{"id":102366,"date":"2020-04-21T10:30:42","date_gmt":"2020-04-21T10:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/04\/graf-05-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:54:28","modified_gmt":"2023-08-23T20:54:28","slug":"oecd-neue-trends-in-der-entwicklungszusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/04\/oecd-neue-trends-in-der-entwicklungszusammenarbeit\/","title":{"rendered":"OECD: Neue Trends in der Entwicklungszusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Rhetorik vom \u00abNorden\u00bb und vom \u00abS\u00fcden\u00bb in der internationalen Zusammenarbeit (IZA) ist \u00fcberholt. Der einseitige Fokus vom Norden auf den S\u00fcden existiert nicht mehr. Die UNO-Ziele f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) von 2015 haben die Ausgangslage deutlich ver\u00e4ndert. Sie rufen nach Massnahmen f\u00fcr eine gerechtere Welt in allen L\u00e4ndern, nicht nur in Entwicklungsl\u00e4ndern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch die riesige Finanzierungsl\u00fccke von 2500 Milliarden Dollar, die zur Erreichung der UNO-Ziele notwendig sind, ist bei Weitem nicht mit der herk\u00f6mmlichen \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe zu schliessen. Diese macht lediglich 6 Prozent dieses Finanzierungsbedarfs aus. Deshalb ist ein smarter Einsatz von IZA gesucht, der zus\u00e4tzliche Anstrengungen und Investitionen zugunsten \u00e4rmerer L\u00e4nder ausl\u00f6st.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie absolute Armut, deren vorrangige Bek\u00e4mpfung \u00fcber lange Zeit das Hauptziel der IZA war, hat relativ gesehen etwas an Bedeutung eingeb\u00fcsst: Weltweit hat sie sich auf unter 10 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung verringert, was einem historischen Tiefstwert entspricht. Hingegen sind wachsende Ungleichheiten, Klimawandel, Migrationsbewegungen und Gewaltkonflikte zu wichtigen Herausforderungen geworden, denen sich die k\u00fcnftige IZA stellen muss. Zudem fordern neue Akteure wie China oder private Stiftungen das Weltbild traditioneller IZA-Geberl\u00e4nder heraus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: In welche Richtung wird sich die IZA in den n\u00e4chsten Jahren entwickeln? Und welche Tendenzen sind derzeit bei der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) zu beobachten?&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rkere Rolle des Privatsektors<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEines der Zauberw\u00f6rter bei der OECD heisst derzeit \u00abBlended Finance\u00bb, was so viel wie \u00abgemischte Finanzierung\u00bb bedeutet. Durch einen geschickten Einsatz von Kapital aus \u00f6ffentlichen Quellen und von philanthropischen Stiftungen soll der Privatsektor Anreize erhalten, zus\u00e4tzliche Investitionen in Entwicklungsl\u00e4ndern zu t\u00e4tigen. Dabei soll insbesondere das Investitionsrisiko f\u00fcr private Investoren reduziert werden, etwa mittels Garantien, First-loss-Regelungen oder technischer Unterst\u00fctzung beim Aufbau von Investitionsfonds.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine weitere neuere Entwicklung ist das \u00abSocial Impact Investing\u00bb. Dabei sollen private Investitionen in Entwicklungsl\u00e4ndern neben einer finanziellen Rendite auch soziale und \u00f6kologische Renditen erzielen. Die OECD hat Empfehlungen gemacht, wie diese beiden Instrumente solche Investitionen f\u00f6rdern k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInwieweit es gelingen wird, mit den beiden genannten Vehikeln deutlich mehr privates Kapital anzulocken und eine nachhaltigere Entwicklung zu erreichen, ist derzeit offen. Klar ist: \u00dcber die letzten Jahre war der Trend deutlich positiv. 