Die Volkswirtschaft

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Der hohe Aussenwert der Schweizer Währung belastet die Schweizer Exporteure, besonders jene, die in die EU exportieren. Ihre Produkte sind deswegen teurer geworden. Beim Import ist keine spiegelbildliche Entwicklung feststellbar, im Gegenteil. Die Differenz der Produktpreise zum Ausland hat sich mit der Frankenhausse noch verstärkt: Die Hochpreisinsel Schweiz ist wieder voll zu Tage getreten. Der nachfolgende Artikel untersucht für wichtige Güterkategorien, ob überhaupt Einkaufsvorteile im Euroraum beim Import in die Schweiz und bis zu den Konsumenten weitergegeben werden, und wenn ja in welchem Masse. Die Ursachen der ausbleibenden Preisanpassungen beim Import werden beleuchtet.

Die Hochpreisinsel Schweiz, die 2003 in dieser Zeitschrift stark thematisiert wurde,
Siehe «Die Volkswirtschaft» 7-2003. steht wegen der Frankenstärke erneut zur Debatte. Wie gross die Preisdifferenzen sein können, zeigt etwa das Beispiel der Babynahrung, das bei einer Erhebung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu Preisdifferenzen bei Gütern mit technischen Handelshemmnissen aufgetaucht ist.
Genauere Angaben zu dieser Erhebung sind bei Isabelle Schluep-Campo, Ressort Wachstum und Wettbewerbspolitik (DPWW), Seco, erhältlich isabelle.schluep@seco.admin.ch Es verdeutlicht, wie krass das Gesetz des Law of one Price
Das heisst die Regel, dass für international handelbare Güter ein gleicher Preis bezahlt werden sollte. im Fall der Schweiz da und dort verletzt wird. Die Konsumentenpreise scheinen generell eher der Zahlungsbereitschaft – und damit der Kaufkraft – der Länder zu folgen und werden an den Konjunkturverlauf im jeweiligen Markt angepasst. Die Güterarbitrage auf Handelsstufe, welche die Preisdifferenzen einzuebnen hätte, ist dagegen schwach ausgeprägt. Die daraus resultierenden Preisdifferenzen treiben die Konsumentinnen und Konsumenten in den Einkaufstourismus.

Wechselkursschwankungen bestimmen die Aktualität der Debatte

Bestimmenden Einfluss auf die Aktualität der Debatte um die Hochpreisinsel hat die schwankende Entwicklung des Aussenwertes des Frankens. Im Sommer 2007 war der Franken im Zeichen der Zinsspekulationsgeschäfte (Carry Trade) mit 1,65 Franken/Euro ausgeprägt schwach. Infolge der Vertrauenskrise im Euroraum ist er derzeit ausgeprochen stark, auch nach Festlegung einer Kursuntergrenze des Euro von 1,20 Franken am 6.9.2011 durch die Schweizerische Nationalbank (SNB).Die nachstehenden Abklärungen konzentrieren sich auf die Weitergabe der Wechselkursvorteile ab dem 2. Quartal 2010, seitdem pro Euro weniger als 1,40 Franken gezahlt werden müssen.

Hoher Preissockel auch bei durchschnittlichem Wechselkurs

Mit der Fokussierung auf diesen Zeitraum wird von einem relativ hohen Preissockel in der Schweiz ausgegangen; denn 2007 beklagte sich kein Hersteller und Händler, die Belieferung der Schweiz zahle sich angesichts der Wechselkursschwäche kaum mehr aus. In der Tat war das relative Preisniveau in der Schweiz bei Gütern gemäss den Kaufkraftsparitätsberechnungen von Eurostat und der OECD auch 2007 überdurchschnittlich. Der Index für Konsumgüter stand damals auf 114 Punkten (EU15 = 100).
Die Detailindizes bei der Berechnung der Kaufkraftparitäten legen den Schluss nahe, dass das relative Preisniveau für Konsumgüter 2007 nicht nur wegen der Produktion aus dem Inland teurer als in den umliegenden Ländern war, sondern auch wegen den Endverkaufspreisen von Importware.Mit der Festlegung eines Referenzwertes von 1,40 Franken für die Bestimmung des Preissockels, der bei einer durchschnittlichen Wechselkurssituation besteht, erreichen wir, dass der Untersuchungszeitraum
Der Untersuchungszeitraum ist vorab durch die Verfügbarkeit geeigneter Daten bestimmt. Er beginnt bei der Untersuchung der Importpreise im 1. Quartal 1994 und endet im 2. Quartal 2011. Bei der Untersuchung der Konsumentenpreise umfasst der Untersuchungszeitraum die Periode Mai 2003 bis Juni 2011. sowohl eine Periode eines schwachen Frankens (v.a. 2007) wie eine Periode eines starken Frankens (v.a. 2011) umfasst. So wird es möglich zu untersuchen, ob die Folgen der Wechselkursschwankungen auf die Einkaufspreise auf Frankenbasis bei einer überbewerten bzw. einer unterbewerteten Währung symmetrisch ausfallen.

