{"id":102131,"date":"2020-05-18T07:31:46","date_gmt":"2020-05-18T07:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/05\/schaltegger-weckherlin-salvi-06-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:54:12","modified_gmt":"2023-08-23T20:54:12","slug":"die-schuldenbremse-komplettieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/05\/die-schuldenbremse-komplettieren\/","title":{"rendered":"Die Schuldenbremse komplettieren"},"content":{"rendered":"<p>Die letztj\u00e4hrige Rechnung des Bundes schloss wieder einmal besser ab als geplant: Mit 3,6 Milliarden Franken \u00fcbertrifft das f\u00fcr die Schuldenbremse relevante Finanzierungsergebnis f\u00fcr das Jahr 2019 die Prognose um fast 2,4 Milliarden. Und dies trotz neuer Sch\u00e4tzmethoden und seit 2017 angepasster Buchungspraxis bei R\u00fcckstellungen. Ohne diese w\u00fcrde der \u00dcberschuss sogar 5,1 Milliarden Franken betragen. Die Haushaltssteuerung des Bundes wurde deshalb in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten immer wieder kritisiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie einen monierten, die Finanzierungsrechnung bilde trotz der mehrmaligen Anpassungen nicht die tats\u00e4chliche Ertragslage ab und vermittle angesichts der r\u00fcckforderbaren Verrechnungssteuer ein zu optimistisches Bild des Bundeshaushalts. Andere wiederum beklagten, dass trotz wiederholt hohen \u00dcbersch\u00fcssen und dem kontinuierlichen Schuldenabbau weiterhin Spar\u00fcbungen unternommen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts der hohen Staatsausgaben als Folge der Corona-Krise d\u00fcrften diese Kritiker wohl vor\u00fcbergehend etwas verstummen. Trotzdem wirft die Kritik Fragen auf: Wie steht es denn nun wirklich um die finanziellen Verh\u00e4ltnisse des Bundes? Ist die Haushaltssteuerung \u00fcber die Schuldenbremse noch zeitgem\u00e4ss?&#13;<\/p>\n<h2><strong>Veraltete Geldflussrechnung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Grundlage der finanzpolitischen Haushaltssteuerung beim Bund ist die Finanzierungsrechnung. Sie ist das Bindeglied zur im Jahr 2003 eingef\u00fchrten Schuldenbremse. Diese soll den Ausgleich von Ausgaben und Einnahmen \u00fcber einen Konjunkturzyklus hinweg sicherstellen und den Bundeshaushalt vor einem strukturellen Ungleichgewicht bewahren. \u00dcber Jahre hinweg basierte der Bundeshaushalt auf einer eigentlichen Geldflussrechnung, da er nur geldflusswirksame Vorg\u00e4nge einer Rechnungsperiode auswies.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit der Einf\u00fchrung des Neuen Rechnungsmodells Bund (NRM) mit dem Voranschlag 2007 folgt der Bundeshaushalt dem Prinzip der doppelten Buchf\u00fchrung nach internationalen Standards (IPSAS). Analog zu privatwirtschaftlichen wie auch nicht gewinnorientierten Organisationen verf\u00fcgt er damit als eines der diesbez\u00fcglich weitestentwickelten L\u00e4nder \u00fcber allgemein anerkannte F\u00fchrungsinstrumente wie eine Erfolgsrechnung und eine Bilanz. Die Erfolgsrechnung bildet nicht die Geldfl\u00fcsse, sondern den tats\u00e4chlichen Wertverzehr im Verlauf einer Rechnungsperiode ab. Die Bilanz erg\u00e4nzt die Sicht mit Bestandswerten, indem sie die angesammelten Verm\u00f6genswerte den Verbindlichkeiten gegen\u00fcberstellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schuldenbremse und damit auch die finanzpolitische Steuerung durch das Parlament blieb trotz angepasster Rechnungslegung die Finanzierungsrechnung relevant. Der Bund hat aber in den letzten Jahren verst\u00e4rkt Elemente der Periodengerechtigkeit in der Finanzierungssicht verwendet (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Wenn zum Beispiel Anfang Januar Antr\u00e4ge auf R\u00fcckerstattung von Verrechnungssteuern des Vorjahrs eingehen, wird die absehbare R\u00fcckerstattung noch dem alten Jahr belastet. Seit dem Abschluss 2017 hat der Bund nebst der Abgrenzung konkret absehbarer F\u00e4lle auch eine allgemeine R\u00fcckstellung in der Finanzierungsrechnung verbucht und damit ein weiteres Element aus der Erfolgsrechnung \u00fcbernommen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Drei anerkannte Gr\u00f6ssen der Haushaltssteuerung&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-05-12-um-14.57.48.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-95689\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-05-12-um-14.57.48.png\" alt=\"\" width=\"2234\" height=\"894\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die dunkelblauen Elemente entsprechen der Finanzierungsrechnung des Bundes. Bei der Einf\u00fchrung der Schuldenbremse im Jahr 2003 basierte diese eindeutig auf der Geldflussrechnung. Inzwischen hat sie sich der Erfolgsrechnung angen\u00e4hert.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend mit Unsicherheit behaftete R\u00fcckstellungen in der Erfolgsrechnung zwingend sind, bleiben sie in der geldflussorientierten Finanzierungsrechnung sachfremd.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Darum hat die Eidgen\u00f6ssische Finanzkontrolle (EFK), das oberste Finanzaufsichtsorgan des Bundes, diese Praxis ger\u00fcgt. Der Bundesrat plant im Rahmen einer Motion des Zuger CVP-St\u00e4nderats Peter Hegglin nun, das Finanzhaushaltsgesetz anzupassen und zeitliche Abgrenzungen und R\u00fcckstellungen in der Finanzierungsrechnung zu erlauben.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Langfristige Sicht<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas wirft die Frage auf, wie sich die finanziellen Verh\u00e4ltnisse des Bundes am besten darstellen und beurteilen lassen. Klar scheint: Ein Staat sollte \u00fcber die j\u00e4hrlichen Budgets und Schuldenst\u00e4nde hinaus nachweisen k\u00f6nnen, dass er seinen langfristigen Verpflichtungen nachkommen kann und finanziell dauerhaft nachhaltig aufgestellt ist. Dies wird sp\u00e4testens in der aktuellen Corona-Krise einmal mehr deutlich. Nur eine umfassende \u00dcbersicht erm\u00f6glicht es dem Parlament, der Verwaltung und der Regierung, transparent und klar ihrer treuh\u00e4nderischen Aufgabe nachzukommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDabei kommt der Bilanz in den aktuellen Diskussionen eine besonders wichtige Funktion zu. Denn die Abw\u00e4gung, ob der Schuldenabbau eingestellt oder mehr Investitionen kreditfinanziert werden sollen, kann nicht allein auf Basis der Finanzierungs- oder Erfolgsrechnung getroffen werden. Deren Aussagekraft beschr\u00e4nkt sich auf ein Jahr. Der Einbezug der l\u00e4ngerfristig orientierten Bilanz ist zentral: Sie unterscheidet zwischen Verm\u00f6gen (Aktiven) und Schulden (Passiven). Den \u00dcberschuss des Verm\u00f6gens \u00fcber die Schulden bezeichnet man als Eigenkapital. Je solider die Eigenkapitalfinanzierung, umso besser ist die Bilanz. Hinzu kommt die Kapitalintensit\u00e4t: Eine Bilanz f\u00e4llt umso besser aus, je weniger Anlageverm\u00f6gen pro Staatsangestellten eingesetzt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Eigenkapital des Staates ist nicht nur f\u00fcr Investitionsentscheide wichtig. L\u00e4nder mit h\u00f6herem Eigenkapital sind nachhaltiger finanziert: Sie haben geringere Finanzierungskosten und sind besser in der Lage, mit einer diskretion\u00e4ren Fiskalpolitik auf wirtschaftliche Schocks wie derzeit die Corona-Krise zu reagieren.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Gerade hinsichtlich dieser Resilienz ist ein Eigenkapitalpuffer wichtig. Der Bund wies noch im Jahr 2015 ein negatives Eigenkapital von fast 21 Milliarden Franken aus (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Ob damals eine Lockerung der Schuldenbremse \u2013 ungeachtet der hohen \u00dcbersch\u00fcsse \u2013 sinnvoll gewesen w\u00e4re, ist aus Bilanzsicht mehr als fraglich. Die \u00f6ffentliche Debatte dar\u00fcber ist aber bisher ausgeblieben.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: \u00dcberschuss, Schulden und Eigenkapital des Bundes (2007\u20132018)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Schaltegger_Weckherlin_Abb2-DE'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Schaltegger_Weckherlin_Abb2-DE').highcharts({ \nchart: {\n            zoomType: ''\n        },\ntitle: {\n            text: ''\n        },\n       \n        subtitle: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: [{\n            categories: [ '2007', '2008', '2009', '2010', '2011','2012', '2013', '2014', '2015', '2016', '2017', '2018', '2019'],\n            crosshair: true\n        }],\n\/\/-------->\n Es braucht eine prim\u00e4re und Sekund\u00e4re Achse <--------\/\/\n        yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n            labels: {\n              format: '{value}',\n                \n            },min:-150,\nmax:150,\n            title: {\n                text: 'Mrd. 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Auch f\u00fcr Staaten gewinnt das Konzept laufend an Bedeutung: Sowohl die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als auch der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) empfehlen, dass Staaten ein positives Eigenkapital ausweisen sollten. Einige Kantone wie etwa Basel-Landschaft und Luzern machen bereits solche Vorschriften. Allerdings fehlt f\u00fcr Staaten bisher ein standardm\u00e4ssiger Grenzwert, was die H\u00f6he des Eigenkapitals beziehungsweise der Eigenkapitalquote anbelangt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Resilienz eines Staates, f\u00fcr die Berechenbarkeit f\u00fcr die B\u00fcrger und im Kontext des Handlungsspielraums zuk\u00fcnftiger Generationen ist ein positives Eigenkapital aber eine notwendige Voraussetzung. Die Werte und Erfahrungen mit unterschiedlichen Zyklen aus der Privatwirtschaft k\u00f6nnten dabei einen Referenzwert darstellen. Es liesse sich zwar argumentieren, dass die Solvenz eines Staats weniger schnell gef\u00e4hrdet ist als bei einem Unternehmen und daher die Eigenkapitalausstattung auch tiefer sein k\u00f6nnte. Demgegen\u00fcber zeigte gerade die letzte Finanzkrise, dass Staaten durch \u00dcbernahme von notleidenden Krediten in die eigene Bilanz schnell an Glaubw\u00fcrdigkeit und Nachhaltigkeit verlieren und damit ihre Refinanzierungsm\u00f6glichkeiten leiden, zumal ein starker Zusammenhang zwischen der Ertragsvolatilit\u00e4t des Staates und seiner lokalen Wirtschaftsstruktur besteht. Angesichts des milliardenschweren Massnahmenpaktes im Rahmen der Corona-Krise wirken sogar die 29,5 Milliarden Franken Eigenkapital des Bundes per Ende 2019 eher sp\u00e4rlich.