Die Volkswirtschaft

Plattform für Wirtschaftspolitik

Der Kanton Zürich nimmt in der internationalen Standortattraktivität einen Spitzenplatz ein. Um diese Position wahren zu können, sind immer grössere Anstrengungen nötig. Angesichts der grossen Herausforderungen, mit denen die gewichtige Finanzbranche konfrontiert ist, geht es darum, die Wirtschaftsstruktur zu diversifizieren, damit sie in Krisenzeiten breiter abgestützt ist. Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich setzt auf qualitatives Wachstum innovativer Branchencluster und optimale Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln.

Die Wirtschaft im Kanton Zürich ist leistungsstark und fit, genauso wie das Symboltier des Kantons, der Züri-Leu. Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf betrug 2010 mehr als 80 000 US-Dollar. Damit liegt Zürich auf einem Spitzenplatz beim BAK Performance Index der Regionen, deutlich vor Regionen wie London, Paris (Île de France) und Genfersee (Bassin Lémanique). Lediglich Luxemburg und die Nordwestschweiz übertreffen Zürich. Ebenso beeindruckend fällt der Vergleich bei der Arbeitsproduktivität und dem Beschäftigungswachstum aus. Lediglich die Zunahme der Produktivät ist eher unterdurchschnittlich, was teilweise durch das schon hohe Niveau von Wertschöpfung und Produktivität bedingt ist. Dies ist denn auch die Herausforderung für den Kanton Zürich: Um weiterhin an der Spitze mit dabei zu sein, müssen die Anstrengungen immer weiter verstärkt werden.

Optimale Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln

Die gute Wirtschaftsperformance von Zürich ist nicht primär das Resultat einer aktiven Wirtschaftspolitik, die das Geschehen lenkt und bestimmt. Das wäre angesichts der pulsierenden und vielfältigen wirtschaftlichen Aktivität dieser Metropole ein vermessener Anspruch. Die politischen Entscheidungsprozesse namentlich in föderalistischen Strukturen erschweren zudem ein aktives Vorgehen. Die Zürcher Regierung konzentriert sich daher darauf, der Privatwirtschaft bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten und aktive Massnahmen auf klar umgrenzte Bereiche zu beschränken. Die Richtlinien der Regierungspolitik 2011–2015 definieren im Bereich Wirtschaftspolitik folgende Legislaturziele: − Der Kanton Zürich ist ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität. Das Arbeitsplatz- und Lehrstellenangebot ist vielfältig, und die administrative Belastung von Bevölkerung und Wirtschaft gering.− Der Finanzhaushalt ist gesund und mittelfristig ausgeglichen. Die kantonalen Aufgaben werden sparsam und wirtschaftlich erfüllt. Kanton und Gemeinden können im Steuerwettbewerb bestehen.− Der Kanton Zürich ist ein herausragender nationaler und internationaler Hochschulstandort mit hochstehender, wettbewerbsfähiger und innovativer Forschung. − Die Integration in den Arbeitsmarkt ist rasch und dauerhaft.− Der öffentliche Verkehr und der motorisierte Individualverkehr sind leistungsfähig, zuverlässig und qualitativ hochwertig. Der Flughafen ist konkurrenzfähig und unterstützt die wirtschaftlichen Interessen des Kantons. − Die raumwirksamen Tätigkeiten sind aufeinander abgestimmt. Die Lebensräume sind attraktiv und vielfältig, und der Boden wird haushälterisch genutzt.

Laufende Massnahmen

Aus den Legislaturzielen in den Bereichen Finanzpolitik und Standortförderung ergeben sich folgende wirtschaftspolitische Massnahmen für die Periode 2011–2015:

Die Position des Kantons Zürich im internationalen und interkantonalen Steuerwettbewerb stärken und das Steuersubstrat optimieren

Zürich bemüht sich, trotz zunehmendem Steuerwettbewerb steuerlich attraktiv zu bleiben. Gemäss dem BAK Taxation Index 2009 gehört Zürich bei den effektiven durchschnittlichen Steuersätzen zur Gruppe der Wirtschaftsmetropolen Europas mit den tiefsten Werten, sowohl für Unternehmen als auch für hochqualifizierte Arbeitskräfte. Der internationale Wettbewerb wird den Kanton Zürich auch weiterhin dazu zwingen, seine Dienstleistungen effizient zu erbringen und die Steuern so attraktiv wie möglich zu halten.

