Die Volkswirtschaft

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Von den Alpen über die Voralpen bis ins Mittelland vereint der Kanton Luzern städtische wie ländliche Orte, deren Einordnung und Entwicklung zwischen ruraler Tradition und urbaner Moderne sehr unterschiedlich sind. Diese Vielfalt wird im Rahmen der Wirtschaftspolitik gezielt in Wert gesetzt. Die eigenständige, nationale und internationale Ausstrahlung Luzerns basiert in erster Linie auf den Bereichen Kultur, Bildung und Tourismus sowie auf der hohen Wohnqualität. Daneben hat der Kanton Luzern insbesondere in technologieintensiven Industrien, im Bereich der Sozialversicherung und Meinungsforschung sowie im Bereich kultureller und kreativer Kleinbetriebe besondere Potenziale, die es zu nutzen und auszubauen gilt.

Vielversprechende Wettbewerbsposition

Gemäss dem unabhängigen Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel wird die Zentralschweiz im Jahr 2012 – wie bereits 2011 (+2,6%) – die beste Performance der Schweizer Regionen erzielen. Der Kanton Luzern trägt dazu eine grosse Mitverantwortung und ist bezüglich verschiedener Standortfaktoren entsprechend gut aufgestellt.Die Stärken des Kantons Luzern sind gemäss der UBS-Studie Wealth Management Research im attraktiven Kostenumfeld aufgrund verhältnismässig tiefer ortsgebundener Kosten für Unternehmen auszumachen. Der Kanton Luzern verfügt schweizweit zurzeit über die tiefsten Unternehmenssteuern. Weitere Stärken liegen im wachstumsorientierten Arbeitsmarkt und in der wirtschaftsfreundlichen Finanzpolitik. Bei der Beurteilung der Erreichbarkeit (von Flughäfen, Universitäten und regionalen Zentren) sowie des Einzugsgebiets (Anbindung an die Gross­agglomerationen) schneidet der Kanton Luzern nur durchschnittlich ab. Eine ausgeprägte Schwäche zeigt sich vor allem in der Innovation. Dies widerspiegelt sich in der geringen Zahl an Patentanmeldungen, der tiefen Zahl an Beschäftigten in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie im Fehlen eines ausgeprägten Branchenclusters. Auch die Dynamik wird wegen der vorhandenen Wirtschaftsstruktur als unterdurchschnittlich bewertet. Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass der Kanton eine überdurchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit aufweist. Nach den Kantonen Zürich, Basel, Zug, Aargau und Baselland erreicht Luzern den sechsthöchsten kantonalen Wettbewerbsindikator (siehe Grafik 1).Darüber hinaus wird dem Kanton in verschiedenen Studien und Rankings eine attraktive Lebensqualität attestiert. Luzern ist aufgrund einer guten Kombination verschiedener wichtiger Einflussfaktoren ein attraktiver Wohnkanton. Die umliegende Natur- und Kulturlandschaft ist vielfältig und in ihrer Gesamtheit einzigartig. Innerhalb kürzester Entfernungen sind städtische und ländliche Qualitäten erlebbar. Naherholungsgebiete liegen vor der Haustür, und in kurzer Zeit sind touristische Ausflugsziele am Vierwaldstättersee, in der Unesco-Biosphäre Entlebuch und in den Alpen erreichbar. Dazu bietet die Stadt Luzern ein international bekanntes Angebot für Freizeit und Kultur. Die beiden Zentren Luzern und Sursee zeichnen sich durch urbane Qualitäten aus. Die zentrale Lage ist für Zuzüger sehr attraktiv. So reisen Pendler in weniger als einer Stunde nach Zürich, Basel oder Bern. Auch hinsichtlich Ortsnettokosten, welche alle ortsgebundenen Kosten – wie Steuern, Versicherungsprämien, Wohnkosten, Energiekosten – berücksichtigen, stehen die Luzerner Gemeinden im schweizweiten Vergleich gut da.

