{"id":100635,"date":"2020-11-16T11:33:37","date_gmt":"2020-11-16T11:33:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/11\/developpement-dantibiotiques-le-marche-a-t-il-echoue\/"},"modified":"2023-08-23T22:51:48","modified_gmt":"2023-08-23T20:51:48","slug":"marktversagen-bei-der-entwicklung-von-antibiotika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/11\/marktversagen-bei-der-entwicklung-von-antibiotika\/","title":{"rendered":"Marktversagen bei der Entwicklung von Antibiotika?"},"content":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchsommer 2019 publiziert das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz in Kopenhagen eine Warnung<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>: In sieben verschiedenen Krankenh\u00e4usern in der Toskana wurden zwischen November 2018 und Mai 2019 insgesamt 350 F\u00e4lle von Infektionen festgestellt, die durch sogenannte Carbapenem-resistente Enterobakterien verursacht wurden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die Patienten litten unter Infektionen der Harnwege, des Blutkreislaufs, der Atemwege und des Magen- und Darmtrakts. Die Behandlungsm\u00f6glichkeiten waren sehr beschr\u00e4nkt, denn die Bakterien waren auch resistent gegen einige der neuesten Antibiotikakombinationen. Die \u00c4rzte mussten deshalb auf sehr alte Antibiotika zur\u00fcckgreifen, die zum Teil schwere Nebenwirkungen haben. Trotzdem starben rund 40 Prozent der Patienten schliesslich an einer Infektion des Blutkreislaufs (Sepsis) \u2013 eine erschreckend hohe Mortalit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Wirksame Antibiotika fehlen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSolche Ausbr\u00fcche sind kein Einzelfall. In Europa sterben jedes Jahr rund 33\u2019000 Patienten an Infektionen, die durch resistente Bakterien verursacht werden. Das entspricht der Summe der Personen, die j\u00e4hrlich an der Grippe, der Tuberkulose und an HIV sterben.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Auch in den USA erkranken jedes Jahr mehr als 2,8 Millionen Menschen an einer antibiotikaresistenten Infektion, rund 35\u2019000 sterben daran.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeue Antibiotika sind Mangelware: Seit dem goldenen Zeitalter in der Entdeckung von Antibiotika Mitte des 20. Jahrhunderts stockt die Entwicklung. Seit 1962 wurde keine grundlegend neue Art (Klasse) von Antibiotika zugelassen, die gegen die gef\u00e4hrlichen sogenannten gramnegativen Bakterien wirksam sind. Nahezu alle neu zugelassenen Antibiotika geh\u00f6ren anderen, bereits bestehenden Klassen an. Doch die Bakterien werden zunehmend resistent gegen diese g\u00e4ngigen Antibiotika. Das ist besorgniserregend.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher im Jahr 2017 eine Liste der resistenten Bakterien erstellt, gegen die dringend neue Antibiotika entwickelt werden m\u00fcssten.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Momentan sind dies zw\u00f6lf Bakterien sowie Tuberkulose. Zudem analysiert die WHO j\u00e4hrlich alle Antibiotika in klinischer Entwicklung, inwiefern sie gegen diese zw\u00f6lf Bakterien aktiv und innovativ sind.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analyse ist ern\u00fcchternd: Von den zurzeit 32 Antibiotika in klinischer Entwicklung, die gegen diese Bakterien aktiv sind, sind gerade einmal sechs wirklich innovativ<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>. Noch kritischer ist, dass nur zwei davon gegen die gramnegativen Bakterien auf der WHO-Liste wirken. Verglichen mit den rund 5700 Krebsmedikamenten in klinischer Entwicklung nimmt sich diese Zahl geradezu zwergenhaft aus.