{"id":102505,"date":"2020-03-23T11:00:24","date_gmt":"2020-03-23T11:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2020\/03\/flueckiger-wegmueller-04-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:54:27","modified_gmt":"2023-08-23T20:54:27","slug":"handelsabkommen-schweiz-uk-ungemuetliches-abwarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2020\/03\/handelsabkommen-schweiz-uk-ungemuetliches-abwarten\/","title":{"rendered":"Handelsabkommen Schweiz &#8211; UK: Ungem\u00fctliches Abwarten"},"content":{"rendered":"<p>Das Vereinigte K\u00f6nigreich (UK) ist nach der EU, den USA und China der viertwichtigste Handelspartner der Schweiz. Bei einem ungeregelten Brexit \u2013 der vorerst abgewendet ist \u2013 w\u00e4ren als Grundlage f\u00fcr die Handelsbeziehungen mit der Schweiz einzig die Regeln der WTO und die dort festgehaltenen Z\u00f6lle verblieben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Gespr\u00e4che der Schweiz mit dem UK \u00fcber ein bilaterales Handelsabkommen f\u00fchrten einmal mehr vor Augen, wie umfangreich und tief die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und der EU geregelt sind. Den Grundstein bildet das Freihandelsabkommen von 1972, das Z\u00f6lle f\u00fcr Industrie- und verarbeitete Agrarprodukte beseitigte. Sp\u00e4ter folgten die bilateralen Abkommen I (1999) und II (2004). Der darin enthaltene Abbau nicht tarif\u00e4rer Handelshemmnisse, der Zugang zu \u00f6ffentlichen Beschaffungsm\u00e4rkten und zum Arbeitsmarkt, die Zusammenarbeit in der Forschung sowie der Zugang zu den Luft- und Landverkehrsm\u00e4rkten sind mittlerweile f\u00fcr Schweizer Firmen nicht mehr wegzudenken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Angleichung an EU-Recht schafft in wichtigen Bereichen zwischen der Schweiz und der EU binnenmarkt\u00e4hnliche Verh\u00e4ltnisse. Schweizer Unternehmen sind damit in der EU Wettbewerbern aus der EU im Wesentlichen gleichgestellt. Mit dem Brexit von Ende Januar 2020 verl\u00e4sst das UK dieses gemeinsame Gef\u00fcge. Damit drohte gegen\u00fcber der Schweiz eine Verteuerung der Ein- und Ausfuhren ohne Freihandelsabkommen und Agrarabkommen, da erneut Z\u00f6lle erhoben werden. Ohne das \u00abMutual Recognition Agreement\u00bb-Abkommen (MRA) sind zus\u00e4tzliche Zertifizierungsverfahren erforderlich, und der heute praktisch frei fliessende Warenhandel unterliegt ohne das Zollerleichterungs- und Zollsicherheitsabkommen wieder physischen Grenzkontrollen. F\u00fcr den Handel mit tierischen und pflanzlichen Produkten braucht es ohne Agrarabkommen zus\u00e4tzliche physische Kontrollen. Schliesslich ist der erweiterte Zugang zu wichtigen \u00f6ffentlichen Beschaffungen gef\u00e4hrdet.<strong>\u00a0<\/strong>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Deal or No Deal?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach dem Brexit-Referendum von Juni 2016 war lange unklar, ob zwischen der EU und dem UK ein Austrittsabkommen zustande kommt. Erst seit Anfang Jahr ist der Brexit definitiv \u2013 die bilateralen Abkommen Schweiz &#8211; EU bleiben aber w\u00e4hrend einer \u00dcbergangsphase bis mindestens Ende 2020 g\u00fcltig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz war die Situation seit dem Brexit-Referendum im Sommer 2016 mit vielen Unw\u00e4gbarkeiten behaftet. Nebst der Unsicherheit \u00fcber eine Einigung zwischen dem UK und der EU auf ein Austrittsabkommen war unklar, wie die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem UK in Zukunft aussehen. Es bestand \u2013 und besteht auch zum jetzigen Zeitpunkt wieder \u2013 entsprechend die Verlockung, mit Verhandlungen zuzuwarten, um neue Erkenntnisse \u00fcber die langfristigen Handelsbeziehungen zwischen dem UK und der EU einzubeziehen. Ausserdem bleibt die Gefahr eines ungeregelten Austritts (\u00abNo Deal\u00bb) weiterhin real.