{"id":103791,"date":"2019-09-23T11:00:09","date_gmt":"2019-09-23T11:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/09\/zarin-schoenenberger-10-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:56:35","modified_gmt":"2023-08-23T20:56:35","slug":"energiemanagement-optimierungspotenzial-bei-schweizer-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/09\/energiemanagement-optimierungspotenzial-bei-schweizer-unternehmen\/","title":{"rendered":"Energiemanagement: Optimierungspotenzial bei Schweizer Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Energieeffizienz ist ein Mittel, um die Nachhaltigkeitsziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. In vielen Unternehmen ist das Energiesparpotenzial nach wie vor nicht ausgesch\u00f6pft, und manche Investitionsprojekte zur Steigerung der Energieeffizienz werden nicht realisiert, obwohl sie rentabel w\u00e4ren. \u00d6konomisch spricht man von einer sogenannten Energieeffizienzl\u00fccke (Energy Efficiency Gap). Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind Investitionshemmnisse. So schenken die Unternehmensleitungen dem Energiemanagement beispielsweise zu wenig Beachtung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts der Energieeffizienzl\u00fccke hat eine breit angelegte Umfrage untersucht, welches die massgebenden Faktoren daf\u00fcr sind, dass Schweizer Unternehmen ein Energiemanagementsystem einf\u00fchren, und von welchen Faktoren dessen Ausbaugrad abh\u00e4ngt. Ebenfalls analysiert wurde, wie sich ein solches System auf die Energieeffizienz auswirkt. Die Umfrage, die sich auf relevante Daten von Energie-Grossverbrauchern st\u00fctzt, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts \u00abDeterminanten von Investitionen in Energieeffizienz\u00bb durchgef\u00fchrt. Am Projekt beteiligten sich die beiden Forschungs- und Beratungsunternehmen Infras und Impact Energy sowie die Universit\u00e4t Neuenburg. Finanziell unterst\u00fctzt wurde es vom Schweizerischen Nationalfonds zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF). An der Konzeption und Anwendung des Fragebogens arbeitete die Westschweizer \u00d6konomin Catherine Cooremans mit. Dieser Fragebogen bildet die Grundlage der folgenden Ausf\u00fchrungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls Grossverbraucher gelten in der Schweiz gem\u00e4ss der Definition in der Gesetzgebung rund 10\u2019000\u00a0Privatunternehmen, die \u00fcber insgesamt rund 14\u2019000\u00a0Betriebsst\u00e4tten und Einrichtungen (Fabriken, Betriebe, Gesch\u00e4fts- und Verwaltungsgeb\u00e4ude usw.) verf\u00fcgen. Die Analyse fokussierte auf die Energieeffizienz von marktwirtschaftlich t\u00e4tigen Grossverbrauchern. In den Energievorschriften von Bund und Kantonen sind Grossverbraucher in der Regel als \u00f6ffentliche oder private Unternehmen oder Einrichtungen definiert, die j\u00e4hrlich \u00fcber 0,5\u00a0Gigawattstunden elektrische Energie und\/oder 5\u00a0Gigawattstunden W\u00e4rmeenergie verbrauchen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Fragebogen wurde an 3670 Unternehmen des Industrie- und des Dienstleistungssektors versandt. Deren Kontaktdaten stammen von 12 Kantonen und einigen Akteuren, welche die Massnahmen von Unternehmen zur Steigerung der Energieeffizienz unterst\u00fctzen. 900 Unternehmen haben den Online-Fragebogen zumindest teilweise beantwortet. 305 Frageb\u00f6gen enthielten ausreichend vollst\u00e4ndige Antworten. Zus\u00e4tzlich wurden rund 20 Befragungen und 5 Fallstudien durchgef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund der gew\u00e4hlten Methode der Datenerhebung sind die befragten Unternehmen f\u00fcr das Wirtschaftsgef\u00fcge oder die Gesamtheit der angesprochenen Grossverbraucher nicht v\u00f6llig repr\u00e4sentativ. Doch die Umfrage liefert trotzdem einige interessante Informationen zum Ausbaugrad des Energiemanagements in den Unternehmen und zu dessen Auswirkungen auf die Energieinvestitionen und die Energieeffizienz.