{"id":100751,"date":"2020-11-10T08:16:51","date_gmt":"2020-11-10T08:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/11\/lentrepreneuriat-a-le-vent-en-poupe\/"},"modified":"2023-08-23T22:51:58","modified_gmt":"2023-08-23T20:51:58","slug":"baldegger-1-2-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/11\/baldegger-1-2-2020\/","title":{"rendered":"Firmengr\u00fcndungen im H\u00f6henflug"},"content":{"rendered":"<p>Der Einfluss junger agiler Unternehmen und ihr Verst\u00e4ndnis von Unternehmertum stehen immer mehr im Fokus. So wurden schweizweit vielf\u00e4ltige lokale und nationale Projekte initiiert, um unternehmerisches Handeln zu f\u00f6rdern. Beispiele sind die <a href=\"https:\/\/entrepreneurship-training.ch\/\">Entrepreneurship-Programme<\/a> des Innovationsf\u00f6rderers des Bundes Innosuisse oder die <a href=\"https:\/\/www.impacthub.ch\/\">Impacthubs<\/a> in verschiedenen Schweizer St\u00e4dten. Grunds\u00e4tzlich befinden sich die unternehmerischen Rahmenbedingungen in der Schweiz bereits heute auf hohem Niveau. Das zeigt der <a href=\"https:\/\/www.gemconsortium.org\/report\/gem-2019-2020-global-report\">diesj\u00e4hrige Global Entrepreneurship Monitor<\/a> (GE-Monitor)<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> (siehe <em>Kasten<\/em>). Gem\u00e4ss dem Monitor weist die Schweiz bei den Rahmenbedingungen den h\u00f6chsten Wert aller 54 L\u00e4nder aus. Knapp dahinter folgen die Niederlande.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Weniger attraktiv sind die Rahmenbedingungen gem\u00e4ss dem Index in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, den USA und in Kanada.&#13;<\/p>\n<h2>Rahmenbedingungen pr\u00e4gen Gr\u00fcndungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer indirekte Einfluss der Rahmenbedingungen auf die Zahl der Unternehmensgr\u00fcndungen ist unumstritten. Sie wird insbesondere auch durch die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die allgemeine Wirtschaftslage gepr\u00e4gt. Das best\u00e4tigt eine retrospektive Analyse der Monitor-Daten von 2002 bis 2019. Diese hat ergeben, dass die Firmengr\u00fcndungsaktivit\u00e4t (Total Early stage Entrepreneurial Activity, TEA) eher den j\u00e4hrlichen BIP-Wachstumsraten folgt, als dass sie diese vorhersagt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Mit der TEA-Rate misst man den Anteil der Erwerbsbev\u00f6lkerung, der in den letzten dreieinhalb Jahren eine unternehmerische T\u00e4tigkeit aufgenommen hat oder in den letzten zw\u00f6lf Monaten aktiv in die Gr\u00fcndungsplanung involviert war. Bei r\u00fcckl\u00e4ufiger Wirtschaftsleistung nimmt gem\u00e4ss der Untersuchung die TEA-Rate ab, bei einem Wirtschaftsaufschwung nimmt sie zu.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenso ist die Zahl der Unternehmensgr\u00fcndungen von der Arbeitslosenzahl abh\u00e4ngig. Denn normalerweise f\u00fchren steigende Arbeitslosenraten zu einer Zunahme der sogenannten Necessity Entrepreneurship \u2013 also zu Unternehmensgr\u00fcndungen aus der Not. Diese Zunahme f\u00fchrt selbstverst\u00e4ndlich auch insgesamt zu einer h\u00f6heren Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4t. Doch nicht so in der Schweiz. Hierzulande bleiben solche Not-Gr\u00fcndungen bemerkenswert niedrig, selbst im Vergleich mit anderen einkommensstarken Volkswirtschaften. Das zeigte etwa die Finanzkrise: 2008 verlangsamte sich das Schweizer BIP-Wachstum, 2009 war es sogar negativ. In der Folge lag 2010 die TEA-Rate historisch tief. Die auf Not basierten unternehmerischen Aktivit\u00e4ten nahmen trotz leicht verschlechtertem Arbeitsmarkt kaum zu.