{"id":103383,"date":"2019-11-15T13:35:05","date_gmt":"2019-11-15T13:35:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/11\/kaiser-moehr-rutzer-12-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:56:10","modified_gmt":"2023-08-23T20:56:10","slug":"wie-die-alterung-den-strukturwandel-praegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/11\/wie-die-alterung-den-strukturwandel-praegt\/","title":{"rendered":"Wie die Alterung den Strukturwandel pr\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<p>Die Bev\u00f6lkerungsstruktur wird sich in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten bedeutend ver\u00e4ndern. Insbesondere in Industriel\u00e4ndern und zeitversetzt auch in vielen Schwellenl\u00e4ndern kommt es zu einer gesellschaftlichen Alterung, das heisst zu einer Verschiebung der Altersstruktur. F\u00fcr die Schweiz geht das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) davon aus, dass sich der Altersquotient (der Anteil der \u00fcber 64-J\u00e4hrigen relativ zu den 20- bis 64-J\u00e4hrigen) von 30 Prozent im Jahr 2017 auf 48 Prozent im Jahr 2045 erh\u00f6hen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Struktur der Volkswirtschaften. Der Grund liegt darin, dass das Alter der Konsumenten ihr Nachfrageverhalten beeinflusst. Sowohl die Pr\u00e4ferenzen und die Bed\u00fcrfnisse als auch das verf\u00fcgbare Einkommen ver\u00e4ndern sich \u00fcber den Lebenszyklus. Folglich d\u00fcrfte sich der gesamtwirtschaftliche Konsum der Haushalte hin zu jenen Branchen verschieben, die Produkte herstellen, welche \u00e4ltere Haushalte st\u00e4rker nachfragen als j\u00fcngere. Im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) haben wir untersucht, inwieweit sich der k\u00fcnftige demografische Wandel auf die Branchenstruktur der Schweizer Wirtschaft auswirkt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> F\u00fcr eine kleine, offene Volkswirtschaft wie die Schweiz ist dabei nicht nur die Ver\u00e4nderung der inl\u00e4ndischen Nachfrage, sondern auch die Nachfrage in den Exportm\u00e4rkten von Bedeutung.&#13;<\/p>\n<h2>Alterung im In- und Ausland massgebend<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Blick in die internationale Forschungsliteratur zeigt: Die privaten Konsumausgaben in den Produktgruppen Gesundheit, Wohnen und Energie d\u00fcrften vom k\u00fcnftigen demografischen Wandel meist positiv beeinflusst werden. Umgekehrt sind die Konsumausgaben in den Bereichen Mobilit\u00e4t, Bildung und Bekleidung eher negativ betroffen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die meisten Studien verkn\u00fcpfen die Konsumausgaben (Nachfrageseite) allerdings nicht mit der Wertsch\u00f6pfung der Branchen (Angebotsseite). Eine Ausnahme stellt eine Analyse f\u00fcr Portugal dar: Diese zeigt beispielsweise, dass die Chemie- und Pharmaindustrie sowie das Gesundheits- und Sozialwesen von der Alterung der Gesellschaft profitieren.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Zudem ber\u00fccksichtigen die meisten Arbeiten nur die inl\u00e4ndische Nachfrage. F\u00fcr die international stark verflochtene Schweiz d\u00fcrfte allerdings auch die ausl\u00e4ndische Nachfrage und damit die demografische Entwicklung im Ausland von grosser Bedeutung sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm die Auswirkungen der k\u00fcnftigen demografischen Entwicklung auf die Schweizer Wirtschaftsstruktur abzusch\u00e4tzen, schliessen wir diese L\u00fccken in der Literatur und nehmen eine eigene Analyse vor. Die Struktur wird dabei anhand von Wertsch\u00f6pfungsanteilen einzelner Schweizer Branchen an der Gesamtwirtschaft erfasst. Zudem beziehen wir die Bev\u00f6lkerungsentwicklung im Inland sowie im Ausland in die Analyse mit ein.&#13;<\/p>\n<h2>Deutliche Zunahme der \u00fcber 64-J\u00e4hrigen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDetaillierte Daten des BFS erlauben es, den Zusammenhang zwischen Alter und Konsumstruktur der inl\u00e4ndischen Haushalte zu quantifizieren. Um zu analysieren, wie die Exportnachfrage von der Altersstruktur abh\u00e4ngt, verwenden wir eine \u00f6konometrische Methode. Danach simulieren wir die Branchenstruktur f\u00fcr das Jahr 2060, wobei auch die Verflechtung zwischen den Branchen ber\u00fccksichtigt wird (siehe <em>Kasten<\/em>). Als Grundlage f\u00fcr die k\u00fcnftige Bev\u00f6lkerungsstruktur verwenden wir Szenarien des BFS und der Vereinten Nationen. Wie dort zu sehen ist, d\u00fcrfte es zu gr\u00f6sseren Ver\u00e4nderungen in der Altersstruktur kommen (siehe <em>Tabelle<\/em>). So zeigen die Szenarien etwa, dass der Anteil der \u00fcber 64-J\u00e4hrigen an der Gesamtbev\u00f6lkerung deutlich zunehmen wird.