{"id":100024,"date":"2021-03-02T13:09:05","date_gmt":"2021-03-02T13:09:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/03\/valoriser-plus-efficacement-le-savoir-universitaire\/"},"modified":"2023-08-23T22:51:00","modified_gmt":"2023-08-23T20:51:00","slug":"hochschulwissen-wirtschaftlich-besser-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/03\/hochschulwissen-wirtschaftlich-besser-nutzen\/","title":{"rendered":"Hochschulwissen wirtschaftlich besser nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Heute befindet sich an jedem Innovationshotspot der Welt mindestens eine Weltklasseuniversit\u00e4t. Der Grund: Vom Wissen, das an diesen Hochschulen entsteht, profitiert insbesondere die lokale Wirtschaft \u2013 sei es durch innovative Angestellte, Forschungskooperationen mit der Privatwirtschaft oder Unternehmen, die an Universit\u00e4ten gegr\u00fcndet wurden. Auch Schweizer Innovationen wie etwa der Klettverschluss oder die Erfindung des Internets sind oft das Resultat eines synergistischen Zusammenspiels zwischen Hochschule und Wirtschaft.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nUniversit\u00e4ten in der Schweiz werden von der \u00f6ffentlichen Hand stark unterst\u00fctzt. Deshalb sei die Frage gestattet: Lohnt sich dieses Investment des Staates? Werden an Schweizer Unis auf h\u00f6chstem Niveau Forschungsleistungen erbracht? Absolvieren Talente aus der ganzen Welt ihr Studium hier, und wird das daraus resultierende Innovationspotenzial schliesslich von der Wirtschaft aktiv ausgesch\u00f6pft? Falls ja, zahlt sich die staatliche Unterst\u00fctzung aus: Dann erzeugen die Hochschulstandorte n\u00e4mlich eine dynamische Sichtbarkeit, wecken das Interesse der Champions in der globalen Innovationswirtschaft und bewegen sie zur Zusammenarbeit am Standort Schweiz.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIn einer Benchmarkstudie<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> im Auftrag der Luzerner Stiftung Fondation CH2048, die sich f\u00fcr eine global wettbewerbsf\u00e4hige und verantwortliche Schweiz einsetzt, hat das Tessiner Beratungsunternehmen Tripleye anhand von rund 40 Leistungsindikatoren untersucht, wie der Transfer von Grundlagenwissen aus Schweizer Universit\u00e4ten in die Praxis funktioniert. F\u00fcr die Studie wurden die 8 gr\u00f6ssten Schweizer Unis mit 22 Weltklasseuniversit\u00e4ten in den USA, Europa und Asien verglichen.&#013;<\/p>\n<h2>Kleine Schweizer Unis<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nLehre und Forschung kosten viel Geld. Die Aufwendungen pro Professor sind aber sehr unterschiedlich: Die ETH Z\u00fcrich (ETHZ) und das amerikanische Massachusetts Institute of Technology (MIT) liegen mit rund 3,5 Millionen Franken an der Spitze der von uns untersuchten Universit\u00e4ten. Bei den Schweizer Unis Freiburg und Genf, dem Imperial College in London oder der Universit\u00e4t Tokio sind es knapp 1 Million Franken pro Professor.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nZwischen dem finanziellen Aufwand und der Anzahl Studierenden einer Universit\u00e4t besteht kein Zusammenhang. Mindestens f\u00fcr die Schweiz, wo die Unis mit umfangreichen, von der Anzahl Studierenden abh\u00e4ngigen Subventionen unterst\u00fctzt werden, ist das \u00fcberraschend. Die Subventionierung der Universit\u00e4ten d\u00fcrfte weiter dazu beitragen, dass private Schenkungen und Legate in der Schweiz eine untergeordnete Rolle spielen. Ausnahme ist die ETHZ, wo solche Zuwendungen 2018 136 Millionen Franken ausmachten.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Schweizer Universit\u00e4ten geh\u00f6ren im Benchmarkvergleich zu den kleinen bis mittelgrossen Hochschulen. Doch wer vermutet, dass deshalb das Betreuungsverh\u00e4ltnis entsprechend tief ist, der irrt. W\u00e4hrend die kleinen amerikanischen Universit\u00e4ten Princeton und Stanford weniger als zehn Studierende pro Professor aufweisen, sind es bei der Uni Genf mehr als zwanzig und bei der ETHZ sogar vierzig Studierende pro Professor.