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Zwei Investitionsziele<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie treffen die Grossverbraucher Investitionsentscheide zur Verbesserung der Energieeffizienz? Investitionsentscheide sind das Ergebnis eines komplexeren Prozesses, wobei die Rentabilit\u00e4t eines Projektes nicht der einzige Faktor ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJede Investition weist charakteristische Merkmale auf<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>, die sich nach ihrem funktionalen Ziel (Forschung und Entwicklung, Produktion usw.) und nach ihrem strategischen Charakter kategorisieren lassen. Der strategische Charakter einer Energieeffizienz-Investition wird vor allem durch deren Beitrag zu den Wettbewerbsvorteilen des Unternehmens bestimmt. Bei der Arbitrage hinsichtlich der Ressourcen innerhalb von Unternehmen ist dieser Aspekt oftmals bedeutender als die finanzielle Rentabilit\u00e4t. Allerdings handelt es sich hier um keine objektiven Tatsachen: Es sind immer die Entscheidungstr\u00e4ger, die den strategischen Charakter wahrnehmen, diagnostizieren und auslegen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie wirkt sich das Energiemanagementsystem auf die Genehmigung von Investitionsprojekten zur Steigerung der Energieeffizienz und auf die Energieeffizienz selbst aus? Grunds\u00e4tzlich soll das System als organisatorischer Filter wirken, der die Wahrnehmung des strategischen Charakters von Investitionen in die Energieeffizienz und somit auch die zu treffenden Entscheidungen positiv beeinflusst. Der Einfluss des Energiemanagements auf die Energieeffizienz (die das Ziel der Investitionen bildet) wird durch eine Wirkungskette ausge\u00fcbt. Diese besteht aus den drei Gliedern \u00abAusbaugrad\u00bb, \u00abstrategischer Charakter\u00bb und \u00abEntscheidungen\u00bb (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Wirkungskette des Energiemanagements<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-02-um-08.14.30.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-89357\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-02-um-08.14.30.png\" alt=\"\" width=\"3116\" height=\"408\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Relativ tiefes Niveau<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei den befragten Unternehmen handelt es sich gr\u00f6sstenteils um Grossunternehmen, die in zwei von drei F\u00e4llen \u00fcber mehrere Standorte verf\u00fcgen. Die eine H\u00e4lfte der befragten Firmen geh\u00f6rt zum Industriesektor, die andere H\u00e4lfte zum Terti\u00e4rsektor. Der prim\u00e4re Sektor wurde nicht ber\u00fccksichtigt. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer ist Teil eines internationalen Konzerns, und drei Viertel beteiligen sich an mindestens einem Programm oder Netzwerk zur F\u00f6rderung der Energieeffizienz.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Ausbaugrad des Energiemanagements wurde anhand eines Index gesch\u00e4tzt. Dieser hat einen Wert von 0 bis\u00a023 und wird aus sechs Fragen im Fragebogen hergeleitet (siehe <em>Kasten<\/em>). Ein Wert von mindestens 19 Punkten zeigt an, dass das Unternehmen die Anforderungen der <a href=\"https:\/\/www.iso.org\/iso-50001-energy-management.html\">ISO-Norm 50001<\/a> erf\u00fcllt. Diese ISO-Norm enth\u00e4lt Richtlinien f\u00fcr den Aufbau eines Energiemanagementsystems.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEtwa die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen verf\u00fcgt \u00fcber kein Energiemanagement, das die Mindestanforderungen erf\u00fcllt (siehe <em>Tabelle<\/em>). Die Durchschnitts- und Medianwerte liegen bei rund 10 Punkten, was im Vergleich zu den Anforderungen der erw\u00e4hnten ISO-Norm einem verh\u00e4ltnism\u00e4ssig tiefen Niveau entspricht.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Energiemanagement: Ausbaugrad der befragten Unternehmen <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"0\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\"><strong>Anzahl Punkte<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\"><strong>Ausbaugrad des Energiemanagements (EM)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\"><strong>Verbrauch &lt;\u00a00,5\u00a0GWh<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\"><strong>Verbrauch &gt;\u00a00,5\u00a0GWh<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\"><strong>Anzahl Unternehmen<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\"><strong>Anteil<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\"><strong>Energieintensit\u00e4t (Kosten\/Umsatz) <\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\">0 bis 5<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\">Kein systematisches EM oder System mit grossen L\u00fccken<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">19<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">53<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\">72<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\">24%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\">2,9%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\">6 bis 10<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\">EM erf\u00fcllt die