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Bev\u00f6lkerungsszenarien f\u00fcr die Schweiz (2012\u20132060), in Prozent<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 327px;\" width=\"645\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><strong>2012<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><strong>2045<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><strong>2060<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>nach Altersstruktur:<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Anteil &lt; 20-J\u00e4hrige<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">22<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">20<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">20<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Anteil 20- bis 64-J\u00e4hrige<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">61<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">55<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">53<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Anteil 65- bis 80-J\u00e4hrige<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">13<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">17<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">18<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Anteil &gt; 80-J\u00e4hrige<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">4<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">8<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">9<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>nach Haushaltstyp:<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Einpersonenhaushalte<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">35<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">38<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">38<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Paare ohne Kinder<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">29<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">29<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">29<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Familienhaushalte<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">29<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">26<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">25<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Andere Haushalte<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">7<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">8<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">8<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Grundgesamtheit ist die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung in Privathaushalten in der Schweiz.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnungen der Autoren \/ BFS: Statpop, Bev\u00f6lkerungs- und Haushaltsszenarien \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Staatsnahe Dienstleistungen beg\u00fcnstigt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnsere Simulation beantwortet die Frage, wie stark der demografische Wandel im Zeitraum von 2012 bis 2060 die inl\u00e4ndische Nachfrage und damit die Branchenstruktur beeinflusst. In der Simulation wurden andere Einfl\u00fcsse wie etwa der technologische Fortschritt konstant gehalten. Die Resultate zeigen, dass die Alterung vor allem positive Auswirkungen auf staatsnahe, binnenorientierte Dienstleistungsbranchen hat: Demnach steigt der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung von 5,1 Prozent im Basisjahr 2012 auf rund 6,7 Prozent im Jahr 2060 (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Zudem steigt mit der projizierten Alterung auch die Nachfrage nach Dienstleistungen der Pflegeheime deutlich: Zwischen 2012 und 2060 erh\u00f6ht sich infolge der Alterung der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Branche Heime und Sozialwesen um rund 1,8 Prozentpunkte. Zum Vergleich: 1 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung entsprach 2012 rund 6 Milliarden Franken. Umgekehrt sind Dienstleistungsbranchen wie Auto- und Detailhandel, Grundst\u00fccks- und Wohnungswesen, Grosshandel und Finanzdienstleistungen eher negativ betroffen. Trotzdem: Der demografische Wandel beeinflusst die Wertsch\u00f6pfungsanteile der meisten Branchen nur sehr geringf\u00fcgig.