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKurz nach dem Brexit-Referendum entwickelte der Bundesrat deshalb die sogenannte Mind-the-Gap-Strategie, um sich f\u00fcr alle Eventualit\u00e4ten zu wappnen. F\u00fcr das Handelsabkommen mit dem UK setzte er sich zwei Hauptziele: Erstens wollte er nicht nur ein \u00abklassisches Freihandelsabkommen\u00bb f\u00fcr den G\u00fcterhandel aushandeln, sondern strebte auch eine L\u00f6sung f\u00fcr jene Bereiche an, in denen die Schweiz am EU-Binnenmarkt teilnimmt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZweitens galt es in der knappen Frist Rechtssicherheit im Hinblick auf den EU-Austritt des UK zu schaffen und gleichzeitig eine optimale Grundlage f\u00fcr ein langfristiges Abkommen zu legen. Klar war: Um wettbewerbsf\u00e4hig im UK zu bleiben, m\u00fcssen Schweizer Unternehmen einen Zugang zum britischen Markt erhalten, der mindestens gleichwertig ist mit jenem der EU-Firmen. Entsprechend diesen beiden Hauptzielen bereiteten wir ein flexibles Abkommen vor, das in unterschiedlichen Szenarien Anwendung finden konnte.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Acht Abkommen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine interne Analyse kam 2016 zum Schluss, dass acht bestehende bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der EU in das Verh\u00e4ltnis Schweiz &#8211; UK \u00fcbergef\u00fchrt werden m\u00fcssen, um im Handelsbereich m\u00f6glichst wenig L\u00fccken zu hinterlassen. Darunter finden sich das Freihandelsabkommen von 1972, das Abkommen \u00fcber bestimmte Erzeugnisse der Landwirtschaft und der Fischerei von 1972, das Abkommen \u00fcber bestimmte Aspekte des \u00f6ffentlichen Beschaffungswesens von 1999, das Abkommen zum allgemeinen Pr\u00e4ferenzsystem von 2000 und das Betrugsbek\u00e4mpfungsabkommen von 2004. Diese f\u00fcnf Abkommen haben keinen direkten Bezug zu EU-Vorschriften und konnten daher problemlos in ein bilaterales Verh\u00e4ltnis Schweiz &#8211; UK \u00fcbergef\u00fchrt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKomplizierter ist es beim Abkommen \u00fcber die gegenseitige Anerkennung von Konformit\u00e4tsbewertungen (MRA) von 1999, beim Agrarabkommen von 1999 sowie beim Zollerleichterungs- und Zollsicherheitsabkommen von 2009: Bei diesen drei Abkommen braucht es eine Harmonisierung oder eine gegenseitige Anerkennung der Vorschriften zwischen der EU und dem UK. Sie k\u00f6nnen daher nicht in ihrer Gesamtheit mit dem UK repliziert werden, solange das endg\u00fcltige Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und dem UK noch nicht gekl\u00e4rt ist (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Handelsabkommen Schweiz &#8211; UK<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-16-um-12.58.46.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-94112\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-16-um-12.58.46.png\" alt=\"\" width=\"1938\" height=\"1174\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas MRA gew\u00e4hrleistet, dass die Zertifizierungs- und Zulassungsverfahren von Industrieprodukten nur einmal \u2013 entweder in der EU oder in der Schweiz \u2013 durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Es garantiert den Wirtschaftsbeteiligten der Schweiz in 20 Produktbereichen einen gleichwertigen Zugang zum europ\u00e4ischen Binnenmarkt gegen\u00fcber Konkurrenten aus der EU. Dank dem Agrarabkommen wiederum werden bestimmte technische Vorschriften in den Bereichen Pflanzengesundheit, Futtermittel, Saatgut, biologische Landwirtschaft, Wein und Spirituosen sowie die Qualit\u00e4tsnormen f\u00fcr Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse als gleichwertig anerkannt. Und: F\u00fcr den Handel mit tierischen Produkten wie K\u00e4se, Fleischspezialit\u00e4ten, Eiern und Honig sowie mit lebenden Tieren entfallen gegenseitige veterin\u00e4rrechtliche Grenzkontrollen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Zollerleichterungs- und Zollsicherheitsabkommen schliesslich vereinfacht die Kontrollen und Formalit\u00e4ten im Warenhandel zwischen der Schweiz und der EU und regelt die Zusammenarbeit im Zollsicherheitsbereich. Dies wird vor allem durch die gegenseitige Anerkennung der Gleichwertigkeit der Kontrollen und Dokumente sichergestellt. In Zollsicherheitsfragen wird die Schweiz damit grunds\u00e4tzlich gleich wie ein EU-Mitgliedsstaat behandelt.