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Ferienwohnungen wieder vermehrt in Schweizer Händen

Im Jahr 2017 ist zwar ein leichter Anstieg von Ferienwohnungserwerb durch Personen im Ausland zu verzeichnen. Aufgrund von vermehrten Rückkäufen durch inländische Personen, resultierte Netto dennoch ein Rückgang.

Bei ausländischen Käufern von Ferienwohnungen ist das Wallis besonders attraktiv: Im Jahr 2017 erteilte der Kanton Wallis 287 Bewilligungen an Personen im Ausland (siehe Abbildung 1). An zweiter Stelle folgt Graubünden mit 116 Bewilligungen. Schweizweit wurden 684 Gesuche bewilligt – dies entspricht einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber 2016.

Abb. 1: Bewilligungen von Ferienwohnungen (2017)

Anmerkung: In den Kantonen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Genf, Solothurn, Thurgau, Zug und Zürich können im Ausland wohnhafte Personen keine Ferienwohnung erwerben.

Damit schöpften die Kantone das gesamtschweizerische Kontingent von 1500 Einheiten im Jahr 2017 nur zu rund 37 Prozent aus. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt liegt die Ausschöpfungsquote bei über 70 Prozent. Seit dem Jahr 2009 nimmt die Quote kontinuierlich ab.

Personen, die der Bewilligungspflicht unterstehen, können nur in jenen Kantonen Ferienwohnungen erwerben, die eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 17 Kantone, wobei nur in etwa einem Drittel davon auch tatsächlich eine grössere Nachfrage besteht. In diesem Zusammenhang erhebt das Bundesamt für Justiz (BJ) die Anzahl der erteilten Bewilligungen, die tatsächlich erfolgten Handänderungen, die Fläche der Grundstücke, die Staatsangehörigkeit der erwerbenden Personen, die Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern, die Anzahl der Rückerwerbe durch Schweizer und die Ausschöpfung der Kontingente.

Deutsche an der Spitze

Ob jemand die Wohnung auch tatsächlich kauft, zeigt sich anhand des Grundbucheintrages. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85 Prozent aller Bewilligungen zu einer Handänderung im Grundbuch. Diese Differenz zwischen der Bewilligungs- und der Handänderungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und der Eintragung im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und sie deshalb nicht im gleichen Jahr liegen müssen. Weiter kann es vorkommen, dass Ausländer auf den Erwerb verzichten.

Auch bei den Handänderungen zeigt sich ein Aufwärtstrend: Im Jahr 2017 ist die Zahl der Handänderungen gegenüber dem Vorjahr um 34 auf 484 Ferienwohnungen gestiegen (siehe Abbildung 2).

Abb. 2: Handänderungen von Ferienwohnungen (2017)

Anmerkung: In den Kantonen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Genf, Solothurn, Thurgau, Zug und Zürich können im Ausland wohnhafte Personen keine Ferienwohnung erwerben.

Am meisten Grundbucheintragungen verzeichneten die klassischen Tourismuskantone Wallis (258), Graubünden (111), Tessin (54), Bern (29) und Waadt (6). Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Käufer hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert: An der Spitze standen deutsche Staatsbürger, gefolgt von Franzosen und Italiener (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Handänderungen nach Nationalität pro Kanton (2017)

CH BE FR GL GR NE NW OW SG SZ TI UR VD VS
Armenien 1 1.0
Belgien 45.0 2.0 1.0 42
Deutschland 140.5 8.0 1.0 51.0 3.0 4.0 4.0 0 32.0 37.5
Frankreich 61 1.5 1.0 1.0. 1.0 1.0 3.0 52.5
Israel 2 1 1
Italien 53.5 27.5 5.0 21.0
Liechtenstein 4.5 0.5 2.0 2.0
Niederlande 40 3.0 1.0 6.0 1.0 2.0 27.0
Österreich 9 1.0 3.0 4.0 1.0
Russland 12 1.0 2.0 2.0 1.0 6.0
Übrige Länder 17 3.5 3.0 1.0 9.5
Übriger Naher Osten 11.5 1.0 2.5 1.0 1.0 6.0
Übriges Europa 34.5 1.5 6.0 2.0 25.0
Ukraine 1 1.0
Vereinigte Staaten 6.5 2.5 1.0 0.5 1.0 1.5
Vereinigtes Königreich 45 8.0 4.0 3.0 1.0 29.0
Total 484 29 1 5 111 1 3 8 7 0 54 1 6 258

Anmerkung: Das letztmals 2015 eingesetzte elektronische Arbeitsinstrument zur Erstellung der Statistik wurde inzwischen durch eine neue Softwarelösung abgelöst. Diese ermöglicht die Abbildung mehrfacher Staatsangehörigkeiten. Wird ein Grundstück im Miteigentum durch mehrere Personen mit unterschiedlichen Nationalitäten oder durch eine Person mit mehreren Nationali­täten erworben, kommt dies durch prozentuale Angaben zum Ausdruck. Die jeweiligen Dezimalzahlen sind dabei auf eine Stelle nach dem Komma gerundet.

Quelle: BJ (2018).

Trotz der leichten Zunahme an ausländischen Käufern befanden sich 2017 insgesamt mehr Ferienwohnungen wieder in Schweizer Händen. Der Grund dafür sind Rückerwerbe durch Personen, die nicht der Bewilligungspflicht unterstehen (siehe Tabelle 2). Für 2017 waren unter dem Strich 439 Wohnungen weniger in ausländischem Eigentum. Bereits im Vorjahr nahm die Zahl der Ferienwohnungen netto um 377 ab. Flächenmässig entspricht die Abnahme 2017 rund 98,9 Hektaren (Vorjahr: Abnahme von 130,6 Hektaren).

Tabelle 2: Nettoveränderung (2017)

Handänderungen Handänderungen zwischen Ausländern Rückübertragung an Schweizer Nettozuwachs
Kanton Anzahl Fläche (m2) Anzahl Fläche (m2) Anzahl Fläche (m2) Anzahl Fläche (m2)
BE 29 6960 18 3635 14 4247 –3 –922
FR 1 874 0 0 20 8956 –19 –8082
GL 5 998 0 0 2 1741 3 –743
GR 111 35122 26 6329 235 48740 –150 –19947
LU 0 0 0 0 6 2816 –6 –2816
NE 1 160 0 0 0 0 1 160
NW 3 912 0 0 2 761 1 151
OW 8 1979 2 1078 14 3860 –8 –2959
SG 7 1145 4 640 16 4612 –13 –4107
TI 54 18214 13 4712 45 13432 –4 70
UR 1 200 0 0 0 0 1 200
VD 6 2599 3 1454 13 4715 –10 –3570
VS 258 77718 124 37267 366 96860 –232 –56409
CH 484 146881 190 55115 733 190740 –439 –98974

Quelle: BJ (2018).

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern