{"id":101969,"date":"2020-05-25T10:50:35","date_gmt":"2020-05-25T10:50:35","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/05\/minsch-06-2020fr\/"},"modified":"2024-02-05T16:42:37","modified_gmt":"2024-02-05T15:42:37","slug":"aendert-corona-die-wirtschaftsordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/05\/aendert-corona-die-wirtschaftsordnung\/","title":{"rendered":"\u00c4ndert Corona die Wirtschaftsordnung?"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise ist noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht ausgestanden. Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den sind gewaltig, und die \u00f6ffentlichen Finanzen, noch bis vor Kurzem sehr solide, werden durch die Krise arg strapaziert. In letzter Zeit erfolgten staatliche Eingriffe in die Wirtschaft und gleichzeitig unterst\u00fctzende Massnahmen f\u00fcr Unternehmen und deren Mitarbeitende in einem Ausmass, wie es die Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen hat. Diese Eingriffe drohen aus drei Gr\u00fcnden eine nachhaltige Ver\u00e4nderung mit sich zu bringen.<\/p>\n<p>Erstens erhielten Exekutive und Verwaltung dank der ausserordentlichen Lage eine riesige Machtf\u00fclle wie noch nie in Friedenszeiten. Rasch konnten weitreichende Massnahmen beschlossen werden, ohne den m\u00fchsamen parlamentarischen Weg zu gehen. Die Machtf\u00fclle war in der ausserordentlichen Situation n\u00f6tig, damit der Staat mit den rasanten Entwicklungen Schritt halten konnte und handlungsf\u00e4hig blieb. Doch die Exekutive und die Verwaltung werden bei einer sich abzeichnenden Normalisierung der Lage die umfangreichen Entscheidungsbefugnisse wohl nur sehr ungern wieder preisgeben.<\/p>\n<p>Zweitens k\u00f6nnte sich die Krise nachhaltig auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Bund und Kantonen auswirken. In der Krise wurde offenkundig, dass kantonale Alleing\u00e4nge nicht zweckm\u00e4ssig sind. Es brauchte ein umfangreiches Krisenmanagement des Bundes, bei dem der Bundesrat eine zentrale F\u00fchrungsrolle beanspruchte. Die Zentralisierung war n\u00f6tig, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig birgt sie eine Gefahr: Unser gut austariertes f\u00f6derales System k\u00f6nnte sich dahin gehend ver\u00e4ndern, dass der Bund auch f\u00fcr Themen, die bisher durch die Kantone und die Gemeinden geregelt worden sind, die Verantwortung tragen m\u00f6chte.<\/p>\n<h2><strong>R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n<p>Drittens sch\u00fcttelte die Krise den mehr oder weniger robusten ordnungspolitischen Grundkonsens in der Schweiz geh\u00f6rig durcheinander. Hier der Staat, welcher die Rahmenbedingungen setzt, dort die Wirtschaft, die das unternehmerische Risiko in guten und schlechten Zeiten selbst tr\u00e4gt. W\u00e4hrend der Krise griff der Staat jedoch dirigistisch in die Wirtschaft ein und unterst\u00fctzte gleichzeitig grossz\u00fcgig besonders betroffene Kreise. Die Ausnahmesituation droht langfristig problematische Folgen f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Staat und Wirtschaft zu haben, indem die Verantwortung verst\u00e4rkt an den Staat abgegeben und der unternehmerische Freiraum der Unternehmen beschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Teilung der Macht, der starke F\u00f6deralismus und das hohe Mass an unternehmerischer Eigenverantwortung sind wesentliche Erfolgsfaktoren der Schweiz. Diese gilt es nach der Krise so rasch als m\u00f6glich wieder zu st\u00e4rken. Insbesondere sind die Notrechtsmassnahmen wieder vollst\u00e4ndig abzubauen und allf\u00e4llige weitere \u00dcbergangsmassnahmen rechtzeitig zur\u00fcckzufahren. Ebenso gilt es zentralistische Tendenzen abzuwehren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise ist noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht ausgestanden. Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den sind gewaltig, und die \u00f6ffentlichen Finanzen, noch bis vor Kurzem sehr solide, werden durch die Krise arg strapaziert. 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