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Handelsabkommen steht<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Handelsabkommen wurde am 11. Februar 2019 von Bundesrat Guy Parmelin und dem damaligen Secretary for International Trade, Liam Fox, in Bern unterzeichnet. Damit war die Schweizer Wirtschaft auf den Brexit, wie immer er auch ausgefallen w\u00e4re, weitgehend vorbereitet. Bei der Unterzeichnung wiesen sowohl Bundesrat Parmelin wie Secretary Fox darauf hin, dass es sich um das erste Post-Brexit-Handelsabkommen handelte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund des urspr\u00fcnglich bereits f\u00fcr Ende M\u00e4rz 2019 vorgesehenen Austrittsdatums waren wir einem grossen Zeitdruck ausgesetzt, die Verhandlungen mit dem UK bis Ende 2018 abzuschliessen. Angesichts der knappen Frist und der Vielf\u00e4ltigkeit der \u00fcberzuf\u00fchrenden Abkommen Schweiz &#8211; EU einigten sich die Schweiz und das UK auf ein pragmatisches Vorgehen: Es wurden nicht vollst\u00e4ndig neue Abkommen verhandelt, sondern nur die n\u00f6tigen Abweichungen zu den Abkommen Schweiz &#8211; EU. Den Rahmen bildet ein sechsseitiges Abkommen. Dieses besagt, dass die \u00abinkorporierten\u00bb (von Schweiz &#8211; EU auf Schweiz &#8211; UK angepassten) Abkommen und Abkommensteile automatisch in Kraft treten, sobald der Brexit \u2013 nach Ablauf der \u00dcbergangsphase \u2013 vollzogen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie drei erw\u00e4hnten Abkommen, die auf der Angleichung von Produktvorschriften mit der EU basieren, k\u00f6nnen einvernehmlich in einem Eilverfahren abgeschlossen werden, falls und wenn das UK und die EU zu einer L\u00f6sung finden. Ein Beispiel: Einigen sich die EU und das UK auf ein Verbleiben des UK im Veterin\u00e4rraum, kann auch das Veterin\u00e4rabkommen Schweiz &#8211; UK angewendet werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm dar\u00fcber hinausgehende k\u00fcnftige Handelsbeziehungen zwischen dem UK und der EU zu ber\u00fccksichtigen sowie um den gegenseitigen Marktzugang auszubauen, sieht das Handelsabkommen zwischen der Schweiz und dem UK eine Revisionsklausel vor. Ausserdem haben das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und das britische Departement for International Trade (DIT) ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, in dem der beidseitige Wille festgehalten wird, das Handelsabkommen innert n\u00fctzlicher Frist zu ersetzen und zu modernisieren. Erste informelle Kontakte dazu fanden im Sommer 2019 statt. Ziel ist es nun, mindestens im Gleichschritt mit den Verhandlungen zwischen dem UK und der EU einerseits die Anpassungen in den drei Abkommen durchzuf\u00fchren und andererseits Verhandlungen \u00fcber den Ausbau unserer Handelsbeziehungen zu f\u00fchren und abzuschliessen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fast 50 Jahre her<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNebst der Harmonisierung gibt es beim Abschluss eines neuen schweizerisch-britischen Handelsabkommens eine weitere Herausforderung: Die benutzte \u00abVorlage\u00bb, die zugrunde liegenden Abkommen zwischen der Schweiz und der EU, ist in die Jahre gekommen. Das Freihandelsabkommen stammt aus dem Jahr 1972 \u2013 \u00fcber 20 Jahre vor der Gr\u00fcndung der WTO.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Vergleich zu modernen Freihandelsabkommen anderer Partner der EU, die voraussichtlich vom UK \u00fcbernommen werden, weist das im Februar 2019 unterzeichnete Handelsabkommen daher L\u00fccken auf. So ist ein umfassendes Dienstleistungsabkommen mit der EU bisher nie zustande gekommen, vor allem wegen der bef\u00fcrchteten Auswirkungen auf den Service public in der Schweiz, die Kantonalbanken oder die Schweizer Geb\u00e4udeversicherungen. Auch k\u00f6nnten neuere Themen wie der digitalen Aussenhandel, ein umfassender Schutz des geistigen Eigentums oder die Nachhaltigkeit, die noch nicht Eingang in ein Abkommen Schweiz &#8211; EU gefunden haben, mit den Briten geregelt werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Was geschieht jetzt?