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nInteressanterweise scheint sich ein unvorteilhaftes Betreuungsverh\u00e4ltnis mit vielen Studierenden pro Professor jedoch kaum negativ auf die Reputation einer Universit\u00e4t auszuwirken aus der Sicht der k\u00fcnftigen Arbeitgeber der Studierenden. Im Kern d\u00fcrfte vielmehr die weltweite Anerkennung und Bekanntheit einer Hochschule ausschlaggebend sein. Und dazu z\u00e4hlen dank einem erfolgreichen Marketing etwa die US-Eliteuniversit\u00e4ten, die englische Cambridge-Universit\u00e4t (Rang 2), das Imperial College London (Rang 7) und die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen (Rang 18). Sie entfalten viel Strahlkraft und landen auf den vordersten R\u00e4ngen, noch vor oder gleichauf mit den besten asiatischen Instituten in Japan, Singapur oder China. In der Schweiz schafft es einzig die ETHZ unter die besten 50. Momentan liegt sie auf Platz 27.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDie Verf\u00fcgbarkeit eines m\u00f6glichst grossen Talentpools ist f\u00fcr einen kompetitiven Innovationsstandort extrem wichtig. Doch das bew\u00e4hrte duale Bildungssystem sorgte in der Schweiz lange Zeit f\u00fcr vergleichsweise tiefe Studierendenzahlen und Abschlussquoten. Mit der Reform des Berufsbildungs- und Fachhochschulsystems \u00e4nderte sich die Lage radikal. Seit 2006 nimmt die Anzahl der Studierenden stark zu, und die Schweiz hat in der Altersgruppe der 25- bis 34-J\u00e4hrigen inzwischen eine der h\u00f6chsten Bachelor-Abschlussquoten in der OECD. Dabei ist das Wachstum an den beiden Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschulen in Z\u00fcrich (ETHZ) und Lausanne (EPFL) besonders ausgepr\u00e4gt \u2013 an der EPFL hat sich die Zahl seit 2006 fast verdoppelt. Verantwortlich f\u00fcr dieses Wachstum sind insbesondere die ausl\u00e4ndischen Studierenden.&#013;<\/p>\n<h2>Spitze bei Grundlagenforschung<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nVer\u00f6ffentlichungen in angesehenen Fachzeitschriften verbunden mit m\u00f6glichst vielen Zitationen in der Literatur geh\u00f6ren zum akademischen Alltag und sind mitentscheidend bei der Genehmigung von Forschungsgesuchen. Die Schweizer Universit\u00e4ten zeichnen sich durch eine qualitativ hochstehende Grundlagenforschung aus. Doch auch hier sind die Unterschiede zwischen den Hochschulen erheblich. F\u00fchrend sind die ETHZ und die EPFL. Beide haben massgeblichen Anteil an den meistzitierten Publikationen weltweit und sind deshalb auf den vorderen R\u00e4ngen zu finden (siehe <em>Tabelle<\/em>).&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nZu den relevantesten Forschungsbereichen f\u00fcr die Wirtschaft z\u00e4hlen die klinische Medizin, die Pharmazie, die Biologie, die Erdwissenschaften, die Physik sowie die Computer- und Ingenieurwissenschaften. In dreien \u2013 n\u00e4mlich in Computer- und Ingenieurwissenschaften, Physik sowie Erdwissenschaften \u2013 ist die ETHZ unter den 50 Besten der Welt. Die EPFL ist in zwei dieser Bereiche unter den Top 50, die kantonalen Universit\u00e4ten Basel, Bern, Genf und Z\u00fcrich je in einem dieser Bereiche<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nIm zukunftstr\u00e4chtigen Bereich der Mathematik und der Computerwissenschaften konnten die beiden Technischen Hochschulen ihre Position j\u00fcngst leicht verbessern, die Universit\u00e4t Z\u00fcrich hingegen b\u00fcsste deutlich an Terrain ein und markiert mit Rang 250 wie die anderen kantonalen Universit\u00e4ten das Schlusslicht im Benchmark.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nInteressanterweise sorgte die qualitativ hochstehende Grundlagenforschung in der Schweiz zwischen 1980 und 2015 auch in der Patentliteratur f\u00fcr eine hohe Resonanz. 2019 ist das aber nur noch bei der ETHZ und der EPFL der Fall. Die Universit\u00e4t Z\u00fcrich ist in unserer Benchmarkstudie vom 6. auf den 14. Rang zur\u00fcckgefallen, und die restlichen kantonalen Universit\u00e4ten sind ausserhalb des Rankingbereichs der Top 100.