{"id":100665,"date":"2020-11-13T11:36:39","date_gmt":"2020-11-13T11:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/11\/les-depenses-dinnovation-resistent-a-la-crise\/"},"modified":"2023-08-23T22:51:42","modified_gmt":"2023-08-23T20:51:42","slug":"innovationsausgaben-trotzen-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/11\/innovationsausgaben-trotzen-der-krise\/","title":{"rendered":"Innovationsausgaben trotzen der Krise"},"content":{"rendered":"<p>Bis zum Ausbruch der gegenw\u00e4rtigen Covid-19-Krise befand sich die weltweite Innovation im H\u00f6henflug. Das zeigt der diesj\u00e4hrige <a href=\"https:\/\/www.globalinnovationindex.org\/gii-2020-report\">Global Innovation Index (GII)<\/a> der Weltorganisation f\u00fcr geistiges Eigentum (Wipo). Gem\u00e4ss dem Bericht sind die durchschnittlichen Innovationsausgaben weltweit in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen als das Bruttoinlandprodukt (BIP). Ein Beispiel sind die globalen Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung (F&amp;E-Ausgaben): 2018 nahmen sie in nur einem Jahr um 5,2\u00a0Prozent zu.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die weltweiten Anmeldeaktivit\u00e4ten im Zusammenhang mit geistigem Eigentum sind in die H\u00f6he geschossen und erreichten 2018 und 2019 gar neue Rekordwerte.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> 2018 etwa stiegen die Patentanmeldungen weltweit um 5,2\u00a0Prozent. Patente mit\u00a0Schweizer Ursprung legten um 4,7 Prozent zu. Das gilt auch f\u00fcr die internationalen Patentanmeldungen, die im Rahmen des Wipo-Vertrags \u00fcber die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (Patent Cooperation Treaty, PCT) eingereicht wurden. Sie nahmen 2019 im zehnten Jahr in Folge stark zu.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Schweiz bewegte sich die Innovationsleistung weiterhin auf einem hohen Niveau. So belegte die Schweiz 2019 wie schon die letzten neun Jahre wieder den <a href=\"https:\/\/www.wipo.int\/edocs\/pubdocs\/en\/wipo_pub_gii_2020\/ch.pdf\">Spitzenplatz im Ranking des Global Innovation Index<\/a><a href=\"https:\/\/www.globalinnovationindex.org\/analysis-economy\">.<\/a> Doch dann kam die Covid-Krise.&#13;<\/p>\n<h2>Sinkende Innovationsausgaben?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie ein Blick auf vergangene Wirtschaftskrisen zeigt, haben sich die F&amp;E-Ausgaben der Unternehmen, die Patentanmeldungen und die Risikokapitalinvestitionen stets parallel zum BIP entwickelt. Mit anderen Worten: Sie sind eingebrochen. So beispielsweise w\u00e4hrend des Wirtschaftsabschwungs der Dotcom-Krise Anfang der Nullerjahre oder w\u00e4hrend der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Da der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) f\u00fcr das Jahr 2020 eine Abnahme des weltweiten BIP um 4,9\u00a0Prozent und f\u00fcr die Schweiz um 4,7 Prozent<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> prognostiziert, wird bef\u00fcrchtet, dass f\u00fcr die Innovation nicht gen\u00fcgend finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stehen werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Weltweite Ausgaben in Forschung und Entwicklung (F&amp;E) im Vergleich zum BIP (2000-2020)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='12_2020_Behrens-Garanasvili-Gaduyon-Wunsch_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n\n\n$(function () {\n    $('#12_2020_Behrens-Garanasvili-Gaduyon-Wunsch_1').highcharts({     \n\ntitle: {\n        text: ''\n    },\n\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n       \n    },\n    tooltip: {\n            valueSuffix: '%'\n        },\n\n    xAxis: {\n        accessibility: {\n            rangeDescription: ''\n        }\n    },\n\n    legend: {\n       \n    },\n\n    plotOptions: {\n        series: {\n        \n        \n        marker: {\nenabled: false\n                \n            },\n            pointStart: 2000\n        }\n    },\n\n    series: [{\n        name: 'F&E-Wachstum Total',\n        data: [7.1,3.9,2.1,3.7,3.5,6.0,6.3,6.5,5.5,2.2,4.3,5.2,3.8,4.8,4.7,3.7,3.7,5.0,5.2,null,null]\n    }, {\n        name: 'F&E-Wachstum bei Unternehmen',\n        data: [8.3,3.7,-0.1,3.3,4.2,6.9,8.0,7.3,5.4,0.1,3.0,7.0,5.1,5.8,5.7,3.9,5.0,5.7,5.1,null,null]\n    }, {\n        name: 'BIP-Wachstum',\n        data: [4.8,2.5,3.0,4.3,5.4,4.9,5.5,5.6,3.0,-0.1,5.4,4.3,3.5,3.5,3.6,3.5,3.4,3.9,3.6,2.9,\n-4.9]\n    \n    }],\n\n    responsive: {\n        rules: [{\n            condition: {\n                maxWidth: 500\n            },\n            chartOptions: {\n                legend: {\n                    layout: 'horizontal',\n                    align: 'center',\n                    verticalAlign: 'bottom'\n                }\n            }\n        }]\n    }\n\n});\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.globalinnovationindex.org\/gii-2020-report\">Global Innovation Index 2020<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.wipo.int\/edocs\/pubdocs\/en\/wipo_pub_gii_2020-chapter1.pdf\">Kapitel 1<\/a> \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGl\u00fccklicherweise haben sich die F&amp;E-Ausgaben und die Patentanmeldungen in der gegenw\u00e4rtigen Krise bisher als robuster erwiesen, als die historische Erfahrung bef\u00fcrchten liess. Das zeigt, wie bedeutend Innovation und geistiges Eigentum in modernen Volkswirtschaften und f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Unternehmen sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSelbst in der letzten Wirtschaftskrise von 2008\/2009 verzeichneten verschiedene Volkswirtschaften zu keinem Zeitpunkt einen gesamthaften R\u00fcckgang der F&amp;E-Ausgaben \u2013 darunter \u00c4gypten, China, Frankreich, Indien, S\u00fcdkorea und auch die Schweiz.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Zudem waren die Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs auf die Patentanmeldungen in den j\u00fcngsten Krisen eher von kurzer Dauer. Und es gibt erste Anzeichen daf\u00fcr, dass sie sich auch jetzt behaupten. Denn die absolute Zahl der international angemeldeten PCT-Patente lag im ersten Halbjahr 2020 gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar um 6,7\u00a0Prozent h\u00f6her. Somit besteht auch weiterhin grosses Potenzial f\u00fcr bahnbrechende Technologien und Innovationen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss neuerer, anekdotischer Evidenz sind die Beh\u00f6rden und Unternehmen von Industriel\u00e4ndern auch k\u00fcnftig nicht bereit, die Innovationsausgaben aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Krise signifikant zu k\u00fcrzen. Wie der aktuelle Global Innovation Index zeigt, werden die meisten Unternehmen, die hohe F&amp;E-Ausgaben t\u00e4tigen, ihre Innovationsausgaben aufrechterhalten. Auch verschiedene staatliche Stellen haben bereits damit begonnen, Innovationsanreizen Priorit\u00e4t einzur\u00e4umen.&#13;<\/p>\n<h2>Kein R\u00fcckgang bei F&amp;E-Intensit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nOb die Innovationsausgaben tats\u00e4chlich weiter zunehmen werden, h\u00e4ngt bis zu einem gewissen Grad auch von der Branchenstruktur einer Volkswirtschaft ab. Denn einige Branchen realisieren mehr Innovationen als andere.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF&amp;E-Ausgaben sind stark auf verh\u00e4ltnism\u00e4ssig wenige Unternehmen konzentriert: So werden 90\u00a0Prozent der weltweiten F&amp;E-Investitionen von nur gerade 2500 Firmen get\u00e4tigt.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Die Branchen mit dem gr\u00f6ssten Anteil an F&amp;E-Ausgaben werden ihre Investitionen wahrscheinlich nicht reduzieren \u2013 trotz der Pandemie. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr sind Softwareproduzenten und Unternehmen, die Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) anbieten. Diese Branche, zu der auch der Schweizer Bankensoftwarehersteller Temenos z\u00e4hlt, ist f\u00fcr die vierth\u00f6chsten F&amp;E-Ausgaben weltweit verantwortlich. Angesichts der forcierten Digitalisierung w\u00e4hrend der Covid-Pandemie k\u00f6nnte sich die Krise sogar positiv auf die Innovation von IKT-Dienstleistern auswirken \u2013 vor allem wegen der Zunahme von Internetaktivit\u00e4ten, Clouddiensten, Onlinespielen und Telearbeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin weiteres Beispiel f\u00fcr eine F&amp;E-starke Branche ist die Pharmaindustrie. Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 ist eine zentrale Herausforderung f\u00fcr diese Branche und dar\u00fcber hinaus. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die F&amp;E-Investitionen im Gesundheitsbereich in naher Zukunft abnehmen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die F&amp;E-Ausgaben in der Schweiz k\u00f6nnten sich als robust erweisen. Die Wirtschaftszweige, auf die sich die Schweizer F&amp;E-Investitionen konzentrieren \u2013 dazu geh\u00f6ren Pharma und Biotechnologie, Industrietechnik und Chemie \u2013, sind weniger von der Pandemie betroffen als andere Branchen. Die schweizweit h\u00f6chsten F&amp;E-Investitionen t\u00e4tigen Roche und Novartis (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Unternehmen ihre F&amp;E-Ausgaben in der ersten H\u00e4lfte von 2020 erh\u00f6ht haben. Die Situation ist eher uneinheitlich: Ihre F&amp;E-Ausgaben erh\u00f6ht haben die Chemie- und Pharmaunternehmen Roche, Novartis, Givaudan, Clariant und Vifor Pharma sowie der Navigationssystemehersteller Garmin. Weniger investiert haben hingegen Nestl\u00e9, ABB, der Elektronikkonzern TE Connectivity und das Pharmaunternehmen Idorsia.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch die F&amp;E-Intensit\u00e4t, welche die F&amp;E-Ausgaben dem Unternehmensumsatz gegen\u00fcberstellt, hat bei den meisten dieser Unternehmen trotz sinkender Ums\u00e4tze zugenommen, beispielsweise bei Roche, ABB, TE Connectivity und Clariant. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine umfassende empirische Analyse, doch diese Unternehmen haben grosses Gewicht, da sie in Bezug auf das absolute Volumen zu den Schweizer Firmen mit den h\u00f6chsten F&amp;E-Ausgaben geh\u00f6ren.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Top 58 Schweizer Firmen mit den h\u00f6chsten F&amp;E-Investitionen, nach Branche (2018)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/11\/Behrens_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-100143\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/11\/Behrens_DE.png\" alt=\"\" width=\"2394\" height=\"1082\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die 58 Unternehmen geh\u00f6ren zu den 2500 Unternehmen, die weltweit am meisten in F&amp;E investieren. Die Gr\u00f6sse der Felder zeigt, welchen Anteil die F&amp;E-Ausgaben jedes der 58 Schweizer Unternehmen an den gesamten F&amp;E-Investitionen dieser 58 Schweizer Firmen haben. 2018 betrugen die F&amp;E-Ausgaben dieser 58 Unternehmen 33,1 Milliarden Franken, die teilweise auch im Ausland investiert werden. Zum Vergleich: Gem\u00e4ss Bundesrat belaufen sich die gesamtschweizerischen unternehmensinternen F&amp;E-Ausgaben im Jahr 2017 auf 15,6 Milliarden, wobei die Zahlen aufgrund unterschiedlicher Definitionen nicht direkt vergleichbar sind.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Darstellung der Autoren anhand der Daten des <a href=\"https:\/\/iri.jrc.ec.europa.eu\/scoreboard\/2019-eu-industrial-rd-investment-scoreboard\">interaktiven R&amp;D Scoreboard 2019<\/a> \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Unternehmen, die am st\u00e4rksten vom Lockdown des vergangenen Fr\u00fchlings getroffen wurden, insbesondere Firmen in den Bereichen Haushaltsartikel (Detail- und Grosshandel), Freizeit (einschliesslich Restaurants) und Immobilien, werden starke Umsatzverluste verzeichnen und sich daher wahrscheinlich veranlasst sehen, ihre Innovationsausgaben zu k\u00fcrzen. In der Schweiz sind diese Branchen, insbesondere der Tourismus, von grosser Bedeutung. Doch was die formellen Innovationsausgaben betrifft, geh\u00f6ren diese Branchen sowohl in der Schweiz als auch in den meisten anderen L\u00e4ndern nicht zu den wichtigsten Akteuren. Trotzdem gilt auch f\u00fcr diese Unternehmen: Wollen sie die Krise \u00fcberstehen, m\u00fcssen sie in Zukunft nicht weniger, sondern mehr Innovationen realisieren.&#13;<\/p>\n<h2>Start-ups in der Krise<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nErste Daten deuten darauf hin, dass der Zugang zu Kapital f\u00fcr junge Unternehmen derzeit sehr schwierig ist. Privates Risikokapital war im ersten Quartal 2020 sowohl in Bezug auf das Transaktionsvolumen als auch hinsichtlich des Werts stark r\u00fcckl\u00e4ufig.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> F\u00fcr die Schweiz sind keine Daten zu Risikokapital verf\u00fcgbar, doch unvollst\u00e4ndige und unternehmensspezifische Informationen aus den Medien best\u00e4tigen den Trend, dass sich auch Schweizer Start-ups in Schwierigkeiten befinden. So beantragte mehr als ein Viertel der 208 Unternehmen im Innovationspark der ETH Lausanne einen Covid-19-\u00dcberbr\u00fcckungskredit des Bundes, um sich w\u00e4hrend der Pandemie \u00fcber Wasser zu halten.