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Der Erwerb von Ferienwohnungen durch ausländische Käufer nimmt weiter ab

Im Jahr 2014 erteilten die Kantone für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland rund 17 Prozent weniger Bewilligungen als im Jahr davor. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Erwerbe war ebenfalls deutlich niedriger. Unter dem Strich nimmt der ausländische Ferienwohnungsbestand sogar ab.

Personen im Ausland können nur in jenen Kantonen Ferienwohnungen erwerben, welche dazu eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 17 Kantone, wobei nur in etwa einem Drittel davon auch tatsächlich eine grössere Nachfrage besteht. In diesem Zusammenhang erhebt das Bundesamt für Justiz die Anzahl der erteilten Bewilligungen, die tatsächlich ausgeführten Handänderungen, die Fläche der Grundstücke, die Staatsangehörigkeit der erwerbenden Personen, die Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern, die Anzahl der Rückerwerbe durch Schweizer und die Ausschöpfung der Kontingente.

Bewilligungskontingent wenig beansprucht

Der Bundesrat hat das gesamtschweizerische Bewilligungskontingent auf die gesetzliche Höchstlimite von 1500 Einheiten pro Jahr festgesetzt. Wie bis anhin kann ein Kanton die im laufenden Jahr nicht gebrauchten Kontingentseinheiten auf das darauffolgende Jahr übertragen. Ende Oktober des zweiten Jahres fallen diese an den Bund zurück. Dann können sie auf Gesuch einem anderen Kanton zugeteilt werden, wenn dieser sein Kontingent des laufenden Jahres bereits aufgebraucht hat. Es darf ihm aber höchstens die Hälfte seines ordentlichen Kontingents zusätzlich zugesprochen werden. Seit der Einführung dieser Regelung im Jahr 1996 hat 2014 zum zweiten Mal in Folge kein Kanton ein solches Zusatzkontingent benötigt.

Das gesamtschweizerische Kontingent von 1500 Einheiten wurde 2014 zu 44 Prozent ausgeschöpft. Im Vorjahr betrug die Ausschöpfung noch 56 Prozent. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt liegt die Ausschöpfungsquote bei rund 80 Prozent.

Die Ausschöpfung der kantonalen Kontingente stimmt über das Jahr nicht unbedingt mit der Anzahl der kontingentspflichtigen Bewilligungen überein. Diese kann gesamtschweizerisch oder auch nur in einzelnen Kantonen etwas höher als das Jahreskontingent liegen. Dies hat zwei Gründe: Erstens sind die Kontingentseinheiten, die in einem Jahr nicht gebraucht werden, auf das folgende Jahr übertragbar. Und zweitens können Grundsatzbewilligungen, d. h. Zusicherungen an Verkäufer aus früheren Jahren, auch später noch über einen bestimmten Zeitraum ausgeschöpft werden.

Bewilligungen und Handänderungen rückläufig

2014 wurden in der Schweiz 964 Bewilligungen für den Erwerb von Ferienwohnungen an Personen im Ausland erteilt (siehe Tabelle 1). Im Vorjahr waren es noch 1159. Der Grossteil der Bewilligungen wurde in den Kantonen Wallis (425), Waadt (131), Graubünden (131), Tessin (129) und Bern (89) erteilt.

Tabelle 1: Bewilligungen und Handänderungen von Ferienwohnungen

Kantone Bewilligungen Handänderungen
VS 425 418
GR 131 145
VD 131 13
TI 129 55
BE 89 42
OW 20 17
SG 10 10
UR 8 5
SZ 7 4
LU 3 1
NW 3 3
FR 3 4
AR 3 1
GL 2 2
CH 964 720

Quelle: BJ / Die Volkswirtschaft

Die Handänderungsstatistik gibt Aufschluss über die tatsächlich ausgeübten Erwerbsgeschäfte. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85 Prozent aller Bewilligungen zu einer Handänderung im Grundbuch. Diese Differenz zwischen der Bewilligungs- und der Handänderungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und der Eintragung im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und die Statistik auf die Handänderungen des erhobenen Jahres abstellt. Weiter kann es vorkommen, dass Ausländer auf den Erwerb verzichten.

