{"id":101443,"date":"2020-07-24T07:58:42","date_gmt":"2020-07-24T07:58:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/07\/kohli-8-9-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:53:24","modified_gmt":"2023-08-23T20:53:24","slug":"wie-stark-waechst-die-bevoelkerung-der-schweiz-bis-2070","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/07\/wie-stark-waechst-die-bevoelkerung-der-schweiz-bis-2070\/","title":{"rendered":"Wie stark w\u00e4chst die Bev\u00f6lkerung der Schweiz bis 2070?"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) aktualisiert regelm\u00e4ssig seine Szenarien zum Bev\u00f6lkerungswachstum in der Schweiz. Dabei tr\u00e4gt es aktuellen demografischen Trends sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen Rechnung. Die neusten Szenarien f\u00fcr die n\u00e4chsten 30 Jahre hat das BFS im vergangenen Mai ver\u00f6ffentlicht.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Der Vorhersagezeitraum wurde dabei bis zum Jahr 2070 verl\u00e4ngert, weil verschiedene zukunftsorientierte Projekte der Bundesverwaltung \u2013 wie langfristige Konjunkturszenarien, Raumplanung etc. \u2013 l\u00e4ngerfristige Prognosen erfordern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Sch\u00e4tzungen erstellt das BFS drei Grundszenarien. Das \u00abReferenzszenario\u00bb schreibt die Trends der letzten Jahre fort. Das zweite Szenario (\u00abhoch\u00bb) basiert auf einer Kombination von Annahmen, die ein st\u00e4rkeres Bev\u00f6lkerungswachstum zur Folge h\u00e4tten. Beim dritten Szenario (\u00abtief\u00bb) ist das Bev\u00f6lkerungswachstum relativ gering.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie drei Szenarien wurden vor der Covid-19-Pandemie entwickelt und berechnet. Wie sich Letztere auf die k\u00fcnftige Entwicklung der Bev\u00f6lkerung in der Schweiz auswirkt, ist derzeit nur schwer zu beurteilen. Sollten in den n\u00e4chsten Monaten quantitativ bedeutende Ver\u00e4nderungen beobachtet werden, k\u00f6nnte das BFS hierauf mit der Berechnung neuer Varianten f\u00fcr die Szenarien 2020\u20132050 reagieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Referenzszenario rechnet mit Aufschwung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Referenzszenario geht davon aus, dass die Schweiz auch nach der Covid-19-Krise dank einer schnellen Konjunkturerholung attraktiv sein wird und die Situation in der Folge gut bleibt. Die Migrationsstr\u00f6me erreichen aber wegen des gleichzeitigen Konjunkturaufschwungs in den meisten EU-Staaten nicht mehr das Niveau der vergangenen zehn Jahre. Weil die bev\u00f6lkerungsreichsten Jahrg\u00e4nge der zwischen 1950 und 1970 geborenen Babyboomer das Rentenalter erreichen, bleiben zahlreiche Arbeitsstellen unbesetzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Folge steigt die Einwanderung der Erwerbst\u00e4tigen leicht an. Dadurch k\u00f6nnen die altersbedingten Abg\u00e4nge teilweise kompensiert werden. Die in die Schweiz einwandernden Erwerbst\u00e4tigen sind mehrheitlich gut ausgebildet. Da sie oft sehr mobil sind, bleiben die meisten nur vor\u00fcbergehend im Land. Der Wanderungssaldo nimmt nach 2030 aufgrund der gestiegenen Mobilit\u00e4t sowie der beschleunigten Bev\u00f6lkerungsalterung ab \u2013 was den Wettbewerb der Schweiz und der EU um qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte versch\u00e4rft. Der Wanderungssaldo erh\u00f6ht sich zun\u00e4chst von derzeit sch\u00e4tzungsweise rund 50\u2019000 Menschen bis auf 55\u2019000 im Jahr 2030. Danach verringert er sich bis 2040 auf 35\u2019000 und verharrt bis zum Ende des Prognosezeitraums auf diesem Niveau.