{"id":104110,"date":"2019-07-18T10:30:28","date_gmt":"2019-07-18T10:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/07\/kaenzig-08-09-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:57:02","modified_gmt":"2023-08-23T20:57:02","slug":"kaenzig-08-09-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/07\/kaenzig-08-09-2019\/","title":{"rendered":"Eine Wirtschaft ohne Abf\u00e4lle?"},"content":{"rendered":"<p>Nehmen, herstellen, nutzen, wegwerfen: Nach diesem Motto funktioniert unser noch stark linear gepr\u00e4gtes Wirtschaftssystem. Am Anfang der Wertsch\u00f6pfungskette werden Rohstoffe verbraucht, am Ende bleiben Schadstoffe und Abf\u00e4lle zur\u00fcck. Zwar hat diese Art des Wirtschaftens den Menschen in der westlichen Welt seit der industriellen Revolution eine nie gekannte F\u00fclle von Konsumg\u00fctern beschert, doch die Ineffizienz und der \u00dcberfluss in diesem System haben ihren Preis.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie hoch der Preis ist, zeigte sich in diesem Jahr bereits am 7. Mai, dem sogenannten Overshoot Day. Zu Deutsch: dem Tag der \u00dcberschreitung. An diesem Tag hatten die Schweizer bereits mehr nat\u00fcrliche Ressourcen verbraucht, als im ganzen Jahr 2019 pro Erdbewohner nachwachsen oder nachhaltig genutzt werden k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Um unseren Lebensstil beizubehalten, w\u00e4ren wir im Prinzip auf drei Planeten in der Gr\u00f6sse unserer Erde angewiesen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBer\u00fccksichtigt man externe Kosten wie den Klimawandel oder den Verlust an Biodiversit\u00e4t, sind wir mit diesem linearen System volkswirtschaftlich gesehen weit von einem optimalen System entfernt. Doch wie konnte es \u00fcberhaupt so weit kommen? Ein Grund sind die im Vergleich zu den Lohnkosten sehr tiefen Rohstoff-, Transport- und Produktpreise. Ausserdem werden die aus unserem Konsum resultierenden Umwelt- und Gesundheitskosten immer noch zum grossen Teil von der \u00d6ffentlichkeit und nicht direkt von den Verursachern getragen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKurzum: Unser heutiges Produktions- und Konsumsystem ist nicht nachhaltig, und die nat\u00fcrlichen Ressourcen werden \u00fcbernutzt. Die Weiterentwicklung in Richtung einer sogenannten Kreislaufwirtschaft w\u00e4re deshalb ein wichtiger Schritt. Sie ist einer von mehreren Ans\u00e4tzen, um unsere nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen zu schonen. Und sie bietet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft neue Chancen.&#13;<\/p>\n<h2>Kreislaufwirtschaft: Was ist das?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Grundgedanke der Kreislaufwirtschaft ist der Natur entlehnt: Nichts soll verloren gehen. Und fast nichts wird zu wertlosem, wom\u00f6glich giftigem Abfall. M\u00f6glichst alles befindet sich in einem grossen Kreislauf von Rohstoffgewinnung, Produktion, m\u00f6glichst langer Nutzung und n\u00f6tigenfalls Recycling zu Sekund\u00e4rrohstoffen, die wiederum f\u00fcr neue Produkte eingesetzt werden. In einer Kreislaufwirtschaft werden die Produkte und Materialien so lange wie m\u00f6glich wiederverwendet, und ihr Wert wird erhalten. Das soll die Nutzungsintensit\u00e4t und die Einsatzdauer der Produkte und der eingesetzten Materialien steigern. Im Grunde geht es darum, Material- und Produktkreisl\u00e4ufe zu schliessen (siehe <em>Abbildung<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Kreislaufwirtschaft: Vom \u00d6kodesign bis zur Rohstoffaufbereitung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/07\/kaenzig_de.