{"id":100187,"date":"2020-12-23T13:50:46","date_gmt":"2020-12-23T13:50:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/12\/objectifs-climatiques-de-la-suisse-le-budget-carbone-suffira-t-il\/"},"modified":"2023-08-23T22:51:17","modified_gmt":"2023-08-23T20:51:17","slug":"klimaziele-der-schweiz-reicht-das-co2-budget","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/12\/klimaziele-der-schweiz-reicht-das-co2-budget\/","title":{"rendered":"Klimaziele der Schweiz: Reicht das CO<sub>2<\/sub>-Budget?"},"content":{"rendered":"<p>Das internationale \u00dcbereinkommen von Paris vom Dezember 2015 hat zum Ziel, den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. Gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau soll die durchschnittliche Erderw\u00e4rmung deutlich weniger als 2 Grad Celsius betragen. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, um den Anstieg auf 1,5 Grad Celsius zu limitieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa CO<sub>2<\/sub> als bedeutendstes Treibhausgas langfristig in der Atmosph\u00e4re verbleibt, besteht ein beinahe proportionaler Zusammenhang zwischen den \u00fcber die Zeit kumulierten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und dem globalen Temperaturanstieg.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Deswegen l\u00e4sst sich aus den Zielen des Pariser Abkommens ein \u00abCO<sub>2<\/sub>-Budget\u00bb ableiten \u2013 also die verbleibende Emissionsmenge, die noch ausgestossen werden darf, um den Temperaturanstieg auf 2 beziehungsweise 1,5 Grad zu beschr\u00e4nken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr das 2-Grad-Ziel sch\u00e4tzt der Weltklimarat IPCC das Budget auf 1170 Milliarden Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Beim 1,5-Grad-Ziel d\u00fcrfen noch 420 Milliarden Tonnen CO<sub>2<\/sub> ausgestossen werden. Bei diesen Werten betr\u00e4gt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ziele eingehalten werden, zwei Drittel. Zudem wird angenommen, dass auch die Emissionen der anderen Treibhausgase deutlich reduziert werden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDerzeit werden weltweit rund 42 Milliarden Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Jahr emittiert. Bei gleichbleibenden Emissionen w\u00e4re somit das 1,5-Grad-Budget bereits in zehn Jahren und das 2-Grad-Budget in 28 Jahren aufgebraucht. Die Schweiz st\u00f6sst j\u00e4hrlich 41 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> aus. Ihr Anteil an den globalen Emissionen betr\u00e4gt damit etwa ein Promille.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat beschlossen, dass die Schweiz ab dem Jahr 2050 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstossen soll. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie kompatibel diese Zielvorgabe mit dem globalen Budgetansatz ist. Die Beantwortung der Frage h\u00e4ngt davon ab, welcher Anteil des globalen Budgets der Schweiz zugeteilt werden soll.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wie aufteilen?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie das verbleibende globale CO<sub>2<\/sub>-Budget auf die einzelnen L\u00e4nder aufgeteilt werden soll, ist eine Gerechtigkeitsfrage, die naturgem\u00e4ss sehr kontrovers diskutiert wird. Je nach Interessenlage der L\u00e4nder werden verschiedene Verteilschl\u00fcssel bevorzugt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin erster Vorschlag zielt darauf ab, das globale Budget im Verh\u00e4ltnis zu den aktuellen nationalen Emissionen aufzuteilen. Damit w\u00fcrden L\u00e4nder mit gegenw\u00e4rtig hohen Emissionen profitieren. Der Vorschlag st\u00fctzt sich auf ein Gewohnheitsrecht, das von L\u00e4ndern mit tiefen Emissionen allerdings nicht akzeptiert wird. Ein anderer Vorschlag geht von der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit aus. Danach sollten L\u00e4nder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen mehr zur Reduktion der Emissionen beitragen als \u00e4rmere L\u00e4nder. Da Emissionen und Einkommen pro Kopf stark korrelieren, w\u00fcrde L\u00e4ndern mit aktuell hohen Emissionen ein viel kleineres Budget zugeteilt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zu diesen beiden Ans\u00e4tzen habe ich in der vorliegenden Untersuchung einen Verteilschl\u00fcssel verwendet, der auf der Bev\u00f6lkerungszahl beruht. <a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Dabei wird das CO<sub>2<\/sub>-Budget entsprechend der aktuellen oder der