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Hochschul-Ranking gem\u00e4ss meistzitierten Publikationen weltweit (2014\u20132017)<\/h3>\n<p>&#013;<\/p>\n<table style=\"height: 310px\" width=\"267\">&#013;<\/p>\n<tbody>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>Rang<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Hochschule<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>1.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>MIT (USA)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>2.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Stanford University (USA)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>3.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Harvard University (USA)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>4.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Princeton University (USA)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>6.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>UC Berkeley (USA)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>12.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>University of Cambridge (GB)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>14.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>EPF Lausanne<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>18.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Columbia University New York<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>22.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Imperial College London<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>24.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>ETH Z\u00fcrich<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>29.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>University of Washington<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>81.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Genf<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>85.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>National University of Singapore<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>91.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Z\u00fcrich<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>94.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Basel<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>96.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Karolinska Institut (SE)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>115.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>TU Denmark<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>147.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Uni Kopenhagen<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>157.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Uni Heidelberg<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>167.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Lausanne<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td><strong>195.<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Bern<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>207.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Technion Haifa<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>261.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>University of Hong Kong<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>297.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Hebrew University Jerusalem<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>298.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>TU M\u00fcnchen<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>364.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Lund University (SE)<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>477.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>University of Tokyo<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>607.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Shanghai Jiao Tong University<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>732.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td>Seoul National University<\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<\/p>\n<tr>&#013;<\/p>\n<td>k. A.<\/td>\n<p>&#013;<\/p>\n<td><strong>Uni Freiburg<\/strong><\/td>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#013;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#013;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: k. A. = keine Angabe. Absoluter Rang basierend auf dem Anteil aller wissenschaftlichen Publikationen unter den 1 Prozent am meisten zitierten Publikationen.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: CWTS Leiden Ranking (2019).<\/span>&#013;<\/p>\n<h2>Forschungskooperationen: Basel vorne<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nSpannend ist auch die Forschungszusammenarbeit zwischen Unis und Wirtschaft. Die Universit\u00e4t Basel liegt hier vorne: 9 Prozent aller Publikationen der Uni Basel stammen aus einer wissenschaftlich-privatwirtschaftlichen Kooperation. Den kleinsten Anteil hat die Universit\u00e4t Bern mit 5,5 Prozent. Die gute Basler Position ist prim\u00e4r auf die Biomedizin und die Pharmazie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Auch die Universit\u00e4t Z\u00fcrich geh\u00f6rt hier zu den weltbesten 50 Hochschulen. Die ETHZ geh\u00f6rt bei den Forschungskooperationen mit Ausnahme der Biomedizin in allen wichtigen Fachbereichen zu den besten zehn im Benchmark, und die EPFL liegt im vordersten Drittel. In Mathematik und den Computerwissenschaften befinden sich s\u00e4mtliche kantonale Universit\u00e4ten auf den Schlussr\u00e4ngen hinter dem 400. Platz.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nInteressant sind auch die finanziellen Kennzahlen: So nahm etwa die EPFL 2018 mit 70 Millionen Franken mehr durch Forschungskooperationen ein als die ETHZ (60 Mio. Fr.). Die diesbez\u00fcglichen Eink\u00fcnfte der Universit\u00e4t Z\u00fcrich von 122 Millionen Franken beeindrucken, die 45 Millionen Franken der Universit\u00e4t Basel hingegen nicht.&#013;<\/p>\n<h2>Wenig ausgewiesene Innovationen<\/h2>\n<p>&#013;<br \/>\nAn manchen Universit\u00e4ten sind die Forschenden aufgefordert, ihre Erfindungen zu deklarieren. Andere Hochschulen ver\u00f6ffentlichen nicht einmal Zahlen dazu. Technische Hochschulen wie die ETHZ verzeichnen mit rund 200 Deklarationen die h\u00f6chsten Werte im Benchmarkvergleich. Bei der Universit\u00e4t Lausanne ist es mit 25 Deklarationen lediglich ein kleiner Bruchteil davon. Praktisch deckungsgleich mit den Erfindungsdeklarationen ist die Zahl der Patentanmeldungen. Mit Ausnahme der Universit\u00e4t Z\u00fcrich sind die Patentanmeldungen bei den kantonalen Universit\u00e4ten so tief, dass keine unter den Top 100 ist. Bei der ETHZ und der EPFL \u00fcberrascht, wie tief der Anteil der Patentanmeldungen bei den Ingenieur- und Computerwissenschaften im Vergleich zur klinischen Medizin und der Pharmazie ist.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nAuch im Bereich Start-up sieht es wenig erfreulich aus. Ein Blick auf die Venturecapital-Aktivit\u00e4ten an den Universit\u00e4tsstandorten zeigt, dass die Anzahl Venturecapital-Vereinbarungen und das investierte Kapital des Benchmarkersten die Schweizer Standorte Basel, Genf, Lausanne und Z\u00fcrich um den Faktor 50 bis 100 \u00fcbertrifft. Das Resultat beim Vergleich von 1000 Start-up-Standorten ist \u00e4hnlich wie beim Venturecapital. Die Ver\u00e4nderung zwischen 2017 und 2019 deutet jedoch darauf hin, dass mindestens die Regionen Basel und Lausanne betreffend Start-ups im globalen Vergleich aufholen.