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-88658\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/07\/kaenzig_de.png\" alt=\"\" width=\"1506\" height=\"1856\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Kreislaufwirtschaft zirkulieren idealerweise ganze Produkte oder Produktbestandteile. Deshalb ist es entscheidend, dass alle Akteure den gesamten Kreislauf ber\u00fccksichtigen. Das f\u00e4ngt schon beim Design an: Das Produkt sollte m\u00f6glichst langlebig, reparaturf\u00e4hig und zerlegbar gestaltet sein. Es sollte zudem sparsam sein beim Einsatz von umwelt- und gesundheitsgef\u00e4hrdenden Chemikalien und aus m\u00f6glichst kreislauff\u00e4higen Materialien bestehen, wie beispielsweise naturbelassenem Holz, Alu oder Glas.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusserdem gibt es einige Ansatzpunkte, die in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung sind. Sie zeigen auf, wie Produkte und Produktteile l\u00e4nger im Kreislauf verbleiben, das heisst, wie man sie l\u00e4nger nutzen kann und nicht direkt in den M\u00fcll werfen muss.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErstens m\u00fcssen sowohl Konsumenten als auch Produzenten ihren Bedarf an Material, nat\u00fcrlichen Ressourcen und Produkten \u00fcberdenken und reduzieren. Denn durch Effizienzsteigerungen, durch optimiertes Design oder durch bed\u00fcrfnisorientierte Dienstleistung wie etwa das bedarfsgerechte Mieten anstatt Kaufen eines Fahrzeuges k\u00f6nnen bereits viele Materialien eingespart werden, ohne dass auf die Funktion, die das Produkt erbringt, an sich verzichtet werden muss. Zweitens sollten Produkte, wenn m\u00f6glich, geteilt werden. Dadurch wird die Nutzungsintensit\u00e4t erh\u00f6ht. Denn oft k\u00f6nnen mehrere Nutzer von ein und demselben Produkt profitieren. Daf\u00fcr gibt es unz\u00e4hlige Beispiele: etwa Bibliotheken, landwirtschaftliche Ger\u00e4te, die gemeinsam von mehreren Landwirtschaftsbetrieben genutzt werden, oder Onlineplattformen, die das Teilen von Produkten erm\u00f6glichen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin dritter Ansatz ist es, die Produkte in einem zweiten Leben weiterzuverwenden: Gebrauchte G\u00fcter sollten seltener in der M\u00fclltonne landen. Falls sie noch funktionsf\u00e4hig sind, k\u00f6nnen sie auch an einen anderen Nutzer weitergegeben werden. Beispielsweise \u00fcber Brockenstuben, Kleidertauschb\u00f6rsen oder online \u00fcber Verkaufsplattformen wie Ricardo und Tutti.ch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnd auch wenn ein Produkt nicht mehr funktionieren sollte, muss das noch nicht zwingend das Ende sein. In vielen F\u00e4llen kann es repariert werden, und das macht meistens auch aus Umweltsicht viel Sinn. Denn die Nutzungsdauer eines Produkts wird dadurch verl\u00e4ngert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie f\u00fcnfte und letzte M\u00f6glichkeit beinhaltet die Wiederaufbereitung. Denn letztlich erhalten viele veraltete und abgenutzte Produkte damit wieder einen Wert und werden weiter genutzt, so zum Beispiel ein alter Lehnstuhl, der abgeschliffen und neu bespannt wurde.&#13;<\/p>\n<h2>Nur erneuerbare Energien erlaubt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Konzept der Kreislaufwirtschaft ist ein ganzheitlicher Ansatz, der den gesamten Kreislauf von der Rohstoffgewinnung \u00fcber das Design, die Produktion, die Distribution und eine m\u00f6glichst lange Produktnutzung bis hin zum Recycling betrachtet. Es umfasst weit mehr als nur Abfallmanagement, separates Sammeln von Abf\u00e4llen und Recycling. Zwar schliesst sich der Rohstoffkreislauf \u00fcber das Recycling, doch nicht alle Materialien sind dazu geeignet, rezykliert und zu Sekund\u00e4rrohstoffen verarbeitet zu werden. Aus Umweltsicht ist das Recycling mit der heutigen Technologie nicht in jedem Fall angezeigt. Denn es ist zum Teil mit grossem Energieeinsatz verbunden und verbraucht Wasser oder Chemikalien.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas \u00f6kologisch tats\u00e4chlich Sinn macht, kann in der Kreislaufwirtschaft bei allen Schritten in den Produkt- und Rohstoffkreisl\u00e4ufen mittels \u00d6kobilanzen evaluiert werden. Diese Bilanzen ber\u00fccksichtigen alle relevanten Umweltauswirkungen \u00fcber den ganzen Lebenszyklus von Produkten. Dazu geh\u00f6rt auch die Energie: In der Kreislaufwirtschaft werden ausschliesslich erneuerbare Energien verwendet. Die \u00d6kobilanzen stellen also sicher, dass Kreislaufwirtschaftsprojekte und -massnahmen unter dem Strich die Umweltbelastung reduzieren.&#13;<\/p>\n<h2>\u00d6kologie gepaart mit \u00f6konomischen Chancen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nCharakteristisch f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft sind auch Gesch\u00e4ftsmodelle, bei denen eine m\u00f6glichst kundengerechte ressourcenschonende Dienstleistung und nicht der Verkauf von m\u00f6glichst vielen physischen Produkten im Vordergrund steht. So lassen sich zum Beispiel dank der effizienteren Nutzung von Prim\u00e4rrohstoffen in der Regel die Produktionskosten senken. Und dadurch kann die Schweizer Wirtschaft ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern. Zudem wird in einer Kreislaufwirtschaft mehr repariert, wiederaufbereitet und recycelt, und es werden mehr erneuerbare Energien verwendet. Das wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Arbeitspl\u00e4tze positiv aus. Ein Beispiel ist die Reparatur eines Produktes in der Schweiz: Dabei werden im Inland Stellen geschaffen, die es nicht g\u00e4be, wenn stattdessen nicht kreislauff\u00e4hige Produkte importiert w\u00fcrden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf die wirtschaftlichen Chancen weist denn auch der Aktionsplan f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> hin, den die EU-Kommission 2015 verabschiedet hat. Die f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft relevanten Sektoren besch\u00e4ftigten in der EU 2016 \u00fcber vier Millionen Arbeitnehmende. Kreislaufaktivit\u00e4ten wie Reparaturen, Wiederverwendung und Recycling haben im selben Jahr eine Wertsch\u00f6pfung von gegen 147 Mrd. Euro erzielt und Investitionen von rund 17,5 Mrd. Euro ausgel\u00f6st. Der weltweite Markt f\u00fcr Kreislaufwirtschaft und Material- und Ressourceneffizienz ist in den letzten f\u00fcnf Jahren um \u00fcber zehn Prozent gewachsen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Damit w\u00e4chst er schneller als der Weltmarkt als Ganzes.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDoch auf dem Weg zur Konkretisierung der Kreislaufwirtschaft existieren auch H\u00fcrden. Eine davon besteht darin, dass einige Prim\u00e4rrohstoffe g\u00fcnstiger sind als die entsprechenden Sekund\u00e4rrohstoffe. Das kann Unternehmen davon abhalten, auf Kreislauf-Gesch\u00e4ftsmodelle umzustellen. Der Grund f\u00fcr den Preisunterschied ist, dass die externen Kosten nicht im Preis der Prim\u00e4rrohstoffe enthalten sind. Wegen dieser fehlenden Internalisierung k\u00f6nnen Kreislauf-Gesch\u00e4ftsmodelle ihre Vorteile nicht in Wert setzen. In diesen F\u00e4llen fehlt aus betriebswirtschaftlicher Sicht oft der finanzielle Anreiz f\u00fcr eine Umstellung. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass bei der Entwicklung und der Herstellung von kreislauff\u00e4higen Produkten die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Wertsch\u00f6pfungsketten unabdingbar ist: So haben etwa Designentscheidungen einen bedeutenden Einfluss auf die sp\u00e4teren Stufen der Wertsch\u00f6pfungskette. Beispielsweise darauf, wie langlebig ein Produkt ist und ob sich das Material wieder r\u00fcckgewinnen l\u00e4sst. Die dazu erforderliche Zusammenarbeit erh\u00f6ht die Such- und Transaktionskosten gegen\u00fcber einem linearen Gesch\u00e4ftsmodell. Zudem k\u00f6nnen bestehende Regulierungen den \u00dcbergang zu einer Kreislaufwirtschaft behindern. So zum Beispiel der Umstand, dass Arbeit viel st\u00e4rker besteuert wird als Rohstoffe, Produkte, Finanzkapital und nat\u00fcrliche Ressourcen. F\u00fcr eine Reduktion der Arbeitsbesteuerung spricht zudem, dass sie gleichzeitig auch die Attraktivit\u00e4t des Arbeitsmarktes Schweiz erh\u00f6hen w\u00fcrde.