{"id":102415,"date":"2020-04-21T10:30:10","date_gmt":"2020-04-21T10:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/04\/frieden-05-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:54:34","modified_gmt":"2023-08-23T20:54:34","slug":"mehr-arbeitsplaetze-dank-florierenden-kmu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/04\/mehr-arbeitsplaetze-dank-florierenden-kmu\/","title":{"rendered":"Mehr Arbeitspl\u00e4tze dank florierenden KMU"},"content":{"rendered":"<p>Arbeitspl\u00e4tze sind zentral, um Armut zu bek\u00e4mpfen. Ein nachhaltiges Wachstum und die Integration von Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern in das Weltwirtschaftssystem sind deshalb wichtige Ziele der internationalen Zusammenarbeit des Bundes. So unterst\u00fctzt das Seco zahlreiche Massnahmen zur Entwicklung des Privatsektors in Entwicklungsl\u00e4ndern, insbesondere zur Verbesserung des Investitionsklimas. Erg\u00e4nzt werden diese Massnahmen durch Sifem, die unabh\u00e4ngige Entwicklungsfinanzierungsinstitution des Bundes.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSifem steht f\u00fcr Swiss Investment Fund for Emerging Markets<em>.<\/em> Der Fonds gew\u00e4hrt haupts\u00e4chlich langfristige Finanzierungen an KMU und andere schnell wachsende Firmen. Hierzu gew\u00e4hrt er Darlehen an lokale und regionale Risikokapitalfonds und Banken oder andere Finanzinstitutionen. Sifem arbeitet eng mit den lokalen Fondsmanagern und Finanzinstitutionen zusammen \u2013 nicht nur um die richtige Finanzierungsl\u00f6sung bereitzustellen, sondern auch um ihre Kompetenzen zu st\u00e4rken. Dadurch k\u00f6nnen die lokalen Fondsverwalter beispielsweise die Umwelt-, Sozial- und Gouvernanzrisiken ihrer Portfoliofirmen besser handhaben. Die operative Leitung von Sifem wurde Obviam, einer privaten Investitionsberatungsfirma, anvertraut. Sifem investiert direkt und indirekt in rund 470 Firmen in 73 L\u00e4ndern. Das Portfolio von Sifem umfasste per Jahresende 2019 mehr als 812 Millionen Franken an aktiven Verpflichtungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Fokus der Investitionst\u00e4tigkeit von Sifem liegt auf den Priorit\u00e4tsl\u00e4ndern der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. In der neuen Botschaft<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> zur Internationalen Zusammenarbeit 2021\u20132024 soll der Entwicklungsfonds vor allem auf zwei Ziele fokussieren: Arbeitspl\u00e4tze schaffen und den Klimawandel bek\u00e4mpfen.&#13;<\/p>\n<h2>Sicheres Arbeitsumfeld schaffen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSifem gilt als sogenannter Impact-Investor, da alle Investitionen mit dem Ziel get\u00e4tigt werden, messbare Entwicklungseffekte zu erzielen. Ein zentraler Aspekt der Investitionst\u00e4tigkeit ist es etwa, mehr und bessere Arbeitsstellen zu schaffen. Denn: Ein Job ist zwar der beste Ausweg aus der Armut, er muss aber auch korrekte Anstellungsbedingungen und angemessene, menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen gew\u00e4hren. Dazu m\u00fcssen die Arbeitgeber die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einhalten, ein sicheres Arbeitsumfeld gew\u00e4hrleisten und den Besch\u00e4ftigten M\u00f6glichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten. Da Sifem ausschliesslich in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern investiert, von denen einige prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsbedingungen aufweisen, stellen diese Anforderungen oft eine Herausforderung dar und erfordern aktive Unterst\u00fctzung, insbesondere f\u00fcr KMU.&#13;<\/p>\n<h2>Doppelter Nutzen von Klimainvestitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSifem engagiert sich auch in sektorspezifischen Fonds, die in Projekte f\u00fcr erneuerbare Energien, Energieeffizienz und -speicherung, Ressourcenmanagement, Abfallbewirtschaftung oder nachhaltige Forstwirtschaft investieren. In den vergangenen zehn Jahren hat Sifem so insgesamt rund 116 Millionen Franken<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> in klimarelevante Projekte investiert. Dabei entfielen 86 Prozent auf erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz und 14 Prozent auf nachhaltige Forstwirtschaft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Beispiel: In mehreren ostafrikanischen L\u00e4ndern wie Kenia, \u00c4thiopien oder Tansania investierte Sifem in ein Unternehmen, welches Solarleuchten und Solarstromprodukte verkauft, die unabh\u00e4ngig vom Stromnetz funktionieren. Abnehmer dieser Produkte sind insbesondere Haushalte in l\u00e4ndlichen Gebieten und mit niedrigem Einkommen, welche nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Die Solarprodukte verbessern die Lebensverh\u00e4ltnisse auf vielf\u00e4ltige Weise: Wer Kerosinlampen durch Solarleuchten ersetzt, spart nicht nur Geld, sondern tr\u00e4gt auch zur Gesundheit und Sicherheit zu Hause und am Arbeitsplatz bei. Ausserdem k\u00f6nnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dank den Leuchten auch nach Einbruch der Dunkelheit lernen. Und nicht zuletzt erh\u00e4lt man dank eines solarbetriebenen Radios oder Fernsehers auch Zugang zu Nachrichten und Informationen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Investitionen tragen also nicht nur dazu bei, den Klimawandel zu bek\u00e4mpfen, sondern sind auch mit einem Entwicklungsnutzen f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung verbunden. Diese profitiert etwa von einem besseren Zugang zu sauberem Wasser, zur Energieversorgung oder zu zus\u00e4tzlicher Infrastruktur.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Medienmitteilung des Bundesrates vom 19.2.2020: <a href=\"https:\/\/www.eda.admin.ch\/eda\/de\/home\/das-eda\/aktuell\/news.html\/content\/eda\/de\/meta\/news\/2020\/2\/19\/78145\">Bundesrat verabschiedet Strategie zur internationalen Zusammenarbeit 2021\u20132024<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Sifem (2019) <a href=\"http:\/\/www.sifem.ch\/fileadmin\/user_upload\/sifem\/pdf\/de\/Reports\/SIFEM_Investitionen_in_eine_nachhaltige_Entwicklung__Ausgabe_2019.pdf\">Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung<\/a>. Ausgabe 2019. Bern.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitspl\u00e4tze sind zentral, um Armut zu bek\u00e4mpfen. Ein nachhaltiges Wachstum und die Integration von Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern in das Weltwirtschaftssystem sind deshalb wichtige Ziele der internationalen Zusammenarbeit des Bundes. So unterst\u00fctzt das Seco zahlreiche Massnahmen zur Entwicklung des Privatsektors in Entwicklungsl\u00e4ndern, insbesondere zur Verbesserung des Investitionsklimas. 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