prognostizierten Bev\u00f6lkerung aufgeteilt. Zus\u00e4tzlich wird die Emissionshistorie ber\u00fccksichtigt: L\u00e4nder, die in der Vergangenheit im Verh\u00e4ltnis zu ihrem Bev\u00f6lkerungsanteil \u00abzu viel\u00bb Kohlstoffdioxid emittierten, haben eine historische Verantwortung (\u00abEmissionsschuld\u00bb), die vom verbleibenden Budget abgezogen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Detail ist die Aufschl\u00fcsselung nach L\u00e4ndern allerdings komplex. Zun\u00e4chst stellt sich die Frage: Welche Emissionen sollen gez\u00e4hlt werden? In \u00dcbereinstimmung mit der internationalen Klimarahmenkonvention UNFCCC st\u00fctzte ich mich auf das Territorialprinzip, welches nur die direkten inl\u00e4ndischen Emissionen einbezieht. Die grauen Emissionen, die durch importierte G\u00fcter verursacht werden und in der Schweiz einen grossen Anteil ausmachen, werden also nicht ber\u00fccksichtigt. Dagegen werden die Emissionen des internationalen Luftverkehrs mit einbezogen, obwohl diese nicht vom Pariser Abkommen erfasst werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie beim Netto-null-Ziel nicht einbezogen werden sollten, da sie sonst keinem Land angerechnet w\u00fcrden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Historische Verantwortung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEntscheidend ist weiter, ab welchem Jahr die historische Verantwortung gilt. Auch dazu gibt es verschiedene Vorschl\u00e4ge mit unterschiedlicher Begr\u00fcndung. Sie reichen vom Jahr 2010, als im Abkommen von Kopenhagen das 2-Grad-Ziel anerkannt wurde, \u00fcber 1990, als der erste IPCC-Bericht ver\u00f6ffentlicht wurde, bis zu 1945, als die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen stark zu steigen begannen, und noch weiter zur\u00fcck bis zum Beginn der industriellen Revolution.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz habe ich die j\u00e4hrliche Emissionsschuld seit 1858 berechnet. Die Zahlen stammen aus der Datenbank Our World in Data, die von der Universit\u00e4t Oxford betrieben wird und die auch lange historische Datenreihen ausweist (siehe <em>Abbildung<\/em>). Negative Werte ergeben sich in den Jahren, in denen der schweizerische Emissionsanteil h\u00f6her als der entsprechende Bev\u00f6lkerungsanteil war. Dies ist ab Mitte der 1950er-Jahre bis und mit 2013 der Fall. Da in dieser Zeit im Vergleich zu fr\u00fcher viel CO<sub>2 <\/sub>emittiert wurde, hat sich die Emissionsschuld der Schweiz vor allem in diesen 60 Jahren aufgebaut. Positive Werte resultieren dagegen zum Beispiel w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges, da die Schweiz damals als nicht Krieg f\u00fchrendes Land vergleichsweise wenig Emissionen verursachte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend negative Werte einer Emissionsschuld entsprechen, dr\u00fccken positive Werte eine Emissionsforderung gegen\u00fcber dem Rest der Welt aus. \u00dcber den Zeitraum 1858 bis 2017 liegen die kumulierten Schulden insgesamt deutlich \u00fcber den entsprechenden Forderungen. Ebenso zeigt sich, dass eine Ber\u00fccksichtigung der historischen Verantwortung, die \u00fcber die 1950er-Jahre hinausgeht, wenig Einfluss auf die Resultate hat. Denn in der weiter zur\u00fcckliegenden Zeit sind die ausgewiesenen Saldi relativ klein.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>J\u00e4hrliche Emissionsschuld und -forderung der Schweiz (1858\u20132017)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='1-2_2021_Schleiniger_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#1-2_2021_Schleiniger_de').highcharts({\nchart: {\n        type: 'area'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['']\n    },\n     yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Mio. t CO<sub>2<\/sub>'\n        },\n        labels: {\n            \n        }\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '{series.name} {point.y} '\n    },\n    plotOptions: {\n        area: {\n            pointStart: 1858,\n            marker: {\n                enabled: false,\n                symbol: 'circle',\n                radius: 2,\n                states: {\n                    hover: {\n                        enabled: true\n                    }\n                }\n            }\n        }\n    },\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Emissionsschuld bzw. -forderung',\n        data: [0.3895,\t0.3633,\t0.3207,\t0.2325,\t0.2007,\t0.2462,\t0.1996,\t0.1234,\t0.1574\t,0.2330,\t0.1631,\t0.2474,\t0.1162,\t-0.0314,\t-0.0806,\t0.0314,\t0.0209,\t0.0127,\t-0.1842,\t-0.0801,\t-0.0068,\t-0.0015,\t-0.0360,\t0.1256,\t0.0546,\t-0.0168,\t-0.0477,\t-0.1163,\t-0.1278,\t-0.2053,\t-0.0330,\t-0.2704,\t-0.3970,\t-0.9210,\t-0.8408,\t-0.2696,\t-0.8747,\t-0.9614,\t-1.2136,\t-1.2832,\t-1.3974,\t-1.4388,\t-1.7722,\t-1.1271,\t-1.0530,\t-1.0799\t,-1.2912,\t-1.2358,\t-1.6059,\t-1.9864,\t-2.1666,\t-1.9612,\t-1.3462,\t-2.0095,\t-1.8066\t,-1.6884,\t-1.5640\t,-2.1824,\t-1.2543,\t1.4051,\t1.6081,\t1.7154,\t0.0572,\t1.8786,\t0.4442,\t-0.2410,\t0.1616,\t-0.1389,-0.2168,\t-0.7281,\t-1.1042,\t-1.8492,\t-1.8156,\t-3.2187,\t-4.0598,\t-3.1202,\t-2.5948,\t-2.2183\t,-2.0139,\t-2.0563\t,-2.5816,\t-3.5798,\t0.6833,\t2.5919,\t3.4280,\t3.4508,\t5.1477,\t6.4424,\t3.0756,\t0.3682,\t0.1130,\t1.2613\t,0.4115,\t-0.9257,\t0.2375,\t1.3895,\t-0.6795\t,-0.6481,\t-3.3489,\t-3.6524,\t-1.8905,\t-0.9161,\t-3.1200\t,-3.9161,\t-6.9848,\t-10.9591,\t-8.9845\t,-10.3705,\t-10.6351,\t-11.1720,\t-13.7724\t,-14.7664,\t-15.5671,\t-16.5721,\t-16.9098,\t-19.1363,\t-14.7044,\t-12.9144,\t-13.2900,\t-13.6012,\t-14.9948,\t-11.7424,\t-13.1606,\t-12.7408,\t-11.0895,\t-14.9306\t,-13.4358\t,-13.6319,\t-15.6311,\t-13.2551,\t-13.0574,\t-11.5124,\t-16.4604,\t-18.3062,\t-18.5974,\t-16.3422,\t-15.0724\t,-15.3931\t,-15.6768\t,-14.4060,\t-16.1904,\t-16.3651,\t-15.0540,\t-16.0747,\t-14.2500,\t-14.0439,\t-13.2768,\t-12.7461,\t-11.2633,\t-8.6533,\t-8.9163,-8.1471,\t-7.9261\t,-2.3967\t,-3.0058\t,-3.5842,\t0.7090\t,1.1421,\t0.8666,\t2.3314]\n   \n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Negative Werte zeigen die Emissionsschuld der Schweiz gegen\u00fcber der Welt pro Jahr. Positive Werte bedeuten, dass die Schweiz ihr CO<sub>2<\/sub>-Budget nicht ausgesch\u00f6pft hat. Berechnungsbeispiel: Im Jahr 1990 betrugen die globalen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen 22\u2019180 Millionen Tonnen. Davon werden der Schweiz bei einem damaligen Bev\u00f6lkerungsanteil von 1,25 Promille 27,7 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> angerechnet. Die tats\u00e4chlichen Emissionen in der Schweiz beliefen sich in diesem Jahr auf 44,2 Millionen Tonnen CO2, sodass sich f\u00fcr dieses Jahr eine Emissionsschuld von 16,5 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> ergibt.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Ourworldindata.org; Berechnung Schleiniger \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Szenarien k\u00fcnftiger Emissionen&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Absch\u00e4tzung der zuk\u00fcnftigen Emissionen erfolgt mittels Emissionsszenarien, die auf unterschiedlichen Annahmen basieren. F\u00fcr die Schweiz habe ich angenommen, dass das vom Bundesrat vorgegebene Netto-null-Ziel bis 2050 durch einen linearen Absenkungspfad erreicht wird. Die Reduktion beginnt mit dem Stichjahr 2018 \u2013 ausser beim internationalen Flugverkehr, wo die Absenkung erst ab 2030 einsetzt. Damit ergibt sich eine kumulierte Emissionsmenge \u00fcber die Jahre 2018 bis 2050 von 715 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Bericht des Weltklimarats von 2018 ber\u00fccksichtigt 9 Szenarien, mit denen das 1,5-Grad-Ziel erreicht wird, und 74 Szenarien f\u00fcr das 2-Grad-Ziel. Auf dieser Basis hat Our World in Data einen exponentiellen Abbaupfad berechnet, der garantiert, dass die globalen Emissionsbudgets nie \u00fcberschritten werden.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnhand der prognostizierten globalen und schweizerischen Bev\u00f6lkerungsentwicklung ergibt sich f\u00fcr die Schweiz beim 1,5-Grad-Ziel ein verbleibendes Emissionsbudget von 437 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> ab 2018. Beim 2-Grad-Ziel betr\u00e4gt das Budget 1205 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Dabei sind die historischen Emissionsschulden noch ausgeklammert.