{"id":103112,"date":"2019-12-18T08:00:01","date_gmt":"2019-12-18T08:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/12\/interview-1-2-2020fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:55:35","modified_gmt":"2023-08-23T20:55:35","slug":"gas-ist-ein-schluessel-fuer-den-umbau-des-energiesystems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/12\/gas-ist-ein-schluessel-fuer-den-umbau-des-energiesystems\/","title":{"rendered":"\u00abGas ist ein Schl\u00fcssel f\u00fcr den Umbau des Energiesystems\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Herr Kaufmann, die NZZ schrieb k\u00fcrzlich, die Gasbranche sei eine meist im Verborgenen stehende Branche. Teilen Sie diese Ansicht?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNein. Die Swisspower-Stadtwerke, die rund die H\u00e4lfte des Gasabsatzes in der Schweiz ausmachen, agieren ganz bestimmt nicht im Verborgenen. Auch der Verband der Schweizerischen Gasindustrie und seine Mitglieder sind mit Marketingkampagnen in der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sent.&#13;<\/p>\n<h3>In der Schweiz stammen rund 14 Prozent der Prim\u00e4renergie aus der Verbrennung von Erdgas. Wo wird Gas haupts\u00e4chlich eingesetzt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGut 40 Prozent des Gasabsatzes verbrauchen die Haushalte. Insgesamt heizen rund 20 Prozent aller Haushalte mit Gas. Ganz wichtig ist das Gas auch in der Industrie, die 35 Prozent des gesamten Verbrauchs ausmacht und damit Prozess- und Raumw\u00e4rme erzeugt. 22 Prozent des Gases finden im Dienstleistungssektor Verwendung und 1 Prozent im Verkehr f\u00fcr die rund 13\u2019500 Gasfahrzeuge. Gas ist also wichtig in der Schweiz.&#13;<\/p>\n<h3>Woher stammt das Gas?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz hat selber kein Erdgas. Das Erdgas in der Schweiz stammt zum gr\u00f6ssten Teil aus der EU, aus Russland und Norwegen. Die geb\u00fcndelte Beschaffung dieses Erdgases im Ausland \u00fcbernimmt Swissgas im Auftrag der schweizweit vier Regionalgesellschaften, nicht die Stadtwerke selber. Anders beim Biogas: Hier haben die Stadtwerke teilweise eigene Biogasanlagen oder Vertr\u00e4ge mit Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz. Ausserdem importieren die Stadtwerke auch Biogas aus dem Ausland. Anders als beim Strom sind wir beim Gas sehr stark abh\u00e4ngig vom Ausland.&#13;<\/p>\n<h3>Gas st\u00f6sst zwar nur rund halb so viel CO<sub>2<\/sub> aus wie Kohle und Erd\u00f6l, trotzdem ist es gr\u00f6sstenteils ein fossiler Brennstoff. Hat Erdgas eine Zukunft?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMittel- bis langfristig m\u00fcssen wir fossiles Erdgas substituieren, wenn wir bis 2050 netto null CO<sub>2<\/sub>-Emissionen erreichen wollen. Das Problem ist: Insbesondere bei Hochtemperaturprozessen in der Industrie wird es schwierig, Erdgas durch Strom zu ersetzen. Und deshalb ist es wichtig, dass wir den Anteil an erneuerbarem Gas steigern. Viele Swisspower-Stadtwerke haben schon heute 10 bis 20 Prozent Biogas im Standardprodukt. Die Richtung stimmt, aber langfristig muss unser Ziel sein, 100 Prozent erneuerbares Gas zu liefern \u2013 neben Biogas vor allem synthetisches Gas. Dieses werden wir in Power-to-Gas-Anlagen aus \u00fcbersch\u00fcssigem erneuerbarem Strom gewinnen.&#13;<\/p>\n<h3>21 von rund 100 Schweizer Stadtwerken sind Aktion\u00e4re von Swisspower \u2013 warum nicht mehr?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNat\u00fcrlich w\u00e4ren mehr Aktion\u00e4re interessant, aber wichtiger als die Anzahl ist uns das Engagement. Wir sind kein Verband. Das Kernst\u00fcck unserer Arbeit ist die Realisierung von Kooperationsprojekten, f\u00fcr die einzelne Aktion\u00e4re allein zu klein w\u00e4ren. Zudem bekennen sich alle Aktion\u00e4re zu den Zielen, die in unserem Masterplan 2050 formuliert sind.&#13;<\/p>\n<h3>Welche Nachhaltigkeitsziele hat sich Swisspower mit dem Masterplan 2050 gesteckt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Swisspower-Stadtwerke wollen ihre Kundinnen und Kunden sp\u00e4testens 2050 vollst\u00e4ndig mit erneuerbarer und klimaneutraler Energie versorgen. Dieses Ziel ist deckungsgleich mit dem, was der Bundesrat entschieden hat und was das Pariser \u00dcbereinkommen fordert.&#13;<\/p>\n<h3>Und was unternimmt Swisspower konkret, um dieses Ziel zu erreichen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nErstens bauen die Stadtwerke die Produktion erneuerbarer Energie aus \u2013 sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. Zweitens versuchen wir, unser Energiesystem effizienter zu machen. So hat es etwa Genf dank einem Energieeffizienzprogramm der Services Industriels de Gen\u00e8ve geschafft, den Energieverbrauch trotz Bev\u00f6lkerungs- und Wirtschaftswachstum signifikant zu senken. Mehr Energieeffizienz ist also eine Schl\u00fcsselanforderung an die Erneuerbarkeit unseres Energiesystems.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Man investiert dort, wo der Grenznutzen des investierten Frankens \u2013 sowohl wirtschaftlich als auch \u00f6kologisch \u2013 am h\u00f6chsten ist<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3>Was bedeutet das f\u00fcr die Gasenergie konkret?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Masterplan haben wir eine ganzheitlichere Sicht auf den Energiesektor und schauen nicht nur auf das Gas. Denn die Stadtwerke liefern ja verschiedene Energietr\u00e4ger aus einer Hand. Aus unternehmerischer Sicht gilt dabei: Man investiert dort, wo der Grenznutzen des investierten Frankens \u2013 sowohl wirtschaftlich als auch \u00f6kologisch \u2013 am h\u00f6chsten ist. Wo immer es sinnvoll ist, in ein W\u00e4rmenetz zu investieren, tun das die Stadtwerke. Dort, wo es mit Fernw\u00e4rme oder W\u00e4rmepumpen nicht gehen wird, wollen wir das Gas m\u00f6glichst erneuerbar machen.&#13;<\/p>\n<h3>Momentan wird nur gerade 1 Prozent des Schweizer Gaskonsums durch inl\u00e4ndisches Biogas gedeckt. Ist die Biogasproduktion in der Schweiz ein Wachstumsmarkt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, das kann man sagen. Und ich bin auch daf\u00fcr, dass man m\u00f6glichst viel Biogas in der Schweiz zubaut. Nur: Der Schweizer Biogasmarkt hat ein begrenztes Potenzial, da Biomasse nicht unendlich verf\u00fcgbar ist.&#13;<\/p>\n<h3>Ist die Produktion von Biogas wirtschaftlich \u00fcberhaupt sinnvoll?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas ist unterschiedlich. Biogasanlagen, die durch die Verg\u00e4rung von Biomasse Gas produzieren, sind zwar wichtig, aber wirtschaftlich nicht so interessant. Denn man kann sie industriell kaum skalieren. Aus industrieller Optik viel interessanter ist das sogenannte Power-to-Gas: Hier sprechen wir von einem x-Fachen des Potenzials, das momentan im Biogas steckt. Denn sobald man aus volatilen erneuerbaren Energiequellen tempor\u00e4re Strom\u00fcbersch\u00fcsse hat, kann man Power-to-Gas ausbauen.&#13;<\/p>\n<h3>Sie sind an einem solchen Power-to-Gas-Projekt in Island beteiligt. Worum geht es dabei?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn im Fr\u00fchling und Sommer der Schnee in Island schmilzt, m\u00fcssen viele Wasserkraftwerke das Wasser ungenutzt \u00fcber die Staumauer ablassen. Diesen \u00fcbersch\u00fcssigen erneuerbaren Strom wollen wir nutzen, um mittels Elektrolyse und mit CO<sub>2<\/sub>, das ohnehin aus dem Boden austritt, synthetisches Gas herzustellen. So kann man die \u00fcbersch\u00fcssige Energie speichern und sie dann einsetzen, wenn man sie braucht. Die Ressourcen f\u00fcr Power-to-Gas sind in Island reichlich vorhanden. Momentan laufen verschiedene Abkl\u00e4rungen f\u00fcr den Bau einer ersten solchen Anlage.&#13;<\/p>\n<h3>Wie wird das Gas von Island in die Schweiz gelangen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas produzierte Gas wird komprimiert und als Fl\u00fcssiggas per Schiff in die Schweiz transportiert. Und daran sehen Sie auch eine regulatorische Baustelle: Wir k\u00f6nnen heute dieses Gas nicht \u00fcber das europ\u00e4ische Gasnetz in die Schweiz importieren, weil noch kein System vorhanden ist, das die Herkunft des Gases als erneuerbare Ressource verifiziert.&#13;<\/p>\n<h3>Das heisst, der Import von Biogas durch das Gasnetz untersteht weiterhin der CO<sub>2<\/sub>-Abgabe, nicht aber der physische Import von Fl\u00fcssiggas?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa. Das Problem besteht bei Biogas, das ins Gasnetz eingespeist wird. Dort existiert zurzeit noch kein Herkunftsnachweissystem, das international abgestimmt ist. Beim Import in Containern k\u00f6nnen wir hingegen nachweisen, dass es sich um Biogas handelt, und m\u00fcssen deshalb keine CO<sub>2<\/sub>-Abgabe bezahlen. Das Fehlen eines solchen Biogasregisters erschwert also den Import von Biogas beziehungsweise synthetischem erneuerbarem Gas. Der Bund arbeitet an diesem Problem, das begr\u00fcsse ich. Ein internationales Biogasregister muss jetzt sehr schnell kommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Die Limeco-Anlage in Dietikon wird die weltweit gr\u00f6sste Power-to-Gas-Anlage mit biologischer Methanisierung sein<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3>Swisspower ist auch in der Schweiz an einem Power-to-Gas-Projekt beteiligt. Wie funktioniert diese Anlage?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch bin sehr stolz auf dieses Projekt. Der Baubeginn ist im n\u00e4chsten Jahr. Die Limeco-Anlage in Dietikon wird die weltweit gr\u00f6sste Power-to-Gas-Anlage mit biologischer Methanisierung sein. Wie in Island nutzen wir auch hier Gas, das ohnehin entsteht: Das sogenannte Kl\u00e4rgas, das bei der Abwasserreinigung freigesetzt wird, wird mit Strom aus der Kehrichtverbrennungsanlage in erneuerbares Methangas umgewandelt. Anschliessend wird es ins Gasnetz eingespeist.&#13;<\/p>\n<h3>Sind diese Prozesse wirtschaftlich?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, und das Projekt von Limeco zeigt: Bereits heute ist die Power-to-Gas-Technologie marktf\u00e4hig. Leider ist das bisher nur an einigen Standorten m\u00f6glich, wo der Strom vor Ort erzeugt wird. Es braucht deshalb regulatorische Anpassungen, um das Potenzial grossfl\u00e4chig zu erschliessen.&#13;<\/p>\n<h3>Was f\u00fcr Anpassungen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nOb Power-to-Gas wirtschaftlich ist, h\u00e4ngt wesentlich vom Strompreis ab. Und dieser wird massgeblich durch das Netzentgelt beeinflusst. Es w\u00e4re also n\u00f6tig, dass f\u00fcr solche Anlagen, die sich systemdienlich verhalten \u2013 die also helfen, das Stromnetz zu stabilisieren \u2013, kein Netzentgelt anf\u00e4llt.&#13;<\/p>\n<h3>Mit anderen Worten: Sie erhoffen sich vom Bund eine Subvention?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNein, dabei handelt es sich nicht um eine Subvention, sondern um eine Gleichbehandlung verschiedener Technologien, mit denen wir Energie speichern k\u00f6nnen. Pumpspeicherkraftwerke sind bereits heute vom Netzentgelt befreit.&#13;<\/p>\n<h3>Der Wirkungsgrad von Power-to-Gas ist noch sehr tief.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Alternative zu Power-to-Gas w\u00e4re, den \u00fcbersch\u00fcssigen erneuerbaren Strom gar nicht zu nutzen. Ausserdem ist der Wirkungsgrad gar nicht so tief. Die Technologie hat Spr\u00fcnge gemacht. Mit dem heutigen Stand der Technik k\u00f6nnen Power-to-Gas-Anlagen einen Wirkungsgrad von \u00fcber 60 Prozent erzielen; mit der Elektrolyse allein sind es \u00fcber 80 Prozent. Und wenn man die Abw\u00e4rme noch nutzt, die dabei entsteht, kann man noch mehr erreichen.&#13;<\/p>\n<h3>Wie beurteilen Sie den Zuwachs der gr\u00fcnen Parteien in den vergangenen eidgen\u00f6ssischen Wahlen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nPers\u00f6nlich und aus Sicht von Swisspower begr\u00fcsse ich es, dass die \u00f6kologischen Kr\u00e4fte gest\u00e4rkt wurden. Wenn ich mit einigen neuen Parlamentariern spreche, die viel f\u00fcr die \u00d6kologie tun wollen, stelle ich aber auch fest, dass das Vorurteil, Gas sei fossil und schlecht, immer noch existiert. Ich finde es falsch, dass man die verschiedenen Energietr\u00e4ger gegeneinander ausspielt: Strom gegen Gas, Wind gegen Sonne etc. Wenn wir wirklich ein System der erneuerbaren Energien wollen, k\u00f6nnen wir keine ideologischen Scheuklappen brauchen. Gas ist ein Schl\u00fcssel f\u00fcr den Umbau des Energiesystems.&#13;<\/p>\n<h3>Inwiefern?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn wir die Produktion von erneuerbarem Strom gem\u00e4ss den Richtwerten in der Energiestrategie ausbauen wollen, wird das nur \u00fcber einen massiven Zubau bei der Fotovoltaik gehen. Das wird dazu f\u00fchren, dass wir im Sommer enorme \u00dcbersch\u00fcsse und im Winter enorme Defizite in der inl\u00e4ndischen Stromproduktion haben. Wenn wir diese \u00dcbersch\u00fcsse im Sommer sinnvoll verwerten wollen, geht das im grossen Stil nur mithilfe von Power-to-Gas-Anlagen. Das so produzierte klimaneutrale Gas steht dann im Winter zur Verf\u00fcgung, um in W\u00e4rme-Kraft-Kopplungsanlagen erneuerbare W\u00e4rme und Strom zu produzieren. Damit verringern wir auch die Importabh\u00e4ngigkeit im Winter. F\u00fcr die Feinverteilung werden wir weiterhin Gasnetze brauchen. Gehen wir hier in die falsche Richtung, werden wir 2035 vermutlich r\u00fcckblickend sagen: Wir haben einen Fehler gemacht.&#13;<\/p>\n<h3>Die Industriellen Werke Basel, die Aktion\u00e4r von Swisspower sind, wollen das Gasnetz ab 2030 teilweise stilllegen. Ein Fehler?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Strategie der IWB ist die Folge eines politischen Entscheids im Kanton Basel-Stadt, neue \u00d6l- und Gasheizungen nur noch in Ausnahmef\u00e4llen zuzulassen. Aus unternehmerischer Perspektive ist das nat\u00fcrlich eine Rahmenbedingung, die erschwerend ist f\u00fcr ein Stadtwerk.&#13;<\/p>\n<h3>Stichwort Rahmenbedingungen: Im Zusammenhang mit der vom Bundesrat vorgeschlagenen Teilmarkt\u00f6ffnung h\u00f6rt man immer wieder, dass die Versorger hohe Margen absch\u00f6pfen, weil der Markt momentan noch nicht offen ist.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Stadtwerke verdienen momentan noch am meisten Geld mit dem Energietr\u00e4ger Gas, weil sie im Strombereich seit der Teilmarktliberalisierung mit den freien Grosskunden, die ihren Anbieter selber w\u00e4hlen k\u00f6nnen, gar nichts mehr verdienen. Was nach der allf\u00e4lligen Teilliberalisierung im Gasmarkt mit den Margen beim Gas passieren wird, wird sich zeigen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Die Energiewende ist kein marktlogisches, sondern ein politisches Projekt<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3>Der Bundesrat will keine vollst\u00e4ndige \u00d6ffnung, um Innovationen zu erm\u00f6glichen.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch begr\u00fcsse das. Dar\u00fcber, wo die Grenze f\u00fcr den Marktzugang gezogen werden soll, m\u00fcssen wir diskutieren. Sicher ist: Der Markt allein wird die n\u00f6tigen Anreize f\u00fcr den Umbau des Energiesystems nicht liefern. Die Energiewende ist kein marktlogisches, sondern ein politisches Projekt. Oder anders gesagt: Der Markt h\u00e4tte keinen Gotthard-Basistunnel gebaut \u2013 die Schweiz musste die Neat bauen. Und so ist es auch beim Energiesystem.&#13;<\/p>\n<h3>Was braucht es dann?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nErstens braucht es eine verl\u00e4ssliche Regulierung mit klaren Zielen und Investitionsanreizen. Dar\u00fcber hinaus ist das Verhalten jedes Einzelnen ein wichtiger Hebel. Heute ist es pl\u00f6tzlich m\u00f6glich, \u00fcber Suffizienz und Kreislaufwirtschaft \u2013 also einen m\u00f6glichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch \u2013 zu sprechen. Das war vor 15 Jahren nicht der Fall. Mit den \u00abFridays for Future\u00bb und den demonstrierenden Sch\u00fclern wird Suffizienz pl\u00f6tzlich wieder in. Das finde ich super. Wir m\u00fcssen nicht nur \u00fcber Technologie, sondern auch \u00fcber unser Verhalten reden. Und deshalb sind die Stadtwerke f\u00fcr mich auch so interessant, weil sie nahe bei den Kunden sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Kaufmann, die NZZ schrieb k\u00fcrzlich, die Gasbranche sei eine meist im Verborgenen stehende Branche. 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