Wirtschaftskompass Kanton Luzern

Der Kanton Luzern betreibt auf verschiedenen Ebenen Wirtschaftspolitik. Mit dem als Wirtschaftskompass bezeichneten Instrument wird aktuell eine zentrale Grundlage erarbeitet, welches die verschiedenen Schwerpunkte und Aktivitäten in einen gesamten Rahmen einordnet. Zur Präzisierung der Zielvorstellungen des Kantons Luzern wurde für den Wirtschaftsstandort Luzern ein Zielbild erarbeitet (siehe Kasten 1

Zielbild des Kantons Luzern

«Der Kanton Luzern zeichnet sich durch eine regional verankerte, innovative und wertschöpfungsintensive Wirtschaft in klar profilierten Regionen aus. Er hat die Grundlagen geschaffen, dass sich die bestehenden Unternehmen innerhalb des Kantons weiterentwickeln sowie neue Unternehmen und Einwohner angezogen werden können. Bildung, Wirtschaft und Politik arbeiten in vielfältigen lokalen bis globalen Wissensnetzwerken zusammen und der Kanton Luzern wird insgesamt als attraktiver Wirtschafts- und Wohn­standort in einer polyzentrischen Schweiz wahrgenommen. Durch die Profilierung der Regionen auf ihre Stärken werden Urbanität, Freizeit- und Erholungsqualitäten gestärkt und gemeinsam in Wert gesetzt.»

). Es bildet den übergeordneten Handlungsrahmen für die Massnahmen der kantonalen Wirtschaftspolitik. Der Wirtschaftskompass Kanton Luzern definiert daraus abgeleitet vier strategische Schwerpunkte zur Förderung des Wirtschaftsstandorts Luzern:– Innovation- und Wissenstransfer in zukunftsorientierten Branchen;– räumliche Profilierung und Standortentwicklung;– wirtschaftsfreundliches Umfeld;– Standortmarketing.Mit der Fokussierung auf diese vier strategischen Schwerpunkte wird in Kauf genommen, nicht alle möglichen Schwerpunkte einer Wirtschaftspositionierung abdecken zu können. Dies geschieht jedoch in der Überzeugung, dadurch ein wirkungsvolles Instrument zu schaffen, welches sich auf die Kernaufgaben einer effizienten Wirtschaftspolitik konzentriert. Die Schwerpunkte und Stossrichtungen fokussieren auf den heute bereits vorhandenen Aktivitäten, führen gleichzeitig jedoch auch neue Inhalte und Massnahmen in die Positionierung mit ein.Im Folgenden wird auf ausgewählte Stossrichtungen in den vier strategischen Schwerpunkten eingegangen.

Innovation- und Wissenstransfer in zukunftsorientierten Branchen: Cluster und Innovationsschwerpunkte fördern

Innovationen treten insbesondere in Regionen auf, die eine hohe regionale Kon­zentration von Beschäftigten in voneinander abhängigen Branchen sowie eine hohe Anzahl von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen haben. Entsprechend sind es in erster Linie die städtischen und auf einzelne Branchen spezialisierten Regionen, die verschiedene Innovationsranglisten anführen. Der Kanton Luzern hingegen besitzt eine traditionell ausgerichtete und sehr breit diversifizierte Branchenstruktur. Wissens- und technologieintensive Wirtschaftsbereiche sind untervertreten. Die Ausnahme bilden dabei die wissensintensiven Dienstleistungen in der Agglomeration Luzern.Um die Ressourcen nicht in die Schaffung von Clustern zu verschwenden, die von Michael J. Enright treffend als Wishful Thinking Clusters bezeichnet werden, ist die Clusterförderung nicht auf politische, sondern auf funktionale Räume auszurichten. Echte Cluster zeichnen sich durch eine kritische Masse an spezialisierten Arbeitskräften sowie Fähigkeiten und Wissen aus, welche vernetzt durch die Unternehmen vor Ort genutzt werden. Um Entwicklungspotenziale auszuschöpfen und vorhandene Synergien zu nutzen, sind Strategien zu Clustern und Innovationsschwerpunkten grossräumig weiterzuentwickeln. Der Kanton Luzern beteiligt sich folgerichtig beispielsweise bei Clusterprojekten des Metropolitanraums Zürich. Der Kanton Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Standort Luzern als attraktiven und eigenständigen Bestandteil des Metropolitanraums Zürich zu positionieren. Innerhalb dieses Metropolitanraums kommt der Region zwischen Luzern und Zug aufgrund hervorragender Standortfaktoren eine besondere Bedeutung zu. Die vorhandenen Entwicklungspotenziale lassen sich vor Ort im Rontal aufgrund laufender Entwicklungen bereits vorhersehen. Das Rontal befindet sich seit einigen Jahren im Wandel; es ist im Begriff, langfristig ein bedeutendes Zentrum für moderne Dienstleistungen und Technologien zu werden. Repräsentativ für diese Trends sind die erfreulichen Entwicklungen des D4 Business Centers sowie des Technoparks Luzern. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass sich die vorhandene Wirtschaftsstruktur transformiert und die gemäss der erwähnten UBS-Studie unterdurchschnittliche wirtschaftliche Dynamik im Kanton Luzern verbessert wird.

