{"id":103042,"date":"2019-12-19T10:30:37","date_gmt":"2019-12-19T10:30:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/12\/bruelhart-danton-parchet-schlaepferfr\/"},"modified":"2023-08-23T22:55:28","modified_gmt":"2023-08-23T20:55:28","slug":"die-indirekte-progression-der-gemeindesteuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/12\/die-indirekte-progression-der-gemeindesteuern\/","title":{"rendered":"Die indirekte Progression der Gemeindesteuern"},"content":{"rendered":"<p>Die Verteilungswirkung von Steuern ist ein immerw\u00e4hrendes Politikum und Gegenstand zahlreicher finanzwissenschaftlicher Forschungsarbeiten. Im Vordergrund der Debatte steht in der Regel die Progression des Steuersystems, also die Beschreibung, wie deutlich der Steuersatz mit dem Einkommen ansteigt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Progression der kantonalen Steuertarife, auf welche die Gemeinden ihren Steuerfuss hinzurechnen, ist markant schw\u00e4cher als die Progression der direkten Bundessteuer. Auch weil in keinem anderen OECD-Land mit drei Regierungsebenen der Anteil der Gemeindesteuern am totalen Steuerertrag so hoch wie in der Schweiz ist, wird die hiesige Steuerprogression im L\u00e4ndervergleich als relativ moderat taxiert.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie effektive Progression f\u00e4llt dabei vermutlich noch tiefer aus, als es die Tarife vermuten lassen, da sich gut verdienende Haushalte tendenziell h\u00e4ufiger in Kantonen und Gemeinden mit unterdurchschnittlichen Steuers\u00e4tzen finden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHaben die Steuern von Gemeinden, deren Tarife durch die Gemeinden weitgehend selbstst\u00e4ndig festgelegt werden, somit keine grossen Verteilungswirkungen? Unsere Forschung zeigt, dass Ver\u00e4nderungen des kommunalen Steuerfusses \u2013 entgegen den oben genannten Annahmen \u2013 durchaus nicht alle Haushalte gleich betreffen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Verantwortlich daf\u00fcr sind zwei Aspekte: Erstens beeinflusst der kommunale Steuerfuss die Immobilienpreise, und zweitens wirkt er sich auf die kommunalen \u00f6ffentlichen Dienstleistungen aus. Beide Kan\u00e4le entfalten selbst dann eine nicht neutrale Verteilungswirkung, wenn die Steuerrechnung jedes Haushalts um denselben Faktor erh\u00f6ht wird, das heisst bei einer auf Papier weder progressiven noch degressiven Ver\u00e4nderung der Steuerbelastung. Dies, weil erstens der mittlere Wohnkostenanteil und zweitens der Nutzen aus den \u00f6ffentlichen G\u00fctern je nach soziodemografischer Gruppe systematisch anders ausf\u00e4llt. Nicht Gegenstand der Untersuchung waren Sozialleistungen wie die AHV, die eine starke Umverteilungswirkung erzielen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Kinderlose stark betroffen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn welche Richtung und wie ausgepr\u00e4gt sich eine lineare Ver\u00e4nderung der Gemeindesteuern auf einzelne Gruppen auswirkt, muss gesch\u00e4tzt werden. Dazu haben wir Steuer\u00e4nderungen auf Gemeindeebene im Zeitraum 2004 bis 2014 unter die Lupe genommen. Wir haben untersucht, wie sich Wohnungspreise und die Anzahl Steuerzahler pro Kategorie nach einer \u00c4nderung des Gemeindesteuersatzes anpassen. So stellten wir beispielsweise fest, dass kinderlose Haushalte im obersten Einkommensquartil am st\u00e4rksten negativ auf kommunale Steuererh\u00f6hungen reagieren (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Am anderen Ende des Spektrums liegen Rentnerhaushalte in der unteren Einkommensh\u00e4lfte, ihre Anzahl nimmt nach einer Steuererh\u00f6hung gar zu. Haushalte mit minderj\u00e4hrigen Kindern jedoch reagieren kaum auf kommunale Steuerver\u00e4nderungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Elastizit\u00e4ten speisen wir in einem n\u00e4chsten Schritt in ein theoretisches r\u00e4umliches Gleichgewichtsmodell. Die Struktur des Modells erlaubt uns, die Zahlungsbereitschaft verschiedener Haushaltskategorien f\u00fcr kommunale \u00f6ffentliche Dienstleistungen zu sch\u00e4tzen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Gesch\u00e4tzte Steuerempfindlichkeit der Haushalte (nach Einkommensklassen) und der Immobilienpreise&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Bruelhart_Abb1_DE-1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-92116\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Bruelhart_Abb1_DE-1.png\" alt=\"\" width=\"2086\" height=\"1426\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Dargestellt sind die langfristigen Auswirkungen einer Steuererh\u00f6hung in Prozent nach einer Erh\u00f6hung des Gemeindesteuersatzes um 1 Prozent.