{"id":103726,"date":"2019-09-23T11:00:45","date_gmt":"2019-09-23T11:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/09\/ledermann-strebel-10-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:56:39","modified_gmt":"2023-08-23T20:56:39","slug":"ledermann-strebel-de-2019-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/09\/ledermann-strebel-de-2019-10\/","title":{"rendered":"Evaluation als Kontrollinstrument des Parlaments"},"content":{"rendered":"<p>Ende der Achtzigerjahre ersch\u00fctterte die Fichenaff\u00e4re das Vertrauen der schweizerischen \u00d6ffentlichkeit in den Staat. Sie f\u00fchrte die Beschr\u00e4nktheit der parlamentarischen Aufsicht \u00fcber die Regierung und die Verwaltung vor Augen. Eine Mehrheit des Parlaments forderte in der Folge eine bessere Kontrolle der Verwaltung: \u00abDie Erfahrungen der letzten Monate zeigten deutlich und auch schmerzvoll, dass wesentliche Aufgaben der Verwaltungskontrolle heute nicht wahrgenommen werden\u00bb, sagte etwa Rolf Seiler (CVP, ZH) 1990 im Nationalrat.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm der \u00fcberm\u00e4chtigen Exekutive etwas entgegenzustellen, schuf das Parlament auf Initiative der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen (GPK) im Jahr 1990 die Parlamentarische Verwaltungskontrolle (PVK) als Evaluationsstelle. Sie geht im Auftrag der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen vermuteten Problemen der Organisationsstruktur und der Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe nach und untersucht dar\u00fcber hinaus die Wirksamkeit von Massnahmen des Bundes.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Seit 2003 kann die PVK im Auftrag aller Kommissionen t\u00e4tig werden und somit breiter zur \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit von Massnahmen des Bundes, wie sie in Verfassung und Gesetz gefordert ist, beitragen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFaktisch ist die PVK fast ausschliesslich im Auftrag der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen t\u00e4tig. Dabei geniesst sie dieselben weitgehenden Informationsrechte wie die Kommissionen: Sie kann mit allen relevanten Beh\u00f6rden direkt verkehren und Informationen verlangen, wobei das Amtsgeheimnis nicht gilt. Um zu fundierten Bewertungen zu gelangen, wendet die PVK in ihren Evaluationen ein breites Spektrum sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden wie Dokumentenanalysen, Interviews, Befragungen und statistische Analysen an. Daneben verf\u00fcgt die PVK \u00fcber einen Expertenkredit, mit dem sie spezifisches Know-how einkaufen kann.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Evaluationen in allen Departementen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Oberaufsicht der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen erstreckt sich \u00fcber den Bundesrat, die gesamte Bundesverwaltung mit ihren etwa 35\u2019000 Mitarbeitenden sowie andere Tr\u00e4ger von Bundesaufgaben, darunter die Bundesgerichte. F\u00fcr ihre Kontrollt\u00e4tigkeiten stehen den Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen verschiedene Instrumente zur Verf\u00fcgung, die sich im Hinblick auf die Pr\u00fcftiefe unterscheiden.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Evaluationen kommen zum Zug, wenn eine Thematik vertieft abgekl\u00e4rt werden soll. Mit ihren rund f\u00fcnf Vollzeitstellen kann die PVK j\u00e4hrlich im Durchschnitt drei neue Evaluationen in Angriff nehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den letzten beiden Legislaturen waren alle Departemente sowie die Bundeskanzlei und die Gerichte von mindestens einer Evaluation betroffen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Das Themenspektrum widerspiegelt die T\u00e4tigkeiten des Bundes: Die Palette reicht von der internationalen Zusammenarbeit bei der milit\u00e4rischen Ausbildung und R\u00fcstung \u00fcber die Auswirkungen von Freihandelsabkommen, das Personal im diplomatischen Dienst oder die Sicherung landwirtschaftlichen Kulturlandes bis zu Querschnittthemen wie der Wahl des obersten Kaders durch den Bundesrat. Es scheint sich zu bew\u00e4hren, dass die PVK bei den Evaluationsvorschl\u00e4gen, die sie den Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen unterbreitet, auf die thematische Breite achtet. Sie unterst\u00fctzt damit die Kommission in ihrem Bem\u00fchen, im gesamten Aufsichtsbereich t\u00e4tig zu sein.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Evaluationen nach betroffenen Organisationseinheiten (2012\u20132019), Total = 23<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Ledermann_Strebel_de_10_19'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Ledermann_Strebel_de_10_19').highcharts({\n   chart: {\n                center: ['20%', '50%'] , \/\/ Position der Kreise .