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm M\u00e4rz haben die formellen Verhandlungen \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Handelsbeziehungen zwischen dem UK und der EU begonnen. Die im Austrittsabkommen zwischen dem UK und der EU vereinbarte \u00dcbergangsphase dauert bis Ende 2020. Die Frist kann um ein oder zwei Jahre verl\u00e4ngert werden, wenn das UK und alle EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Ob mit oder ohne Verl\u00e4ngerung der \u00dcbergangsperiode \u2013 die Zeit f\u00fcr die Aushandlung eines umfassenden neuen Handelsregimes ist \u00e4usserst knapp.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDamit ein neues Abkommen zwischen der EU und dem UK in Kraft treten kann, muss es von beiden Partnern ratifiziert werden. Je nach Ausgestaltung des Abkommens muss es nicht nur von der EU genehmigt werden, sondern auch von den nationalen Parlamenten der EU-Mitgliedsstaaten, was zus\u00e4tzlich Zeit beanspruchen wird. Es ist deshalb davon auszugehen, dass bis zum Ablauf der \u00dcbergangsphase nur f\u00fcr die wichtigsten Teilbereiche L\u00f6sungen zwischen der EU und dem UK ausgehandelt und ratifiziert werden. Wie in jeder Verhandlung kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass schlussendlich gar keine Einigung zustande kommt (\u00abNo Deal\u00bb).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie schon die Gespr\u00e4che \u00fcber das im Februar 2019 unterzeichnete Handelsabkommen gezeigt haben, sind unsere britischen Gespr\u00e4chspartner stark mit den Verhandlungen mit der EU und dar\u00fcber hinaus mit zahlreichen Drittstaaten \u2013 mit denen das UK gleichzeitig Freihandelsabkommen abschliessen m\u00f6chte \u2013 besch\u00e4ftigt. Die etablierten Kontakte, der gezeigte Pragmatismus w\u00e4hrend der letzten Verhandlungen und weitgehend deckungsgleiche Ziele in vielen Bereichen sollten in diesem komplizierten Prozess aber eine rasche L\u00f6sungsfindung unterst\u00fctzen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Warten auf Resultate<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDen Abschluss des bilateralen Handelsabkommens darf die Schweiz als Erfolg werten. Es bietet den Wirtschaftsakteuren f\u00fcr wichtige Bereiche Sicherheit und Voraussehbarkeit. Der Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch dreieinhalb Jahre nach der Brexit-Abstimmung weiss niemand, wie sich die Beziehungen zwischen dem UK und der EU gestalten werden. Diese Unsicherheit hat den gesamten Verhandlungsprozess zwischen der Schweiz und dem UK begleitet und bleibt eine Herausforderung, wenn in den n\u00e4chsten Monaten das schweizerisch-britische Handelsabkommen parallel zu den Verhandlungen EU &#8211; UK erg\u00e4nzt werden soll.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vereinigte K\u00f6nigreich (UK) ist nach der EU, den USA und China der viertwichtigste Handelspartner der Schweiz. 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In der Praxis \u00e4ndert sich in den Beziehungen zwischen der Schweiz und dem UK vorerst nichts. W\u00e4hrend der \u00dcbergangsphase \u2013 bis mindestens Ende 2020 \u2013 verbleibt das UK im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. S\u00e4mtliche bilateralen Abkommen Schweiz - EU gelten in dieser Zeit in Bezug auf das UK weiter. Das 2019 abgeschlossene Handelsabkommen zwischen der Schweiz und dem UK tritt erst nach Ende der \u00dcbergangsphase in Kraft. Wieweit die aktuellen Handelsbeziehungen ab 2021 weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt davon ab, ob und wie sich das UK und die EU auf neue Handelsbeziehungen einigen. 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