{"id":102443,"date":"2020-04-16T09:30:38","date_gmt":"2020-04-16T09:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/04\/pavletic-randin-05-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:54:15","modified_gmt":"2023-08-23T20:54:15","slug":"weichen-neu-stellen-in-der-schweizer-entwicklungszusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/04\/weichen-neu-stellen-in-der-schweizer-entwicklungszusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Weichen neu stellen in der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Menschheit hat in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf Wohlstand, Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualit\u00e4t bedeutende Fortschritte erzielt. Zwischen 1981 und 2019 sank der Anteil Menschen, die in extremer Armut leben, weltweit von 41 auf 8 Prozent. Auch die Kindersterblichkeit, die Alphabetisierungsrate oder der Zugang zu Wasser und Elektrizit\u00e4t haben sich in diesem Zeitraum markant verbessert (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Entscheidend f\u00fcr diese Fortschritte war das Zusammenspiel zwischen guter Regierungsf\u00fchrung, Wirtschaftswachstum, Globalisierung und technologischem Fortschritt. Auch die internationale Entwicklungszusammenarbeit (IZA) hat ihren Beitrag dazu geleistet.&#13;<\/p>\n<h2>Abb. 1: Fortschritte in der Grundversorgung (2000\u20132018)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Pavletic-Randin_abb_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Pavletic-Randin_abb_1').highcharts({\n\n    chart: {\n        type: 'line',\n\n marker: {\n            enabled: false\n        },},\n\n    \n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n    \n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Anteil an Gesamtbev\u00f6lkerung, in %'\n        }\n    },\n\n    xAxis: {\n      \n    },\n\n    \n\n    plotOptions: {\n        series: {\n          type: 'line',\n           marker: {\n            enabled: false\n        },\n            pointStart: 2000\n        },\n         marker: {\n            enabled: false\n        },\n    },\n\n    series: [{\n        name: 'Zugang zu Elektrizit\u00e4t',\n        data: [35.3439232, 37.27766391, 39.22435141, 40.82073374, 40.58117492, 40.28529132, 42.82336575, 46.54548607, 44.39669858, 44.65877753, 44.591697, 46.67601499, 48.90882995, 49.64197614, 49.96854161, 51.8674412, 56.33573235, 57.96999894, null]\n    }, {\n        name: 'Abschluss auf Sekundarstufe I',\n        data: [33.07214, 34.09186, 35.69515, 36.85123, 37.08375, 37.67575, 39.02739, 40.4191, 42.07754, 43.18226, 43.90238, 44.8867, 46.18467, 47.05172, 48.21893, 49.18522, 49.86492, 50.52743, 51.39368]\n    }, {\n        name: 'Zugang zu Trinkwasser',\n        data: [58.14843788, 58.78681074, 59.51476497, 60.27096178, 61.03138561, 61.82607873, 62.62456617, 63.41672731, 64.22861927, 65.01530062, 65.79703772, 66.38511181, 67.12552328, 67.86862588, 68.61576209, 69.33805739, 70.0102174, 70.7625342, null]\n    }, {\n        name: 'Zugang zu sanit\u00e4ren Anlagen',\n        data: [28.87813684, 29.48588509, 30.17903002, 30.88316767, 31.58166994, 32.31794185, 33.06252359, 33.80226371, 34.55533415, 35.29237769, 36.02321986, 36.51815798, 37.18709521, 37.84288697, 38.49273754, 39.14918191, 39.82404147, 40.57151092, null]\n    }, {\n        name: 'Kindersterblichkeit',\n                dashStyle: 'shortdot',\n\n\n        data: [13.24, 12.79, 12.32, 11.85, 11.39, 10.95, 10.52, 10.12, 9.77, 9.36, 9.1, 8.7, 8.41, 8.14, 7.89, 7.66, 7.43, 7.22, 7.01]\n    }, {\n        name: 'Armutsrate',\n                dashStyle: 'shortdot',\n\n\n        data: [49.83, 49.07, 48.3, 46.1, 43.9, 41.7, 40.37, 39.03, 37.7, 36.55, 35.4, 34.2, 32.9, 31.9, 31.35, 30.8, null, null, null]\n    },{\n        name: 'Saubere Brennstoffe zum Kochen',\n        data: [12.46, 12.93, 13.37, 13.81, 14.29, 14.76, 15.26, 15.78, 16.31, 16.8, 17.36, 17.88, 18.36, 18.85, 19.37, 19.91, 20.48, null, null]\n    }],\n});\n\n});\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Grafik zeigt Durchschnittswerte von L\u00e4ndern mit niedrigem Einkommen, die von der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) Unterst\u00fctzung erhalten. Die IDA ist eine Unterorganisation der Weltbankgruppe.