumentenpreise durchgeführt. Die Berechnung der relativen Konsumentenpreise basiert auf den von den nationalen statistischen Ämtern erhobenen relativen Preisen, auch Kaufkraftparitäten oder Purchasing Power Parities (PPP) genannt. Das Vorgehen bei der Erhebung der Preise ist hierbei vom europäischen Statistikamt Eurostat (in Kooperation mit der OECD) für alle Teilnehmerstaaten festgelegt. Ein PPP von 1,9 CHF/€ im Vergleich mit Deutschland bedeutet beispielsweise, dass ein repräsentativer Warenkorb, der in Deutschland 100 € kostet, in der Schweiz für 190 Franken angeboten wird. Um das Preisniveau in den beiden Ländern vergleichen zu können, müssen zusätzlich die tatsächlichen Devisenwechselkurse berücksichtigt werden. Dieses relative Preisniveau wird üblicherweise indexiert dargestellt, d.h., das Referenzland (in unserem Fall die Schweiz) erhält den Wert 100. In der Literatur wird das relative Preisniveau üblicherweise Comparative Price Level (CPL) genannt.

Tourismusspezifische Auswertung Die PPP auf der untersten Produktebene weisen einen sehr hohen Spezifikationsgrad auf. Die Produktliste umfasst insgesamt 2500 Konsumgüter und Dienstleistungen. Für die tourismusspezifische Auswertung wurde ein typischer Schweizer Tourismus-Warenkorb unterstellt. Der für diese Untersuchung zusammengestellte «Schweizer Tourismus-Warenkorb » besteht aus den insgesamt vier tourismusrelevanten Bereichen Gastgewerbe, Verkehr, Freizeitdienstleistungen und Detailhandel. Für diese Bereiche wurden aus den verschiedenen bei den PPP-Statistiken ausgewiesenen Warengruppen touristische Warenkörbe zusammengestellt. Dabei wurden nicht nur Hauptwarengruppen verwendet, sondern es wurde sehr genau darauf geachtet, dass nur diejenigen Waren und Warengruppen berücksichtigt werden, die für die Tourismuswirtschaft relevant sind.

Kasten 2: Methodische Grundlagen zum Kostenvergleich
Bei der Analyse der unterschiedlichen Kostenfaktoren stehen die Vorleistungs- und Arbeitskosten im Mittelpunkt. Hierbei wird im Wesentlichen auf zwei Datenquellen zurückgegriffen: die internationalen Branchendaten aus der «IB Database» von Bakbasel und die Arbeitskostenstatistik von Eurostat.

Vergleich der Vorleistungskosten

Ausgangspunkt beim Vergleich der Vorleistungskosten ist die Frage nach den relativen Preisen der Branchen, von denen die Tourismuswirtschaft ihre Vorleistungen bezieht. Im Gegensatz zur Berechnung von PPP mit Konsumentenpreisen («Expenditure-Approach ») stehen hier die relativen Produzentenpreise («Industry-of-Origin-Approach») im Mittelpunkt.

Vergleich der Arbeitskosten

Bei der Analyse der Arbeitskosten müssen neben den Bruttolöhnen und -gehältern auch die Lohnnebenkosten mit einbezogen werden. Gerade hier bestehen im internationalen Vergleich substanzielle Unterschiede. Zu den Lohnnebenkosten zählen u.a. die gesetzlichen, tariflichen, vertraglichen und freiwilligen Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers sowie direkte Sozialleistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Eine reine Betrachtung der nominalen Kosten greift bei der Analyse des Faktors Arbeit allerdings zu kurz. Die Bedeutung hoher Arbeitskosten für die Rentabilität eines Unternehmens kann erst dann beurteilt werden, wenn neben den Kosten auch die «Leistung» des Faktors Arbeit in die Analyse mit einbezogen wird. Dies geschieht durch den Vergleich der so genannten Lohnstückkosten. Sie sind definiert als Arbeitskosten pro Outputeinheit und sagen aus, wie hoch die Arbeitskosten bei der Produktion einer Outputeinheit im Wert von einem Franken sind. Überdurchschnittliche Lohnstückkosten können ihre Ursache entweder in überhöhten Arbeitskosten pro Stunde oder in einer unterdurchschnittlichen Stundenproduktivität haben.

Economist, BAK Basel Economics

Economist, BAKBASEL

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