> Ausprobieren sobald im Artikel!\n\n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '{point.y:.0f} Evaluationen'\n    },\n    plotOptions: {\n        pie: {\n            allowPointSelect: true,\n            cursor: 'pointer',\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            showInLegend: true\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: '',\n        colorByPoint: true,\n        data: [{\n            name: 'EDA',\n            y: 2,            \n        }, {\n            name: 'EDI',\n            y: 2\n        }, {\n            name: 'EFD',\n            y: 4\n        }, {\n            name: 'EJPD',\n            y: 3\n        }, {\n            name: 'Uvek',\n            y: 1\n        }, {\n            name: 'VSB',\n            y: 1\n        },{\n            name: 'WBF',\n            y: 3\n        },{\n            name: 'Bundeskanzlei',\n            y: 3\n        },{\n            name: 'Gerichte',\n            y: 1\n        },{\n            name: 'Querschnitt',\n            y: 3\n        }]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: PVK \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Trennung von Wissenschaft und Politik<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Glaubw\u00fcrdigkeit und damit den Nutzen der Evaluationen der PVK im politischen Kontext zu garantieren, haben sich zwischen den Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen von National- und St\u00e4nderat und der PVK Abl\u00e4ufe etabliert, die eine Aufteilung zwischen wissenschaftlicher Analyse einerseits und politischer Wertung andererseits gew\u00e4hrleisten.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> So erteilt die politische Kommission jeweils den Auftrag f\u00fcr eine Evaluation. Wenn dieser einmal steht, ist die PVK bei der Durchf\u00fchrung der Evaluationen unabh\u00e4ngig.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Die PVK entscheidet selbstst\u00e4ndig, welche wissenschaftliche Methode sich f\u00fcr die Untersuchung einer bestimmten Fragestellung eignet. Sie h\u00e4lt die Ergebnisse ihrer Analysen in einem Bericht zuhanden der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen fest, den diese nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Indessen formuliert die PVK entgegen der \u00fcblichen Evaluationspraxis keine Empfehlungen. Vielmehr ist es den Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen \u00fcberlassen, den Handlungsbedarf auf der Grundlage des Evaluationsberichts der PVK zu bestimmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn aller Regel formulieren die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen ihre politischen Folgerungen und Empfehlungen in einem separaten Bericht. Dabei greifen sie die Evaluationsergebnisse der PVK grossmehrheitlich auf, wobei sie Gewichtungen vornehmen. In den beiden j\u00fcngsten Legislaturen leiteten die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen aus s\u00e4mtlichen publizierten Evaluationen Empfehlungen an den Bundesrat ab. Durchschnittlich machten die Kommissionen pro Evaluation f\u00fcnf Empfehlungen, was die Handlungsrelevanz der Untersuchungen der PVK unterstreicht.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts der Gewaltentrennung von Legislative und Exekutive haben die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen gegen\u00fcber dem Bundesrat keine Weisungsbefugnis. Der Bundesrat ist aber verpflichtet, zu ihren Empfehlungen Stellung zu nehmen. Um einen gewissen Handlungsdruck zu erzeugen, ver\u00f6ffentlichen die Kommissionen sowohl die Evaluationen als auch ihre eigenen Berichte. Auf den ersten Blick scheint die Strategie zu wirken: Der Bundesrat hat \u00fcber 80\u00a0Prozent der Empfehlungen der letzten beiden Legislaturen in seiner ersten Stellungnahme ganz oder teilweise angenommen und sich gewillt erkl\u00e4rt, sie umzusetzen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). So hat er beispielsweise im Nachgang zur Evaluation \u00abExterne Mitarbeitende der Bundesverwaltung\u00bb aus dem Jahr 2014 eine beachtliche Anzahl von Stellen aus Kosten- und Risiko\u00fcberlegungen heraus internalisiert. Lediglich 16 Prozent der Empfehlungen lehnte der Bundesrat in seinen ersten Stellungnahmen ab. Er weigerte sich zum Beispiel, seine Strategie bei den \u00abInternationalen Kooperationen in der milit\u00e4rischen Ausbildung und R\u00fcstung\u00bb, welche die PVK evaluiert hatte, zu pr\u00e4zisieren. Indem auch der Bundesrat jeweils seine Stellungnahme publiziert, entsteht ein \u00f6ffentlicher Dialog zwischen dem Parlament und der Exekutive.