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Hospitality-Management ist beliebter denn je

Geschäftsführerin, Glion Institute of Higher Education, Glion-sur-Montreux

Das Schweizer Privatinstitut Glion Institute of Higher Education wurde 1962 von zwei Hotelfachleuten gegründet. Es bietet Studierenden aus aller Welt an zwei Standorten in der Schweiz und einem in London Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Fachrichtungen und Programme sind spezialisiert auf das Luxussegment und das Finanzwesen in der Hotellerie. Im Hochschulvergleich «QS World University Rankings 2022» klassiert sich Glion seit 2018 unter den Top 3 bis 5 der weltbesten Hochschulen für Hotelmanagement. An der Abschlussfeier haben jeweils 98 Prozent der Absolventinnen und Absolventen von einem der 250 Unternehmen, die jedes Jahr auf unserem Campus Mitarbeitende rekrutieren, mindestens ein Stellenangebot erhalten.

Doch was veranlasst junge Leute, eine Hospitality-Management-Ausbildung zu absolvieren? Dazu muss man zuerst die Facetten dieser Branche kennen. Denn viel zu oft wird sie noch auf das traditionelle Gastgewerbe reduziert und häufig ausschliesslich mit operativen Tätigkeiten, anstrengenden Arbeitszeiten und tiefen Löhnen in Verbindung gebracht.

Doch die Realität ist wesentlich vielfältiger. Eine Hospitality-Management-Ausbildung ebnet den Weg für sehr unterschiedliche, spannende Karrieren im internationalen Management. Heute umfasst die Branche nicht mehr nur die Hotellerie und Gastronomie. Teil davon sind auch der  Tourismus, die Reisebranche, der Eventbereich, der Detailhandel im Premiumsegment, Luxusautos und die private Luftfahrt.

 

Die Empfangskultur und der Verhaltenskodex aus der Hotellerie und der Spitzengastronomie sind auch in anderen Branchen gefragt

 

 

Kurz: Hospitality-Management bezeichnet alle Tätigkeiten, welche die Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt stellen und versuchen, ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. So sind die Empfangskultur und der Verhaltenskodex aus der Hotellerie und der Spitzengastronomie auch in anderen Branchen gefragt. Zwei Beispiele: Einer unserer Studierenden wurde von einer renommierten Uhrenmarke als Leiter Customer Experience angestellt, ein anderer betreut bei einer privaten Fluggesellschaft das Portfolio vermögender Kunden, sogenannter Ultra High Net Worth Individuals. Beispiele dieser Art gibt es viele, und die Karrierechancen unserer Studierenden liegen gleichermassen im Gastgewerbe wie in anderen Branchen.

Beim Hospitality-Management dreht sich alles um den Gast. Er muss sich verstanden fühlen, und seine Wünsche müssen antizipiert werden. An Handelsschulen steht in der Regel der Erwerb akademischer Kenntnisse im Vordergrund. Hotelfachschulen hingegen legen den Schwerpunkt auf fachliche und operative Fähigkeiten in den verschiedenen Berufen. Weltweit gibt es nur wenige Bildungseinrichtungen, die ihre Studierenden gleichzeitig auf die akademischen, betriebswirtschaftlichen und praktischen Aspekte vorbereiten. Dabei handelt es sich um eine schweizerische Besonderheit, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht, als die Schweiz zum beliebten Ferienziel aufstieg und sowohl an der Waadtländer Riviera als auch in den Bergen und in Geschäftszentren zahlreiche Palasthotels entstanden.

Die Hospitality-Branche bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten für internationale Mobilität. An einer kosmopolitischen Schule wie Glion, an der Studierende aus 90 verschiedenen Ländern ausgebildet werden, schärfen die Führungskräfte von morgen ihr Verständnis für kulturelle Unterschiede und lernen, ihre Arbeitsweise und ihre Geschäftsstrategie darauf auszurichten. Sie müssen diese Unterschiede nicht nur verstehen und respektieren, sondern sie auch als Bereicherung begreifen. Für Berufseinsteiger sind dieses Wissen und der Respekt gegenüber den unterschiedlichen Kulturen ein grosser Vorteil. Und es macht uns stolz, dass diese Philosophie von unseren Schülerinnen und Schülern gelebt wird.

Zitiervorschlag: Georgette Davey (2022). Hospitality-Management ist beliebter denn je. Die Volkswirtschaft, 10. Mai.