Den Wirtschaftsstandort Zürich auf ein qualitatives und diversifiziertes Wachstum ausrichten

In der Legislaturperiode 2011–2015 wurden bei der Standortförderung die Schwerpunkte in der Clusterentwicklung und im Standortmarketing gesetzt, um so die Bemühungen der Vorjahre weiterzuführen und zu fokussieren. Die neuen Initiativen zur administrativen Entlastung von Unternehmen sind weitere Beispiele für die steten Bemühungen des Kantons, seine Leistungen zu optimieren und den Anstrengungen von Bevölkerung und Privatwirtschaft gerecht zu werden.

Die Clusterentwicklung in wichtigen und zukunftsträchtigen Branchen vorantreiben

Der Kanton Zürich engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich für die Weiterentwicklung sogenannter Branchencluster. Das sind Netzwerke von Unternehmen in ausgewählten und zukunftsträchtigen Produktionsbereichen inklusive ihrer Zulieferfirmen (siehe Kasten 1

Clusterpolitik

Aktive Cluster der Standortförderung sind die Finanzdienstleistungen, Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologie, Kreativwirtschaft, Tourismus, Cleantech, Nanotechnologie und Aerospace. In diesen Clustern werden mit unterschiedlichen Mitteln und Intensität individuelle, massgeschneiderte Netzwerk- und Marketingaktivitäten durchgeführt. Der Aufbau der Dachmarke Life Science Zurich ist ein gutes Beispiel für diese Bemühungen. Dieses Projekt trägt dazu bei, die Attraktivität des Hochschulstandorts Zürich und die Vernetzung von Forschern und Unternehmern im Bereich Biotechnologie, Medizintechnologie und pharmazeutischer Industrie zu fördern. Das gleiche gilt für die Initiative Zurich IT-Valley, welche beabsichtigt, aus der Glatttalregion im Norden von Zürich ein europäisches Äquivalent zum Silicon Valley zu machen.Bei diesen Projekten arbeitet der Kanton Zürich mit den verschiedenen Branchenvertretern, den Hochschulen sowie seinen Partnern der Städte Zürich und Winterthur und teilweise auch anderen Kantonen zusammen. Toolpoint ist ein Beispiel eines kleinen, aber ausgesprochen effizienten Netzwerkes, welches Zürich in seinen Vernetzungsaktivitäten im Bereich Life Sciences unterstützt. In ausgewählten und vielversprechenden Fällen wie diesen geht Zürich noch weiter und fördert auch Investitionen in die Infrastruktur. Im Life-Science-Bereich macht der Kanton dies über die zwei Organisationen GlaTec und Bio-Technopark. GlaTec bietet mit öffentlicher und privater Beteiligung jungen innovativen Unternehmen zu guten Konditionen Infrastrukturdienstleistungen an. Die Leitung im Forschungsbereich hat dabei die Empa Dübendorf. Der Bio-Technopark in Schlieren-Zürich ist das Resultat einer Kooperation mit dem Technopark Zürich und dem Inkubator biotop. Der Bio-Technopark Schlieren hat zusammen mit ihren Vorgängern massgeblich zur Start-up-Förderung von rund 40 Spin-offs der ETH beziehungsweise der Universität Zürich beigetragen. In gleicher Weise investiert Zürich auch beim Technopark Winterthur in Innovationsförderung und Wissenstransfer. Zürich engagiert sich ausserdem über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus, wie beispielsweise im Cleantechbereich mit dem Projekt der Metropolitankonferenz Green Region. Dies dient dazu, den grenzüberschreitenden Herausforderungen und Aufgaben im Bereich Energieeffizienz im Gebäudebereich Rechnung zu tragen. Ebenfalls im Rahmen der Metropolitankonferenz wird die Clusterbildung gefördert, in einem ersten Schritt mit dem Pilotmodul Energie- und Gebäudetechnik. Auf Landesebene angesiedelt ist der Zürcher Beitrag an den Swiss Technology Award als Zeichen der Unterstützung für visionäre und innovative Pioniere in der Schweiz. Alle diese Bemühungen dienen letztlich dem Ziel, die Akteure entlang der Wertschöpfungskette miteinander zu verknüpfen, den Wissenstransfer und Innovationsprozess zu beschleunigen und so Synergien zu erzeugen. Damit sollen die Rahmenbedingungen gezielt verbessert und die Chancen für Innovationen erhöht werden. Die Clusterpolitik wird wissenschaftlich begleitet und überprüft, um die Ressourcen effizient und zielorientiert einzusetzen und die Wertschöpfung in diesen Bereichen abschätzen zu können. Diese empirischen Grundlagen dienen der Standortförderung, namentlich im Bereich der Ansiedlung von Unternehmen und der Bestandespflege.

Internet: http://www.awa.zh.ch, Standortförderung.).Die grösste Herausforderung im Bereich der Clusterpolitik besteht gegenwärtig darin, die bisherigen Stärken des Wirtschaftsstandorts Zürich, welche sicher beim florierenden Finanzsektor (rund 25% der Wertschöpfung im Kanton Zürich 2010) liegen, zu pflegen. Gleichzeitig wird zunehmend wichtig, neuen Branchenschwerpunkten gute Rahmenbedingungen zu bieten, damit die Wirtschaft in Krisenzeiten breit abgestützt ist. Die Unternehmensdienstleistungen haben mit gut 10% bereits einen beachtlichen Anteil der Wertschöpfung des Kantons erreicht. Diese Aktivitäten sind aber mit dem Finanzsektor eng verbunden. So ist der Cluster der Informations- und Kommunikationstechnologie ein Teil dieser Branche und daher keine Ergänzung zum Finanzcluster. Eine Stärkung der Unternehmen in den übrigen Wirtschaftsclustern – namentlich den Life Sciences, Cleantech, Nanotechnologie und Aerospace – kann besser als Ausgleich für den Konjunkturverlauf wirken, wenn der Finanzsektor eine Schwächephase hat. Diesen neuen und zukunftsträchtigen Bereichen gute Produktionsbedingungen zu bieten, wird an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung der verschiedenen Wirtschaftsbranchen hängt auch davon ab, inwiefern gut qualifiziertes und motiviertes Personal für die Unternehmen zur Verfügung steht. Dazu leisten die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) im Kanton Zürich einen wichtigen Beitrag. Sie pflegen intensive Kontakte mit den Arbeitgebern, um deren Bedürfnisse noch besser zu kennen, Stellensuchende gezielt zu qualifizieren und zu vermitteln und die Arbeitgeber im Personalmanagement zu unterstützen. An Zukunftsworkshops gehen Geschäftsführer und Personalverantwortliche der Unternehmen mit den RAV den Fragen nach, welche die zukünftigen Herausforderungen in ihrem Business sein werden, welche Anforderungen an die Angestellten ihrer Branche daraus resultieren und wie die RAV die Arbeitgeber dabei unterstützen können. Zurzeit werden verschiedene Qualifizierungs- und Vermittlungsprojekte im Bau, Transportwesen und Gesundheitswesen geplant und durchgeführt. Das Ziel dieses innovativen Ansatzes ist es, die Weiterbildung der Stellensuchenden für bestimmte Tätigkeiten dieser Branchen gezielt und gemeinsam durch Arbeitgeber und Arbeitslosenversicherung zu gestalten.Im Weiteren hat der Kanton Zürich auf den 1. Januar 2011 das Gesetz zur administrativen Entlastung der Unternehmen – kurz Entlastungsgesetz – in Kraft gesetzt und nimmt damit ein zentrales Anliegen der Privatwirtschaft auf. Seither führt die Koordinationsstelle für Unternehmensentlastung
Siehe http://www.awa.zh.ch/entlastung. bei jedem neuen kantonalen Erlass eine Regulierungsfolgenabschätzung (RFA) durch. Damit kann der Kantonsrat seine Beratung über neue Gesetze in Kenntnis der implizierten administrativen Belastung der Unternehmen treffen. Bis Ende 2011 wurden rund 15 RFA durchgeführt. Voraussichtlich bis Ende 2012 überprüft zudem eine Kommission unter Leitung von Regierungsrat Ernst Stocker das bisherige Recht auf übermässig belastende Erlasse.

Grundlagen für eine gezielte Innovationspolitik des Kantons Zürich erarbeiten und Anreize für Innovationen schaffen

Bisher unterstützt der Kanton Zürich Innovationen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft vornehmlich über die Netzwerke der bestehenden Cluster. Dabei werden ausgewählte Innovations- und Netzwerkprojekte je nach Cluster an vielen verschiedenen Standorten gefördert. Ideal wäre zudem, diese Standorte räumlich in einem grossen Innovationspark zusammenzuführen. Dies würde den lebhaften Forschungsaktivitäten im Raum Zürich einen weiteren Schub verleihen. Der Kanton Zürich setzt sich daher für die Möglichkeit eines Innovationsparks auf dem Flughafenareal Dübendorf ein. Allerdings sind diesbezüglich noch einige entscheidende Fragen offen; so hat sich der Bund noch nicht festgelegt, ob er das Areal auch künftig aviatisch nutzen will. Eine Einbettung in einen gesamtschweizerischen Innovationspark ist anzustreben und würde aufgrund der Standortvorteile – wie z.B. der Nähe zum Flughafen Zürich und zu renommierten Hochschulen – einen landesweiten Nutzen bringen.

Die Führung der Marke Zürich beanspruchen und die Standortqualitäten in der öffentlichen Wahrnehmung verankern und fördern

Der internationale Wettbewerb zwischen Städten und Regionen um Unternehmen, qualifizierte Arbeitskräfte und Touristen ist in den letzten Jahren härter geworden. Es ist deshalb unabdingbar, dass sich Standorte unverwechselbar positionieren. Dies geschieht für den Standort Zürich im Rahmen des Integrierten Standort- und Destinationenmarketings. Ziel ist die gemeinsame Vermarktung Zürichs sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus touristischer Sicht unter Einbezug der massgeblichen Akteure. Im Juli 2011 haben Stadt und Kanton Zürich sowie Zürich Tourismus hierfür eine entsprechende Markenvereinbarung unterzeichnet und das gemeinsame Markenlogo sowie den Slogan «Zürich – World Class. Swiss Made» der Öffentlichkeit vorgestellt.Dem Markenlogo ist im Auftrag des Kantons ein Imagemonitoring vorangegangen, mit welchem die Wahrnehmung der Region Zürich erhoben wurde. Daraus liessen sich erste Handlungsfelder ableiten, die bei der koordinierten Planung der Marketingaktivitäten berücksichtigt werden. Ein erstes gemeinsam koordiniertes Vorhaben ist die Vermarktung Zürichs als Standort für Filmdrehs unter dem Dach des Zürich Film Office.
Siehe http://www.stadt-zuerich.ch/filmoffice. In Vorbereitung sind auch gemeinsam koordinierte Auftritte an Grossanlässen, so beispielsweise an den Olympischen Sommerspielen 2012 in London. Die Bündelung dieser Standortaktivitäten unter den verschiedenen Partnern erhöht die Wirkung und spart Ressourcen.

Autonomie und Handlungsfähigkeit des Finanzplatzes zur Wahrung der Posititon im internationalen Wettbewerb durch aktive Interessenvertretung stärken

Die laufenden Veränderungen der nationalen und internationalen Wirtschaftsstrukturen stellen auch die Zürcher Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Angesichts der schlechteren Finanzlage der öffentlichen Hand konkurrierender Standorte im Ausland steigt einerseits der Druck, dass sich die Schweiz dem regulatorischen Umfeld in anderen OECD-Ländern – vor allem im Bereich der Steuern – anpassen soll. Andererseits hat der Wettbewerbsdruck in der Finanzbranche seit der Finanz- und Währungskrise zugenommen. Die Kapitalisierung der Banken muss vielfach erhöht werden, und die Ertragsaussichten haben sich verschlechtert. Die Branche scheint vor einer längeren Konsolidierungsphase auf internationaler Ebene – und damit auch in der Schweiz und im Kanton Zürich – zu stehen. Es gilt daher, wachsam zu bleiben und auf allen Ebenen weiterhin für optimale Bedingungen der Finanzbranche zu sorgen. Der Kanton Zürich liess diese Thematik von der BAK Basel im Rahmen der Studie «Finanzplatz Zürich 2011» vertieft untersuchen und bietet damit Wirtschaft und Politik solide Grundlagen für eine Diskussion der Handlungsoptionen an.

Fazit

Die bisherigen Bemühungen des Kantons Zürich, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen und sich auf ausgewählte Aktivitäten zur Förderung der Standortattraktivität sowie der Innovationen zu beschränken, haben Früchte getragen. Dies zeigt der Indikator für die wirtschaftliche Attraktivität der BAK Basel, bei dem Zürich den absoluten Spitzenplatz unter den vergleichbaren Regionen einnimmt. Zürich ist attraktiv bezüglich der Steuerbelastung, der geografischen Erreichbarkeit, der Produktemarkt- und Arbeitsmarktregulierung, der Qualität der Universitäten sowie seiner Forschungsaktivitäten gemessen an der Patent- und Publikationsdichte. Die Fortsetzung dieser Bemühungen, verschiedenen Bereichen von zukunftsträchtigen Tätigkeiten und Produktionen einen attraktiven Standort zu bieten, Innovationen gezielt zu fördern und den schon leistungsstarken Finanzsektor soweit wie möglich zu unterstützen, dürfte auch weiterhin eine gewinnbringende Strategie für Zürich sein. Der hohe Wert Zürichs beim BAK Structural Potential Index bestärkt diese Zuversicht. Dieser Index misst das wirtschaftliche Potenzial der Branchenstruktur einer Region, deren Wettbewerbsfähigkeit sowie die Effizienz der politischen Strukturen und der Verwaltung. In den kommenden Jahren wird insbesondere der Finanzsektor mit grossen Herausforderungen konfrontiert sein. Um eine ausgewogene Wirtschaftsentwicklung im Kanton Zürich zu ermöglichen, muss die Aufmerksamkeit zunehmend den Bedürfnissen der übrigen zukunftsträchtigen Branchen und Wirtschaftscluster – namentlich Life Sciences, Cleantech, Nanotechnologie und Aerospace – geschenkt werden. Wenn dies gelingt, wird Zürich eines der attraktivsten Wirtschaftszentren der Schweiz und Europas bleiben.

Grafik 1: «Standortattraktivität von Regionen im Vergleich»

Grafik 2: «Regionales Wachstumspotenzial»