Bisherige Untersuchungen zum sog. Exchange Rate Pass-Through

Wie weit sich Wechselkursschwankungen im Importpreis und im Endkundenpreis niederschlagen – der so genannte Exchange Rate Pass-Through (ERPT) – wurde 2007 in einer von der SNB publizierten Studie untersucht.
Vgl. Jonas Stulz: Exchange Rate Pass-Through in Switzerland: Evidence From Vector Autoregressions, Swiss National Bank Economic Studies Nr. 4 2007. Sie kam zum Ergebnis, dass sich eine Aufwertung nach wenigen Quartalen zu rund 40% in den Importpreisen niederschlägt und es dann im Wesentlichen bei diesem Wert bleibt. Die Konsumentenpreise als Ganzes reagieren zu 30% auf die Schwankungen des Importpreisindex. Dies entspricht einer quasi 100%-igen Weitergabe der Importpreisvergünstigung an die Endkunden, machen doch die Importgüter rund 30% des gesamten Konsumbündels der Haushalte aus.
Es geht hier um den Anteil der vor allem aus Importwaren bestehenden Indexpositionen am Gesamtindex. Diese Positionen enthalten auch Inlandware; ihre Gewichtung schliesst die Bruttovertriebsmarge im Inland mit ein. Eigene Berechnungen haben zum Ergebnis geführt, dass beim Konsum der Haushalte nur einer von sechs Franken direkt ins Ausland geht.

Die Seco-Transparenzstudie

Wir haben diese Berechnungen zuerst auf der Ebene des Gesamtindexes der Importpreise und des Totals beim Landesindex der Konsumentenpreise repliziert.
Dieser Teil der Untersuchung wurde von Marc Surchat, Ressort DPWW, Seco, bestritten.Grafik 1 zeigt die Ergebnisse (sie liegen auch auf Ebene einzelner Produktgruppen vor). Das Mass des ERPT ist etwa gleich gross wie in grösseren Ländern und in früheren Perioden. Hinweise auf eine gewisse Symmetrie der Weitergabe von veränderten Einkaufspreisen bei hohem bzw. unterbewertetem Franken sind vorhanden. Mit einem Zeitbedarf für die Weitergabe der Wechselkursvorteile ist zu rechnen. Beim Importpreisindex liegt die Verzögerung im Bereich von 3 Quartalen.

Untersuchung der Importpreise bei 18 Güterkategorien

In einem zweiten Schritt haben wir die Untersuchung nach 18 Kategorien von Gütern aufgeschlüsselt und uns auf die Importpreise konzentriert. Gestützt auf die Importpreisindizes der amtlichen Statistik lässt sich Folgendes festhalten:
Dieser Teil der Untersuchung wurde von Christin Erb, Praktikantin im Ressort DPWW, Seco, beigesteuert, dies im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Bern im Fach Ökonomie. Bei Textilien und Bekleidung, Gummi- und Kunststoffprodukten, Fahrzeugen und Fahrzeugteilen sowie Möbeln reagierten die Importpreise wenig auf die Aufwertung. Bei Nahrungsmitteln und Getränken, Leder/Lederwaren/Schuhen, elektronischem Equipment, chemischen und pharmazeutischen Produkten sowie Maschinen war die Reaktion ebenfalls eher schwach, doch könnte bei Importgütern, die an Unternehmen gehen, die Anpassung mit Zeitverzug noch in stärkerem Mass erfolgen. Bei fertigen Metallprodukten und gewissen elektronischen und optischen Produkten konnte kein statistisch signifikanter ERPT nachgewiesen werden. Gut oder relativ gut weitergegeben wurden die Einkaufsvorteile bei Erdöl und Erdgas, Mineralölprodukten, Metallen, Metallhalbzeug, Papierprodukten, Holzprodukten und Glas/Keramik/Betonprodukten.