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <a href=\"https:\/\/blogs.worldbank.org\/opendata\/chart-two-decades-progress-worlds-poorest-countries\">Weltbank, IDA<\/a> \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklungszusammenarbeit \u2013 ein Auslaufmodell?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHat die Entwicklungszusammenarbeit also ihren Auftrag erledigt und wird in Zukunft nicht mehr gebraucht? Die Antwort liegt auf der Hand: Nein. Globale Herausforderungen wie Armut und Ungleichheit, Klimawandel, Wirtschafts- und Finanzkrisen, Migration und Epidemien haben unweigerlich grenz\u00fcberschreitende Auswirkungen und erfordern ein starkes internationales Engagement. Und auch die Armut ist noch nicht besiegt: \u00dcber 600 Millionen Menschen in Entwicklungsl\u00e4ndern sind immer noch von extremer Armut betroffen, mehr als die H\u00e4lfte von ihnen in Subsahara-Afrika. Diese Menschen sind \u00fcberwiegend jung, ohne ausreichende Ausbildung, und sie leben in l\u00e4ndlichen Regionen von der Landwirtschaft. Ihr Zugang zu Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Elektrizit\u00e4t, sauberem Trinkwasser und anderen wichtigen Dienstleistungen ist eingeschr\u00e4nkt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die Menschheit von Armut zu befreien, muss das globale Wirtschaftswachstum allen zugutekommen, ohne die Nachhaltigkeit unseres Planeten zu gef\u00e4hrden. Geopolitische Auseinandersetzungen, Handelsprotektionismus, die rekordhohe \u00f6ffentliche und private Verschuldung, die Zunahme bewaffneter Konflikte sowie soziale Spannungen tr\u00fcben allerdings die globalen wirtschaftlichen Wachstumsperspektiven. Vielerorts setzen Bev\u00f6lkerungswachstum und Migration urbane Ballungsr\u00e4ume und Versorgungssysteme unter Druck. Die Digitalisierung f\u00fchrt zu tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Anpassungen. Dar\u00fcber hinaus stellen h\u00e4ufigere und heftigere Naturkatastrophen infolge des Klimawandels gerade Entwicklungsl\u00e4nder und die \u00e4rmsten Bev\u00f6lkerungsschichten vor enorme Herausforderungen. Unvorhersehbare Schocks wie die Covid-19-Pandemie stellen die Resilienz und die Solidarit\u00e4t der global vernetzten Welt zus\u00e4tzlich auf den Pr\u00fcfstand. Ohne entschlossenes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene besteht die Gefahr, dass die erzielten Fortschritte in der Armutsbek\u00e4mpfung zunichtegemacht werden und k\u00fcnftige Entwicklungsziele unerreicht bleiben. Hier kann die IZA eine wichtige Rolle einnehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Rolle und Herausforderungen der IZA<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs ist nicht Aufgabe der IZA, die Welt zu retten. Sie hat weder ausreichend Mittel noch die M\u00f6glichkeiten dazu. Die eigenen \u00f6ffentlichen und privaten Mittel von Entwicklungsl\u00e4ndern \u00fcbersteigen die Ressourcen der IZA um ein Vielfaches (siehe <em>Abbildung 2<\/em>).<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die IZA kann indes ihre Mittel, ihre Erfahrung und Expertise einsetzen, um gezielt strukturelle Reformen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu unterst\u00fctzen, die es Menschen erm\u00f6glichen, aktiv am politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben unter Sicherung ihrer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen teilzunehmen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Geldfl\u00fcsse in L\u00e4ndern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (1990\u20132019)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-04-14-um-18.29.54.