Räumliche Profilierung und Standortentwicklung: Stärkung der Hauptentwicklungsachse und der Zentren

Im kantonalen Richtplan 2009 wird festgehalten, dass die Hauptentwicklungsachse und die Zentren das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung im Kanton Luzern bilden. Gerade im Zusammenhang mit der Zielsetzung verstärkter Cluster und Innovationsnetzwerke ist diese Stossrichtung für eine zukunftsorientierte Wirtschaft im Kanton Luzern zentral.Die Stärkung der Hauptentwicklungsachse basiert in erster Linie auf gezielten Ausbau der Infrastruktur und Massnahmen zur Lenkung des künftigen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums, welches dem Potenzial dieser standortbegünstigten Räume gerecht wird. Für das Wachstum in der Hauptentwicklungsachse braucht es einen verstärkten Fokus auf die optimale Nutzung der Innenentwicklungspotenziale sowie an geeigneten Orten weiterhin bedarfsgerechte Einzonungen. In den übrigen ländlichen Räumen und Gemeinden reichen die vorhandenen Kapazitäten und Innenentwicklungspotenziale innerhalb der bestehenden Bauzonen für ein massvolles Wachstum in aller Regel aus.Die Stärkung der Zentren wird abgestimmt auf die jeweilige Massstabsebene angegangen. Für das Hauptzentrum Luzern sind im Rahmen der überkommunalen Agglomerationspolitik die Prozesse in den kantonalen Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord, Luzern Süd und Luzern Ost von entscheidender Bedeutung (siehe Kasten 2

Das Beispiel Luzern-Nord

Im Gebiet Luzern Nord hat der Kanton zusammen mit den beteiligten Gemeinden und dem regionalen Entwicklungsträger LuzernPlus den Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord entwickelt. Dieses gemeindeübergreifende Planungsinstrument koordiniert Siedlungsentwicklung, Städtebau, Verkehr, Hochwasserschutz und Freiraumgestaltung. Es ist die Grundlage für die rechtliche Sicherung der Entwicklungsmassnahmen im Zonenplan und in nachgeordneten Bebauungs- und Gestaltungsplänen. Mit der Umsetzung des Masterplans kann im ganzen Gebiet rund um den Seetalplatz das grosse Potenzial der vielen unüberbauten und unternutzten Flächen mit sanierungsbedürftigen Immobilien entfaltet werden. Dies hat darüber hinaus dazu geführt, dass auch in benachbarten grossflächigen Industriearealen Planungsprozesse ausgelöst wurden, so dass sich sukzessive eine Entwicklung hin zu einem wirtschaftlich blühenden, urbanen neuen Stadtzentrum einstellt.

Auf http://www.luzern-nord.ch sind weitere Informationen zum Entwicklungsschwerpunkt Luzern Nord sowie zum Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord zu finden.

). In den weiteren Regional- und Subzentren laufen verschiedene Zentrumsentwicklungsprozesse. Im Regionalzentrum Sursee sind die betroffenen Nachbargemeinden richtigerweise in diesen Prozess einbezogen.In Ergänzung zur Hauptentwicklungsachse des Kantons sollen die wirtschaftlichen Potenziale im ländlichen Raum aufgrund der vorhandenen Stärken und Vorzüge genutzt werden. Durch die Unterstützung innovativer Projekte wird Unternehmertum und 
Innovation gefördert und so ein Beitrag zur Erhöhung von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung im ländlichen Raum geleistet. Damit dieser Raum in seiner komplementären Rolle attraktiv ist, braucht es eine gute Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, eine hohe Qualität bei den öffentlichen Infrastrukturen sowie gute verkehrsmässige Anbindungen an die Regionalzentren und an die Agglomeration Luzern.Die ländlichen Räume im Kanton Luzern spielen in den spezifisch auf sie zugeschnittenen Wirtschaftsbereichen wie beispielsweise Land- und Ernährungswirtschaft, Holzwirtschaft bzw. holzverarbeitende Betriebe, 
(integrale) Wasserwirtschaft, erneuerbare Energien und sanfter Tourismus ihre Wettbewerbsvorteile. Darüber hinaus nehmen sie eine wichtige Funktion als ländliche Naherholungsräume wahr. Schaffung von Freizeit- und Erholungsangeboten und Vermarktung regionaler Produkte bieten dabei wirtschaftliche Anreize.