&#13;<\/p>\n<h2>Rahmenbedingungen in anderen L\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist ein rohstoffarmes Land. Deshalb verfolgt sie Ans\u00e4tze zu einer Kreislaufwirtschaft bereits seit Mitte der Achtzigerjahre, und es ist ihr gelungen, gewisse Kreisl\u00e4ufe zumindest teilweise zu schliessen. So werden beispielsweise jedes Jahr rund 12 Millionen Tonnen R\u00fcckbaumaterial wie Beton, Kies, Sand, Asphalt und Mauerwerk wiederverwertet. Allerdings befinden sich auch mehr als 5 Millionen Tonnen Mischabbruch, Holz und Beton noch nicht in einem Kreislauf. Bei den Siedlungsabf\u00e4llen wird etwas mehr als die H\u00e4lfte der Abf\u00e4lle separat gesammelt. Aber die hohe Recyclingquote der Schweiz ist nur die eine Seite der Medaille. Fakt ist: In kaum einem anderen Land f\u00e4llt gemessen an der Wohnbev\u00f6lkerung so viel Abfall an wie hierzulande. Herr und Frau Schweizer produzieren j\u00e4hrlich mehr als 700 Kilogramm Siedlungsabf\u00e4lle. Der Weg zu einer Kreislaufwirtschaft ist also noch weit, es bleibt einiges zu tun.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft gibt es viele m\u00f6gliche Massnahmen. Diese reichen von direkter Innovationsf\u00f6rderung \u00fcber die Unterst\u00fctzung von Plattformen, die das Teilen und Verkaufen von gebrauchten Produkten erleichtern, bis hin zu einer Reduktion der Mehrwertsteuer bei Reparaturen. Einige Massnahmen hat die Schweiz bereits mit dem Umweltschutzgesetz umgesetzt (siehe <em>Tabelle 1<\/em>). Der Vergleich mit anderen L\u00e4ndern zeigt, dass es noch weitere M\u00f6glichkeiten gibt (siehe <em>Tabelle 2<\/em>). Die EU-Ecodesign-Richtlinie etwa ist eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft in der EU. Sie ist beispielsweise die rechtliche Grundlage f\u00fcr Mindestanforderungen an Haushaltger\u00e4te bez\u00fcglich des Energieverbrauchs.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings: Nicht alle Massnahmen aus anderen Staaten sind auch f\u00fcr die Schweiz zielf\u00fchrend. Denn die organisatorische und rechtliche Ausgangslage unterscheidet sich je nach Land stark. So h\u00e4tte beispielsweise eine Reduktion der vergleichsweise tiefen Mehrwertsteuer in der Schweiz nicht dieselbe Wirkung wie in L\u00e4ndern mit deutlich h\u00f6herer Mehrwertsteuer.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei all den dargelegten \u00dcberlegungen gilt es eines zu bedenken: Die Kreislaufwirtschaft und die mit ihr verbundenen Massnahmen sind an und f\u00fcr sich noch nicht das Ziel. Sie sind nur die Mittel, um die \u00fcbergeordneten Ziele zu erreichen: Rohstoffe einsparen und die Umweltbelastung reduzieren. Die damit verbundenen Kosteneinsparungen sind sowohl auf betriebs- als auch auf volkswirtschaftlicher Ebene Beweggr\u00fcnde, um Massnahmen f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft zu ergreifen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 1: Beispiele von Regulierungsmassnahmen mit Einfluss auf die Kreislaufwirtschaft, die die Schweiz umgesetzt hat<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 219px;\" width=\"899\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Verwertbare Anteile von Siedlungsabf\u00e4llen wie Glas, Papier, Karton, Metallen, Gr\u00fcnabf\u00e4llen und Textilien m\u00fcssen so weit wie m\u00f6glich getrennt gesammelt und stofflich verwertet werden.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Biogene Abf\u00e4lle m\u00fcssen in der Regel stofflich oder zumindest energetisch verwertet werden.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Phosphor muss ab 2026 aus phosphorreichen Abf\u00e4llen (bspw. Kl\u00e4rschlamm, Tier- und Knochenmehl) zur\u00fcckgewonnen und stofflich verwertet werden.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Bauabf\u00e4lle m\u00fcssen auf der Baustelle getrennt und je nach Art des Bauabfalles verwertet oder entsorgt werden.