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-94882\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-04-14-um-18.29.54.png\" alt=\"\" width=\"1446\" height=\"824\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Sch\u00e4tzungen der Weltbank; World Development Indicators \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDazu muss sich die Entwicklungszusammenarbeit an den zuk\u00fcnftigen Herausforderungen ausrichten. F\u00fcr die Wirksamkeit der Massnahmen sind die Einhaltung und die Umsetzung einer Reihe \u00fcbergeordneter Grunds\u00e4tze oftmals ausschlaggebender als die H\u00f6he des Mitteleinsatzes. Diese Grunds\u00e4tze umfassen insbesondere Zielorientierung, Partnerschaft, Politikkoh\u00e4renz und Innovation.&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Zielorientierung: Die internationale Gemeinschaft hat 2015 mit der UNO-Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, respektive den sogenannten Sustainable Development Goals (SDG), einen Referenzrahmen definiert, um die globale Entwicklung nachhaltig zu gestalten. An ihrer Relevanz und Umsetzbarkeit erhitzen sich seit je die Gem\u00fcter.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Ihr offensichtlichster Vorteil liegt darin, dass sich 193 L\u00e4nder dazu bereit erkl\u00e4rt haben, gemeinsam einen Beitrag zur menschlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, zum Schutz der Umwelt sowie zu Frieden, Rechtsstaatlichkeit und guter Regierungsf\u00fchrung zu leisten. So bieten sie auch in Zeiten der Realpolitik und dem \u00abMy country first\u00bb-Trend eine Plattform, \u00fcber die Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatsektor den Dialog pflegen und Rechenschaft \u00fcber die Zielerreichung ablegen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Partnerschaft: Die in der IZA involvierten Akteure sind in den letzten Jahrzehnten immer zahlreicher und vielf\u00e4ltiger geworden. Neben den traditionellen staatlichen bilateralen und multilateralen Entwicklungsagenturen und zivilgesellschaftlichen Organisationen spielen heute Privatwirtschaft, philanthropische Stiftungen sowie Entwicklungsagenturen aus Schwellenl\u00e4ndern eine immer wichtigere Rolle. Das wachsende Angebot ist begr\u00fcssenswert. Denn die verschiedenen Akteure bringen unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen mit, die sich erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Der Wettbewerb zwischen Anbietern und den Ideen ist in der IZA eine wichtige Voraussetzung, damit sich Innovation und Fortschritt durchsetzen. Gleichzeitig braucht es ein gewisses Mass an Koordination, Zusammenarbeit und Aufgabenteilung je nach Kernkompetenzen der jeweiligen Akteure sowie gemeinsame Werte und Richtlinien. Dies ist heute nur bedingt gegeben, sodass sich auch in der IZA teilweise unilaterale Interessenpolitik, Fragmentierung und Herdenverhalten beobachten lassen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a><\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Politikkoh\u00e4renz: Die Agenda 2030 fordert, dass Nachhaltigkeit und entwicklungspolitische Ziele auf allen Stufen nationaler und internationaler Politikgestaltung ber\u00fccksichtigt werden. Konkret sollen die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Politikbereichen gepr\u00fcft werden, um negative Auswirkungen auf die nationale und globale Entwicklung zu vermeiden. Ein Beispiel ist die Landwirtschaftspolitik. Zwischen 2016 und 2018 wurden weltweit j\u00e4hrlich mehr als 700 Milliarden Dollar an Landwirtschaftssubventionen bereitgestellt. Hinzu kommen tarif\u00e4re und nicht tarif\u00e4re Handelshemmnisse zum Schutz der heimischen Landwirtschaft. Diese Massnahmen verzerren den globalen Wettbewerb und stellen gerade f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder zum Teil un\u00fcberwindbare Handelsbarrieren dar.