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Kaum Anreiz zum Forschen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch wie lassen sich die geringen Fortschritte im Kampf gegen resistente Bakterien erkl\u00e4ren? Ein Grund ist die Wissenschaft: Die Bl\u00fctezeit der Innovationen auf dem Gebiet der bakteriellen Infektionen waren die Siebzigerjahre. Damals wurden zahlreiche neue Klassen von Antibiotika gefunden. Heute gibt es f\u00fcr jede bakterielle Infektion eines oder gar mehrere Antibiotika, die Heilung versprechen. Neue Antibiotika k\u00f6nnen sich daher vom klinischen Standard nur dann abheben, wenn sie auch resistente Bakterien bek\u00e4mpfen und der Entwickler das in klinischen Versuchen nachgewiesen hat. Solche Antibiotika werden auch als Reserveantibiotika bezeichnet. Denn sie werden in \u00abReserve\u00bb gehalten, um die Bildung von Resistenzen gegen sie zu verlangsamen. Dazu sollen sie nur beim Menschen und nur dann eingesetzt werden, wenn resistente Bakterien nachgewiesen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnd damit kommen wir zum Hauptgrund f\u00fcr die geringen Fortschritte im Kampf gegen resistente Bakterien: Aus \u00f6konomischer Perspektive ist die Entwicklung solcher Produkte wenig lukrativ. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz- und Kreislauferkrankungen, f\u00fcr die Patienten Medikamente \u00fcber einen langen Zeitraum nehmen, oder Krebstherapien, die \u2013 trotz oft begrenztem Nutzen \u2013 sehr hohe Preise erzielen.&#13;<\/p>\n<h2>Patente \u00e4ndern nichts<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTats\u00e4chlich hat sich die Antibiotikaentwicklung in den vergangenen Jahren zu einem vernachl\u00e4ssigten Forschungsbereich entwickelt. Daran kann auch das Patentsystem nichts \u00e4ndern. Denn letztlich muss auch ein patentiertes Produkt auf dem Markt nachgefragt werden und Preise erzielen, welche die Investitionen amortisieren k\u00f6nnen, damit ein Forschungsanreiz besteht. Mit Antibiotika gelingt das kaum. Sie erzielen im Schnitt sehr niedrige Ums\u00e4tze von weniger als 50 Millionen Dollar pro Jahr.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFolglich haben die an der B\u00f6rse notierten grossen pharmazeutischen Unternehmen wie Astra Zeneca, Allergan, Novartis und Sanofi die Antibiotikaentwicklung aufgegeben. Sie konzentrieren sich lieber auf profitablere Bereiche. Das hat zur Folge, dass im Jahr 2018 mehr als 70 Prozent aller Antibiotika von kleinen Unternehmen entwickelt wurden. Doch von diesen Firmen hat rund die H\u00e4lfte keine Produkte auf dem Markt, die Einnahmen generieren und in Forschung und Entwicklung reinvestiert werden k\u00f6nnten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Risiko und die Kosten der Entwicklung sind hoch: Die pr\u00e4klinischen und klinischen Entwicklungsphasen sowie das Marktzulassungsverfahren dauern im Schnitt rund zehn Jahre und verursachen Kosten von \u00fcber 250 Millionen Dollar \u2013 darin sind noch keine Kapitalkosten und gescheiterte Projekte mit eingerechnet. Und auch der Erfolg ist damit noch nicht garantiert: Im Schnitt schaffen es nur rund 6 Prozent der pr\u00e4klinischen Projekte bis zur Marktzulassung.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Da verwundert es nicht, dass die Kapitalkosten hoch sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Ausstieg der grossen Unternehmen f\u00fchrt ausserdem dazu, dass die kleinen Biotechunternehmen keinen K\u00e4ufer f\u00fcr ihre in Entwicklung befindlichen Produkte oder f\u00fcr die \u00dcbernahme des Unternehmens mehr finden. Denn typischerweise bringen kleine Biotechunternehmen, die neue erfolgversprechende Medikamente entwickeln, diese nicht selber auf den Markt, sondern werden vorher von den grossen