Ergebnisse einer Panelschätzung

Die Angaben auf Ebene der 18 Produktgruppen wurden im Rahmen einer Panelschätzung auch für die Messung des gesamtwirtschaftlichen ERPT verwendet, wobei sowohl statische wie auch dynamische Modelle über den Zeitraum 2004 bis 2011 angewendet wurden. Im Vergleich zur SNB-Studie und unserer Replikation dieser Analyse, die sich der Methode der so genannten VAR-Modelle bedient, zeigt die Panelregression bei einer erhöhten Signifikanz der geschätzten Werte eine höhere Weitergabe von Wechselkursvorteilen.

Wohin gehen die Importpreisvergünstigungen?

Die Schweiz importierte im Jahr 2010 Waren im Wert von 174 Mrd. Franken. Eine Aufwertung um 15%, wäre sie vollständig an die Schweiz weitergegeben worden, hätte – bei gleich bleibenden Produzentenpreisen im Ausland – die Importrechnung des Landes um 26 Mrd. Franken erleichtert. Die importierten Waren gehen allerdings nicht nur in den Konsum der Haushalte; ein guter Teil sind Vorleistungen für die Exportwirtschaft. Die Auswertung der Input-Output-Tabelle 2005 zeigt, dass wechselkursbedingte Einsparungen beim Einkauf im Ausland im Fall einer mechanischen Überwälzung zur Hälfte in den Export, zu einem Sechstel in die Investitionsgüter und zu einem Drittel in den Konsum gehen würden. Für das Konsumentenbudget standen – gestützt auf das Importvolumen 2010 – nach Abschluss aller Anpassungsvorgänge somit potenziell gegen 9 Mrd. Franken an Einsparungen in Aussicht. Die theoretischen Auswirkungen einer Frankenaufwertung von 15% auf die Konsumteuerung sind demnach bei gegen 3% anzusiedeln. Von diesem Betrag haben die Haushalte allerdings erst eine begrenzte Summe gesehen. Dies ergibt sich bereits aus der oben erfolgten Analyse der Importpreisindizes und bestätigt sich in der nachstehenden Analyse auf Konsumstufe.

Zur Analyse auf Konsumstufe

Die Analyse auf Konsumstufe
Die Untersuchungen zur Situation der Konsumenten wurden von Sarah Fischer, Praktikantin im Ressort DPWW, Seco, vorgenommen, dies im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Bern im Fach Ökonomie. ist durch erhebliche statistische Schwierigkeiten belastet: Aus der amtlichen Statistik lassen sich weder die Bruttomarge des Handels noch der Anteil der Inland- und Auslandware bei den einzelnen Güterkategorien des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) entnehmen. Diese Grössen zu kennen, wäre aber relevant, denn rein rechnerisch ist zu erwarten, dass bei 15% Aufwertung des Frankens auf Stufe der Konsumentenpreise auch dann erhebliche Preisdifferenzen zum umgebenden Ausland entstehen, wenn die Einkaufsvorteile aufgrund einer Frankenstärke durch Hersteller und Handel voll weitergegeben werden. Betrachten wir zur Illustration dieses Punktes eine Position des LIK, die annahmegemäss zu 50% aus Inlandware und zu 50% aus Importware zusammengesetzt ist, und gehen wir von einer Bruttomarge des Vertriebs von 50% auf den Importpreisen bzw. den Fabrikabgabepreisen im Inland aus. In diesem Fall hat sich bei zwei Dritteln des Endverkaufspreises rein kostenbedingt wegen der Frankenstärke nichts geändert. Die 15% Aufwertung werden nur auf dem Drittel der Ausgabensumme der Konsumenten wirksam, das für die Bezahlung der Importe aufgewendet werden muss. Mithin ist bei diesen Anteilen von Importen, Inlandware und Bruttovertriebsmarge zu erwarten, dass sich trotz Weitergabe der währungsbedingten Einkaufsvorteile eine Divergenz bei den korresponierenden Positionen in den Konsumentenpreisen Deutschlands und der Schweiz von 10% ergibt.

Deutliche Ausweitung der Preisunterschiede zu Deutschland

Grafik 2 zeigt, dass die Preisdifferenz über ein Jahr betrachtet um gegen 15% zugenommen hat – auch bei den Positionen mit einem hohen Anteil importierter Produkte. Damit wird die Referenzmarke von 10% bei einem Inlandproduktionsanteil und einer Bruttovertriebsmarge von je 50% deutlich übertroffen.An den Ergebnissen zur Ausweitung der Preisdifferenzen zu Deutschland überrascht, dass sich gerade bei den Nahrungsmitteln, wo der Inlandkonsum vor allem durch die Inlandproduktion gedeckt wird, vom 2. Quartal 2010 bis zum 2. Quartal 2011 eine kleinere Preisdifferenz zu Deutschland geöffnet hat als bei den Kategorien von Waren, die weitestgehend importiert werden.

Import- und Produzentenpreisindizes haben oft geringe Erklärungskraft

Der Vergleich anhand des harmonisierten Konsumentenpreisindexes lässt die Frage aufkommen, ob überhaupt ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den einschlägigen Positionen im Importpreisindex (IPI) und im Produzentenpreisindex der Schweiz (PPI) sowie der Konsumteuerung (gemessen am LIK) besteht. Anhand von VAR-Modellen kommt man zum Schluss, dass die kostenbasierte Preissetzung auf Konsumstufe nicht sehr ausgeprägt ist.Bei Gartenbauprodukten, Geflügelfleisch, Zucker, Süsswaren, Spirituosen, Bier, Mineralwasser, Bekleidung, Schuhen, Papierwaren für die Körperpflege, Druckerzeugnissen, Körperpflegemitteln, Telekomgeräten, Unterhaltungselektronik, optischen Geräten, elektrischen Haushaltgeräten, Automobilen, Fahrrädern und Motorfahrrädern lässt sich bei einer Schätzung über den Zeitraum Mai 2003 bis Juni 2011 kein statisch signifikanter Zusammenhang zwischen den so benannten Positionen des LIK und den korrespondierenden Positionen des IPI bzw. PPI feststellen. In Tabelle 1 wird in der Horizontalen gezeigt, wo der IPI eine geringe, mässige oder grosse Relevanz für die Konsumteuerung hat, dies in Abhängigkeit von der Bedeutung, die dem PPI zukommt (vertikale Dimension).

Ursachen ausbleibender Preisanpassungen

Die vorangehenden Betrachtungen zum Einsparpotenzial der Haushalte und dessen Realisierung bei den einzelnen Produktkategorien sind in mehrfacher Hinsicht unökonomisch. Einerseits lässt sich argumentieren, dass die Wechselkursveränderung die Preise auf viel breiterer Front erfassen sollte. Einmal könnte sich der Wertschöpfungsanteil im Inland – d.h. die Handelsspanne – parallel zur Importverbilligung verändern, so etwa wenn der Detailhandel (inkl. Fiskus) einen prozentualen Zuschlag auf den Einstandspreisen franko Grenze macht. Zweitens werden die Konsumenten reagieren und auf die billiger gewordenen Importprodukte umsteigen; ihre Budgetentlastung wäre daher durch Umstellungen im Konsum grösser. Durch diese Umstellungen im Konsum sollten drittens auch die Preise der Inlandproduktion unter Druck kommen und den Haushalt weiter entlasten. Anderseits gibt es Umstände, die gegen eine Entlastung des Haushaltsbudgets sprechen und die nicht Ausdruck von Preisdiskriminierung zu Lasten der Schweiz und der hiesigen Kunden sind. Insbesondere sind die Veränderungen von Wechselkursen und Produzentenpreisen im In- und Ausland in ihrer Interdependenz zu sehen. Gemäss der Kaufkraftparitätentheorie in ihrer relativen Fom gleicht der Wechselkurs über kurz oder lang die Inflationsdifferenzen zwischen den beiden beteiligten Ländern aus. Dies kann für Hersteller und Handel Anlass sein, die Wechselkursveränderung nicht weiterzugeben, weil sie davon ausgehen, dass sie bald kompensierende Aufschläge aufgrund des Anstiegs der Produktionskosten im Ausland resp. der Importpreise auf Fremdwährungsbasis vornehmen müssen (gemäss Kaufkraftparitätentheorie per Saldo im Ausmass der Inlandteuerung). Eine solche Trägheit der Preisentwicklung kann aber auch schon resultieren, wenn von den Akteuren nur die Schwankungen des nominellen Wechselkurses als rein temporär eingestuft werden, die den Aufwand einer Preisänderung gar nicht rechtfertigen (Menu Cost von Preisänderungen). Für träge Preisreaktionen spricht weiter, dass Lieferverträge oft weit im Voraus (z.B. bei Maschinen) oder auf Frankenbasis abgeschlossen und nur periodisch erneuert werden. Wenn die mit diesen Verträgen erfassten Waren die Grenze überschreiten, reflektiert ihr Preis vergangene Wechselkursverhältnisse. Analoge Verzögerungen in der Transmission von Wechselkursveränderungen können sich ergeben, wenn Lieferungen durch Devisentermingeschäfte gegen Wechselkursschwankungen abgesichert wurden. Namentlich das Ergebnis für den ERPT in die Importpreise spricht aber dafür, dass die nationalen Grenzen in Europa noch bedeutend sind und gerade in der Schweiz eine eigene, am hiesigen Käuferverhalten orientierte Preispolitik betrieben werden kann.