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> \u00c4hnliche Konstellationen lassen sich auch in der Finanz-, der Handels-, der Umwelt-, der Migrations- und der Sicherheitspolitik beobachten. Nun sind politische \u00abInkoh\u00e4renzen\u00bb das Resultat politischer Interessenabw\u00e4gungen. Das Streben nach politischer Koh\u00e4renz heisst nicht, dass sich Interessengegens\u00e4tze einfach in Luft aufl\u00f6sen. Es lassen sich aber unter Umst\u00e4nden Nullsummenspiele vermeiden und ausgewogene L\u00f6sungen finden, welche diese offenkundigen Interessen ber\u00fccksichtigen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Innovation: Auch in der IZA erweitert der technologische Fortschritt das Spektrum verf\u00fcgbarer Ans\u00e4tze, Instrumente und Formen der Zusammenarbeit. Insbesondere die Digitalisierung hat Potenzial, viele der Herausforderungen zu beseitigen, denen Entwicklungsl\u00e4nder gegen\u00fcberstehen, zum Beispiel mittels Schaffung von Transparenz im \u00f6ffentlichen Sektor, durch Zugang zu \u00f6ffentlichen Informationen oder mittels Zugang zu kosteng\u00fcnstigen Finanzdienstleistungen. Gleichzeitig erm\u00f6glicht sie es, die IZA effizienter und wirksamer zu gestalten, innovative Partnerschaften, zum Beispiel mit dem Privatsektor, einzugehen und damit zus\u00e4tzliche Mittel und Expertise zu mobilisieren. Um dieses Potenzial auszusch\u00f6pfen, m\u00fcssen die Entwicklungsagenturen ihre Fachkenntnisse in diesem Bereich ausbauen sowie ihre Strukturen und Prozesse agiler gestalten. Auch wenn die ersten Schritte in diese Richtung bereits erfolgt sind, steht die Entwicklungszusammenarbeit noch weitgehend am Anfang ihrer Bem\u00fchungen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Neue Strategie folgt Nachhaltigkeitszielen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit ihrer neuen Strategie hat die Schweiz die Weichen gestellt, um ihre IZA auch in Zukunft <em>zielorientiert<\/em>, <em>partnerschaftlich<\/em>, <em>koh\u00e4rent<\/em> und <em>innovativ<\/em> zu gestalten. Die neue <a href=\"https:\/\/www.seco-cooperation.admin.ch\/secocoop\/de\/home\/strategie\/ausrichtung\/strategische_ausrichtung_2021-2024.html\">Strategie<\/a> zur internationalen Zusammenarbeit der Schweiz 2021\u20132024 orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der UNO-Agenda 2030. Die thematischen Schwerpunkte sind die Schaffung menschenw\u00fcrdiger Arbeitspl\u00e4tze vor Ort, die Eind\u00e4mmung des Klimawandels und die Anpassung an dessen Folgen, die Verminderung der Ursachen irregul\u00e4rer Migration sowie die F\u00f6rderung der Rechtsstaatlichkeit. Die Armutsreduktion und die nachhaltige Entwicklung bleiben die Raison d\u2019\u00eatre der IZA der Schweiz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPartnerschaften werden zuk\u00fcnftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Die Zusammenarbeit mit den Regierungen, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor sowie Hochschulen und Forschungsanstalten in den Partnerl\u00e4ndern und in der Schweiz erg\u00e4nzt die Expertise und die Erfahrungen der Schweizer IZA und mobilisiert zus\u00e4tzliche Mittel. Als Motor des Wirtschaftswachstums wird dem Privatsektor eine Schl\u00fcsselrolle zuteil. Multilaterale Institutionen bleiben auch weiterhin ein wichtiger Pfeiler.