Pharmaunternehmen aufgekauft. Diese sind spezialisiert auf die weltweite Marktzulassung und Vermarktung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Investoren ist das ein sogenanntes Cash-event. Das heisst, dass sie warten m\u00fcssen, bis der Produktverkauf Einnahmen erzielt. Doch das ist in den meisten F\u00e4llen illusorisch. Denn der derzeitige Umsatz der meisten neuen Antibiotika reicht nicht aus, um die Investitionen zu amortisieren. Das zeigen die j\u00fcngsten Insolvenzen von kleinen Unternehmen, die Antibiotika erfolgreich auf den Markt gebracht haben. Der Konkurs der US-Firma Achaogen im Jahr 2018 hat die privaten Investoren mittlerweile v\u00f6llig verschreckt.&#13;<\/p>\n<h2>Politische Massnahmen ungen\u00fcgend<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die Covid-19-Pandemie zeigt, muss bereits vorab in globale Gesundheit investiert werden, um gegen zuk\u00fcnftige Pandemien ger\u00fcstet zu sein. Antimikrobielle Resistenz ist bereits epidemisch, aber es ist eine stille Epidemie, die sich langsam, aber stetig ausweitet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInzwischen hat sich auch die Politik des Themas angenommen. Etwa der Globale Aktionsplan der WHO f\u00fcr antimikrobielle Resistenz von 2015. Unter anderem verlangt er neue Initiativen, um die Entwicklung innovativer Antibiotika zu f\u00f6rdern. Auch die G20- und die G7-Staaten betonen, wie wichtig es sei, die Forschung und Entwicklung zu unterst\u00fctzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei den diskutierten L\u00f6sungsans\u00e4tzen kann man grob nach Push- und Pull-Strategien unterscheiden. Zu den Push-Strategien geh\u00f6ren die direkte Finanzierung von Forschung, die Einrichtung staatlicher Laboratorien, Forschungsstipendien oder Steuergutschriften f\u00fcr Forschungsausgaben. Die Pull-Strategien hingegen setzen finanzielle Anreize f\u00fcr mehr Investitionen. Sie beinhalten beispielsweise staatliche Zahlungen, wenn gewisse Meilensteine in der Forschung erreicht werden, neue Erstattungsmodelle oder Markteintrittspr\u00e4mien, bei denen im Falle einer Zulassung eine Geldsumme gezahlt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEinige dieser Vorschl\u00e4ge sind bereits umgesetzt worden. So etwa die Global Antibiotic R&amp;D Partnership (GARDP) in Genf, die die WHO mit der Non-Profit Organisation \u00abDrugs for Neglected Diseases Initiative\u00bb (DNDI) und mit finanzieller Unterst\u00fctzung der Schweiz und anderer L\u00e4nder gegr\u00fcndet hat. GARDP entwickelt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Biotechunternehmen dringend ben\u00f6tigte Antibotika gegen resistente Bakterien. Das Ziel von GARDP ist es, bis 2025 f\u00fcnf neue Antibiotika auf den Markt zu bringen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine weitere Initiative wurde von der US-Beh\u00f6rde Barda ins Leben gerufen: Das Carb-X-Programm f\u00f6rdert sehr erfolgreich innovative pr\u00e4klinische Projekte. Und auch die Pharmaindustrie bleibt nicht unt\u00e4tig: Eine Koalition von \u00fcber 20 f\u00fchrenden Pharmakonzernen hat j\u00fcngst gemeinsam mit der WHO und der Europ\u00e4ischen Investitionsbank den AMR Action Fund gegr\u00fcndet. Dabei handelt es sich um einen Fonds, der rund 1 Milliarde Dollar vorwiegend in innovative Antibiotika in sp\u00e4teren klinischen Entwicklungsphasen investieren will, um die fehlenden privaten Investitionen zu kompensieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings gen\u00fcgen diese Projekte nicht. Es besteht weitgehend Einigkeit dar\u00fcber, dass nur eine Verbesserung der Gewinnaussichten mittels Pull-Strategien eine nachhaltige Verbesserung herbeif\u00fchren kann. Das von Grossbritannien favorisierte