&#13;<\/p>\n<h2>Unternehmerischer H\u00f6chststand<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n2019 stieg die TEA in der Schweiz auf den h\u00f6chsten Stand seit Beginn ihrer Messung vor 20 Jahren. Mit einer TEA-Rate von 9,8 Prozent \u00fcbertrifft die Schweiz den bisherigen H\u00f6chststand von 2017 um 1,3 Prozentpunkte. Gegen\u00fcber 2002 liegt die Rate um 2,6 Prozentpunkte h\u00f6her (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Unternehmerische Aktivit\u00e4ten und Wirtschaftsentwicklung Schweiz (2002\u20132019)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='1-2_2021_Baldegger_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#1-2_2021_Baldegger_de_1').highcharts({\n\n\n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n    subtitle: {\n        text: ''\n    },\n\n    yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        },\n        title: {\n            text: 'Anteil an Erwerbsbev\u00f6lkerung',\n           \n        }\n    }, { \/\/ Secondary yAxis\n        title: {\n            text: 'BIP pro Kopf-Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber Vorjahr',           \n        },\nreversed: false,\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        },\n        opposite: true\n    }],\n\n    xAxis: {\n        accessibility: {\n            rangeDescription: ''\n        }\n    },\n\n    legend: {\n    \n    },\n\n    plotOptions: {\n        series: {\n        marker: {\nenabled: false,\n         \n            },\n            pointStart: 2002\n       \n         }\n    },\n\n    series: [{\n        name: 'Unternehmerische Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4ten TEA (Unternehmen j\u00fcnger als 3,5 Jahre + angehende Unternehmer)',\n        data: [7.13,7.29,6.67,6.05,6.16,6.27,7,7.72,5.04,6.58,5.93,8.18,7.12,7.31,8.21,8.47,7.37,9.77],\ntooltip: {\n      pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}%<\/b>'\n   }\n    }, {\n        name: 'Etablierte Unternehmer (Unternehmen \u00e4lter als 3,5 Jahre)',\n        data: [6.82,7.26,8.48,9.69,8.14,6.59,7.48,8.36,8.68,10.11,8.44,\n9.96,9.1,11.33,11.1,10.51,11.5,11.6],\ntooltip: {\n      pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}%<\/b>'\n   }\n    }, {\n        name: 'BIP-Wachstum (rechte Skala)',\n          yAxis: 1,\n        data: [-1.0,0.4,2.4,3.2,5.7,5.6,3.0,-2.9,2.5,1.2,0.1,0.6,0.6,-0.7,0.3,0.3,3.0,0.3],\n       tooltip: {\n      pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}%<\/b>'\n   }\n    }],\n\n    responsive: {\n        rules: [{\n            condition: {\n                maxWidth: 500\n            },\n            chartOptions: {\n                legend: {\n                    layout: 'horizontal',\n                    align: 'center',\n                    verticalAlign: 'bottom'\n                }\n            }\n        }]\n    }\n\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: GE-Monitor (2020) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie unternehmerischen Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4ten (TEA) sind in den meisten ausgew\u00e4hlten Volkswirtschaften<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> trotz Schwankungen tendenziell deutlich gestiegen. Das st\u00e4rkste TEA-Wachstum verzeichneten die Vereinigten Staaten. Dort hat es sich von 8 Prozent im Jahr 2009 auf heute 17,4 Prozent mehr als verdoppelt. Auch die Niederlande verzeichneten w\u00e4hrend des letzten Jahrzehnts ein hohes Wachstum der TEA-Raten: Was 2009 mit 7,2 Prozent begann, erreichte 2018 mit 12,3 Prozent sein Allzeithoch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas ist der Grund f\u00fcr diesen pl\u00f6tzlichen H\u00f6henflug der unternehmerischen Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4ten? Die \u00f6konomischen Rahmenbedingungen, die \u00fcblicherweise die Gr\u00fcndungsquote beeinflussen, haben sich in der Schweiz bis vor der Corona-Krise nicht fundamental ver\u00e4ndert. So ist beispielsweise die Situation auf dem nationalen Arbeitsmarkt seit einigen Jahren stabil: Die Arbeitslosenquote ist vergleichsweise niedrig, der Fachkr\u00e4ftemangel hoch, und die Opportunit\u00e4tskosten f\u00fcr gut verdienende und hoch qualifizierte Besch\u00e4ftigte beim \u00dcbergang in die unternehmerische Selbstst\u00e4ndigkeit sind nicht merklich gesunken, sodass ein Wechsel in die Selbstst\u00e4ndigkeit kaum attraktiver wurde.