{"id":103060,"date":"2019-12-19T10:30:13","date_gmt":"2019-12-19T10:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/12\/oesch-haeubi-1-2-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:55:38","modified_gmt":"2023-08-23T20:55:38","slug":"arbeitslosenquote-sinkt-dank-beschaeftigungszuwachs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/12\/arbeitslosenquote-sinkt-dank-beschaeftigungszuwachs\/","title":{"rendered":"Arbeitslosenquote sinkt dank Besch\u00e4ftigungszuwachs"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitsmarktstatistik in der Schweiz reicht bis ins Jahr 1920 zur\u00fcck. Heute erhebt das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) wichtige Kennzahlen wie die Arbeitslosenzahlen, die Anzahl Stellensuchende oder die gemeldeten offenen Stellen. Ein wichtiger volkswirtschaftlicher Indikator ist die Arbeitslosenquote, die anhand der Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registrierten Arbeitslosen und der Anzahl Erwerbspersonen berechnet wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Arbeitslosenquote gibt Auskunft \u00fcber die Besch\u00e4ftigungslage sowie die konjunkturelle und saisonale Wirtschaftsentwicklung. Auch bei der im Juli 2018 eingef\u00fchrten Stellenmeldepflicht spielt die Arbeitslosenquote eine Schl\u00fcsselrolle: Arbeitgeber sind verpflichtet, den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens 8 Prozent Arbeitslosigkeit zu melden. Ab 2020 gilt diesbez\u00fcglich die 5-Prozent-Grenze.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls arbeitslos gelten alle Stellensuchenden auf den RAV, die als arbeitslos registriert sind. Personen mit einem Zwischenverdienst oder Stellensuchende in einem Besch\u00e4ftigungsprogramm geh\u00f6ren hingegen nicht zu den Arbeitslosen. Als Erwerbspersonen gelten alle Erwerbst\u00e4tigen ab einer Arbeitsstunde pro Woche plus die Erwerbslosen in der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung. Die Arbeitslosenzahlen werden dem Informationssystem f\u00fcr die Arbeitsvermittlung und der Arbeitsmarktstatistik (Avam) entnommen. Sie sind vollst\u00e4ndig, werden t\u00e4glich aktualisiert und fliessen Ende Monat in die Berechnung der Arbeitslosenquoten ein.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Stichprobe statt Vollerhebung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBis im Jahr 2010 beruhten die Erwerbspersonenzahlen auf Volksz\u00e4hlungen, konzipiert als Vollerhebungen, die im 10-Jahres-Rhythmus vom Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) durchgef\u00fchrt wurden. Seither werden die Erwerbspersonenzahlen vom BFS anhand der Strukturerhebung zum Erwerbsleben der Bev\u00f6lkerung erhoben. Die Strukturerhebung wird vom BFS j\u00e4hrlich mittels einer Stichprobe von \u00fcber 200\u2019000 Personen durchgef\u00fchrt. Diese j\u00e4hrlich revidierten Grundlagendaten aus den Strukturerhebungen der Volksz\u00e4hlung erm\u00f6glichen im Rahmen der Arbeitsmarktstatistik eine h\u00e4ufigere Anpassung der Erwerbspersonenbasis, was die Genauigkeit der Arbeitslosenquote erh\u00f6ht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor 2010 wurde die Zahl der Erwerbspersonen w\u00e4hrend zehn Jahren konstant gehalten, sodass die Arbeitslosenquoten insbesondere gegen Ende der 10-Jahres-Periode und f\u00fcr Gruppen mit einem starken Zuwachs bei den Erwerbspersonen deutlich \u00fcbersch\u00e4tzt wurden. Auf der anderen Seite sind aufgrund der limitierten Stichprobengr\u00f6sse der Strukturerhebung gewisse Auswertungen wie zum Beispiel Arbeitslosenquoten f\u00fcr kleinere Gemeinden nicht mehr sinnvoll respektive gar nicht mehr m\u00f6glich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die Auswertungstiefe und die Genauigkeit der Arbeitslosenquoten zu erh\u00f6hen, wird die Arbeitslosenquote nach einer \u00dcbergangsphase seit 2014 anhand eines 3-Jahres-Poolings der Erwerbspersonenzahlen berechnet (siehe <em>Abbildung 1<\/em>): Das Kumulieren von Stichproben (Pooling) erm\u00f6glicht, mehrere zeitlich gestaffelte Durchg\u00e4nge der gleichen Erhebung gemeinsam auszuwerten. Durch das Zusammenlegen von drei aufeinanderfolgenden Erhebungen werden genauere Ergebnisse erzielt als mit einer einzigen Jahresstichprobe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2019 wurden zudem die Alterskategorien in der Gruppe \u00ab\u00c4ltere Arbeitnehmende\u00bb ge\u00e4ndert. Die bisher nach oben offene Kategorie der \u00ab50-J\u00e4hrigen und mehr\u00bb wurde neu in die Altersklasse \u00ab50 bis 64 Jahre\u00bb und die residuale Gr\u00f6sse \u00ab65 und mehr\u00bb unterteilt. Entsprechend wurden auch die \u00ab60-J\u00e4hrigen und mehr\u00bb neu als Altersklasse \u00ab60 bis 64 Jahre\u00bb abgegrenzt. Die neuen Kategorien ber\u00fccksichtigen die Tatsache, dass sich die \u00f6konomische Realit\u00e4t der Arbeitnehmenden beim Erreichen des ordentlichen Rentenalters \u00e4ndert. Die neuen Altersgrenzen entsprechen damit den Altersgruppen, wie sie vom BFS im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) verwendet werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: F\u00fcr Arbeitslosenquote verwendete Erwerbspersonenbasis (2008 bis 2022)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Oesch_Haeubi_Abb1_DE-1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-92153\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/12\/Oesch_Haeubi_Abb1_DE-1.png\" alt=\"\" width=\"2486\" height=\"848\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Lesebeispiel: Im Juni 2019 wurde die neue Erwerbspersonenbasis (provisorisches Pooling 2015 bis 2017) r\u00fcckwirkend ab Anfang 2017 eingef\u00fchrt.\u00a0Diese Erwerbspersonenbasis bleibt bestehen bis zur n\u00e4chsten Revision, die f\u00fcr Mitte 2022 geplant ist.<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Demografische Alterung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen den Referenzperioden der Jahre 2012\u20132014 und derjenigen von 2015\u20132017 wuchs die Erwerbsbev\u00f6lkerung um 3,2 Prozent auf \u00fcber 4,6 Millionen Personen. Die h\u00f6here Erwerbspersonenzahl bewirkt, dass die aktuelle Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte sank: Ende Mai 2019, einen Monat vor der Einf\u00fchrung der neuen Erwerbspersonenzahlen des Poolings 2015\u20132017, lag die Arbeitslosenquote auf neuer Basis bei 2,2 Prozent (statt 2,3 Prozent auf alter Basis).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin wichtiger Trend bei der Erwerbsbev\u00f6lkerung ist die demografische Alterung, wie die BFS-Strukturerhebungen verdeutlichen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Zwischen den zwei Referenzperioden hat die Zahl der 15- bis 24-j\u00e4hrigen Erwerbspersonen um 28\u2019000 abgenommen. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 5,1 Prozent bei den Jugendlichen. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der 55- bis 59-j\u00e4hrigen Erwerbspersonen um 10,8 Prozent, und bei den 60- bis 64-j\u00e4hrigen betrug das Wachstum 9,0 Prozent. Demgegen\u00fcber stieg die Zahl der 25- bis 49-j\u00e4hrigen Erwerbspersonen mit einem Plus von 1,8 Prozent nur leicht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Ver\u00e4nderungen schlagen sich auf die neu berechneten Arbeitslosenquoten nieder: W\u00e4hrend beispielsweise die Quote der 60- bis 64-j\u00e4hrigen Erwerbspersonen um 0,3 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent sank, stieg diejenige der 20- bis 24-j\u00e4hrigen um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zur fr\u00fcheren Altersklasse \u00ab60 und mehr\u00bb liegt die Arbeitslosenquote in der neuen Kategorie \u00ab60 bis 64 Jahre\u00bb 0,5 Prozentpunkte \u2013 und somit deutlich \u2013 \u00fcber dem Gesamtdurchschnitt. Der Grund daf\u00fcr ist, dass die \u00fcber 64-j\u00e4hrigen Erwerbspersonen wegfallen, die nur in seltenen F\u00e4llen als arbeitslos registriert sind.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2<\/strong><strong>: Ver\u00e4nderungen in der Erwerbspersonenbasis nach Altersklasse und deren Auswirkungen auf die Arbeitslosenquoten<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Oesch_Haeubi_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Oesch_Haeubi_1_de').highcharts({\n        chart: {\n        zoomType: ''\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: [{title: {\n            text: 'Alterskategorien',\n                    },\n        categories: ['15-19', '20-24', '25-29', '30-34', '35-39', '40-44', '45-49', '50-54', '55-59', '60-64'],\n                    crosshair: true\n    }],\n    yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n        labels: {\n            format: '{value}', \n           \n        },\n                min: -20000,\nmax:50000,\n        title: {\n            text: 'Anzahl Erwerbspersonen',\n                    },\n\n\n\n    }, { \/\/ Secondary yAxis\n        title: {\n            text: 'Arbeitslosenquote',\n           \n        },\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        },\n        min: 0,\n        max: 3.5,\n        opposite: true\n    }],\n   \n   \n    series: [{\n        type: 'column',\n        name: 'Ver\u00e4nderung der Erwerbspersonenzahl (linke Achse)',\n        data: [-11743,-16307,18309,25053,32571,-13850,-15282,45462,46770,23774],     \n       tooltip: {\n            valueSuffix: ''\n        }\n     \n    }, {\n        name: 'Arbeitslosenquote Mai 2019 auf neuer Basis (rechte Achse)',\n         yAxis: 1,\n        type: 'scatter',\n        data: [1.2,2.3,2.6,2.7,2.5,2.1,1.9,1.9,2.1,2.7],\n  tooltip: {\n                                pointFormat: '{point.y}%'\n                            }\n      \n        \n    },{\n        name: 'Arbeitslosenquote Mai 2019 auf alter Basis (rechte Achse)',\n                yAxis: 1,\n        type: 'scatter',\n        data: [1.1,2.2,2.7,2.8,2.6,2.1,1.9,2.1,2.3,3.0],\n         tooltip: {\n                                pointFormat: '{point.y}%'\n                            }\n      \n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Dargestellt sind die Auswirkungen der neuen Datengrundlage auf die Zahl der Erwerbspersonen und die Arbeitslosenquoten Ende Mai 2019. Der Gesamtdurchschnitt betrug mit der alten Erwerbspersonenbasis 2,3 Prozent und mit der neuen 2,2 Prozent.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco (Arbeitsmarktstatistik); Berechnungen Oesch und H\u00e4ubi \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wachsender Frauenanteil<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Frauenanteil im Arbeitskr\u00e4fteangebot stieg im Vergleich zur vorhergehenden Referenzperiode um 0,3 Prozentpunkte auf 46,2 Prozent. Das Wachstum f\u00fchrte zu einer Senkung der Arbeitslosenquote der Frauen um 0,1 Prozentpunkte. Das Gleiche trifft f\u00fcr ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige zu, deren Arbeitslosenquote gegen\u00fcber der alten Erwerbspersonenbasis um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent sank. F\u00fcr einzelne Nationalit\u00e4ten wie Ungarn, die Slowakei und Polen \u2013 die alle relativ wenige Erwerbspersonen in der Schweiz z\u00e4hlen \u2013 fielen die Arbeitslosenquoten sogar um \u00fcber 2 Prozentpunkte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Fall von Personen aus Serbien und Kosovo haben die Ver\u00e4nderungen auch politische Ursachen: 2008 wurde Kosovo von Serbien unabh\u00e4ngig, was dazu f\u00fchrte, dass viele serbische Staatsangeh\u00f6rige in der Schweiz einen kosovarischen Pass erhielten. In der Folge nahm die Zahl der Erwerbspersonen mit einer serbischen Staatsangeh\u00f6rigkeit um 10\u2019526 ab, was sich in einer um 0,9 Prozentpunkte h\u00f6heren Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent niederschl\u00e4gt. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Erwerbspersonen mit kosovarischer Staatsangeh\u00f6rigkeit um 11\u2019091 Personen \u2013 wodurch die Arbeitslosenquote um 1,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent sank.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie neue Erwerbspersonenbasis wirkt sich auch auf die kantonalen Arbeitslosenquoten aus. Am deutlichsten geht die Arbeitslosenquote mit 0,3 Prozentpunkten im Kanton Genf zur\u00fcck. Dort, wie auch anderswo in der Westschweiz, ist die Zahl der Erwerbspersonen relativ stark gewachsen. Dahinter folgt der Kanton Waadt mit minus 0,2 Prozentpunkten. In den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Freiburg, Solothurn, Tessin, Wallis und Z\u00fcrich sank die Arbeitslosenquote um je 0,1 Prozentpunkte. In den restlichen Kantonen blieb sie stabil. Auffallend ist, dass die Zahl der Erwerbspersonen \u00fcberall \u2013 mit der Ausnahme von Appenzell Innerrhoden, Jura und Schaffhausen \u2013 gewachsen ist.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Gesundheitsberufe legen zu<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie sieht die Besch\u00e4ftigungssituation in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Zugelegt hat der Dienstleistungssektor \u2013 wobei die Erwerbst\u00e4tigenzahlen im Gesundheits- und Sozialwesen, bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen sowie im Erziehungs- und Unterrichtswesen am st\u00e4rksten gestiegen sind. Hingegen waren die Erwerbst\u00e4tigenzahlen im Handel und im Finanz- und Versicherungswesen r\u00fcckl\u00e4ufig. Insgesamt ging die Arbeitslosenquote im Dienstleistungssektor auf der neuen Basis um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent zur\u00fcck.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenfalls gewachsen sind die Erwerbst\u00e4tigenzahlen in der Landwirtschaft, w\u00e4hrend sie in der Industrie insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufig waren. In beiden Wirtschaftszweigen blieben die Arbeitslosenquoten unver\u00e4ndert.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Diskussion des Revisionsschemas<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die Aufschl\u00fcsselungen nach Alter, Geschlecht, Nationalit\u00e4t, Branchen und Kantonen zeigen, erlaubt die gepoolte Stichprobe detaillierte Auswertungen mit hoher bis guter Genauigkeit. Aufgrund der Stichprobenungenauigkeit sind aber Auswertungen mit zunehmendem Detaillierungsgrad oder der Kombination von geografischen und sozio\u00f6konomischen Merkmalen limitiert oder gar nicht mehr m\u00f6glich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPro Revisionszyklus sind die Arbeitslosenquoten w\u00e4hrend 2,5 Jahren provisorisch und werden nur einmal retrospektiv korrigiert. H\u00e4ufigere Revisionen der Arbeitslosenquoten w\u00fcrden die Kommunikation der Arbeitslosenquoten erschweren. Insbesondere m\u00fcsste