Anforderungen in den Bereichen Informationserhebung und Umsetzung nicht<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">5<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">78<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\">83<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\">27%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\">2,6%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\">11 bis 18<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\">Gutes EM-System mit Verbesserungsm\u00f6glichkeiten<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">12<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">112<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\">124<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\">41%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\">3,6%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\">19 bis 23<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\">Hoher Ausbaugrad<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\">22<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\">23<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\">8%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\">2,5%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"63\"><strong>Total<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"202\"><strong>Mittelm\u00e4ssiger Ausbaugrad (Durchschnitt: 10 Punkte)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\"><strong>37<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"87\"><strong>265<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"109\"><strong>302<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"55\"><strong>100%<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"134\"><strong>3,1%<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Iten et al. (2017)<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Viertel der Befragten betreibt kein systematisches Management des Energieverbrauchs. Jedes vierte Unternehmen, das \u00fcber kein Energiemanagementsystem verf\u00fcgt, z\u00e4hlt dabei nicht zu den Grossverbrauchern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHingegen hat die H\u00e4lfte der insgesamt 37\u00a0\u00abKleinverbraucher\u00bb (&lt; 0,5 Gigawattstunden) bestimmte Energiemanagementelemente eingef\u00fchrt. Die befragten Unternehmen weisen eine Energieintensit\u00e4t (Energiekosten in Prozent des Umsatzes) von 3,1\u00a0Prozent auf. Dieser Wert liegt deutlich \u00fcber dem landesweiten Durchschnitt von 2,1\u00a0Prozent, den die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Z\u00fcrich anhand einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von Unternehmen gesch\u00e4tzt hat.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Der im Rahmen der Umfrage ermittelte Ausbaugrad des Energiemanagements scheint vordergr\u00fcndig nicht mit der Energieintensit\u00e4t zu korrelieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Staatliche Politik von Bedeutung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss einer \u00f6konometrischen Analyse, die auf dem Index basiert, h\u00e4ngt der Ausbaugrad des Energiemanagements von vier Faktoren ab: Erstens spielt die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze (Unternehmensgr\u00f6sse) eine Rolle. Ein zweiter Faktor sind ein grosser Energieverbrauch (\u00fcber 5\u00a0Gigawattstunden pro Jahr) sowie eben auch eine hohe Energieintensit\u00e4t. Drittens h\u00e4ngt der Ausbaugrad davon ab, ob das Unternehmen einen Energieverantwortlichen ernannt hat. In geringerem Ausmass spielt viertens der Umfang der \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Energieeffizienz in den Kantonen eine Rolle. Damit sind die (subventionierte) Durchf\u00fchrung eines Energieaudits oder der Abschluss einer Zielvereinbarung gemeint.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss der eingangs erw\u00e4hnten Wirkungskette sollte sich der Ausbaugrad des Energiemanagements positiv auf die Wahrnehmung des strategischen Charakters von Investitionen in die Energieeffizienz und letztlich auch auf die Energieeffizienz selbst auswirken. Der strategische Charakter von Investitionen h\u00e4ngt auch von der Intensit\u00e4t des Wettbewerbs auf den M\u00e4rkten, von der H\u00f6he des Energieverbrauchs sowie von der wohlwollenden Haltung der Gesch\u00e4ftsleitung und von den eingef\u00fchrten Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz ab.