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Mehr Kinder pro Frau<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDank der zunehmenden Gleichstellung der Geschlechter und der sich verbessernden Vereinbarkeit von Arbeit und Familie f\u00e4llt es Eltern leichter, ihr Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen. Viele Frauen absolvieren l\u00e4ngere Ausbildungen, was zu einem sp\u00e4teren Eintritt ins Erwerbsleben und einem Anstieg des Durch&shy;schnittsalters von werdenden M\u00fcttern bei ihrer ersten Schwangerschaft f\u00fchrt. Die medizinisch unterst\u00fctzte Fortpflanzung erm\u00f6glicht es dabei immer mehr Frauen, auch im fortgeschritteneren Alter noch Kinder zu bekommen. Deshalb steigt die zusammengefasste Geburtenziffer von 1,52 Kinder pro Frau im Jahr 2020 auf 1,62 im Jahr 2050, um sich dann zu stabilisieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDank medizinischem Fortschritt (bessere Kenntnis der Risikofaktoren, neue Medikamente, Pr\u00e4vention von Tabakabh\u00e4ngigkeit, Alkoholmissbrauch und Unf\u00e4llen usw.) sinkt die Mortalit\u00e4t weiter. Immer mehr Menschen \u00fcben Berufe im Dienst&shy;leistungssektor aus und verf\u00fcgen \u00fcber h\u00f6here Ausbildungsabschl\u00fcsse. Da sich Gutausgebildete im Allgemeinen ges\u00fcnder verhalten, verbessert sich der Gesundheitszustand der Gesamtbev\u00f6lkerung nach und nach. Dadurch steigt die Lebenserwartung der M\u00e4nner von aktuell sch\u00e4tzungsweise 82,2 Jahren auf 87,2 Jahre im Jahr 2050. Im Jahr 2070 werden M\u00e4nner fast 89 Jahre alt. Bei den Frauen, die derzeit eine Lebenserwartung von 85,7 Jahren haben, ist der Trend derselbe. Sie werden im Jahr 2050 im Durchschnitt 89,6 Jahre alt und 2070 sogar \u00fcber 91 Jahre.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz steigt von derzeit 8,6\u00a0Millionen auf 11,1\u00a0Millionen im Jahr 2070. Die 10-Millionen-Grenze wird im Jahr 2040 \u00fcberschritten (siehe <em>Abbildung\u00a01<\/em>). In Zukunft steigt der Anteil der Seniorinnen und Senioren an der Gesamtbev\u00f6lkerung. Heute sind 1,6\u00a0Millionen Menschen (18,7%) in der Schweiz 65-j\u00e4hrig oder \u00e4lter. Diese Zahl steigt bis 2050 auf 2,7 Millionen (25,6%) und betr\u00e4gt 2070 knapp 3 Millionen (27%). Der Altersquotient misst, wie viele 65-J\u00e4hrige und \u00c4ltere auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren kommen. Er steigt von heute 30,9 auf 46,5 im Jahr 2050. Im Jahr 2070 betr\u00e4gt er mehr als 50 (siehe <em>Abbildung\u00a02)<\/em>.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb.\u00a01. St\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz (1970\u20132070)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='kohli_0809_20_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#kohli_0809_20_de').highcharts({\n     title: {\n        text: ''\n    },\nplotOptions: {\n        series: {\n            \n            pointStart: 1970\n        }\n    },\n\n\n   \n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        \n          \n        labels: {\n        format: '{value}'},\n        \n    },\n\n xAxis: {\n                  plotLines: [{\n          color: 'black',\n           width: 2,\n                    dashStyle: 'shortdot',\n            value: 2020\n        },\n        {\n           color: 'black',\n            width: 2,\n        dashStyle: 'shortdot',\n\n            value: 2050\n        },\n        {\n            color: 'black',\n            width: 2,\n                    dashStyle: 'shortdot',\n\n\n            value: 2070\n        }]\n    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Altersquotient (1970\u20132070)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='kohli_0809_20_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#kohli_0809_20_de_2').highcharts({\nchart: {\n        type: 'spline',\n        \n    },\n     title: {\n        text: ''\n    },\nplotOptions: {\n        series: {\n            \n            pointStart: 1970\n        }\n    },\n\n\n   \n    yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        \n          \n        labels: {\n        format: '{value}'},\n        \n    },\n\n   xAxis: {\n                  plotLines: [{\n          color: 'black',\n           width: 2,\n                    dashStyle: 'shortdot',\n            value: 2020\n        },\n        {\n           color: 'black',\n            width: 2,\n        dashStyle: 'shortdot',\n\n            value: 2050\n        },\n        {\n            color: 'black',\n            width: 2,\n                    dashStyle: 'shortdot',\n\n\n            value: 2070\n        }]\n    },\n\n   \n tooltip: {valueSuffix: ''},\n   \n    \n    series: [{\n        name: 'Bisherige Entwicklung',\n        data: [20.0,\t20.3,\t20.7,\t21.1,\t21.5,\t22.1,\t22.7,\t23.1,\t23.4,\t23.7,\t23.7,\t23.5,\t23.3,\t23.2,\t23.1,\t23.2,\t23.4,\t23.4,\t23.5,\t23.5,\t23.5,\t23.4,\t23.5,\t23.5,\t23.7,\t23.9,\t24.1,\t24.4,\t24.6,\t24.8,\t25.0,\t25.2,\t25.2,\t25.3,\t25.5,\t25.7,\t26.1,\t26.4,\t26.6,\t27.0,\t27.1,\t27.6,\t28.0,\t28.4,\t28.7,\t29.0,\t29.3,\t29.6,\t30.0,\t30.4,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull]\n    }, {\n        name: 'Referenzszenario',\n        data: [null,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\t30.4,\t30.9,\t31.4,\t32.0,\t32.6,\t33.3,\t34.0,\t34.8,\t35.6,\t36.5,\t37.4,\t38.3,\t39.1,\t39.9,\t40.6,\t41.3,\t41.8,\t42.3,\t42.7,\t43.1,\t43.4,\t43.6,\t43.9,\t44.1,\t44.4,\t44.6,\t44.9,\t45.2,\t45.6,\t45.9,\t46.2,\t46.5,\t46.8,\t47.1,\t47.4,\t47.8,\t48.1,\t48.5,\t48.8,\t49.1,\t49.3,\t49.5,\t49.7,\t49.8,\t49.9,\t50.0,\t50.1,\t50.2,\t50.2,\t50.2,\t50.2,\t50.3]\n    }, {\n        name: 'Szenario \u00abhoch\u00bb',\n        data: [null,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\t30.4,\t30.9,\t31.4,\t32.0,\t32.6,\t33.2,\t33.9,\t34.7,\t35.5,\t36.3,\t37.2,\t38.0,\t38.8,\t39.5,\t40.2,\t40.8,\t41.3,\t41.8,\t42.2,\t42.5,\t42.8,\t43.0,\t43.3,\t43.5,\t43.7,\t43.9,\t44.2,\t44.5,\t44.8,\t45.1,\t45.4,\t45.6,\t45.9,\t46.2,\t46.5,\t46.9,\t47.2,\t47.5,\t47.8,\t48.0,\t48.2,\t48.4,\t48.5,\t48.7,\t48.8,\t48.8,\t48.9,\t48.9,\t48.9,\t48.9,\t48.9,\t49.0]\n    }, {\n        name: 'Szenario \u00abtief\u00bb',\n        data: [null,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\tnull,\t30.4,\t30.9,\t31.5,\t32.1,\t32.7,\t33.4,\t34.1,\t34.9,\t35.8,\t36.7,\t37.7,\t38.6,\t39.5,\t40.3,\t41.1,\t41.7,\t42.3,\t42.9,\t43.3,\t43.7,\t44.1,\t44.3,\t44.6,\t44.9,\t45.2,\t45.4,\t45.8,\t46.1,\t46.5,\t46.8,\t47.2,\t47.5,\t47.9,\t48.2,\t48.6,\t49.0,\t49.4,\t49.8,\t50.2,\t50.5,\t50.7,\t51.0,\t51.2,\t51.4,\t51.6,\t51.7,\t51.9,\t51.9,\t52.0,\t52.0,\t52.1,\t52.1]\n    }, ],\n\n    responsive: {\n        rules: [{\n            condition: {\n                maxWidth: 500\n            },\n            \n        }]\n    }\n\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Der Altersquotient misst, wie viele Personen ab 65 Jahren auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren kommen. Je gr\u00f6sser der Quotient, desto \u00e4lter die Bev\u00f6lkerung.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Eine 13-Millionen-Schweiz?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas \u00abhohe\u00bb Szenario geht f\u00fcr den Zeitraum 2020 bis 2070 von einer sehr guten Wirtschaftsentwicklung aus. Der Wanderungssaldo steigt deshalb von derzeit sch\u00e4tzungsweise 60\u2019000 auf 70\u2019000 Personen im Jahr 2030. Anschliessend verringert er sich. Ab 2040 stabilisiert er sich bei 50\u2019000. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau erh\u00f6ht sich in diesem Szenario von aktuell sch\u00e4tzungsweise 1,55 auf 1,82 im Jahr 2050 und bleibt dann stabil. Die Lebenserwartung steigt ebenfalls \u2013 bei den M\u00e4nnern von aktuell 82,7 Jahren auf 90,6 im Jahr 2070. Bei den Frauen sind es 86,1 respektive 92,7\u00a0Jahre.