&#13;<\/p>\n<h2>Angesehene Unternehmer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Anstieg der Gr\u00fcndungsquote l\u00e4sst sich folglich nicht aus der Ver\u00e4nderung der relevanten Rahmenbedingungen ableiten. Allerdings ist Unternehmertum in den Medien pr\u00e4senter und positiver konnotiert als vor 20 Jahren. Auch die gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich ver\u00e4ndert, wie der GE-Monitor verdeutlicht. Tats\u00e4chlich haben sich die Werte zwischen 2018 und 2019 markant verbessert. So gaben beispielsweise 2019 nur noch 24 Prozent der Befragten an, Angst vor dem unternehmerischen Scheitern zu haben. Bei 76 Prozent geniessen erfolgreiche Unternehmensgr\u00fcnder zudem ein hohes Ansehen in der Gesellschaft, und nach Ansicht von 63 Prozent der Befragten berichten die Medien hierzulande h\u00e4ufig \u00fcber Gr\u00fcndungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSind dies bereits Indizien f\u00fcr eine Start-up-Nation Schweiz? Nicht unbedingt. Denn gleichzeitig erachten nur 40 Prozent der Befragten die Gr\u00fcndung eines eigenen Unternehmens als gute Karriereoption. Zudem werden laut den Befragten in der Schweiz Gesch\u00e4ftsgelegenheiten vergleichsweise weniger wahrgenommen. Massgebend ist aber vor allem, dass die Schweizer TEA-Rate von 9,8 Prozent verglichen mit Kanada (18,2%), den USA (17,4%), S\u00fcdkorea (14,9%), Israel (12,7%), Irland (12,4%) und Australien (10,5%) noch immer unterdurchschnittlich ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Anzahl Firmengr\u00fcndungen ist aber nicht der einzige Massstab f\u00fcr die unternehmerische Aktivit\u00e4t eines Landes. Ebenso wichtig sind das Profil der Gr\u00fcnder, ihre Wachstumserwartungen, die von ihnen anvisierten Innovationen sowie die internationalen Aktivit\u00e4ten. Die Daten zur \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit von Neugr\u00fcndungen sowie die Motive sind zus\u00e4tzlich hilfreich.&#13;<\/p>\n<h2>Reichtum nicht Hauptantrieb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSo ist f\u00fcr die Schweiz neben den unternehmerischen Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4ten auch die Rate des etablierten Unternehmertums (\u00abEstablished Business Ownership\u00bb, EBO) entscheidend. Sie umfasst Unternehmen, die \u00e4lter als dreieinhalb Jahre sind, und zeigt damit die \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit von Unternehmensgr\u00fcndungen an. Gem\u00e4ss GE-Monitor belegt die Schweiz diesbez\u00fcglich den Spitzenplatz \u2013 noch vor den USA und den Niederlanden. Ausserdem stieg die Etablierten-Rate nirgends so schnell an wie in der Schweiz: n\u00e4mlich von 8,4 Prozent im Jahr 2009 auf 11,6 Prozent im Jahr 2019. Seit 2002, als sie 6,8 Prozent betrug, ist sie stetig gewachsen und hat sich seither fast verdoppelt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch was sind die Motivation der Unternehmensgr\u00fcnder und ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft? Rund die H\u00e4lfte der aktiven Gr\u00fcnder oder bereits etablierten Unternehmerinnen aus der Schweiz betrachtet Selbstst\u00e4ndigkeit lediglich als alternative Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit. 43 Prozent wollen dadurch einen Unterschied in der Welt machen. Das gilt insbesondere f\u00fcr Gr\u00fcnderinnen. Hinsichtlich dieser Motivationen bewegt sich die Schweiz im Durchschnitt der L\u00e4nder mit hohen Einkommen. Im globalen Vergleich markant unterdurchschnittlich ist jedoch der Schweizer Anteil Unternehmer, die nach \u00abgrossem Wohlstand oder sehr hohem Einkommen\u00bb streben (38,1%). Auch \u00abeine Familientradition weiterf\u00fchren\u00bb ist nur f\u00fcr 17 Prozent ein Motivationsfaktor. Zum Vergleich: In Deutschland und Irland ist dieser Anteil mit rund 69 Prozent deutlich wichtiger. Allerdings w\u00e4re es f\u00fcr die Schweiz wesentlich, dass mehr Unternehmer die Nachfolge als Gr\u00fcndungsantrieb sehen. Denn \u00dcbernahmegr\u00fcndungen k\u00f6nnten auf der vorhandenen Reputation aufbauen und so das f\u00fcr die Schweiz essenzielle KMU-System st\u00e4rken.&#13;<\/p>\n<h2>Volatile Wachstumserwartungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEtwas mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmer sch\u00e4tzt es als realistisch ein, dass sie in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren mindestens einen neuen Arbeitsplatz schaffen. Von diesen Unternehmern erwarten die meisten, dass die Anzahl neuer Arbeitspl\u00e4tze nicht h\u00f6her als f\u00fcnf betragen wird. \u00c4hnliche Erwartungen haben Unternehmer in Deutschland, Israel, Schweden, Italien, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNur 28 Prozent der TEA-Beteiligten erwarten ein hohes Arbeitsplatzwachstum von sechs oder mehr neuen Arbeitspl\u00e4tzen in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren. \u00c4hnlich hoch ist dieser Anteil in Grossbritannien (28,4%) oder den Vereinigten Staaten (32,5%). Nur in Irland (40,9&nbsp;%) sind die Erwartungen noch h\u00f6her.