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie erw\u00e4hnt, wirkt sich auch die staatliche Politik auf die Energieeffizienz der Unternehmen aus. So haben mehrere Grossverbraucher eine Zielvereinbarung in Bezug auf die Energieeffizienz abgeschlossen, dank der sie teilweise oder vollst\u00e4ndig von der CO<sub>2<\/sub>-Abgabe befreit werden. Ein weiterer Faktor zur F\u00f6rderung der Energieeffizienz ist die Durchf\u00fchrung eines teilweise von der \u00f6ffentlichen Hand subventionierten Energieaudits.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus wirtschaftspolitischer Sicht gibt es zwei Handlungsempfehlungen: Zum einen sollten die Informations- und Ausbildungsanstrengungen, auch auf technischer Ebene, verst\u00e4rkt werden. Zum anderen sollten h\u00f6her gesteckte Ziele hinsichtlich der Energieeffizienz festgelegt werden, indem die finanziellen Anreize, einschliesslich der schrittweisen Erh\u00f6hung der Energiepreise, ausgebaut werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe Cooremans 2012a und 2012b.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Enaw, ACT, Energo usw.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Arvanitis et al. (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Energieeffizienz ist ein Mittel, um die Nachhaltigkeitsziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. In vielen Unternehmen ist das Energiesparpotenzial nach wie vor nicht ausgesch\u00f6pft, und manche Investitionsprojekte zur Steigerung der Energieeffizienz werden nicht realisiert, obwohl sie rentabel w\u00e4ren. \u00d6konomisch spricht man von einer sogenannten Energieeffizienzl\u00fccke (Energy Efficiency Gap). Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind Investitionshemmnisse. 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Proceedings of the International Conference on Energy Efficiency in Commercial Buildings (IEECB\u201912), Frankfurt.<\/li>&#13;\n \t<li>Cooremans C. und Sch\u00f6nenberger A. (2019). Energy Management: a Key Driver of Energy Efficiency Investment? Journal of Cleaner Production, 230, 264\u2013275.<\/li>&#13;\n \t<li>Iten R., Brunner C. U., Cooremans C., Hammer S., Oettli B., Ouni M., Sch\u00f6nenberger A., Werle R. und Wunderlich A. (2017). <a href=\"http:\/\/www.nfp71.ch\/en\/projects\/module-2-economy-enterprises\/investing-in-energy-efficiency\">Management as a Key Driver of Energy Performance<\/a>, Schlussbericht, Z\u00fcrich\/Neuenburg, November.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Der Energiemanagement-Index","kasten_box":"Der Energiemanagement-Index (0\u201323) wird mittels sechs Fragen ermittelt, die einem vereinfachten Energiemanagement-Audit entsprechen. F\u00fcr jede Antwort gibt es eine bestimmte Punktzahl. Die Fragenliste basiert auf Empfehlungen der niederl\u00e4ndischen Energieagentur und wurde von Catherine Cooremans (2012a) erarbeitet:&#13;\n<ul>&#13;\n \t<li>Hat das Unternehmen einen Energieverantwortlichen ernannt (2 Punkte)?<\/li>&#13;\n \t<li>Wie hoch ist der Anteil der Energiekosten bzw. des Stroms am Umsatz (2 Punkte)?<\/li>&#13;\n \t<li>Hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch kontinuierlich zu senken (2 Punkte)?<\/li>&#13;\n \t<li>Hat das Unternehmen in Bezug auf die Energienutzung eine der folgenden Massnahmen getroffen: Bewertung des Performance-Benchmarkings, Festlegung des Vergleichsverbrauchs, Definition von Leistungsindikatoren, Festlegung einer Politik oder Strategie, Bestimmung messbarer Verbrauchsreduktionsziele, Definition der Datenerhebung, Festlegung der zu ergreifenden Massnahmen zur Erreichung der Ziele, regelm\u00e4ssiger interner Bericht (9 Punkte)?<\/li>&#13;\n \t<li>Welche internen oder externen (finanziellen, personellen, technischen, informationsbezogenen) Ressourcen wurden f\u00fcr Energieeffizienzmassnahmen bereitgestellt (4 Punkte)?<\/li>&#13;\n \t<li>Wendet das Unternehmen im Zusammenhang mit seiner Energiepolitik folgende Verfahren oder Systeme an: Ausbildung der Mitarbeitenden, Anreizsystem, Bewertung der Ergebnisse, Verfahren zur \u00dcberarbeitung der Ziele (4 Punkte)?<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":103794,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":103798,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"88944","post_abstract":"Wie sieht es bei Schweizer Unternehmen punkto Energiemanagementsysteme aus? Eine Umfrage bei Energie-Grossverbrauchern hat die bestimmenden Faktoren eines Energiemanagementsystems sowie die Auswirkungen auf die Energieinvestitionen und die Energieeffizienz untersucht. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass der Ausbaugrad des Energiemanagements (noch) unzureichend ist und anscheinend nicht mit den Energiekosten korreliert. 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