2018 konnten gem\u00e4ss der OECD rund 49 Milliarden Dollar an zus\u00e4tzlichen privaten Mitteln mobilisiert werden (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Das entspricht immerhin einem Drittel der \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe der OECD-L\u00e4nder. Allerdings fliessen nur gerade 8 Prozent dieser Mittel in die \u00e4rmsten L\u00e4nder. Ob diese zus\u00e4tzlich mobilisierten Ressourcen zu besseren Ergebnissen f\u00fchren, h\u00e4ngt letztlich von den Politiken und Kapazit\u00e4ten der Entwicklungsl\u00e4nder und Unternehmen ab.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Vom Privatsektor mobilisierte Entwicklungsfinanzierung (2012\u20132018)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='graf_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#graf_de_1').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['2012', '2013', '2014', '2015', '2016', '2017', '2018']\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: 'in Milliarden Dollar'\n        },\n        stackLabels: {\n            enabled: false,\n            \n        }\n    },\n     legend: {\n       \n        reversed: true\n    },\n\n\n   \n    tooltip: {\n        headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{series.name}: {point.y} Mrd. 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In ihren neuen Strategien gewichten sie globale Herausforderungen wie Klimawandel, Migration und Sicherheit deutlich h\u00f6her als bisher. Damit unterstreichen sie auch ihre eigenen nationalen Interessen. Diese Tendenz zeigt sich auch darin, dass die OECD-Mitglieder zunehmend mehr Mittel in multilaterale Organisationen und globale Fonds investieren \u2013 zulasten der bilateralen L\u00e4nderbudgets.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsbesondere klima- und umweltvertr\u00e4gliche Entwicklungsvorhaben geniessen derzeit bei den OECD-Mitgliedern hohe Aufmerksamkeit. \u00dcber ein Drittel der gesamten bilateralen Mittel verfolgt spezifische umwelt- oder klimabezogene Ziele (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). In einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> empfiehlt die OECD ihren Mitgliedern, ihre Entwicklungszusammenarbeit noch st\u00e4rker auf umwelt- und klimapolitische Nachhaltigkeit auszurichten, erneuerbare Energien zu f\u00f6rdern und Projekte mit fossilen Brennstoffen m\u00f6glichst zu meiden. Die internationale Zusammenarbeit kann so eine gewisse Vorreiter- und Vorbildfunktion wahrnehmen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Umwelt- und klimabezogene bilaterale Entwicklungshilfe der OECD-Mitglieder (2008\u20132018)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='graf_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#graf_de_2').highcharts({\n    \n         chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['2008', '2009', '2010', '2011', '2012', '2013', '2014', '2015', '2016', '2017', '2018']\n    },\n    yAxis: {\n        min: 0,\n        title: {\n            text: 'in Milliarden Dollar'\n        },\n        stackLabels: {\n            enabled: false,\n            \n        }\n    },\n     legend: {\n       \n        reversed: true\n    },\n\n\n   \n    tooltip: {\n        headerFormat: '<b>{point.x}<\/b><br\/>',\n        pointFormat: '{series.name}: {point.y} Mrd. 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Wie gross dieser Hebel ist, zeigt die Statistik: Internationale Migranten \u00fcberweisen j\u00e4hrlich rund 450 Milliarden Dollar an ihre Verwandten in Entwicklungsl\u00e4ndern. Das ist das Dreifache der \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe der OECD-L\u00e4nder. Auch die sinnvolle Steuerung internationaler Migrationsfl\u00fcsse ist Thema solcher Dialogplattformen, beispielsweise wie die Anliegen des globalen UNO-Migrationspaktes von 2018 praktisch umgesetzt werden sollen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine h\u00f6here Gewichtung globaler Herausforderungen wie Klima und Migration in der IZA widerspiegelt sich auch in den Fortschritten bei der Erfassung der Beitr\u00e4ge der einzelnen L\u00e4nder zu globalen \u00f6ffentlichen G\u00fctern durch die OECD (siehe <em>Kasten<\/em>). Die Corona-Pandemie d\u00fcrfte die Tendenz weiter verst\u00e4rken, globale Ph\u00e4nomene und die Widerstandskraft von Entwicklungsl\u00e4ndern in der IZA zu thematisieren.