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Obligatorische vorgezogene Entsorgungsgeb\u00fchren f\u00fcr Batterien und Glasflaschen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Freiwilliges Finanzierungssystem mit vorgezogenen Recyclingbeitr\u00e4gen f\u00fcr Elektronikschrott, Aludosen und PET-Getr\u00e4nkeflaschen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 2: Beispiele von ausl\u00e4ndischen Regulierungsmassnahmen mit Einfluss auf die Kreislaufwirtschaft<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 358px;\" width=\"851\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Regulierungsmassnahme<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Wo?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Anforderungen an energierelevante Produkte (bspw. Energieverbrauch von Haushaltsger\u00e4ten)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>EU (Ecodesign-Richtlinie 2009\/125\/EG)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Produktdeklarationen (bspw. Energieetikette)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Bspw. EU (Ecodesign-Richtlinie 2009\/125\/EG)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Vorschriften zur Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen und zum Zugang zu Reparaturanleitungen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>EU (Ecodesign-Richtlinie 2009\/125\/EG, Entscheid der EU voraussichtlich im Sommer 2019); Frankreich<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Informationen zur Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen bereitstellen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Frankreich<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Schutz der Konsumenten vor falschen Umweltaussagen und Massnahmen gegen den Missbrauch von Umweltlabelling<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>EU (Richtlinie 2005\/29\/EC)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Mehrwertsteuer-Reduktion f\u00fcr kleinere Reparaturen von Fahrr\u00e4dern, Schuhen, Lederwaren, Bekleidung und Haushaltsw\u00e4sche<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Schweden, Belgien, Irland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Slowenien<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Abz\u00fcge von der Einkommenssteuer f\u00fcr Reparaturarbeiten<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Finnland<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Subventionen f\u00fcr Reparaturinstitute, die auch soziale Funktionen haben<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Belgien<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Geplante Beschr\u00e4nkung der Lebensdauer eines Produkts (geplante Obsoleszenz) strafbar<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Frankreich<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Mehr Informationen unter <a href='http:\/\/ec.europa.eu\/environment\/circular-economy\/index_en.htm' target=\"_blank\">Ec.europa.eu<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Siehe Roland Berger Strategy Consultants (2012, 2014). <a href='https:\/\/www.rolandberger.com\/de\/Publications\/Greentech-Atlas-4.0.html' target=\"_blank\">Greentech-atlas 3.0 und 4.0<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nehmen, herstellen, nutzen, wegwerfen: Nach diesem Motto funktioniert unser noch stark linear gepr\u00e4gtes Wirtschaftssystem. 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Das Konzept der Kreislaufwirtschaft \u2013 auch bekannt als \u00abCircular Economy\u00bb \u2013 beschreibt eine Wirtschaftsweise, in der Produkte und Rohstoffe nach dem Vorbild der Natur zirkulieren \u2013 im Idealfall endlos. Schadstoffe werden ausgekoppelt, und Produkte sowie Gesch\u00e4ftsprozesse sind darauf ausgerichtet, die Produkt- und Materialkreisl\u00e4ufe zu schliessen. Der Beitrag zeigt die Merkmale einer kreislauff\u00e4higen Produktions- und Konsumweise auf und beleuchtet die Chancen und Hindernisse. 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