{"id":103409,"date":"2019-11-14T10:06:30","date_gmt":"2019-11-14T10:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/11\/wey-12-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:56:08","modified_gmt":"2023-08-23T20:56:08","slug":"evidenzbasiertere-arbeitgeberpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/11\/evidenzbasiertere-arbeitgeberpolitik\/","title":{"rendered":"Evidenzbasiertere Arbeitgeberpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Als Chef\u00f6konom des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) setze ich mich f\u00fcr eine Politik ein, die auf Fakten beruht. Der Stellenwert von statistischem Datenmaterial kann nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden. Besten Anschauungsunterricht liefert die aktuelle Debatte um das Personenfreiz\u00fcgigkeitsabkommen (FZA) zwischen der Schweiz und der EU: Verdr\u00e4ngen Zuwanderer die inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte, wie dies die Initianten der K\u00fcndigungsinitiative behaupten? Die <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2013\/06\/favre.pdf\">Statistiken<\/a> zeigen klar, dass es in der Schweiz als Folge des FZA weder zu einer signifikanten Abnahme der Besch\u00e4ftigung noch zu lohnd\u00e4mpfenden Effekten bei Niedrigqualifizierten gekommen ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls ein weiteres Beispiel hat die Digitalisierung entgegen vielen Bef\u00fcrchtungen in der Schweiz zu einem starken Stellenwachstum gef\u00fchrt. Damit hat sich die Struktur des Arbeitsmarkts ver\u00e4ndert, indem der dritte Sektor relativ zum zweiten stark an Gewicht gewonnen hat. Dies hat die Nachfrage nach Fachkr\u00e4ften versch\u00e4rft. W\u00e4hrend also das Angebot an Stellen zunimmt, akzentuiert sich der R\u00fcckgang des Arbeitskr\u00e4fteangebots aufgrund der alternden Bev\u00f6lkerung. F\u00fcr die hiesigen Unternehmen stellt sich somit zunehmend die Frage, wo und mit wie viel Aufwand sie ihre Fachkr\u00e4fte rekrutieren k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ohne Zuwanderung geht es nicht<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm dem Arbeitskr\u00e4fteengpass zu begegnen, gilt es in erster Linie, das inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4ftepotenzial besser zu erschliessen. Obwohl das Potenzial gross ist, wie die Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) verdeutlichen, ist es illusorisch, zu meinen, dass die Schweizer Volkswirtschaft mit ihren vielen innovativen Unternehmen auf Zuwanderung verzichten kann. Vielmehr muss sie offen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte sowohl aus der EU als auch aus Drittstaaten bleiben. Wird dieser Zugang gekappt, droht ein existenzieller Arbeitskr\u00e4fteengpass, der einen Wegzug von Unternehmen und einen Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen zur Folge h\u00e4tte. In letzter Konsequenz f\u00fchrte dies zu Wohlstandseinbussen, die dem Werk- und Denkplatz Schweiz nachhaltig schaden w\u00fcrden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erfahrung zeigt, dass das System der Personenfreiz\u00fcgigkeit im Zusammenspiel mit den flankierenden Massnahmen optimal geeignet ist, um die Zuwanderung in die Schweiz massgeschneidert auf die Nachfrage der Unternehmen auszutarieren. Damit kann eine breite Bev\u00f6lkerungsschicht an den Gewinnen der Markt\u00f6ffnung teilhaben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm den Zugang aller hiesigen Erwerbspersonen zum Arbeitsmarkt sicherzustellen, muss jedoch an wichtigen Stellschrauben gedreht werden: Die BFS-Sch\u00e4tzungen weisen insbesondere bei Frauen und \u00e4lteren Personen ein hohes Arbeitskr\u00e4ftepotenzial aus. Die Dringlichkeit und Wirksamkeit von Massnahmen hierbei sind seit L\u00e4ngerem bekannt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband behandelt diese Themen mit entsprechend hoher Priorit\u00e4t. Insbesondere Massnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur fr\u00fchen F\u00f6rderung f\u00fchren zu einem hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Dies auch, weil davon \u00fcber einen langen Zeitraum neben M\u00fcttern auch deren Kinder, die Wirtschaft und der Staat substanziell profitieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Chef\u00f6konom des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) setze ich mich f\u00fcr eine Politik ein, die auf Fakten beruht. Der Stellenwert von statistischem Datenmaterial kann nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden. 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