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss diesem Szenario betr\u00e4gt die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung in 30 Jahren 11,4\u00a0Millionen und in 50 Jahren 13\u00a0Millionen. Die Zahl der Personen ab 65 Jahren wird sich bis 2070 mehr als verdoppeln. 2050 z\u00e4hlt diese Altersgruppe 2,8 Millionen \u2013 was einem Anteil von 24,9 Prozent an der Gesamtbev\u00f6lkerung entspricht, im Jahr sind es 3,4 Millionen Menschen (26%). Der Altersquotient steigt bis 2050 auf 45,6 und bis 2070 auf 48,9.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Vergleich zu den beiden obigen Szenarien geht das \u00abtiefe\u00bb Szenario von einem geringeren Wirtschaftswachstum aus. Der Wanderungssaldo verharrt hier bis 2030 bei der Marke von sch\u00e4tzungsweise 40\u2019000, sinkt danach und pendelt sich ab 2040 bei rund 20\u2019000 Personen ein. Die zusammengefasste Geburtenziffer nimmt von derzeit 1,50\u00a0Kindern pro Frau ab und stabilisiert sich kurz nach dem Jahr 2050 bei 1,41. Die Lebenserwartung der M\u00e4nner steigt zwischen 2020 und 2070 von 81,6\u00a0Jahren auf 86,7 Jahre und die der Frauen von 85,3 Jahren auf 89,7 Jahre.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss dem \u00abtiefen\u00bb Szenario umfasst die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung 9,5 Millionen. Kurz darauf nimmt sie langsam ab und liegt 2070 bei 9,4 Millionen. Die Zahl der Personen ab 65 Jahren steigt bis 2050 auf 2,5\u00a0Millionen (26,4%) und bis 2070\u00a0auf 2,7 Millionen (28,3%). Der Altersquotient betr\u00e4gt in 30 Jahren 47,5 und in 50 Jahren 52,1.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Migration ist entscheidend<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchon seit rund 50 Jahren ist die Geburtenziffer zu niedrig, um eine Erneuerung der Generationen zu erm\u00f6glichen. Ohne Zuwanderung und ohne die Erh\u00f6hung der Lebenserwartung w\u00e4re die Bev\u00f6lkerung der Schweiz schon seit einigen Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. Dass die Geburtenziffer k\u00fcnftig stark genug steigt, um ein Bev\u00f6lkerungs&shy;wachstum herbeizuf\u00fchren, ist nicht zu erwarten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEinen kleinen Beitrag zum Bev\u00f6lkerungswachstum in der Schweiz wird indes die weitere Zunahme der Lebenserwartung leisten. Bei Kindern und Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter ist die Sterblichkeit allerdings bereits sehr niedrig. Daher wird die h\u00f6here Lebenserwartung nur in der Gruppe der \u00e4lteren Menschen zu einem zahlenm\u00e4ssigen Zuwachs f\u00fchren und sich auf andere Altersgruppen diesbez\u00fcglich kaum auswirken. Deren Wachstum wird gr\u00f6sstenteils von den Migrationszahlen bestimmt. Sobald die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge der Babyboomer gealtert sind und langsam aussterben, h\u00e4ngt das Bev\u00f6lkerungswachstum somit fast ausschliesslich von der Migration ab.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">BFS (2020). <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/bevoelkerung\/zukuenftige-entwicklung.assetdetail.12847542.html\">Szenarien zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung der Schweiz und der Kantone 2020\u20132050<\/a>, Neuenburg, 28. Mai.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) aktualisiert regelm\u00e4ssig seine Szenarien zum Bev\u00f6lkerungswachstum in der Schweiz. Dabei tr\u00e4gt es aktuellen demografischen Trends sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen Rechnung. 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In den n\u00e4chsten zehn Jahren steigt der Anteil der Personen im Rentenalter rasch an und verharrt dann auf einem sehr hohen Niveau. Daher m\u00fcssen sich Gesellschaft und Wirtschaft rasch und anhaltend auf diese neue Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung einstellen. 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