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Anteil Gr\u00fcnder, die ein hohes Arbeitsplatzwachstum erwarten, ist in der Schweiz seit Beginn der GEM-Umfrage allerdings ausnehmend volatil. Sein Allzeittief erreichte er 2010, im Nachgang zur Finanzkrise, mit nur 9,4 Prozent der Befragten. Nach stetigem Wachstum sind die Wachstumserwartungen von 33,2 Prozent 2017 leicht abgeflaut. Je nachdem, wie lange die aktuelle globale Corona-Krise dauert und wie sie sich auswirkt, ist ein weiterer R\u00fcckgang zu erwarten. Zu analysieren ist dann, ob dieser R\u00fcckgang konjunktureller oder struktureller Natur ist.&#13;<\/p>\n<h2>Internationale Kundschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer GE-Monitor misst anhand der Zahl ausl\u00e4ndischer Kunden, welche die Start-ups erwarten, auch den Grad der Internationalisierung. Insgesamt erwarten zwei Drittel der neu gegr\u00fcndeten Start-ups in der Schweiz, auch mit ausl\u00e4ndischen Kunden Umsatz zu erwirtschaften. Gut ein Viertel davon weist einen starken Internationalisierungsgrad auf, d. h., diese Unternehmen erwarten, mehr als ein Viertel ihrer Einnahmen mit ausl\u00e4ndischen Kunden zu generieren. Bei knapp 40 Prozent betragen die erwarteten ausl\u00e4ndischen Einnahmen weniger als ein Viertel. Damit haben Schweizer Unternehmen in der Fr\u00fchphase eine ausgesprochen hohe internationale Ausrichtung verglichen mit anderen Nationen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Allgemeinen ist der Anteil exportorientierter Unternehmen in kleinen, insbesondere europ\u00e4ischen Volkswirtschaften gr\u00f6sser. Neben der Schweiz f\u00fchren Schweden, Irland und Slowenien die Liste der stark exportorientierten Start-up-Nationen an. Aber auch L\u00e4nder mit recht grossen heimischen M\u00e4rkten wie Grossbritannien und Deutschland rangieren weit vorne. Wenig exportorientiert sind jedoch Start-ups in S\u00fcdkorea, den USA und Norwegen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Tats\u00e4chliche und angehende Firmengr\u00fcndungen (TEA) nach Internationalisierungsgrad (2019)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='1-2_2021_Baldegger_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#1-2_2021_Baldegger_de_2').highcharts({\n\n  chart: {\n    type: 'column'\n  },\n  title: {\n    text: ''\n  },\n  xAxis: {\n    categories: ['S\u00fcdkorea',\n      'USA',\n      'Norwegen',\n      'Spanien',\n      'Italien',\n      'Niederlande',\n      'Australien',\n      'Israel',\n      'Grossbritannien',\n      'Kanada',\n      'Deutschland',\n      'Irland',\n      '<b>Schweiz<\/b>',\n      'Slowenien',\n      'Schweden'\n    ]\n  },\n  yAxis: {\n    min: 0,\n    labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        },\n    title: {\n      text: '',\n\n \n \n    },\n    stackLabels: {\n      enabled: false,\n      style: {\n        fontWeight: 'bold',\n        color: ( \/\/ theme\n          Highcharts.defaultOptions.title.style &&\n          Highcharts.defaultOptions.title.style.color\n        ) || 'gray'\n      }\n    }\n  },\n  legend: {\n\n  },\n  tooltip: {\n    headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n    pointFormat: '{series.name}: <b>{point.y}%<\/b> <br\/>Total: <b>{point.stackTotal}%<\/b>'\n  },\n  plotOptions: {\n    column: {\n      stacking: 'normal',\n      dataLabels: {\n        enabled: false\n      }\n    }\n  },\n  series: [{\n    name: 'TEA kein Export',\n    data: [87.83,\n      71.99,\n      69.11,\n      68.94,\n      64.70,\n      60.98,\n      60.42,\n      53.07,\n      46.19,\n      36.80,\n      35.68,\n      34.42,\n      33.72,\n      32.13,\n      26.96,\n    ]\n  }, {\n    name: 'TEA schwacher Export (<1\/4 des Umsatzes)',\n    data: [8.84,\n      21.25,\n      22.07,\n      23.95,\n      21.59,\n      26.87,\n      26.57,\n      29.64,\n      34.09,\n      36.55,\n      45.86,\n      41.33,\n      39.68,\n      45.06,\n      44.46,\n    ]\n  }, {\n    name: 'TEA starker Export (>1\/4 des Umsatzes)',\n    data: [\n\n      3.33,\n      6.76,\n      8.82,\n      7.11,\n      13.71,\n      12.15,\n      13.01,\n      17.29,\n      19.72,\n      26.65,\n      18.46,\n      24.25,\n      26.60,\n      22.81,\n      28.58,\n    ]\n  }]\n});\n\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: GE-Monitor 2020, Baldegger et al. (2020) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Aufholbedarf bei Digitalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren und insbesondere nach der globalen Finanzkrise 2007\/2008 ist auch in der Schweiz zu erkennen, dass die Gesellschaft sich nicht mehr allein auf Grossunternehmen oder den Staat als Jobmotor verlassen kann. Vielmehr ist ein agiles unternehmerisches \u00d6kosystem mit kleinen und mittleren Unternehmen als Katalysator der Wirtschaft zu f\u00f6rdern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie der GE-Monitor zeigt, ist eine st\u00e4rkere Vernetzung der KMU innerhalb der Gr\u00fcnderwelt unerl\u00e4sslich. Sie schafft langfristig pers\u00f6nliche Beziehungen und neue Netzwerke, von denen die Unternehmer bei einer Unternehmensnachfolge profitieren k\u00f6nnen. Familienunternehmen haben zudem Aufholbedarf bei der Digitalisierung. Hier haben sie die M\u00f6glichkeiten noch nicht g\u00e4nzlich ausgesch\u00f6pft. Bei einer Firmennachfolge sind in den n\u00e4chsten Jahren deshalb entsprechende Entwicklungen zu erwarten, insofern als die n\u00e4chste Generation als digital versiert gilt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLaut ersten Untersuchungen von diesem Sommer f\u00fcr den kommenden GE-Monitor fordern Experten und Gr\u00fcnder eine gezielte Zusammenarbeit zwischen Jungunternehmen und Staat, um Ideen und Regulierungen besser abzustimmen. Es zeigen sich aber auch die Stabilit\u00e4t der schweizerischen Gr\u00fcnderszene und ihr Bem\u00fchen, das unternehmerische Potenzial auszusch\u00f6pfen und die Ver\u00e4nderungen als Opportunit\u00e4t zu sehen. Dazu m\u00fcssen neue Gesch\u00e4ftsmodelle entwickelt oder an die neue Situation angepasst werden, um die Produkte und Dienstleistungen in den neuen M\u00e4rkten erfolgreich zu vermarkten.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Bosma und Kelley (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Bosma et al. (2020), S. 71.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Bosma und Kelley (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die TEA beinhaltet auch Personen, die in den letzten zw\u00f6lf Monaten eine unternehmerische T\u00e4tigkeit beendet haben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Darunter sind etwa: Brasilien, Chile, Deutschland, Griechenland, Iran, Irland, Kolumbien, Kroatien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Taiwan, USA, Grossbritannien.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Einfluss junger agiler Unternehmen und ihr Verst\u00e4ndnis von Unternehmertum stehen immer mehr im Fokus. So wurden schweizweit vielf\u00e4ltige lokale und nationale Projekte initiiert, um unternehmerisches Handeln zu f\u00f6rdern. Beispiele sind die Entrepreneurship-Programme des Innovationsf\u00f6rderers des Bundes Innosuisse oder die Impacthubs in verschiedenen Schweizer St\u00e4dten. 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Babson College, Smith College, and the Global Entrepreneurship Research Association (GERA).<\/li>&#13;\n \t<li>Bosma, N., Kelley, D. (2019). Global Entrepreneurship Monitor: 2018\/2019 Global Report. Babson Park, MA: Babson College; Santiago, Chile: Universidad del Desarrollo; Seoul, Su\u0308dkorea: Korea Entrepreneurship Foundation.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Global Entrepreneurship Monitor","kasten_box":"Der Global Entrepreneurship Monitor ist die bedeutendste internationale Studie zu Unternehmertum. In der Studie werden allj\u00e4hrlich \u00fcber 50 L\u00e4nder analysiert. Seit 2009 organisiert die Hochschule f\u00fcr Wirtschaft Freiburg den darin enthaltenen L\u00e4nderteil zur Schweiz mit Partnern. Daf\u00fcr werden schweizweit rund 2500 Personen befragt. Die Rahmenbedingungen wurden von Experten beurteilt. 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