{"id":104490,"date":"2019-05-22T11:00:40","date_gmt":"2019-05-22T11:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/05\/meyer-frund-06-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:57:44","modified_gmt":"2023-08-23T20:57:44","slug":"meyer-frund-06-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/05\/meyer-frund-06-2019\/","title":{"rendered":"Umdenken bei den Investitionen"},"content":{"rendered":"<p>Die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung in der Schweiz erfolgen im Monopol. Ob \u00f6ffentlich-rechtlich oder privat, ein Monopol weckt Begehrlichkeiten. So k\u00f6nnen Konzessionsabgaben oder Gewinnvorgaben dazu dienen, die Staats- oder Gemeindefinanzen aufzubessern. Oder die gesetzlichen Vorgaben zur Geb\u00fchrenberechnung sind derart komplex, dass de facto nur ein einziges Ingenieurb\u00fcro diese Berechnung vornehmen kann. Fr\u00fcher kam noch dazu, dass nur konzessionierte Sanit\u00e4runternehmen die Hausinstallationen warten durften.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDennoch: Die Mehrheit der Wasserversorger arbeitet gut und g\u00fcnstig. Verbesserungspotenzial besteht aus Sicht des Preis\u00fcberwachers vielmehr bei den Investitionen: Die hohe Anlagenintensit\u00e4t f\u00fchrt dazu, dass die Kosten nur noch beschr\u00e4nkt vom Betreiber beeinflussbar sind, sobald die Investition erfolgt ist. Effiziente Investitionen sind daher von zentraler Bedeutung. Es ist denkbar, dass die Wasserversorger in der Vergangenheit von den in der Baubranche offenbar weitverbreiteten Preisabsprachen betroffen gewesen sind. In Zukunft sollten hier also Einsparungen m\u00f6glich sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeeinflussen kann eine Gemeinde die Effizienz der Investitionen auch, indem sie die Sanierungen der verschiedenen Infrastrukturen besser koordiniert. Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Umwelt\u00e4mter den Gew\u00e4sser- und Bodenschutz durchsetzen, sodass die heutigen Trinkwasservorkommen auch in Zukunft noch mit vern\u00fcnftigem Aufwand genutzt werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit Jahrzehnten ist die Hypothese verbreitet, die Wasserleitungen in der Schweiz seien eine tickende Zeitbombe. Obwohl dies f\u00fcr die meisten Gebiete l\u00e4ngst nicht mehr zutrifft, gibt es nach wie vor kantonale Beh\u00f6rden, die aus Sorge um den Zustand der Wasserleitungen den Gemeinden und Wasserversorgern die Bildung hoher Vorfinanzierungen vorschreiben. Dies ist mit dem Verursacherprinzip nicht vereinbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDort, wo Investitionen tats\u00e4chlich n\u00f6tig sind, braucht es allerdings ein Umdenken: W\u00e4hrend sich Private selbstverst\u00e4ndlich verschulden, wenn sie ein Haus bauen, wird die teilweise Fremdfinanzierung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur von vielen Gemeinden und Kantonen als des Teufels betrachtet. Dies ist fatal, sind doch nicht unmittelbar betriebsnotwendige Reserven volkswirtschaftlich ein viel gr\u00f6sseres Problem, weil diese wiederum die mit dem Monopol verbundenen Begehrlichkeiten wecken.&#13;<\/p>\n<h2><strong>G\u00fcnstiger Zeitpunkt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Zeitpunkt f\u00fcr Investitionen ist ideal: Nie konnten Wasserversorgungen die Investitionen so g\u00fcnstig finanzieren wie heute. Und sollte die Hausbank keine g\u00fcnstigen Konditionen bieten, dann vielleicht eine andere Bank oder eine Versicherung. Wasserversorgungen gelten als sichere Anlagen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Schweizer Ansatz \u2013 ein niedriger Regulierungsaufwand verbunden mit dem Vertrauen auf die demokratische Kontrolle \u2013 ist bei der Wasserversorgung grunds\u00e4tzlich richtig. Den Empfehlungen des Preis\u00fcberwachers kommt dabei die wichtige Rolle zu, aufzuzeigen, wie hohe Tarife tats\u00e4chlich n\u00f6tig sind, um die Kosten zu decken und den Wert zu erhalten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung in der Schweiz erfolgen im Monopol. Ob \u00f6ffentlich-rechtlich oder privat, ein Monopol weckt Begehrlichkeiten. So k\u00f6nnen Konzessionsabgaben oder Gewinnvorgaben dazu dienen, die Staats- oder Gemeindefinanzen aufzubessern. Oder die gesetzlichen Vorgaben zur Geb\u00fchrenberechnung sind derart komplex, dass de facto nur ein einziges Ingenieurb\u00fcro diese Berechnung vornehmen kann. 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