Projekt einer globalen Markteintrittspr\u00e4mie kann wohl als gescheitert angesehen werden, doch es gibt verschiedene andere Ans\u00e4tze (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<\/p>\n<h2>Lautlose Epidemie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa es sich im Vergleich zu Covid-19 nicht um einen pl\u00f6tzlichen globalen Ausbruch handelt, reagiert die Politik deutlich weniger schnell und entschlossen. Doch tats\u00e4chlich tut entschlossenes Handeln not: Bisher unterst\u00fctzen trotz der Diskussionen und Absichtserkl\u00e4rungen der G7- und G20-Staaten nur wenige Regierungen die bestehenden neuen Mechanismen wie GARDP oder Carb-X. Nur wenige L\u00e4nder haben Reformen eingeleitet, um den Markt f\u00fcr innovative und dringend ben\u00f6tigte Reserveantibiotika nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Antibiotika zu f\u00f6rdern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJede der genannten Pull-Initiativen (siehe <em>Kasten<\/em>) d\u00fcrfte langfristig dazu beitragen, den Markt f\u00fcr bestehende und zuk\u00fcnftige Antibiotika zu verbessern. Dabei geht es nicht darum, generell mehr Geld f\u00fcr alle neuen Antibiotika zu bezahlen. Vielmehr will man ein Umfeld schaffen, damit Antibiotika, die gegen die besonders kritischen resistenten Bakterien wirken und die Innovationskriterien erf\u00fcllen, auf dem Markt \u00fcberleben k\u00f6nnen. Letztlich ist eine solche Strategie mit einer Feuerversicherung vergleichbar: Man zahlt j\u00e4hrliche Pr\u00e4mien f\u00fcr den Fall, dass ein Feuer ausbricht, wird aber dennoch alles tun, damit dies nicht geschieht.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Diesen Artikel haben die Autoren nicht in ihrer Funktion bei der WHO verfasst. Er reflektiert die Meinung der Autoren allein und nicht die der WHO, des Sekretariats der WHO oder ihrer Mitgliedsstaaten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe ECDC (2019a).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe ECDC (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe ECDC (2019b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe WHO (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe WHO (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Um als \u00abinnovativ\u00bb zu gelten, m\u00fcssen die Antibiotika vier Merkmale erf\u00fcllen: neue Wirkungsweise, neuer Angriffspunkt, neue chemische Klasse und keine Kreuz\u00adresistenzen mit bestehenden Klassen von Antibiotika.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Analysis Group (2017).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Siehe Needham (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Siehe WHO (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchsommer 2019 publiziert das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz in Kopenhagen eine Warnung: In sieben verschiedenen Krankenh\u00e4usern in der Toskana wurden zwischen November 2018 und Mai 2019 insgesamt 350 F\u00e4lle von Infektionen festgestellt, die durch sogenannte Carbapenem-resistente Enterobakterien verursacht wurden. 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Boston.<\/li>&#13;\n \t<li>European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) (2018). <a href=\"https:\/\/ecdc.europa.eu\/en\/news-events\/33000-people-die-every-year-due-infections-antibiotic-resistant-bacteria\">33000 People Die Every Year Due to Infections with Antibiotic-resistant Bacteria<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>ECDC (2019a). <a href=\"https:\/\/www.ecdc.europa.eu\/en\/publications-data\/RRA-new-delhi-metallo-beta-lactamase-producing-CRE\">Regional Outbreak of New Delhi Metallo Beta-lactamase-producing Carbapenem-resistant Enterobacteriaceae, Italy, 2018\u20132019<\/a>. Stockholm.