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nVon Start-ups unterscheiden muss man die Spin-offs. Im Gegensatz zu Start-ups werden Spin-offs von den Universit\u00e4ten initiiert und erst sp\u00e4ter als eigenst\u00e4ndige Unternehmen ausgegliedert. Leider publizieren nicht alle universit\u00e4ren Hochschulen Zahlen dazu. Die EPFL liegt heute praktisch gleichauf mit der ETHZ, was Spin-offs angeht. Und der ausgepr\u00e4gte Aufw\u00e4rtstrend der beiden ETH seit 2006 ist vielversprechend. Ihre gut 20 Spin-offs d\u00fcrfen sich sehen lassen \u2013 ganz im Gegensatz zu den kantonalen Universit\u00e4ten, wo es nur null bis f\u00fcnf pro Jahr sind (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nDer Innovationserfolg ist mit einem Spin-off aber noch nicht sichergestellt. Erst muss sich zeigen, ob sich ein Jungunternehmen am Markt behaupten kann. Jeder Start-up-Gr\u00fcnder tr\u00e4umt deshalb von einer sogenannten Unicorn Valuation. Eine solche bedeutet, dass das Jungunternehmen vor einem B\u00f6rsengang oder einem Exit mit \u00fcber einer Milliarde Dollar bewertet wird. Ende 2019 gab es weltweit 350 solche \u00abUnicorns\u00bb, davon zwei in Deutschland und eines in Japan. In der Schweiz waren es immerhin vier, wobei eines davon ein Spin-off der EPFL ist.&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\nInsgesamt vermittelt der internationale Vergleich der Universit\u00e4ten dank einer Vielzahl von Leistungsparametern ein differenziertes Bild. Bei den im globalen Wettbewerb stehenden universit\u00e4ren Hochschulen der Schweiz gibt es sowohl St\u00e4rken als auch Schw\u00e4chen. Doch in Anbetracht einer zunehmend wissensbasierten Gesellschaft ist es wichtig, dass hochschulseitig die Symbiose zwischen Universit\u00e4t und Wirtschaft noch st\u00e4rker gef\u00f6rdert und Defizite abgebaut werden.&#013;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Anzahl Spin-offs ausgew\u00e4hlter Universit\u00e4ten (2018)<\/strong><\/h3>\n<p>&#013;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='3_2021_Arb-2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#3_2021_Arb-2_de').highcharts({\n\n\nchart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: [\n     '\tTU Denmark\t\t'\t,\n'\tTU M\u00fcnchen\t\t'\t,\n'\tImperial College London\t\t'\t,\n'\tMIT (USA)\t'\t,\n'\tStanford U. (USA)\t'\t,\n'\t<b>ETH Z\u00fcrich\t<\/b>\t'\t,\n'\t<b>EPF Lausanne\t<\/b>\t'\t,\n'\tNational U. of Singapore\t\t'\t,\n'\tColumbia U. New York\t\t'\t,\n'\tU. of Hong Kong\t\t'\t,\n'\tLund U. (SE)\t\t'\t,\n'\tUC Berkeley (USA)\t\t'\t,\n'\tHarvard U. (USA)\t'\t,\n'\tTechnion Haifa\t\t'\t,\n'\t<b>Uni Z\u00fcrich<\/b>\t\t'\t,\n'\t<b>Uni Lausanne\t<\/b>\t'\t,\n'\tUni Heidelberg\t\t'\t,\n'\t<b>Uni Genf<\/b>\t'\t,\n'\t<b>Uni Basel\t<\/b>\t'\t,\n'\t<b>Uni Freiburg\t<\/b>\t'\t,\n'\t<b>Uni Bern \t<\/b>\t'\t,\n'\tU. of Washington (k. A.)\t\t'\t,\n'\tPrinceton U. (USA) (k. A.)\t\t'\t,\n'\tU. of Cambridge (GB) (k. A.)\t\t'\t,\n'\tUni Kopenhagen (k. A.)\t\t'\t,\n'\tKarolinska Institut (SE) (k. A.)\t\t'\t,\n'\tU. of Tokyo (k. A.)\t\t'\t,\n'\tShanghai Jiao Tong U. (k. A.)\t\t'\t,\n'\tSeoul National U. (k. A.)\t\t'\t,\n'\tHebrew U. Jerusalem (k. 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A. = keine Angaben. Bei den Unis Bern und Freiburg fehlen Angaben auf den Websites. Es wurde daher der entsprechende Wert von Startup.ch verwendet.<\/span>&#013;<br \/>\n&#013;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Webseiten der Universit\u00e4ten, Startup.ch \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die vollst\u00e4ndige Studie kann auf <a href=\"https:\/\/ch2048.ch\/pics\/files\/Modul%20A%20Schlussbericht.pdf\">CH2048.ch<\/a> heruntergeladen werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Universit\u00e4t Basel: Pharmazie; Universit\u00e4t Bern: Erdwissenschaften; Universit\u00e4t Genf: Physik; Universit\u00e4t Z\u00fcrich: Biologie.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\"><a href=\"https:\/\/www.leidenranking.com\/ranking\/2019\/list\">CWTS Leiden Ranking (2019)<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute befindet sich an jedem Innovationshotspot der Welt mindestens eine Weltklasseuniversit\u00e4t. 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