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Reaktion des Bundesrates auf Empfehlungen der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen (2012\u20132019), Total = 77<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Ledermann_Strebel_de_2_10_19'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Ledermann_Strebel_de_2_10_19').highcharts({\n   chart: {\n        \n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    tooltip: {\n        pointFormat: '{point.percentage:.0f}%'\n    },\n    plotOptions: {\n        pie: {\n            allowPointSelect: true,\n            cursor: 'pointer',\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            showInLegend: true\n        }\n    },\n    series: [{\n        name: 'Reaktion des Bundesrates',\n        colorByPoint: true,\n        data: [{\n            name: 'angenommen ',\n            y: 62,            \n        }, {\n            name: 'teilweise angenommen',\n            y: 22,\ncolor: '#23318a',\n        }, {\n            name: 'abgelehnt',\n            y: 16,\ncolor: '#ee7452'\n        }]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: PVK (Stand 31.\u00a0Juli 2019) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Langer Atem erforderlich<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie hohe Zustimmungsrate des Bundesrates tr\u00fcgt jedoch etwas, denn die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen geben sich mit der ersten Stellungnahme des Bundesrates meist nicht zufrieden. Nur gerade zwei Evaluationen haben die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen nach der ersten Stellungnahme abgeschlossen. Bei allen anderen Untersuchungen hakten sie nochmals nach und verlangten vom Bundesrat genauere Informationen \u2013 sogar in F\u00e4llen, in welchen sich dieser mit s\u00e4mtlichen Empfehlungen einverstanden erkl\u00e4rt hatte. Um den Druck auf den Bundesrat f\u00fcr die Umsetzung der Empfehlungen hoch zu halten, ver\u00f6ffentlichten die Kommissionen die meisten ihrer Forderungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin weiteres Druckmittel der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen sind parlamentarische Vorst\u00f6sse. Im betrachteten Zeitraum haben sie im Nachgang zu drei Evaluationen insgesamt f\u00fcnf Postulate eingereicht, die alle vom jeweils zust\u00e4ndigen Rat angenommen wurden. Drei Postulate betrafen dabei die \u00abZulassung und \u00dcberpr\u00fcfung von Medikamenten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung\u00bb. Die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommission des St\u00e4nderates forderte den Bundesrat beispielsweise auf, eine Pr\u00e4zisierung und Erg\u00e4nzung der Kriterien zum Nachweis der Wirksamkeit und Zweckm\u00e4ssigkeit zu pr\u00fcfen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJe nach Empfehlung sind vom Bundesrat unterschiedliche Massnahmen gefordert. Diese k\u00f6nnen von organisatorischen Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Anpassung der gesetzlichen Grundlagen, Verordnungen oder Weisungen bis hin zu Informatikprojekten reichen. So ging der Bundesrat die Vollzugsprobleme, welche die Evaluation der Aufenthaltsregelung von Ausl\u00e4ndern unter dem Personenfreiz\u00fcgigkeitsabkommen aufgedeckt hatte, beispielsweise im Rahmen der Botschaft zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative an. Im Nachgang zur Evaluation der Wahl des obersten Kaders des Bundes wiederum passte der Bundesrat die Verordnung an und erliess Weisungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZuweilen ist es nicht der Bundesrat, sondern es sind andere Akteure, welche die Evaluationserkenntnisse aufnehmen. So griff beispielsweise das Bundesgericht in einem Urteil Ergebnisse der Medikamentenevaluation auf, was letztlich zu einer Praxis\u00e4nderung f\u00fchrte, obwohl der Bundesrat die entsprechenden Empfehlungen urspr\u00fcnglich abgelehnt hatte.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Manchmal bringen sich die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen selbst in einen laufenden Gesetzgebungsprozess ein, indem sie der zust\u00e4ndigen parlamentarischen Kommission einen Mitbericht zukommen lassen, wie etwa bei der Evaluation zu den externen Mitarbeitenden, aus der sich relevante Ergebnisse f\u00fcr die Revision des Informationsschutzgesetzes ergaben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen schliessen die Untersuchungen ab, wenn sie mit der angek\u00fcndigten Umsetzung ihrer Empfehlungen zufrieden sind. Im Durchschnitt besch\u00e4ftigen sie sich vom Zeitpunkt der Wahl bis zum Abschluss w\u00e4hrend 3,7\u00a0Jahren mit einer Evaluation. Mit dem Abschluss der Untersuchung ist das Thema allerdings nicht vom Tisch: Bei allen Evaluationen, welche die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen in den letzten zwei Legislaturen abgeschlossen haben, k\u00fcndigten sie eine Nachkontrolle nach einem bis zwei Jahren an, um die Umsetzung ihrer Empfehlungen zu \u00fcberpr\u00fcfen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Mehrwert in komplexerem Kontext<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNicht zu jedem Thema k\u00f6nnen die Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen eine vertiefte Untersuchung durchf\u00fchren. Als Achillesferse gelten die knappen Ressourcen der parlamentarischen Oberaufsicht.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Die Evaluationen der PVK liefern den Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen aber zumindest in ausgew\u00e4hlten Bereichen fundierte Erkenntnisse f\u00fcr ihre Kontrolle in einem Umfeld steigender Komplexit\u00e4t der Verwaltungst\u00e4tigkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Unabh\u00e4ngigkeit der PVK von der Verwaltung und die klare Rollenaufteilung zwischen Politik und Wissenschaft sichern die Glaubw\u00fcrdigkeit der Evaluation im Rahmen der parlamentarischen Oberaufsicht. Offen bleibt, ob die Evaluation zuhanden des Parlaments im Zeitalter von \u00abFake News\u00bb und wachsender Polarisierung ihren Stellenwert halten kann.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Amtliches Bulletin 1990 NR 891.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Bericht GPK 12.2.1990 (BBl 1990 I 1068 ff.).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">B\u00e4ttig und Tobler (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Vgl. <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/organe\/kommissionen\/aufsichtskommissionen\/geschaeftspruefungskommissionen-gpk\/grundlagenpapier-informationsrechte\">Handlungsgrunds\u00e4tze der Gesch\u00e4ftspr\u00fcfungskommissionen<\/a> unter Parlament.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">B\u00e4ttig und Schwab (2015), S. 16.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Ledermann (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Total 82 Empfehlungen bei 16 publizierten Evaluationen (Stand 3. August 2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Urteil 9C_417\/2015.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Albrecht (2003), S. 42.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende der Achtzigerjahre ersch\u00fctterte die Fichenaff\u00e4re das Vertrauen der schweizerischen \u00d6ffentlichkeit in den Staat. Sie f\u00fchrte die Beschr\u00e4nktheit der parlamentarischen Aufsicht \u00fcber die Regierung und die Verwaltung vor Augen. 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Bis der Bundesrat die Empfehlungen wunschgem\u00e4ss umsetzt, braucht das Parlament oft einen langen Atem.","post_hero_image_description":"Manche Medikamente sind in der Schweiz wesentlich teurer als im Ausland. Eine Evaluation zeigt Handlungsbedarf.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"Keystone","post_references_literature":"<ul>&#13;\n \t<li>Albrecht, M. (2003). Die parlamentarische Oberaufsicht im neuen Parlamentsgesetz. In: LeGes 14\/2003.<\/li>&#13;\n \t<li>B\u00e4ttig, C. und Schwab, P. (2015). La place de l\u2019\u00e9valuation dans le cadre du contr\u00f4le parlementaire. In: Horber-Papazian, Katia (Hrsg.). Regards crois\u00e9e sur l'\u00e9valuation en Suisse, Lausanne.<\/li>&#13;\n \t<li>B\u00e4ttig, C. und Tobler, A. (2014). Art. 27 \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit. In: Graf, M. et al. (2014). Parlamentsrecht und Parlamentspraxis der Schweizerischen Bundesversammlung. Kommentar zum Parlamentsgesetz (ParlG) vom 13. Dezember 2002, Basel.<\/li>&#13;\n \t<li>Ledermann, S. (2016). Die Ausgestaltung der Unabh\u00e4ngigkeit von Evaluationsdiensten: Die Parlamentarische Verwaltungskontrolle im Kontext der Aufsichtsorgane des Bundes. In: LeGes 1\/2016.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103729,"main_focus":[156079,156862],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103733,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"88873","post_abstract":"Die Parlamentarische Verwaltungskontrolle (PVK) st\u00e4rkt mit ihren Evaluationen die Position der Legislative gegen\u00fcber der Exekutive, indem sie fundierte, verwaltungsunabh\u00e4ngige Informationen zur Verf\u00fcgung stellt. 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