<\/li>&#13;\n \t<li>ECDC (2019b). Antibiotic Resistance Threats in the United States, 2019.<\/li>&#13;\n \t<li>Needham (2020). Antibiotic and Antifungal Update: January 2020.<\/li>&#13;\n \t<li>World Health Organization (WHO) (2017). <a href=\"https:\/\/www.who.int\/medicines\/areas\/rational_use\/prioritization-of-pathogens\/en\/\">Prioritization of Pathogens to Guide Discovery, Research and Development of New Antibiotics for Drug Resistant Bacterial Infections, Including Tuberculosis<\/a>. Genf.<\/li>&#13;\n \t<li>WHO (2019). <a href=\"https:\/\/www.who.int\/medicines\/areas\/rational_use\/antibacterial_agents_clinical_development\/en\/\">Antibacterial Agents in Clinical Development: an Analysis of the Antibacterial Clinical Development Pipeline<\/a>. Genf.<\/li>&#13;\n \t<li>WHO (2020). <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/a-financial-model-for-an-impact-investment-fund-for-the-development-of-antibacterial-treatments-and-diagnostics-a-user-guide\">A Financial Model for an Impact Investment Fund for the Development of Antibacterial Treatments and Diagnostics<\/a>. Genf.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Pull-Strategien f\u00fcr die Entwicklung neuer Antibiotika","kasten_box":"<ul>&#13;\n \t<li>\u00abAbonnement\u00bb- oder \u00abNetflix-\u00e4hnliche\u00bb Modelle: Dabei bezahlen Regierungen ihren Krankenh\u00e4usern anstatt f\u00fcr jede Arzneimittelpackung eine Art Geb\u00fchr oder Pr\u00e4mie, die es ihnen im Gegenzug erlaubt, das Antibiotikum zu beziehen, wenn sie es ben\u00f6tigen. Grossbritannien hat ein solches Pilotprojekt f\u00fcr zwei neue Antibiotika gestartet.<\/li>&#13;\n \t<li>Diesem \u00abAbonnement\u00bb-Modell folgt in gewissem Sinn der im amerikanischen Kongress eingereichte Pasteur Act. Dieser will die Zahlung von der Menge entkoppeln und \u00fcber die n\u00e4chsten zehn Jahre zwischen 750 Millionen und 3 Milliarden Dollar pro neues Antibiotikum auszahlen.<\/li>&#13;\n \t<li>Schweden f\u00fchrt in einem Pilotprojekt Extrazahlungen f\u00fcr bestimmte Antibiotika ein, wenn Mindestums\u00e4tze nicht erreicht werden.<\/li>&#13;\n \t<li>Deutschland hat Reserveantibiotika von der normalen Festsetzung der Preise ausgenommen, sodass h\u00f6here Preise festgelegt werden k\u00f6nnen.<\/li>&#13;\n \t<li>Diskutiert werden auch \u00fcbertragbare Exklusivit\u00e4tsgutscheine, die an Unternehmen vergeben werden, die ein neues innovatives Antibiotikum gegen kritische Bakterien auf den Markt bringen. Der Gutschein w\u00fcrde nach Ablauf des Patents ein zus\u00e4tzliches Jahr der Marktexklusivit\u00e4t bieten, den das Unternehmen f\u00fcr ein anderes Produkt verwenden oder an ein anderes Unternehmen verkaufen k\u00f6nnte.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":100638,"main_focus":[155939,156762],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":100642,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"99034","post_abstract":"In Europa sterben jedes Jahr rund 33\u2019000 Patienten an Infektionen, die durch resistente Bakterien verursacht werden. Das Problem: Die Bakterien werden zunehmend resistent gegen existierende Antibiotika, und auch neue Antibiotika sind leider Mangelware. Insgesamt sind derzeit nur 32 Antibiotika in klinischer Entwicklung, die sich gegen die von der WHO als besonders gef\u00e4hrlich identifizierten resistenten Bakterien richten. Die Entwicklung von innovativen neuen Antibiotika ist eine grosse wissenschaftliche Herausforderung und f\u00fcr den Privatsektor \u00f6konomisch wenig lukrativ. Nur ein nachhaltiger Markt kann auf Dauer die notwendigen Investitionen sichern. 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