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Entscheidungsgrundlage verbessern<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas bedeutet dies f\u00fcr die Schuldenbremse? Als urspr\u00fcnglich geldflussorientierte Gr\u00f6sse hat die Schuldenbremse nicht immer einen offensichtlichen Bezug zur Erfolgsrechnung, da sie Ergebnisse nicht unterschiedlichen Perioden zuweist. Durch die Mechanik des Ausgleichskontos werden kurzfristige kleinere Schwankungen zwar absorbiert, doch ungew\u00f6hnliche Ausschl\u00e4ge im Finanzierungsergebnis sind jeweils erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vom Bundesrat vorgeschlagene Ann\u00e4herung der Finanzierungsrechnung an die Erfolgsrechnung bietet dabei eine M\u00f6glichkeit, das Problem zu adressieren. Die moderne Rechnungslegung und Finanzf\u00fchrungspraxis bieten aber auch andere Optionen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Gerade bei gemeinn\u00fctzigen Organisationen ist es mittlerweile \u00fcblich, zus\u00e4tzlich zur Mittelflussbetrachtung Vorgaben zur Erfolgsrechnung und zur Bilanz und dabei insbesondere zum Eigenkapital zu formulieren. In den Schweizer Kantonen derzeit am verbreitetsten sind zum Beispiel Vorgaben hinsichtlich der Erfolgsrechnung.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeim Bund k\u00f6nnte ebenso, erg\u00e4nzend zur heutigen Finanzierungsrechnung, eine Regelung bez\u00fcglich des Eigenkapitals eingef\u00fchrt werden. Vor allem bei Forderungen, den Schuldenabbau zu stoppen, erg\u00e4be der Bilanzbezug eine gute Entscheidungsgrundlage. Man k\u00f6nnte festhalten, ab welchem Stand des Eigenkapitals relativ zur Bilanzsumme eine Lockerung der Ausgabenregel m\u00f6glich w\u00e4re. Dies liesse sich voraussichtlich auch ohne Anpassung der Finanzierungsrechnung bewerkstelligen. Im Weiteren ist auch eine an die heutige Regelung angelehnte weiter gehende Vorgabe betreffend die Erfolgs- und die Investitionsrechnung denkbar.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Neuseeland macht es vor<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZweifelsohne ist aktuell Neuseeland bez\u00fcglich finanzpolitischer Steuerung f\u00fchrend. Seit rund 30 Jahren wendet Neuseeland die internationalen Rechnungslegungsstandards konsequent an, sowohl in der Berichterstattung als auch in der Haushaltssteuerung.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEinen Fokus legt Neuseeland auf die langfristige St\u00e4rkung der Bilanz. Dazu soll langfristig das Nettoverm\u00f6gen vergr\u00f6ssert werden. Um dies zu operationalisieren, werden mehrj\u00e4hrige Szenarien berechnet. Die Bilanzprognosen erstrecken sich \u00fcber einen Zeitraum von sechs bis zehn Jahren und decken alle wichtigen Aggregate ab: Aktiva, Passiva und Nettowert. Die Erfolgsrechnung reicht ebenfalls \u00fcber ein Jahr hinaus. Die Beh\u00f6rden verwenden diese Prognosen, um die Auswirkungen von Rentenreformen, Steuer\u00e4nderungen oder \u00f6ffentlichen Investitionen aufzuzeigen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch in der Schweiz finden erhebliche Aktivit\u00e4ten ausserhalb der ordentlichen Staatshaushalte statt. Diese k\u00f6nnen im eigentlichen Konsolidierungs- und Verantwortungsbereich des Bundes sein oder von diesem nur treuh\u00e4nderisch verwaltet werden. Fakt ist jedenfalls, dass die Schuldenbremse zum Beispiel nicht f\u00fcr die Sozialversicherungen des Bundes oder f\u00fcr \u00f6ffentliche Unternehmen gilt. Eine gewisse \u00dcbersicht bietet zwar die konsolidierte Rechnung des Bundes (KRB), welche aber ausserhalb der ordentlichen Staatsrechnung gef\u00fchrt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLangfristige Planbilanzen und -erfolgsrechnungen w\u00e4ren somit auch beim Bund denkbar: Mithilfe eines Vergleichs der derzeitigen \u00f6ffentlichen Verm\u00f6gen und Verbindlichkeiten mit langfristigen Haushaltsprognosen k\u00f6nnte die Eidgen\u00f6ssische Finanzverwaltung aufzeigen, wie gut und nachhaltig die \u00f6ffentlichen Finanzen aufgestellt sind, um dem demografischen Druck im Hinblick auf die schnell alternden Gesellschaften zu begegnen. Ein umfassender Ansatz, welcher die heute bestehenden Langzeitperspektiven auch bilanziell und in der Erfolgsrechnung abbildet und mit einbezieht, erscheint jedenfalls sinnvoll.