&#13;<\/p>\n<h2>Neue Entwicklungsakteure<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bedeutung neuer Akteure auf der IZA-B\u00fchne hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dazu z\u00e4hlen nicht nur Schwellenl\u00e4nder und neue Geber wie China und die Golfstaaten, sondern auch finanzkr\u00e4ftige und einflussreiche private Stiftungen wie etwa die Bill &amp; Melinda Gates Foundation. 2017 investierten philanthropische Stiftungen insgesamt 3,7 Milliarden Dollar in Entwicklungsvorhaben im Gesundheitsbereich. Damit sind sie nach den USA zur zweitwichtigsten Finanzierungsquelle in diesem Bereich herangewachsen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie OECD unterh\u00e4lt einen systematischen Austausch mit diesen Stiftungen sowie einen regelm\u00e4ssigeren Dialog mit Nicht-OECD-L\u00e4ndern. Der Austausch unter gleichgesinnten Partnern im OECD-Club reicht nicht mehr aus. Das gegenseitige Lernen zwischen Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern r\u00fcckt zunehmend in den Vordergrund. Damit werden triangul\u00e4re Zusammenarbeit und S\u00fcd-S\u00fcd-Zusammenarbeit immer wichtigere und interessante Formen. Im Gegensatz zur bilateralen Nord-S\u00fcd-Zusammenarbeit werden bei der triangul\u00e4ren Zusammenarbeit auch Organisationen aus Schwellenl\u00e4ndern mit ihren Kompetenzen eingebunden. Bei der S\u00fcd-S\u00fcd-Zusammenarbeit unterst\u00fctzen sich mehrere Entwicklungs- oder Schwellenl\u00e4nder gegenseitig mit Wissen und in gemeinsamen Projekten. Sie stellen ein Lernfeld f\u00fcr Partnerschaften auf Augenh\u00f6he dar. Die OECD war entsprechend an der zweiten UNO-Konferenz zur S\u00fcd-S\u00fcd-Zusammenarbeit 2019 in Buenos Aires mit Beitr\u00e4gen vertreten und organisierte im gleichen Jahr auch das 5. internationale Treffen zu triangul\u00e4rer Zusammenarbeit in Lissabon mit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer gewichtigste \u00abneue\u00bb Akteur in der IZA ist zweifellos China. Mit seiner \u00abBelt &amp; Road Initiative\u00bb setzt China neue Massst\u00e4be und stellt Herausforderungen f\u00fcr Entwicklungsvorhaben. Die OECD und einzelne Mitglieder sind in Sachen IZA mit China und seiner neu gegr\u00fcndeten Entwicklungsagentur (CIDCA) in regelm\u00e4ssigem Kontakt \u2013 in gewissem Masse, um sich gegenseitig zu beobachten. China ist umgekehrt auch Mitglied des OECD-Entwicklungszentrums, einer Unterorganisation der OECD. Der Austausch zwischen den beiden zu Fragen der Internationalen Zusammenarbeit konzentriert sich derzeit in erster Linie auf statistische und evaluatorische Fragen.&#13;<\/p>\n<h2>Internationales Steuerregime reformieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInternationale Zusammenarbeit bedeutet nicht nur Unterst\u00fctzung vor Ort, sondern auch Koordination und Zusammenarbeit mit anderen Politikbereichen zu Hause, beispielsweise bei handels- und wirtschaftspolitischen Fragen. Die OECD hat ihre Forderung an ihre Mitglieder nach mehr Koh\u00e4renz f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung k\u00fcrzlich erneuert und erweitert. So sieht sie unter anderem einen Reformbedarf bei internationalen Steuerregimes. Sie sch\u00e4tzt, dass durch Steuerumgehung und ungleiche Steuerregeln weltweit j\u00e4hrlich bis zu 240 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen verloren gehen \u2013 ein grosser Teil davon in Entwicklungsl\u00e4ndern. Das entspricht mehr als dem Anderthalbfachen der weltweiten \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGleichzeitig sieht die OECD auch Potenzial in Sachen Investitionspolitik: So sollen etwa die Anreize verbessert werden, um die Investitionsregimes in Entwicklungsl\u00e4ndern besser auf die UNO-Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung auszurichten. Die Schweiz unterst\u00fctzt solche vielversprechenden Querschnittsans\u00e4tze, die \u00fcber die traditionelle IZA hinausgehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Weiteren zeigen OECD-Analysen, dass sich \u00f6ffentliche Entwicklungshilfe-Budgets auf eine wachsende Zahl \u00f6ffentlicher und privater Stellen bei den Geberl\u00e4ndern verteilen. Dies erfordert eine erh\u00f6hte Koordination. Damit kommen neue Aufgaben auf traditionelle Entwicklungsagenturen wie die Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) oder das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zu. Sie m\u00fcssen zunehmend auch als Vermittler und Br\u00fcckenbauer zwischen IZA-relevanten Stellen innerhalb und ausserhalb der \u00f6ffentlichen Verwaltung agieren.&#13;<\/p>\n<h2>OECD lobt die Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der letzten \u00dcberpr\u00fcfung der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz durch den OECD-Entwicklungshilfeausschuss (DAC) von 2019 hat die Schweiz insgesamt gute Noten erhalten. Die Schweizer IZA gilt als innovativ und insbesondere vorausschauend bei globalen Herausforderungen. Dank qualitativ guter Beitr\u00e4ge gemessen an ihrer Gr\u00f6sse wird der Einfluss der Schweiz bei multilateralen Organisationen oft als \u00fcberproportional beurteilt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweiz bringt sich bei der OECD auch aktiv in die Erneuerung traditioneller IZA-Ans\u00e4tze ein. So spielt sie etwa eine Pionierrolle bei der Unterst\u00fctzung von OECD-Querschnittsprojekten f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und tr\u00e4gt zur entwicklungsfreundlicheren Gestaltung internationaler Investitions- und Steuerpolitiken bei. Ebenso \u00fcbernimmt sie Verantwortung auf internationaler Ebene, etwa indem sie sich im Leitungsgremium der \u00ab<a href=\"http:\/\/effectivecooperation.org\/\">Globalen Partnerschaft f\u00fcr eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit<\/a>\u00bb zusammen mit Partnerl\u00e4ndern f\u00fcr eine wirkungsvollere IZA-Politik engagiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Umgestaltung der IZA an der Heimfront steht der Schweiz in verschiedenen Bereichen noch bevor. Inwieweit sich die k\u00fcnftige Schweizer IZA an den hier skizzierten internationalen Tendenzen orientieren wird, wird die Diskussion der neuen strategischen <a href=\"https:\/\/www.eda.admin.ch\/deza\/de\/home\/aktuell\/dossiers\/alle-dossiers\/iza-2021-2024.html\">Ausrichtung der Schweizer IZA 2021\u20132024<\/a> zeigen. Das Parlament wird sie im Verlauf dieses Jahres behandeln.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe OECD. (2019). <a href=\"https:\/\/www.oecd-ilibrary.org\/sites\/5099ad91-en\/index.html?itemId=\/content\/publication\/5099ad91-en\">Aligning Development Co-operation and Climate Action \u2013 The Only Way Forward<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rhetorik vom \u00abNorden\u00bb und vom \u00abS\u00fcden\u00bb in der internationalen Zusammenarbeit (IZA) ist \u00fcberholt. Der einseitige Fokus vom Norden auf den S\u00fcden existiert nicht mehr. Die UNO-Ziele f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) von 2015 haben die Ausgangslage deutlich ver\u00e4ndert. 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Die Arbeiten der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) und deren Entwicklungshilfeausschuss DAC geben Hinweise, in welche Richtung sich die k\u00fcnftige IZA entwickelt. Sie wird vielschichtiger und zunehmend zur Vermittlerin und Br\u00fcckenbauerin. 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