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die Politikkoh\u00e4renz der Schweiz zu st\u00e4rken, wurden bestehende bundesinterne Koordinations- und Abstimmungsprozesse durch das \u00abDirektionskomitee Agenda 2030\u00bb erg\u00e4nzt. Dies erm\u00f6glicht, dass die SDGs in der Verwaltung verankert sind. Die Schweizer IZA setzt die Koh\u00e4renzbem\u00fchungen des Bundes um, indem sie beispielsweise internationale Richtlinien, wie die Leitprinzipien der Vereinten Nationen f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte oder die OECD-Leits\u00e4tze f\u00fcr multinationale Unternehmen, in ihre Aktivit\u00e4ten integriert und so verantwortungsvolles unternehmerisches Verhalten im Rohstoff-, Landwirtschafts-, Textil- und Finanzsektor f\u00f6rdert. Diese Bem\u00fchungen werden intensiviert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich wird die Schweizer IZA auch das Potenzial der Digitalisierung st\u00e4rker nutzen. Im Rahmen von Initiativen wie \u00abTech4Good\u00bb oder der \u00abGovTech Partnership\u00bb der Weltbank wird sie technologische Innovationen f\u00f6rdern, um \u00f6ffentliche Dienstleistungen in Partnerschaft mit dem Privatsektor zu st\u00e4rken. Die \u00abGovTech Partnership\u00bb f\u00f6rdert beispielsweise die Digitalisierung des Zollsystems und des Gesch\u00e4ftsumfelds. So reduziert es Handelsbarrieren, insbesondere f\u00fcr KMU, und erleichtert die Gr\u00fcndung neuer Unternehmen. Risiken, wie Cyberangriffe oder die Verletzung von b\u00fcrgerlichen und politischen Rechten durch \u00dcberwachung und Datenmanipulation, sollen dabei minimiert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Umsetzung dieser Grunds\u00e4tze ist die IZA der Schweiz gut positioniert, um auch in Zukunft wirksam zur Entwicklung ihrer Partnerl\u00e4nder und zur Bew\u00e4ltigung globaler Herausforderungen beizutragen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.worldbank.org\/en\/topic\/poverty\">Worldbank.org\/poverty.<\/a>&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Weltbankgruppe und Knomad (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Economist (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Siehe Davis und Klasen (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Siehe OECD (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschheit hat in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf Wohlstand, Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualit\u00e4t bedeutende Fortschritte erzielt. 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OECD Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2019. <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/agriculture\/oecd-ag-policy-monitoring-2019\/\">Governments Should Renew Efforts to Reform Support to Agriculture.<\/a><\/li>&#13;\n \t<li>The Economist (2015). <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/international\/2015\/03\/26\/unsustainable-goals\">Unsustainable Goals<\/a>. Artikel vom 26. M\u00e4rz 2015.<\/li>&#13;\n \t<li>Weltbankgruppe und Knomad (2018). <a href=\"https:\/\/www.knomad.org\/publication\/migration-and-development-brief-29\">Migration and Remittances. Recent Developments and Outlook<\/a>.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":102446,"main_focus":[156016,156817],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":102450,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"93839","post_abstract":"Die extreme Armut ist in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zur\u00fcckgegangen. Das ist unter anderem ein Verdienst der Entwicklungszusammenarbeit. Doch ihre Daseinsberechtigung hat sie damit nicht verloren. Im Gegenteil: Viele aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Wirtschaftskrisen oder Migration sind nur global zu l\u00f6sen. Damit diese effektiv angegangen werden k\u00f6nnen, gilt es vier Grunds\u00e4tze einzuhalten: Zielorientierung, Partnerschaft, Politikkoh\u00e4renz und Innovation. Damit die Schweiz auch in Zukunft wirksam zur Entwicklung ihrer Partnerl\u00e4nder und zur Bew\u00e4ltigung globaler Herausforderungen beitragen kann, richtet sie ihre neue Strategie zur internationalen Zusammenarbeit 2021\u20132024 an diesen Grunds\u00e4tzen aus. 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