&#13;<\/p>\n<h2><strong>1,5-Grad-Budget \u00fcberschritten<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBis die Schweiz bei netto null angelangt ist, st\u00f6sst sie wie erw\u00e4hnt ab 2018 noch sch\u00e4tzungsweise 715 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> aus. In Bezug auf das ambitioniertere 1,5-Grad-Ziel bedeutet dies: Die Schweiz \u00fcberschreitet das Budget deutlich; sie emittiert 277 Millionen Tonnen CO<sub>2 <\/sub>mehr, als ihr gem\u00e4ss Bev\u00f6lkerungsanteil zusteht \u2013 hinzu kommt die historische Emissionsschuld (siehe <em>Tabelle<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnders sieht es beim 2-Grad-Ziel aus: Hier liegen die erwarteten Emissionen um 491 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> deutlich unter dem zuk\u00fcnftigen Emissionsbudget von 1205 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Diese Differenz kann die Schweiz dazu verwenden, einen Teil ihrer historischen Emissionsschuld abzubauen. Die nicht ausgesch\u00f6pften 491 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> reichen aus, um die historischen Schulden ab Mitte der 1970er-Jahre auszugleichen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Emissionsbudget, k\u00fcnftige Emissionen und Emissionsschuld der Schweiz (in Mio. t CO<sub>2<\/sub>)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"0\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"56\"><strong>Ziel<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"114\"><strong>Verbleibendes Budget ab 2018<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"123\"><strong>Prognostizierte Emissionen ab 2018<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"85\"><strong>Differenz<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"76\"><strong>Schuld seit 1990<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"104\"><strong>Schuld seit 1945<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"56\">1,5\u00b0 C<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"114\">437<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"123\">715<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"85\">\u2013277<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\" width=\"76\">297<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\" width=\"104\">672<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"56\">2\u00b0 C<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"114\">1&#8217;205<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"123\">715<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"85\">491<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Ourworldindata.org, Berechnung Schleiniger&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Resultate der Untersuchung sind wenig abh\u00e4ngig von der Wahl des globalen Emissionsszenarios. Die Hauptaussage ver\u00e4ndert sich dadurch nicht: Wenn man das zuk\u00fcnftige Emissionsbudget der Schweiz nach der Bev\u00f6lkerungszahl ausrichtet, gen\u00fcgt die Zielsetzung der bundesr\u00e4tlichen Klimapolitik nicht, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Beim 2-Grad-Ziel l\u00e4sst sich die historische Verantwortung der Schweiz hingegen teilweise ausgleichen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAndere Ergebnisse w\u00fcrden sich ergeben, wenn ein anderer Verteilschl\u00fcssel als der Bev\u00f6lkerungsanteil verwendet w\u00fcrde. Was der richtige Verteilschl\u00fcssel ist, l\u00e4sst sich objektiv nicht kl\u00e4ren. Das ist eine \u00e4usserst heikle Gerechtigkeitsfrage, die politisch beantwortet werden muss.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Knutti und Rogelj (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">IPCC (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. dazu etwa van den Berg et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die Arbeiten zu diesem Artikel wurde vom Swiss Competence Center for Research in Energy, Society and Transition (SCCER CREST) unterst\u00fctzt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Vgl. dazu Raupach et al. (2014)&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das internationale \u00dcbereinkommen von Paris vom Dezember 2015 hat zum Ziel, den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. Gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau soll die durchschnittliche Erderw\u00e4rmung deutlich weniger als 2 Grad Celsius betragen. 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(2019). <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007%2Fs10584-019-02368-y\">Implications of Various Effort-sharing Approaches for National Carbon Budgets and Emission Pathways<\/a>, Climatic Change, 162.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":100190,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":100194,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"99709","post_abstract":"Der Bundesrat will die Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2050 auf netto null reduzieren. Gen\u00fcgen die Bestrebungen, um das Ziel des Pariser Abkommens umzusetzen? 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