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: So ver\u00e4ndert die Alterung im Inland bis 2060 die Wertsch\u00f6pfungsanteile<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Kaiser_Moehr_Ruetzer_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Kaiser_Moehr_Ruetzer_1_de').highcharts({\n       chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: ['Heime und Sozialwesen', 'Gesundheitswesen', 'Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie', 'Landverkehr, Schifffahrt und Luftfahrt', 'Baugewerbe\/Bau', 'Beherbergung und Gastronomie', 'Wirtschaftliche und technische Dienstleistungen', 'Finanzdienstleistungen', 'Grosshandel', 'Grundst\u00fccks- und Wohnungswesen', 'Auto- und Detailhandel'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Ver\u00e4nderung in Prozentpunkten',\n        },\n       \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: ' Prozentpunkte'\n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Ver\u00e4nderung Wertsch\u00f6pfungsanteile',\n        data: [1.8,1.6,-0.1,-0.1,-0.1,-0.2,-0.2,-0.2,-0.3,-0.4,-0.4],\n        showInLegend:false\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Branchen, bei denen der Effekt weniger als 0,1 Prozentpunkte betr\u00e4gt, sind nicht dargestellt.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnungen der Autoren \/ BFS: Habe, Bev\u00f6lkerungs- und Haushaltsszenarien, weitere Statistiken \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Pharma profitiert von Alterung im Ausland<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr eine offene Volkswirtschaft stellt sich zudem die Frage: Welchen Effekt hat die Alterung im Ausland auf die Schweizer Branchen? Unsere Analyse zeigt, dass die Exporte von pharmazeutischen Erzeugnissen bis ins Jahr 2060 um \u00fcber 80 Prozent zunehmen werden. Gleichzeitig f\u00fchrt die ausl\u00e4ndische Alterung zu Einbr\u00fcchen der Schweizer Exporte in den Bereichen Finanzdienstleistungen (\u201340%), wirtschaftliche und technische Dienstleistungen (\u201335%) sowie Textilien und Bekleidung (ebenfalls \u201335%).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der Ver\u00e4nderungen bei den Exporten verschieben sich auch die Anteile der einzelnen Branchen an der gesamtschweizerischen Wertsch\u00f6pfung. Der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Pharmabranche erh\u00f6ht sich gem\u00e4ss unserer Simulation um rund 2,8 Prozentpunkte: von 4,2 Prozent 2014 auf rund 7 Prozent im Jahr 2060 (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Stark abnehmen wird der Anteil der Finanzdienstleistungen (\u20131 Prozentpunkt) sowie der wirtschaftlichen und technischen Dienstleistungen (\u20130,6 Prozentpunkte). F\u00fcr die Textil- und Bekleidungsbranche zeigen sich hingegen kaum Auswirkungen auf den Wertsch\u00f6pfungsanteil, da deren Bedeutung f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft sehr gering ist. Insgesamt ist ein grosser Teil der Schweizer Wirtschaft kaum von der demografischen Entwicklung im Ausland betroffen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Effekte des weltweiten demografischen Wandels bis 2060 auf die Wertsch\u00f6pfungsanteile von Schweizer Branchen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Kaiser_Moehr_Ruetzer_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Kaiser_Moehr_Ruetzer_2_de').highcharts({\n        chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    \n    xAxis: {\n        categories: ['Pharmazeutische Erzeugnisse', 'Informationsdienstleistungen', 'Chemische Erzeugnisse', 'Wirtschaftliche und technische Dienstleistungen', 'Finanzdienstleistungen'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Ver\u00e4nderung in Prozentpunkten',\n        },\n       \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: ' Prozentpunkte'\n    },\n    \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Wertsch\u00f6pfungsanteile',\n        data: [2.8,-0.1,-0.2,-0.6,-1.0],\n        showInLegend:false\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Branchen, bei denen der Effekt weniger als 0,1 Prozentpunkte betr\u00e4gt, sind nicht dargestellt. Die Abbildung zeigt die Ver\u00e4nderungen relativ zum Anteil im Basisjahr 2014.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnungen der Autoren basierend auf WIOD-Daten und Daten der Vereinten Nationen zu den Altersquotienten \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Rahmenbedingungen n\u00f6tig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse der Studie legen den Schluss nahe, dass die k\u00fcnftigen demografischen Ver\u00e4nderungen zu strukturellen Verschiebungen der Schweizer Wertsch\u00f6pfung f\u00fchren. Insbesondere die Branchen Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen sowie pharmazeutische Erzeugnisse werden an Bedeutung gewinnen. Die Wirtschaftspolitik kann mithilfe von langfristig gesetzten, institutionellen Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass sich die Volkswirtschaft m\u00f6glichst reibungslos an diese Entwicklungen anpassen kann: Ein Handlungsfeld ist die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Denn die steigende Nachfrage in diesen Branchen geht mit einem wachsenden Bedarf an bestimmten Fachkr\u00e4ften einher. Ein anderes Handlungsfeld ist die Gesundheits- und Sozialpolitik, wo besonders die steigenden \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Gesundheits- und Pflegeleistungen im Vordergrund stehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie hier diskutierten \u00abDemografie-Effekte\u00bb machen nur einen \u2013 wom\u00f6glich geringen \u2013 Teil des Strukturwandels der Volkswirtschaft aus. Diese Effekte k\u00f6nnen von anderen Entwicklungen wie dem technologischen Fortschritt, den internationalen Verflechtungen oder der Dynamik am Arbeitsmarkt \u00fcberlagert werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Kaiser, Rutzer und M\u00f6hr (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe etwa D\u00f6ring und Aigner-Walder (2012) f\u00fcr \u00d6sterreich, Foot und Gomez (2014) f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich sowie Oliveira Martins et al. (2005) f\u00fcr ausgew\u00e4hlte OECD-L\u00e4nder.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Siehe Albuquerque und Lopes (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bev\u00f6lkerungsstruktur wird sich in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten bedeutend ver\u00e4ndern. Insbesondere in Industriel\u00e4ndern und zeitversetzt auch in vielen Schwellenl\u00e4ndern kommt es zu einer gesellschaftlichen Alterung, das heisst zu einer Verschiebung der Altersstruktur. 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In: Oxford Journal: An International Journal of Business &amp; Economics, 2(1).<\/li>&#13;\n \t<li>Kaiser, B., Rutzer, C. und M\u00f6hr, T. (2019). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirschaftspolitik\/Wachstumpolitik\/wachstum_demografie.html\">Der Einfluss des demografischen Wandels auf die Wirtschaftsstruktur der Schweiz<\/a>. Grundlagen f\u00fcr die Wirtschaftspolitik Nr. 4. Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern.<\/li>&#13;\n \t<li>Oliveira Martins, J., Gonand, F., Antolin, P., de la Maisonneuve, C. und Yoo, K. Y. (2005). The Impact of Ageing on Demand, Factor Markets and Growth. OECD Working Paper, 420.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Daten und methodisches Vorgehen","kasten_box":"Die Analyse der inl\u00e4ndischen Nachfrage st\u00fctzt sich auf die Individualdaten der Haushaltsbudgeterhebung (Habe) des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS). Mithilfe der Entropy-Balancing-Methode werden die Haushalte so gewichtet, dass sie strukturell mit den Bev\u00f6lkerungs- und Haushaltsszenarien des BFS \u00fcbereinstimmen. Die Verkn\u00fcpfung mit der Branchenstruktur erfolgt anhand von Input-Output-Tabellen. F\u00fcr das Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen wurden zus\u00e4tzliche Analysen anhand weiterer Datenquellen durchgef\u00fchrt.&#13;\n&#13;\nDie Analyse der Exportnachfrage st\u00fctzt sich auf die World-Input-Output-Datenbank (WIOD) sowie auf die Bev\u00f6lkerungsszenarien der Vereinten Nationen. Die Variation in der Altersstruktur verschiedener Exportm\u00e4rkte wird dabei ausgenutzt, um den Zusammenhang zwischen Demografie und Exportnachfrage \u00f6konometrisch mit einem sogenannten Gravitationsmodell zu sch\u00e4tzen. Dies erm\u00f6glicht eine Absch\u00e4tzung der Auswirkungen der demografischen Entwicklung in ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten auf die Schweizer Exportstruktur.&#13;\n&#13;\nDie empirischen Analysen sind partialanalytischer Natur; das heisst, die Effekte des demografischen Wandels werden isoliert (\u00abceteris paribus\u00bb) betrachtet, ohne dabei Effekte auf das allgemeine Gleichgewicht der Volkswirtschaft zu ber\u00fccksichtigen."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103386,"main_focus":[156058,156847],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103390,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"90390","post_abstract":"In den n\u00e4chsten Jahrzehnten wird sich die Alterung der Bev\u00f6lkerung im In- und Ausland aller Voraussicht nach akzentuieren. Eine Studie von B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung und des Center for International Economics and Business (CIEB) der Universit\u00e4t Basel hat untersucht, wie sich dies auf die Schweizer Wirtschaftsstruktur auswirkt. Der demografische Wandel im Inland d\u00fcrfte haupts\u00e4chlich zu Verschiebungen der Wertsch\u00f6pfungsanteile hin zu den Branchen Gesundheitswesen sowie Heime und Sozialwesen f\u00fchren. Der demografische Wandel im Ausland d\u00fcrfte hingegen den Anteil der Pharmabranche erh\u00f6hen und den der Finanzdienstleistungen verringern. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass der demografische Wandel die Wertsch\u00f6pfungsanteile der meisten \u00fcbrigen Branchen nur geringf\u00fcgig beeinflussen d\u00fcrfte. 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