vermieden werden, dass in einem k\u00fcrzeren Revisionszyklus provisorische Daten durch neue provisorische Daten ersetzt w\u00fcrden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls Nachteil des aktuellen Schemas k\u00f6nnen die jeweils im Januar der Jahre 2010, 2014 und 2017, dem Monat der Anpassung, sichtbar werdenden Zeitreihenbr\u00fcche gewertet werden. So stiegen die Arbeitslosenquoten im Januar der Jahre 2010, 2014 und 2017 nicht, obwohl die Arbeitslosenzahlen in dieser Zeit saisonbedingt zunehmen. Zudem w\u00fcrden k\u00fcrzere Anpassungsphasen (zum Beispiel im 2-Jahres-Rhythmus) die Aktualit\u00e4t der j\u00fcngsten Arbeitslosenquoten erh\u00f6hen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>ZAS-Daten verwenden?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMittelfristig sind, falls \u00fcberhaupt, keine gr\u00f6sseren Anpassungen bei der Revisionsmethodik geplant. L\u00e4ngerfristig ist denkbar, dass auch die Zahl der Erwerbspersonen im Rahmen der Arbeitsmarktstatistik auf der Basis von Registerdaten bestimmt werden k\u00f6nnte. Vielversprechend scheinen die Daten der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS), da mit den individuellen Konten der Alters- und Hinterlassenenversicherung (IK-AHV) eine Datenbasis zur Verf\u00fcgung steht, in der alle Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz erfasst werden. Sofern diese Datenbank mit weiteren Informationen zur Person, zum Beruf und zum Arbeitgeber sowie zu Personen ohne Arbeit (Erwerbslose) angereichert werden k\u00f6nnte, w\u00fcrde sich eine \u00dcberpr\u00fcfung dieser administrativen Datengrundlage als Berechnungsbasis f\u00fcr die Arbeitslosenquoten aufdr\u00e4ngen. Insbesondere m\u00fcsste f\u00fcr die 15- bis 17-J\u00e4hrigen eine gesonderte L\u00f6sung gefunden werden, da f\u00fcr diese Altersgruppe keine ZAS-Daten verf\u00fcgbar sind. Alternativ k\u00f6nnten auch g\u00e4nzlich neue Konzepte angedacht werden, etwa die Substitution der Arbeitslosenquoten durch eine Berechnung von Arbeitslosenanteilen an der Bev\u00f6lkerung, was dann aber auch ein Umdenken in der Interpretation dieses neuen Indikators n\u00f6tig machen w\u00fcrde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitsmarktstatistik in der Schweiz reicht bis ins Jahr 1920 zur\u00fcck. 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Um die Arbeitslosenquote korrekt abzubilden, muss die Zahl der Erwerbspersonen regelm\u00e4ssig aktualisiert werden.","post_hero_image_description":"Die Besch\u00e4ftigung im Erziehungs- und Unterrichtswesen hat in den letzten Jahren zugenommen. Kindergartenkinder in Hombrechtikon ZH.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"Keystone","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103063,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103067,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"91007","post_abstract":"Die Arbeitslosenquote gibt Auskunft \u00fcber den Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen. Sie beschreibt das Ausmass der Arbeitslosigkeit in einer Volkswirtschaft und ist ein wichtiger Indikator f\u00fcr die Aussch\u00f6pfung des Arbeitskr\u00e4fteangebots. Die Arbeitslosenzahlen beinhalten alle Stellensuchenden, die auf einem RAV in der Schweiz als arbeitslos registriert sind. Die Erwerbspersonenzahlen beruhen seit 2010 auf den Strukturerhebungsdaten des Bundesamtes f\u00fcr Statistik. Aufgrund der dynamischen Entwicklung des Arbeitsmarktes m\u00fcssen die Erwerbspersonenzahlen regelm\u00e4ssig aktualisiert werden, um \u00dcber- oder Untersch\u00e4tzungen der Arbeitslosenquote zu verhindern. 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