Kasten 1: Clusterpolitik

Clusterpolitik

Aktive Cluster der Standortförderung sind die Finanzdienstleistungen, Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologie, Kreativwirtschaft, Tourismus, Cleantech, Nanotechnologie und Aerospace. In diesen Clustern werden mit unterschiedlichen Mitteln und Intensität individuelle, massgeschneiderte Netzwerk- und Marketingaktivitäten durchgeführt. Der Aufbau der Dachmarke Life Science Zurich ist ein gutes Beispiel für diese Bemühungen. Dieses Projekt trägt dazu bei, die Attraktivität des Hochschulstandorts Zürich und die Vernetzung von Forschern und Unternehmern im Bereich Biotechnologie, Medizintechnologie und pharmazeutischer Industrie zu fördern. Das gleiche gilt für die Initiative Zurich IT-Valley, welche beabsichtigt, aus der Glatttalregion im Norden von Zürich ein europäisches Äquivalent zum Silicon Valley zu machen.Bei diesen Projekten arbeitet der Kanton Zürich mit den verschiedenen Branchenvertretern, den Hochschulen sowie seinen Partnern der Städte Zürich und Winterthur und teilweise auch anderen Kantonen zusammen. Toolpoint ist ein Beispiel eines kleinen, aber ausgesprochen effizienten Netzwerkes, welches Zürich in seinen Vernetzungsaktivitäten im Bereich Life Sciences unterstützt. In ausgewählten und vielversprechenden Fällen wie diesen geht Zürich noch weiter und fördert auch Investitionen in die Infrastruktur. Im Life-Science-Bereich macht der Kanton dies über die zwei Organisationen GlaTec und Bio-Technopark. GlaTec bietet mit öffentlicher und privater Beteiligung jungen innovativen Unternehmen zu guten Konditionen Infrastrukturdienstleistungen an. Die Leitung im Forschungsbereich hat dabei die Empa Dübendorf. Der Bio-Technopark in Schlieren-Zürich ist das Resultat einer Kooperation mit dem Technopark Zürich und dem Inkubator biotop. Der Bio-Technopark Schlieren hat zusammen mit ihren Vorgängern massgeblich zur Start-up-Förderung von rund 40 Spin-offs der ETH beziehungsweise der Universität Zürich beigetragen. In gleicher Weise investiert Zürich auch beim Technopark Winterthur in Innovationsförderung und Wissenstransfer. Zürich engagiert sich ausserdem über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus, wie beispielsweise im Cleantechbereich mit dem Projekt der Metropolitankonferenz Green Region. Dies dient dazu, den grenzüberschreitenden Herausforderungen und Aufgaben im Bereich Energieeffizienz im Gebäudebereich Rechnung zu tragen. Ebenfalls im Rahmen der Metropolitankonferenz wird die Clusterbildung gefördert, in einem ersten Schritt mit dem Pilotmodul Energie- und Gebäudetechnik. Auf Landesebene angesiedelt ist der Zürcher Beitrag an den Swiss Technology Award als Zeichen der Unterstützung für visionäre und innovative Pioniere in der Schweiz. Alle diese Bemühungen dienen letztlich dem Ziel, die Akteure entlang der Wertschöpfungskette miteinander zu verknüpfen, den Wissenstransfer und Innovationsprozess zu beschleunigen und so Synergien zu erzeugen. Damit sollen die Rahmenbedingungen gezielt verbessert und die Chancen für Innovationen erhöht werden. Die Clusterpolitik wird wissenschaftlich begleitet und überprüft, um die Ressourcen effizient und zielorientiert einzusetzen und die Wertschöpfung in diesen Bereichen abschätzen zu können. Diese empirischen Grundlagen dienen der Standortförderung, namentlich im Bereich der Ansiedlung von Unternehmen und der Bestandespflege.

Internet: http://www.awa.zh.ch, Standortförderung.
Kasten 2: Literatur

Literatur

− Richtlinien der Regierungspolitik 2011–2015, Staatskanzlei, Hrsg.: Regierungsrat des Kantons Zürich, Juli 2011, http://www.regierungsrat.zh.ch.− Cluster-Bericht 2009–2010, A. Martinecz Fehér, Hrsg.: Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Standortförderung, November 2010, http://www.standort.zh.ch.− Finanzplatz Zürich 2011, D. Spichiger, E. Frost, BAK Basel Economics AG, Hrsg.: Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Januar 2012, http://www.finanzplatz-zuerich.ch.

Präsident des Verbands Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden (VSAA) sowie Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich.

Leiterin Fachstelle Volkswirtschaft, Kanton Zürich

Präsident des Verbands Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden (VSAA) sowie Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich.

Leiterin Fachstelle Volkswirtschaft, Kanton Zürich