{"id":101727,"date":"2020-06-22T12:03:51","date_gmt":"2020-06-22T12:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/06\/zaengerle-07-2020fr\/"},"modified":"2024-02-05T16:18:19","modified_gmt":"2024-02-05T15:18:19","slug":"gerechter-medikamententarif","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/06\/gerechter-medikamententarif\/","title":{"rendered":"Gerechter Medikamententarif"},"content":{"rendered":"<p>Die beiden Branchenverb\u00e4nde Curafutura (Krankenversicherer) und Pharmasuisse (Apotheken) haben beim Bundesrat einen neuen Apothekentarif eingereicht. Von grossem Vorteil ist, dass sich seitens der Versicherer, nebst den Curafutura-Mitgliedern CSS, Helsana, Sanitas und KPT, auch Swica zur neuen L\u00f6sung bekennt. Damit repr\u00e4sentieren die Tarifpartner eine Mehrheit der Branche.<\/p>\n<p>Wir haben uns zwei Hauptziele gesetzt: Erstens soll die Tarifstruktur f\u00fcr den Preis eines Medikaments auf betriebswirtschaftlicher und wissenschaftlicher Basis hergeleitet werden. Damit werden die Kosten f\u00fcr Patienten transparent gemacht und Quersubventionen, welche Verkaufsanreize f\u00fcr die Apotheker verursachen, eliminiert. Zweitens schlagen wir dem Bundesrat eine preisunabh\u00e4ngige Ausgestaltung der Vertriebsmarge vor, die die Verschreibung von Generika und Biosimilars f\u00f6rdert. Diese erzielen bei sp\u00fcrbar g\u00fcnstigeren Preisen eine identische pharmazeutische Wirkung. Beide Ziele haben wir erreicht.<\/p>\n<h2>Win-win-Situation<\/h2>\n<p>F\u00fcr die geplante Einf\u00fchrung eines Referenzpreissystems, welches mehr Nachhaltigkeit und Effizienz bringt, ist eine anreizneutrale Vertriebsmarge zwingend. Eine leistungsorientierte Abgabe erm\u00f6glicht nichts weniger als eine Situation, bei der niemand schmerzhaft verliert. Neu ist, dass die Personalkosten des Apothekenteams zur Erbringung der pharmazeutischen Leistung nicht mehr Teil des Medikamentenpreises sind, sondern Teil des Apothekentarifs. W\u00e4hrend der Apothekentarif steigt, sinken die Kosten bei den Medikamenten deutlich. Was Curafutura und Pharmasuisse im vorgeschlagenen Tarifwerk unternommen haben, ist somit eine Neuverteilung im Sinne der Kostenwahrheit.<\/p>\n<p>Und das f\u00fchrt zu Bewegung im Markt. Weil die Marge der rezeptpflichtigen Tiefpreismedikamente bislang nicht kostendeckend war, f\u00fchrte dies zur wenig befriedigenden L\u00f6sung der Quersubventionierung durch teurere Medikamente. Mit der Neuregelung des Vertriebsanteils werden die effektiven Logistikkosten der Medikamente abgegolten. G\u00fcnstige Medikamente erfahren dadurch eine moderate Preiserh\u00f6hung, wohingegen beispielsweise chronisch kranke Patientinnen und Patienten, die oft w\u00e4hrend vieler Jahre auf hoch- bis h\u00f6chstpreisige Medikamente angewiesen sind, nicht mehr durch unfreiwillige Quersubvention bestraft werden. Auch das f\u00fchrt unter dem Strich zu einer Entlastung des Gesundheitswesens von mehreren Hundert Millionen Franken pro Jahr. Den neuen Tarif haben wir am 14. Mai beim Bundesrat eingereicht. Dieser hat es nun in der Hand, ob dieses Sparpotenzial bei den Menschen ankommt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden Branchenverb\u00e4nde Curafutura (Krankenversicherer) und Pharmasuisse (Apotheken) haben beim Bundesrat einen neuen Apothekentarif eingereicht. Von grossem Vorteil ist, dass sich seitens der Versicherer, nebst den Curafutura-Mitgliedern CSS, Helsana, Sanitas und KPT, auch Swica zur neuen L\u00f6sung bekennt. 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