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Br\u00fclhart et al. (2019) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>\u00c4rmere Haushalte profitieren<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn eine Gemeinde den Steuerfuss erh\u00f6ht, schm\u00e4lert dies \u2013 f\u00fcr sich allein betrachtet \u2013 ihre Attraktivit\u00e4t. Dies schl\u00e4gt sich deutlich in den Immobilienpreisen nieder: Gem\u00e4ss unserer Sch\u00e4tzung mit detaillierten Mietpreisdaten sinken die Mieten in neuen Mietvertr\u00e4gen langfristig um beinahe 4 Prozent, wenn eine Gemeinde ihren Steuersatz um 10 Prozent erh\u00f6ht. Diese tieferen Wohnkosten schw\u00e4chen die Wirkung der h\u00f6heren Steuerabgaben auf das Haushaltsbudget ab.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie stark tiefere Wohnkosten h\u00f6here Steuern kompensieren, h\u00e4ngt vom haushaltsspezifischen Anteil der Wohnkosten am Einkommen ab. Dieser Anteil f\u00e4llt typischerweise mit steigendem Einkommen. W\u00e4hrend die Haushalte mit den 20 Prozent tiefsten Einkommen 31 Prozent ihres Bruttoeinkommens f\u00fcr Wohnen ausgeben, betr\u00e4gt dieser Anteil f\u00fcr Haushalte mit den 20 Prozent h\u00f6chsten Einkommen nur 10 Prozent.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der unterschiedlichen Wohnkostenanteile f\u00e4llt eine durch Steuererh\u00f6hung induzierte Senkung der Mietpreise f\u00fcr reiche Haushalte weniger ins Gewicht als f\u00fcr \u00e4rmere Haushalte.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Viel Geld f\u00fcr Schulen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSteuererh\u00f6hungen in Gemeinden gehen in der Regel mit Ausgabenerh\u00f6hungen einher. Der wichtigste Ausgabenposten mit bedeutender kommunaler Gestaltungsfreiheit sind die Schulen \u2013 im Jahr 2017 wurden daf\u00fcr 27 Prozent der schweizweiten Gemeindeausgaben verwendet. Dahinter folgen Mobilit\u00e4t und Umwelt (19%), Verwaltung (11%) und Freizeit, Sport und Kultur (7%).<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Insgesamt haben die Gemeindeausgaben einen Anteil von fast einem Drittel an den Ausgaben aller drei Staatsebenen.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie stark die Lokalbev\u00f6lkerung von diesen Dienstleistungen profitiert, h\u00e4ngt von ihren Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr gemeindespezifische Ausgaben ab \u2013 und damit von ihrer Haushaltssituation. Dabei stellen wir fest, dass reiche Haushalte mit minderj\u00e4hrigen Kindern offenbar die st\u00e4rksten Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr lokale \u00f6ffentliche Dienstleistungen haben. Dieser Befund ist \u00fcberraschend, denn man k\u00f6nnte annehmen, dass \u00e4rmere Haushalte mit Kindern lokale \u00f6ffentliche Dienstleistungen st\u00e4rker beanspruchen w\u00fcrden. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass es diesen Haushalten (oft mit Migrationshintergrund) an den n\u00f6tigen Informationen fehlt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJe nach Haushaltstyp entfalten die Gemeindesteuern netto eine andere Wohlfahrtswirkung (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Haushalte mit Kindern sind \u2013 unabh\u00e4ngig vom Einkommen \u2013 relativ neutral gegen\u00fcber Steuererh\u00f6hungen eingestellt. Bei den kinderlosen Haushalten hingegen spielt das Einkommen eine bedeutende Rolle. W\u00e4hrend Rentnerhaushalte mit unterdurchschnittlichen Einkommen von einer Steuererh\u00f6hung profitieren, verschlechtert sich die Lebenssituation der besser verdienenden Rentner- und Nicht-Rentner-Haushalte durch eine Steuererh\u00f6hung. Ihr Kaufkraftverlust durch die h\u00f6here Steuerrechnung wird nicht aufgewogen durch die tieferen Wohnkosten und die zus\u00e4tzlichen \u00f6ffentlichen Dienstleistungen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Wohlfahrtswirkung h\u00f6herer Gemeindesteuern auf verschiedene Haushaltstypen<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Bruelhart_Abb2_DE.