Wirtschaftsfreundliches Umfeld: Services und Bestandespflege

Bei der Bestandespflege und Unternehmensentwicklung kommt der Stiftung Wirtschaftsförderung Luzern, welche vom Kanton, den Gemeinden sowie der Wirtschaft getragen wird, eine besondere Bedeutung zu. Im Mittelpunkt stehen geeignete Rahmenbedingungen, mit denen der Ausbau und die Expansion ansässiger Firmen unterschützt werden. In diesem Sinne ist die Wirtschaftsförderung die entscheidende Anlaufstelle für alle im Kanton ansässigen Unternehmen und Betriebe, wenn es um unternehmensspezifische Wachstumsfragen geht. Die Wirtschaftsförderung konzentriert sich darüber hinaus auf Aufbau und Pflege von verschiedenen Netzwerken, bestehend aus Partnern der Wirtschaft, den Schlüsselkunden (Key-Accounts), den kantonalen und kommunalen Verwaltungen sowie Dienstleistungspartnern wie Finanzinstitute und Gründungszentren.

Standortmarketing: Integrales Standortmarketing und Stärkung der Marke Luzern

Die Attraktivität von Standorten wird durch die Unternehmen, die Einwohner sowie die Besucher einer Region bestimmt. Diese drei Gruppen bilden somit die zentralen Zielgruppen eines integralen Standortmarketings. In der Schnittmenge der Interessen dieser Gruppen liegt in erster Linie das Freizeit- und Erholungsangebot einer Region, weil sich Unternehmen verstärkt auf die sogenannten weichen Standortfaktoren konzentrieren. Eine hohe Lebensqualität und eine ausgewogene Work-Life-Balance gewinnen mit dem wachsenden Gesundheitstrend zunehmend an Bedeutung. Deshalb ist auch für die Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte vermehrt ein attraktives Umfeld am Arbeitsplatz und entsprechend am Standort des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Eine integrierte Marketingstrategie, welche durch den öffentlichen Sektor gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft und dem Tourismus getragen wird, trägt zur Stärkung und Profilierung des Standortes bei.Der Kanton Luzern ist bestrebt, zusammen mit der Wirtschaftsförderung, der Luzern Tourismus AG, den regionalen Entwicklungsträgern und weiteren Akteuren aus der Wirtschaft ein integrales Markting für die Region Luzern zu betreiben. Dabei wird konsequent auf die Profilierungspotenziale des Standorts fokussiert, in dem die zentralen Werte und Kernkompetenzen handlungsleitend sind.Die Marke Luzern gehört zu den bekanntesten schweizerischen Regionenmarken. Sie befindet sich durch die Vielfalt an Angeboten und die grosse Zahl an Stakeholdern in einem komplexen Umfeld. Die Verwendung der weltweit bekannten Marke Luzern ist regions- und branchenübergreifend noch stärker zu nutzen und in Wert zu setzen, um damit den Kanton Luzern und die gesamte Zentralschweiz nicht nur als Tourismusdestination, sondern auch als Wirtschafts-, Wohn-, Kultur- und Messeregion im nationalen und internationalen Standortwettbewerb gezielter zu positionieren. Hier wurden durch ein überkantonales Projekt, das durch den Bund auf Grundlage des Bundesgesetzes über die Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour) unterstützt wurde, bereits wichtige Prozessergebnisse erreicht, welche weiterentwickelt werden.