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch die Aussichten sind m\u00f6glicherweise positiver als erwartet, zumindest f\u00fcr leistungsf\u00e4hige Innovationszentren. Denn die bedeutendsten Risikokapitalzentren wie Singapur, Israel, China, Hongkong (China), Luxemburg, USA, Indien und Grossbritannien werden sich voraussichtlich rasch wieder erholen. Wie aus den verf\u00fcgbaren Daten hervorgeht, haben die Risikokapitalinvestitionen im zweiten und dritten Quartal 2020 wieder zugenommen. Dabei wurden bereits weltweit wieder ann\u00e4hernd \u00e4hnliche Zahlen wie im Quartal vor der Pandemie verzeichnet.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Interessanterweise deuten die neuesten Daten darauf hin, dass im Risikokapitalbereich nun st\u00e4rker auf Digitalisierung im Gesundheitswesen, Onlinebildung, Big Data, E-Commerce und Robotik gesetzt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Konjunkturerholung durch Innovation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie meisten Beh\u00f6rden in Volkswirtschaften mit hohem und mittlerem Einkommen haben Nothilfepakete geschn\u00fcrt, um die Auswirkungen des Lockdowns im Fr\u00fchling abzufedern und der drohenden Rezession zu begegnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch abgesehen vom Gesundheitssektor haben viele Regierungen bislang Innovation und F&amp;E nicht zu einer Priorit\u00e4t der gegenw\u00e4rtigen Konjunkturprogramme erkl\u00e4rt. Wenn die Staaten von der Viruseind\u00e4mmung zur F\u00f6rderung der Konjunkturerholung \u00fcbergehen, w\u00e4re es jedoch von entscheidender Bedeutung, der Innovation wieder Vorrang einzur\u00e4umen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiesbez\u00fcglich steht die Schweiz besonders gut da. Denn sie hat die Innovationsf\u00f6rderung und die Innovationsfinanzierung bereits in ihre kurzfristigen Massnahmen integriert. So wurden beispielsweise Innovationsfinanzierungen f\u00fcr Schweizer Start-ups bereitgestellt, die bis zu 1 Million Schweizer Franken in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Insgesamt stehen 154 Millionen Franken als Darlehen f\u00fcr Start-ups zur Verf\u00fcgung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie wir im diesj\u00e4hrigen Bericht des <a href=\"https:\/\/www.globalinnovationindex.org\/gii-2020-report\">Global Innovation Index<\/a> festgehalten haben, sind die Staaten gut beraten, sich mit diesen Massnahmen der Schweiz zu befassen und gegebenenfalls \u00e4hnliche Massnahmen umzusetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDenn mehr denn je sind Innovation und eine antizyklische Innovationspolitik die beste M\u00f6glichkeit, die Auswirkungen des Lockdowns zu \u00fcberwinden \u2013 selbst angesichts einer h\u00f6heren Staatsverschuldung.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Wipo (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Wipo (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Prognose der ETH Z\u00fcrich. Siehe KOF (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">W\u00e4hrend der letzten zwei Jahrzehnte verzeichnete die Schweiz keinen R\u00fcckgang der F&E-Ausgaben. Es wurden vielmehr antizyklische F&E-Ausgaben get\u00e4tigt, wie es ein Innovations\u00f6konom empfehlen w\u00fcrde.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Datenextraktion der Autoren auf dem interaktiven <a href=\"https:\/\/iri.jrc.ec.europa.eu\/scoreboard\/2019-eu-industrial-rd-investment-scoreboard\">R&D Scoreboard 2019<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Siehe Pricewaterhouse Coopers (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Siehe EPFL (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Siehe Pricewaterhouse Coopers (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">\u00ab<a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/seco\/nsb-news.msg-id-79006.html\">COVID19: Liquidit\u00e4tshilfen f\u00fcr Startups sind operativ<\/a>\u00bb. Medienmitteilung auf Seco.admin.ch vom 4.05.2020.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Ausbruch der gegenw\u00e4rtigen Covid-19-Krise befand sich die weltweite Innovation im H\u00f6henflug. Das zeigt der diesj\u00e4hrige Global Innovation Index (GII) der Weltorganisation f\u00fcr geistiges Eigentum (Wipo). Gem\u00e4ss dem Bericht sind die durchschnittlichen Innovationsausgaben weltweit in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen als das Bruttoinlandprodukt (BIP). 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