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-92112\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Bruelhart_Abb2_DE.png\" alt=\"\" width=\"2070\" height=\"1338\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Dargestellt ist die \u00c4nderung in Prozent nach einer Erh\u00f6hung des Gemeindesteuersatzes um 1 Prozent.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Br\u00fclhart et al. (2019) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Hauptlast tragen Gutverdiener<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnsere Sch\u00e4tzungen zeigen somit, dass Erh\u00f6hungen der Gemeindesteuern durchaus Verteilungseffekte erzeugen. Dies gilt, obwohl sich die Steuerrechnung f\u00fcr alle Einkommensklassen um den gleichen Prozentsatz ver\u00e4ndert&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie effektive Last einer Erh\u00f6hung der Gemeindesteuern tragen vor allem kinderlose Haushalte mit \u00fcberdurchschnittlichen Einkommen. Rentnerhaushalte mit unterdurchschnittlichen Einkommen hingegen profitieren gesamthaft von h\u00f6heren Gemeindesteuern. F\u00fcr Haushalte mit Kindern halten sich die Vor- und Nachteile h\u00f6herer Gemeindesteuern in etwa die Waage.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie analoge Schlussfolgerung gilt f\u00fcr Steuersenkungen: Von einer linearen Senkung der Gemeindesteuertarife profitieren im Durchschnitt einerseits reiche Steuerzahler st\u00e4rker als arme und andererseits junge Steuerzahler st\u00e4rker als Rentner.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. Avenir Suisse (2019): S. 21\u201322.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Roller und Schmidheiny (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Vgl. Avenir Suisse (2019): S. 21\u201322.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">BFS (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Vgl. EFV (2019): S. 54.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Vgl. EFV (2019): S. 5.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verteilungswirkung von Steuern ist ein immerw\u00e4hrendes Politikum und Gegenstand zahlreicher finanzwissenschaftlicher Forschungsarbeiten. 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Inequality: <a href=\"https:\/\/www.avenir-suisse.ch\/files\/2019\/07\/International_Think_Tank_Report_on-_Inequality_and_Equality_2019.pdf\">An International Think Tank Report on Inequality and Equality<\/a>, Juli 2019.<\/li>&#13;\n \t<li>BFS (2018). <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/kataloge-datenbanken\/grafiken.assetdetail.5670236.html\">Haushaltsbudgeterhebung 2012\u20132014<\/a>.<\/li>&#13;\n \t<li>Br\u00fclhart, Marius, Jayson Danton, Rapha\u00ebl Parchet und J\u00f6rg Schl\u00e4pfer (2019). <a href=\"http:\/\/www.hec.unil.ch\/mbrulhar\/papers\/localtax.pdf\">Who Bears the Burden of Local Taxes?<\/a> Arbeitspapier.<\/li>&#13;\n \t<li>EFV (2019). <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfsstatic\/dam\/assets\/10287485\/master\">Finanzstatistik der Schweiz 2017<\/a>, Jahresbericht.<\/li>&#13;\n \t<li>Roller, Marcus und Kurt Schmidheiny (2016). Effective Tax Rates and Effective Progressivity in a Fiscally Decentralized Country. Universit\u00e4t Basel.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103045,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103049,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"91125","post_abstract":"Die Umverteilungswirkung von Steuern wird in der Regel an der Progression der Steuertarife gemessen. Gemeindesteuern in der Schweiz werden jedoch \u00fcber einen f\u00fcr alle Steuerzahler identischen Steuerfuss bestimmt. Unsere Analyse der Auswirkungen von Ver\u00e4nderungen der Gemeindesteuern \u00fcber den Zeitraum 2004 bis 2014 zeigt nun: Ver\u00e4nderungen des Gemeindesteuerfusses haben Umverteilungswirkungen. Daf\u00fcr sehen wir zwei Gr\u00fcnde. Erstens geben gut verdienende Haushalte einen kleineren Anteil ihres Einkommens f\u00fcrs Wohnen aus und profitieren damit weniger als \u00e4rmere Haushalte von der mietpreisd\u00e4mpfenden Wirkung h\u00f6herer Steuern. Zweitens ist der wahrgenommene Nutzen der steuerfinanzierten kommunalen Dienstleistungen je nach Haushaltssituation unterschiedlich. 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