Im Jahr 2014 war die Zahl der Handänderungen von 720 Ferienwohnungen etwas niedriger als im Vorjahr, als es noch 796 waren (siehe Tabelle 2). Am meisten Grundbucheintragungen verzeichneten die klassischen Fremdenverkehrskantone: Wallis 418, Graubünden 145, Tessin 55, Bern 42 und Waadt 13. Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Käufer hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert.

Tabelle 2: Handänderungen nach Nationalität und Kanton 2014

Ländergruppen CH AR BE FR GL GR LU NW OW SG SZ TI UR VD VS
Deutschland 171  – 9  – 2 70 1 3 6 6 2 25 2  – 45
Frankreich 115  –  – 1  – 5  –  – 2  –  – 3  – 2 102
Grossbritannien 96  – 16 1  – 7  –  – 2  – 1  – 3 2 64
Italien 81  – 1  –  – 33  –  –  –  –  – 10 1 36
Belgien 74  – 1  –  – 2  –  –  –  –  –  –  – 3 68
Niederlande 62  – 6  –  – 6  –  –  – 3  – 3  – 1 43
Übriges Europa 39  – 1  –  – 8  –  – 2  – 1 3  –  – 24
Sowjetunion (ehemalige) 28  – 4 1  – 6  –  – 2  –  – 4  – 1 10
Übrige Länder 27 1  –  –  – 5  –  – 1  –  – 2  – 2 16
Liechtenstein 8  –  –  –  – 3  –  – 1  – 4  –  –  –
Übriger Naher Osten 8  – 1  –  –  –  –  –  –  –  –  –  – 1 6
USA 7  – 3 1  –  –  –  –  –  –  –  –  – 3
Österreich 2  –  –  –  –  –  –  – 1  –  – 1  –  –  –
Israel 2  –  –  –  –  –  –  – 1  –  –  –  –  – 1
Total 720 1 42 4 2 145 1 3 17 10 4 55 5 13 418

Quelle: BJ / Die Volkswirtschaft

Ausländisches Ferienwohnungseigentum geht zurück

Um den Nettozuwachs von ausländischem Ferienwohnungseigentum in der Schweiz zu berechnen, sind vom Total der Handänderungen einerseits die Rückerwerbe durch Schweizer und andererseits die Veräusserungen zwischen Ausländern in Abzug zu bringen. Für das Jahr 2014 ergibt dies nach Abzug von 237 Übertragungen zwischen Ausländern und 735 Rückübertragungen an Schweizer eine Abnahme von 252 Ferienwohnungen (Vorjahr: Abnahme von 187 Ferienwohnungen). Flächenmässig entspricht dies einer Abnahme von rund 66,7 Hektaren (Vorjahr: Abnahme von 17,7 Hektaren). Detaillierte Angaben über die Verteilung nach Kantonen können Tabelle 3 entnommen werden.

Tabelle 3: Nettoveränderung 2014

Total Handänderungen Handänderungen zwischen Ausländern Rückübertragungen an Schweizer Nettoveränderung
Kanton Anzahl Fläche in m2 Anzahl Fläche in m2 Anzahl Fläche in m2 Anzahl Fläche in m2
VS 418 110’889 171 48’744 340 90’190 -93 -28’045
GR 145 31’501 21 4959 267 60’023 -143 -33’481
TI 55 16’200 13 2718 56 18’297 -14 -4815
BE 42 9515 13 2686 8 2567 21 4262
OW 17 3045 2 345 12 1861 3 839
VD 13 6275 8 2226 15 3366 -10 683
SG 10 3032 4 800 6 1869 0 363
UR 5 1712 1 200 0 4 1512
FR 4 4840 0 19 9566 -15 -4726
SZ 4 680 2 360 4 616 -2 -296
NW 3 865 1 160 3 555 -1 150
GL 2 515 1 160 2 1314 -1 -959
LU 1 185 0 3 2518 -2 -2333
AR 1 160 0 0 1 160
CH 720 189’414 237 63’358 735 192’742 -252 -66’686

Quelle: BJ / Die Volkswirtschaft 

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern