{"id":103153,"date":"2019-12-12T13:27:43","date_gmt":"2019-12-12T13:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/12\/liesch-01-02-20fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:55:57","modified_gmt":"2023-08-23T20:55:57","slug":"soll-die-schweiz-trusts-einfuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/12\/soll-die-schweiz-trusts-einfuehren\/","title":{"rendered":"Soll die Schweiz Trusts einf\u00fchren?"},"content":{"rendered":"<p>Soll die Schweiz Trusts einf\u00fchren? Im Auftrag des Bundes hat das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) die volkswirtschaftlichen Folgen gesch\u00e4tzt, die mit der Einf\u00fchrung dieses Rechtsverh\u00e4ltnisses verbunden w\u00e4ren.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Luzerner Steuerrechtsprofessorin Andrea Opel.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas ist ein Trust? Bei diesem aus dem angels\u00e4chsischen Raum stammenden und heute weltweit verbreiteten Rechtsverh\u00e4ltnis \u00fcbertr\u00e4gt der Begr\u00fcnder (Settlor) Verm\u00f6gen zugunsten von Beg\u00fcnstigten (Beneficiaries) oder f\u00fcr einen bestimmten Zweck der Aufsicht eines Trustees. Letzterer wird Eigent\u00fcmer des Trustverm\u00f6gens, welches aber ein von seinem pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gen getrenntes Sonderverm\u00f6gen darstellt. Er hat sodann die Befugnis und die Verpflichtung, das Verm\u00f6gen in \u00dcbereinstimmung mit den Trustbestimmungen zu verwalten, zu verwenden oder dar\u00fcber zu verf\u00fcgen. Trusts werden h\u00e4ufig als Vehikel zur Nachlassplanung eingesetzt, aufgrund der Flexibilit\u00e4t des Rechtsinstituts sind aber auch diverse andere Verwendungsm\u00f6glichkeiten denkbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm hiesigen Rechtssystem sind Schweizer Trusts bisher nicht vorgesehen. Seit dem Inkrafttreten des Haager \u00dcbereinkommens im Jahr 2007 werden ausl\u00e4ndische Trusts in der Schweiz jedoch anerkannt und bilden eine wirtschaftliche Realit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Interviews und Onlinebefragung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie von Bass durchgef\u00fchrte Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung (RFA) basiert auf Experteninterviews und auf einer Onlinebefragung bei wichtigen Stakeholder-Gruppen wie Rechtsberatern, Verm\u00f6gensverwaltern, Banken, Treuhandunternehmen, Trustdienstleistern sowie einigen kantonalen Steuerverwaltungen. Bei der RFA st\u00fctzten wir uns auf ein von einer Expertengruppe erarbeitetes Regelungsmodell (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Rahmen der Interviews hat sich herausgestellt, dass das Bed\u00fcrfnis nach einem tauglichen Instrument f\u00fcr die famili\u00e4re Verm\u00f6gens- und Nachlassplanung im Vordergrund steht. Mit der Familienstiftung besteht in der Schweiz zwar theoretisch bereits ein solches Vehikel, das sich wegen des Verbots der Neuerrichtung von Unterhaltsstiftungen jedoch nur bedingt nutzen l\u00e4sst und faktisch kaum mehr genutzt wird. So d\u00fcrfen Familienstiftungen Leistungen nur zu den gesetzlich abschliessend aufgez\u00e4hlten Zwecken erbringen und nicht \u00abeinfach so\u00bb. Untersagt sind gem\u00e4ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Unterhaltsstiftungen, die \u00abden Beg\u00fcnstigten Vorteile aus dem Stiftungsverm\u00f6gen ohne besondere, an eine bestimmte Lebenslage ankn\u00fcpfende Voraussetzungen einfach deshalb zukommen lassen, um ihnen eine h\u00f6here oder angenehmere Lebenshaltung zu gestatten\u00bb.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies d\u00fcrfte ein wichtiger Grund daf\u00fcr sein, warum Rechtssuchende derzeit auf Trusts und Familienstiftungen nach ausl\u00e4ndischem Recht ausweichen. Die Mehrheit der von Bass befragten Personen ist mit der aktuellen Situation nicht zufrieden und der Ansicht, dass die Bed\u00fcrfnisse der Klienten mit den vorhandenen Instrumenten des schweizerischen Rechts nur ungen\u00fcgend befriedigt werden k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass das Aufsetzen und Verwalten von ausl\u00e4ndischen Vehikeln mit Rechtsunsicherheiten behaftet ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwar kann der Markt die Bed\u00fcrfnisse der Kunden durchaus abdecken, und es besteht demnach kein Marktversagen, allerdings muss dies durch komplexe Strukturen \u00aberkauft\u00bb werden. Es liegt daher ein Regulierungsversagen vor.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nachfrage vorhanden<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm zu analysieren, wie sich die Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts auf die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und die Gesamtwirtschaft auswirken w\u00fcrde, haben wir zuerst die heutige Marktsituation beurteilt. Auf Basis der Informationen aus der Onlinebefragung sch\u00e4tzen wir die Kosten f\u00fcr die Bewirtschaftung eines Trusts mit einer 20-j\u00e4hrigen Existenzdauer derzeit auf 25\u2019900 Franken pro Jahr. Momentan gibt es in der Schweiz sch\u00e4tzungsweise 5900 Trusts respektive Trust-\u00e4hnliche Beziehungen, die auf den Namen von inl\u00e4ndischen Personen lauten. Bei den im Ausland ans\u00e4ssigen Personen sind es etwa 21\u2019000 Trusts oder Trust-\u00e4hnliche Beziehungen<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>. Bei Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts d\u00fcrften die j\u00e4hrlichen Kosten sinken, da der Aufwand f\u00fcr die verschiedenen Dienstleistungen in Zusammenhang mit dem Aufsetzen sowie der j\u00e4hrlichen Verwaltung geringer w\u00fcrde. Daraus l\u00e4sst sich in einem zweiten Schritt ein Nachfragepotenzial ableiten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die den Berechnungen innewohnende Unsicherheit abzubilden und um weiteren Unsicherheiten bez\u00fcglich Marktentwicklungen Rechnung zu tragen, wurden Berechnungen mit insgesamt drei Szenarien durchgef\u00fchrt. Diese wurden mit einem Referenzszenario verglichen, welches davon ausgeht, dass ohne Einf\u00fchrung eines Trusts Preise und Nachfrage unver\u00e4ndert bleiben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm \u00abSzenario tief\u00bb ver\u00e4ndert sich der Markt im Vergleich zu heute kaum, w\u00e4hrend im \u00abSzenario hoch\u00bb dank tiefen Kosten f\u00fcr den Schweizer Trust der Markt stark w\u00e4chst. Das \u00abSzenario mittel\u00bb orientiert sich an einem Szenario, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit aus Sicht der Autoren des Berichts realistisch erscheint. Wichtig ist, anzumerken, dass das Nachfragepotenzial erst mittel- bis langfristig erreicht werden d\u00fcrfte, wenn das neue Rechtsinstitut das Vertrauen der Nachfrager gewonnen hat. Bei allen drei Szenarien gilt die Annahme, dass bereits bestehende Vehikel weitergef\u00fchrt w\u00fcrden, das heisst nach durchschnittlich 20 Jahren erneuert w\u00fcrden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Tiefere Verwaltungskosten<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf Basis der in den unterschiedlichen Szenarien angenommenen Reduktionen beim Aufwand w\u00e4ren die j\u00e4hrlichen Kosten mit der Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts um 5,8 bis 28,1 Prozent niedriger als heute. Diese Kostenreduktion d\u00fcrfte wiederum in einer gesamten Steigerung der Nachfrage im Umfang von zwischen 500 bis 32\u2019100 Trusts resultieren. Das Umsatzwachstum wird, je nach Szenario, auf zwischen 12 und 598 Millionen Franken gesch\u00e4tzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung zu berechnen, haben wir das Umsatzwachstum um die Opportunit\u00e4tskosten bereinigt. Letztere entstehen dadurch, dass die Trustdienstleister teilweise ihre aktuellen Dienstleistungen zugunsten von Schweizer Trusts aufgeben d\u00fcrften. Da in den betroffenen Branchen ann\u00e4hernd Vollbesch\u00e4ftigung herrscht, wird angenommen, dass rund die H\u00e4lfte des Wachstums durch Immigration ausl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fte realisiert wird. Der Rest sind Opportunit\u00e4tskosten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm mittleren Szenario, dem aus unserer Sicht realistischsten, ergibt sich ein j\u00e4hrlicher Nettonutzen von rund 139 Millionen Franken (siehe <em>Tabellen<\/em>). Zus\u00e4tzliche Regulierungskosten sind laut der Onlinebefragung nicht zu erwarten: Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass ein Schweizer Trust keine solchen verursachen w\u00fcrde \u2013 beziehungsweise dass der entsprechende Regulierungsaufwand unabh\u00e4ngig von der Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts anf\u00e4llt. Auch f\u00fcr die kantonalen Steuerverwaltungen d\u00fcrfte sich der Aufwand in Grenzen halten, wenn f\u00fcr das neu eingef\u00fchrte Vehikel die f\u00fcr ausl\u00e4ndische Trusts anwendbaren Grunds\u00e4tze gelten. Dieser Aufwand reduziert somit den aus Konsumentenrente und Wertsch\u00f6pfung resultierenden finanziellen Nutzen kaum.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>J\u00e4hrliche Kosten und Nutzen eines Schweizer Trusts (in Mio. Fr.)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"0\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"104\"><strong>Szenario tief&#13;<br \/>\n(geringe Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"113\"><strong>Szenario mittel&#13;<br \/>\n(mittlere Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"113\"><strong>Szenario hoch&#13;<br \/>\n(grosse Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Konsumentenrente (nur Ans\u00e4ssige)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">4<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">14<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Wertsch\u00f6pfung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">10<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">137<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">454<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Regulierungskosten<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">0<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Abz\u00fcglich administrativer Aufwand kantonale Steuerverwaltungen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">\u20132<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">\u20138<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\"><strong>Total Nutzen netto*<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\"><strong>10<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\"><strong>139<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\"><strong>459<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>J\u00e4hrliche<\/strong><strong> Auswirkungen auf den Staatshaushalt (in Mio. Fr.)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"0\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"104\"><strong>Szenario tief&#13;<br \/>\n(geringe Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"113\"><strong>Szenario mittel&#13;<br \/>\n(mittlere Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"113\"><strong>Szenario hoch&#13;<br \/>\n(grosse Effekte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Einkommenssteuer Bund, Kantone, Gemeinden<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">34<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">113<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">Mehrwertsteuer<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">8<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">26<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\">AHV\/IV\/EO\/ALV<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\">1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">15<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\">51<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"265\"><strong>Total Auswirkungen auf den Staatshaushalt*<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"104\"><strong>4<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\"><strong>57<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 104px; text-align: right;\" width=\"113\"><strong>190<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">*Abweichungen wegen Rundungsdifferenzen m\u00f6glich. Quelle: Morger und Liesch (2019).<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Dienstleister d\u00fcrften profitieren<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung d\u00fcrfte am ehesten bei spezialisierten Trustdienstleistern sowie bei Treuhandunternehmen anfallen, die bereits heute stark in diesem Segment vertreten sind und kompetitive Preise anbieten k\u00f6nnen. In die Staatskasse fliessen gem\u00e4ss dem mittleren Szenario zus\u00e4tzliche Steuereinnahmen von 57 Millionen Franken pro Jahr. Insgesamt scheint die Wirtschaftlichkeit eines Schweizer Trusts somit gegeben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Mehrheit der befragten Stakeholder spricht sich f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts aus. Die befragten Experten haben sich angesichts der Herausforderungen bei der Implementierung jedoch \u00fcberwiegend kritisch ge\u00e4ussert. Ihrer Ansicht nach handelt es sich beim Trust um ein Rechtsgebilde, das nur schwer in das Schweizer Recht integrierbar ist. Im Rahmen der RFA wurde deshalb auch die Frage aufgeworfen, ob nicht die Zulassung der Familienunterhaltsstiftung eine m\u00f6gliche Alternative w\u00e4re. Der rechtliche Anpassungsbedarf w\u00e4re gem\u00e4ss Experteneinsch\u00e4tzung im Ergebnis kleiner als bei der Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts. Idealerweise w\u00e4ren in gewissen Kantonen die steuerlichen Rahmenbedingungen anzupassen, um allf\u00e4llige Doppelbelastungen zu vermeiden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Chance f\u00fcr den Finanzplatz<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAbschliessend l\u00e4sst sich sagen: Basierend auf den vorliegenden Berechnungen, weist ein Schweizer Trust ein positives Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnis auf. Auf Basis einer qualitativen Bewertung ist davon auszugehen, dass auch die Zulassung von Unterhaltsstiftungen einen positiven Effekt h\u00e4tte und das Regulierungsversagen mindestens teilweise beheben k\u00f6nnte. Das gepr\u00fcfte Regelungsmodell schneidet gut ab und ist gem\u00e4ss mehrheitlicher Einsch\u00e4tzung der Stakeholder einem typischen ausl\u00e4ndischen Trust ebenb\u00fcrtig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFalls sich ein Schweizer Trust am Markt etablieren k\u00f6nnte, d\u00fcrfte damit \u2013 in Kombination mit der Liberalisierung des Stiftungsrechts \u2013 sowohl f\u00fcr Personen aus dem angels\u00e4chsischen Raum, die aufgrund der N\u00e4he zum Common Law eher zum Trustvehikel greifen werden, wie auch f\u00fcr Personen, welche mit unserem Stiftungssystem vertraut sind, ein taugliches Instrument f\u00fcr die Nachlass- und Verm\u00f6gensplanung zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Morger und Liesch (2019). Anlass f\u00fcr die RFA ist die Motion RK-SR \u00abEinf\u00fchrung des Trusts in die schweizerische Rechtsordnung\u00bb (18.3383).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">BGE 108 II 393, S. 394; vgl. dazu auch Art 335 ZGB.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr mehr Infos siehe Morger und Liesch (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soll die Schweiz Trusts einf\u00fchren? Im Auftrag des Bundes hat das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) die volkswirtschaftlichen Folgen gesch\u00e4tzt, die mit der Einf\u00fchrung dieses Rechtsverh\u00e4ltnisses verbunden w\u00e4ren. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Luzerner Steuerrechtsprofessorin Andrea Opel.&#13; &#13; Was ist ein Trust? 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Juristisch erscheint die Implementierung allerdings herausfordernd.","post_hero_image_description":"Auf dem Finanzplatz New York geh\u00f6ren Trusts zu den Standardangeboten.","post_hero_image_description_copyright_de":"Shutterstock","post_hero_image_description_copyright_fr":"Shutterstock","post_references_literature":"Morger, Mario und Roman Liesch (2019). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Regulierung\/regulierungsfolgenabschaetzung\/vertiefte-rfa\/rfa_zur_schaffung_einer_gesetzlichen_regelung_von_trusts_in_der_schweiz.html\">Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung zur Schaffung einer gesetzlichen Regelung von Trusts in der Schweiz \u2013 Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen.<\/a> Studie im Auftrag des Bundesamts f\u00fcr Justiz (BJ), des Staatssekretariats f\u00fcr internationale Finanzfragen (SIF) und des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco). B\u00fcro Bass in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andrea Opel (Universit\u00e4t Luzern).","post_kasten":[{"kasten_title":"Regelungsmodell f\u00fcr den Schweizer Trust","kasten_box":"Das in der Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung (RFA) verwendete Regelungsmodell sieht vor, das nach geltendem Recht zul\u00e4ssige Treuhandverh\u00e4ltnis als Trust im Sinne des Haager \u00dcbereinkommens im Obligationenrecht zu kodifizieren. Der Trust kann zu Lebzeiten oder auf den Tod hin errichtet werden. Jede nat\u00fcrliche oder juristische Person kann Settlor, Trustee oder Beneficiary sein. Die \u00fcbertragenen Verm\u00f6genswerte bilden ein vom pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gen des Trustees unabh\u00e4ngiges Sonderverm\u00f6gen. Der Trust kann widerruflich ausgestaltet werden und ist zeitlich beschr\u00e4nkt. Die geltenden Verbote der Neuerrichtung von Familienunterhaltsstiftungen (Art. 335 ZGB) sowie von wiederholten Nacherbeneinsetzungen (Art. 488 ZGB) sollen nicht zum Tragen kommen. Steuerlich soll der Schweizer Trust nach den gleichen Regelungen wie ausl\u00e4ndische Trusts behandelt werden; auch ist er entsprechenden Transparenzregeln unterstellt."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103156,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103160,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"90595","post_abstract":"Der Bundesrat wurde vom Parlament beauftragt, die Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts zu pr\u00fcfen und einen entsprechenden Gesetzesvorschlag auszuarbeiten. In diesem Rahmen wurde das B\u00fcro Bass beauftragt, eine vertiefte Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung (RFA) durchzuf\u00fchren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mittel- bis langfristig ein positiver volkswirtschaftlicher Nutzen resultiert. Um das im Zuge der Arbeiten festgestellte Regulierungsversagen zu beheben, k\u00f6nnte gegebenenfalls als Alternative zur oder in Kombination mit der Einf\u00fchrung eines Schweizer Trusts auch die Zulassung von Familienunterhaltsstiftungen ins Auge gefasst werden.","magazine_issue":"2020-01\/02","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20191220","original_files":null,"external_release_for_author":"20191130","external_release_for_author_time":"23:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5da5cf2dcb994"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103153"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4753"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=103153"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125881,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103153\/revisions\/125881"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4753"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18201"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=103153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=103153"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=103153"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=103153"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=103153"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=103153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}