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schuldenbremse bleibt zentral<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAbschliessend l\u00e4sst sich sagen: Der Bund verf\u00fcgt heute bereits \u00fcber wichtige Instrumente f\u00fcr eine erfolgreiche Haushaltssteuerung. International schneidet er zudem bez\u00fcglich seines breiten Rechnungsmodells sehr gut ab. F\u00fcr eine zukunftsgerichtete Politik w\u00e4re es jedoch w\u00fcnschenswert, diese Gr\u00f6ssen nicht nur aus Reporting- und buchhalterischer Sicht zu nutzen, sondern auch st\u00e4rker in finanzpolitische Entscheide einzubeziehen und gem\u00e4ss diesen Bed\u00fcrfnissen zu erweitern und weiterzuentwickeln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund komplexer Kausalit\u00e4ten sind buchhalterische Gr\u00f6ssen und Kennzahlen aber immer mit Unsch\u00e4rfe verbunden, was wiederum zu Fehlentscheidungen f\u00fchren kann. Finanzzahlen sind nicht die Wirklichkeit, sie sind aber, je breiter sie abgest\u00fctzt sind, die bestm\u00f6gliche Ann\u00e4herung an die Wirklichkeit.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Dies gilt umso mehr, wenn international g\u00fcltige Buchf\u00fchrungsstandards eingehalten werden und eine leistungsf\u00e4hige Aufsicht das Zahlenwerk begutachtet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin st\u00e4rkerer Fokus auf eine bilanzorientierte Haushaltssteuerung w\u00fcrde deshalb f\u00fcr finanzpolitische Entscheide mehr Transparenz und eine bessere Informationsgrundlage schaffen, ohne dass bew\u00e4hrte Gr\u00f6ssen wie die Ausgaben und Einnahmen, Budget\u00fcbersch\u00fcsse oder Bruttoschulden vernachl\u00e4ssigt werden m\u00fcssten. Denn es braucht einen j\u00e4hrlichen Mechanismus, der die Bundesfinanzen sch\u00fctzt. Ein Ausgabenplafond \u2013 basierend auf einer klar definierten und umfassenden Rechnungsgr\u00f6sse \u2013 ist dabei kein Hindernis, sondern ein notwendiges Instrument. Das zeigt nicht nur die Schweizer Erfahrung, sondern ist auch die theoretisch wie empirisch gut gest\u00fctzte Erkenntnis der Finanzwissenschaften, die sich in der aktuellen Corona-Krise einmal mehr best\u00e4tigt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Schaltegger und Salvi (2020).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Motion 16.4018.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">IWF (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Bergmann et. al. (2019)&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Waldmeier et al. (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Center for Public Impact (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Weckherlin (2003).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letztj\u00e4hrige Rechnung des Bundes schloss wieder einmal besser ab als geplant: Mit 3,6 Milliarden Franken \u00fcbertrifft das f\u00fcr die Schuldenbremse relevante Finanzierungsergebnis f\u00fcr das Jahr 2019 die Prognose um fast 2,4 Milliarden. Und dies trotz neuer Sch\u00e4tzmethoden und seit 2017 angepasster Buchungspraxis bei R\u00fcckstellungen. Ohne diese w\u00fcrde der \u00dcberschuss sogar 5,1 Milliarden Franken betragen. 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