Standortmarketing: Koordiniertes Tourismusmarketing

Die grosse Bedeutung des Tourismus für die Region Luzern beruht auf der weltbekannten Stadt Luzern und den idyllischen und erlebnisreichen Ferienorten wie Weggis und Vitznau am Fusse der Rigi oder der Unesco-Biosphäre Entlebuch. Die gesamten touristischen Umsätze im Kanton Luzern betragen rund 3 Mrd. Franken und die Bruttowertschöpfung 1,7 Mrd. Franken. Der Tourismus trägt damit direkt und indirekt rund 8% zum kantonalen Bruttoinlandprodukt bei.Im Tourismus sind in den letzten Jahren wichtige Meilensteine eines effizienten und erfolgreichen Tourismusmarketing erreicht worden. Nach zwei Übergangsjahren ist 2012 das erste Jahr, in dem das im Tourismusleitbild verankerte Destinations-Management-Modell umgesetzt wird. Zentraler Akteur für die Steuerung des Tourismusmarketings im Kanton Luzern ist die Luzern Tourismus AG (LTAG). Sämtliche touristische Angebote des Kantons Luzern mit mindestens überregionaler Bedeutung werden dabei durch einen schlanken Managementprozess gestaltet und vermarktet. Die regionalen Tourismusorganisationen konzentrieren sich auf die von der LTAG gesteuerte Angebotsentwicklung und -gestaltung sowie auf weitere Massnahmen zur Stärkung ihrer regionalen Verankerung. Mit dem weniger auf die institutionellen Strukturen als vielmehr auf die Aufgaben und die Zusammenarbeit fokussierte Ansatz ist eine Umsetzung des Tourismusleitbildes gelungen, welche die neuen Erkenntnisse der Destinationsbildungslehre aufnimmt und Modellcharakter erreicht. Der Kanton Luzern ist somit für die Zukunft, aber auch für die heute bestehende schwierige Wettbewerbssituation gut positioniert.

Fazit

Der Kanton ist bestrebt, zusammen mit den relevanten Partnern die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Kanton Luzern voranzutreiben. Um weiterhin eine intensive Bearbeitung der in diesem Beitrag skizzierten Stossrichtungen sicherzustellen, werden weitere Massnahmen definiert und umgesetzt.

Grafik 1: «Kantonaler Wettbewerbsindikator des Kantons Luzern»

Grafik 2: «Wettbewerbsprofil des Kantons Luzern»

Kasten 1: Zielbild des Kantons Luzern

Zielbild des Kantons Luzern

«Der Kanton Luzern zeichnet sich durch eine regional verankerte, innovative und wertschöpfungsintensive Wirtschaft in klar profilierten Regionen aus. Er hat die Grundlagen geschaffen, dass sich die bestehenden Unternehmen innerhalb des Kantons weiterentwickeln sowie neue Unternehmen und Einwohner angezogen werden können. Bildung, Wirtschaft und Politik arbeiten in vielfältigen lokalen bis globalen Wissensnetzwerken zusammen und der Kanton Luzern wird insgesamt als attraktiver Wirtschafts- und Wohn­standort in einer polyzentrischen Schweiz wahrgenommen. Durch die Profilierung der Regionen auf ihre Stärken werden Urbanität, Freizeit- und Erholungsqualitäten gestärkt und gemeinsam in Wert gesetzt.»

Kasten 2: Das Beispiel Luzern-Nord

Das Beispiel Luzern-Nord

Im Gebiet Luzern Nord hat der Kanton zusammen mit den beteiligten Gemeinden und dem regionalen Entwicklungsträger LuzernPlus den Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord entwickelt. Dieses gemeindeübergreifende Planungsinstrument koordiniert Siedlungsentwicklung, Städtebau, Verkehr, Hochwasserschutz und Freiraumgestaltung. Es ist die Grundlage für die rechtliche Sicherung der Entwicklungsmassnahmen im Zonenplan und in nachgeordneten Bebauungs- und Gestaltungsplänen. Mit der Umsetzung des Masterplans kann im ganzen Gebiet rund um den Seetalplatz das grosse Potenzial der vielen unüberbauten und unternutzten Flächen mit sanierungsbedürftigen Immobilien entfaltet werden. Dies hat darüber hinaus dazu geführt, dass auch in benachbarten grossflächigen Industriearealen Planungsprozesse ausgelöst wurden, so dass sich sukzessive eine Entwicklung hin zu einem wirtschaftlich blühenden, urbanen neuen Stadtzentrum einstellt.

Auf http://www.luzern-nord.ch sind weitere Informationen zum Entwicklungsschwerpunkt Luzern Nord sowie zum Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord zu finden.

Leiter Abteilung Volkswirtschaft und Regionalentwicklung, Dienststelle für Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und Geoinformation (rawi), Kanton Luzern

Projektleiter Raum- und Wirtschaftsentwicklung, Dienststelle für Raum­entwicklung, Wirtschaftsförderung und Geo­information (rawi), Kanton Luzern

Leiter Abteilung Volkswirtschaft und Regionalentwicklung, Dienststelle für Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und Geoinformation (rawi), Kanton Luzern

Projektleiter Raum- und Wirtschaftsentwicklung, Dienststelle für Raum­entwicklung, Wirtschaftsförderung und Geo­information (rawi), Kanton Luzern