Fazit

Die Abklärungen zum ERPT zeigen, dass nationale Grenzen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Preisentwicklung in verschiedenen Wirtschaftsräumen spielen. Unterschiede in der Kaufkraft, dem Verhalten der Konsumenten und den Regulierungen führen zu auseinanderlaufenden Preisentwicklungen. Die Schweiz hat sich politisch entschieden, ein eigener Wirtschaftsraum zu bleiben mit einer eigenen Rechtsordnung und einer eigenen Währung. In diesem Umfeld setzen die Firmen schweizspezifische Preise fest. Handel und Konsumenten können mit ihrem Verhalten aber wirkungsvoll der Ausnutzung der hohen Kaufkraft in der Schweiz entgegenwirken.

Grafik 1: «Exchange Rate Pass-Through auf den Importpreisindex»

Grafik 2: «Ausweitung der Preisdifferenzen zu Deutschland gemäss harmonisiertem Verbraucherpreisindex, 2. Quartal 2010–2. Quartal 2011»

Tabelle 1: «Erklärungskraft von Importpreis- und Produzentenpreisindizes für die Konsumteuerung (IPI: Importpreisindex; PPI: Produzentenpreisindex)»

Kasten 1: Vorgehen der Transparenzstudie

Vorgehen der Transparenzstudie

Die Transparenzstudie ging in vier Schritten vor: Zunächst wurde bestimmt, wieweit die Importpreise in der Schweiz auf die Produzentenpreise im Euroraum und den Wechselkurs reagieren. Dann wurde errechnet, wieweit die Importe (direkt und indirekt) in den Export, die Investitionen und den Konsum gehen. In einem dritten Schritt wurden die Preisdifferenzen betrachtet, die sich zu Deutschland in einem Jahr auf Stufe Konsumentenpreise effektiv ergeben haben. Wieweit sich diese Preisdifferenzen bei voller Weitergabe der Einkaufsvorteile ausgeweitet hätten, war mangels Kenntnissen der Bruttovertriebsmarge und der Import- resp. Inlandanteile an den einzelnen Positionen des Konsumentenpreisindex leider nicht zu bestimmen. Ersatzweise wurde dafür in einem vierten Schritt untersucht, welche Erklärungskraft die Importpreise und die inländischen Produzentenpreise für die Konsumteuerung haben. Eine kleine Erklärungskraft der Importpreise und der hiesigen Produzentenpreise spricht dafür, dass die Weitergabe der Vergünstigungen auf Stufe Importpreise – soweit es überhaupt zu einer solchen kommt – an die Endkunden gleichfalls mangelhaft bleibt.Das Arbeitspapier zur Transparenzstudie ist unter http://www.seco.admin.ch unter «Themen», «Wirtschaftspolitik», «Strukturanalysen und Wirtschaftswachstum» aufgeschaltet.

Leiter Ressort Wachstum und WettbewerbspolitikStaatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bern

Leiter Ressort Wachstum und WettbewerbspolitikStaatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bern