{"id":104513,"date":"2019-05-22T11:00:11","date_gmt":"2019-05-22T11:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/05\/schaerer-von-gunten-06-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:57:50","modified_gmt":"2023-08-23T20:57:50","slug":"schaerer-von-gunten-06-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/05\/schaerer-von-gunten-06-2019\/","title":{"rendered":"Wasserversorgung: In gr\u00f6sseren R\u00e4umen denken"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz gilt zu Recht als Wasserschloss Europas. Wir sind mit Ressourcen gesegnet, von denen andere L\u00e4nder nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Versorgung mit Trinkwasser etwa brauchen wir gerade mal 5 Prozent der j\u00e4hrlichen Niederschlagsmenge \u2013 von jenem Teil, pr\u00e4ziser gesagt, der nicht sofort abfliesst oder verdunstet. An dieser privilegierten Situation werden auch die Folgen des Klimawandels grunds\u00e4tzlich wenig \u00e4ndern. Zwar wird es vermehrt zu saisonalen und regionalen Verknappungen kommen wie w\u00e4hrend der anhaltenden Hitze- und Trockenphase im Sommer 2018, doch mengenm\u00e4ssig wird unser Land auch in Zukunft keine Wassersorgen haben. Dies nicht zuletzt, weil wir mit den zahlreichen Seen im Mittelland und den grossen Grundwasservorkommen \u00fcber grosse Speicher verf\u00fcgen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJe rund 40 Prozent des Trinkwassers stammen aus Quellen und aus dem Grundwasser \u2013 knapp ein F\u00fcnftel wird aus den Seen gewonnen. Am einfachsten ist die Trinkwassergewinnung bei Quellen: Wegen des Gef\u00e4lles fliesst das Wasser von allein in die Reservoire. Demgegen\u00fcber sind beim See- und Grundwasser Pumpen n\u00f6tig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Aufbereitung des Rohwassers ist in den meisten F\u00e4llen mit wenig Aufwand verbunden. \u00dcber 40 Prozent des genutzten Quell- und Grundwassers m\u00fcssen gar nicht behandelt werden, und bei weiteren 30 Prozent reicht eine Desinfektion mittels Ultraviolettbestrahlung. Mehrstufig aufbereitet werden knapp ein Drittel des Quell- und Grundwassers sowie das gesamte Seewasser. Nicht zuletzt dieser relativ einfachen Aufbereitung wegen verf\u00fcgt Schweizer Leitungswasser im Vergleich zu Mineralwasser \u00fcber eine ausgezeichnete \u00d6kobilanz: Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus von der Wasserf\u00f6rderung bis hin zum Konsum im Haushalt, belastet das Hahnenwasser die Umwelt rund 500 Mal weniger als Mineralwasser.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wasserverbrauch nimmt ab<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz ist die Wasserversorgung traditionell eine Aufgabe der \u00f6ffentlichen Hand \u2013 und wie beispielsweise die Abstimmung \u00fcber das Wassergesetz im Kanton Z\u00fcrich Anfang 2019 gezeigt hat, liegt der Bev\u00f6lkerung viel daran, dass das auch in Zukunft so bleibt. Ein weiteres Merkmal der Wasserversorgung ist ihre dezentrale Organisation auf kommunaler Ebene. Verteilt \u00fcber das ganze Land, existieren \u00fcber 2000 \u00f6ffentliche Wasserversorgungsbetriebe. Rund 90 Prozent sind kleinere Versorger, die das Wasser an jeweils weniger als 5000 Menschen liefern. Lediglich in den Grossst\u00e4dten Genf, Z\u00fcrich, Basel, Lausanne, Bern und Winterthur umfasst das Einzugsgebiet mehr als 100\u2019000 Einwohner. Zusammen setzen die sechs st\u00e4dtischen Versorger j\u00e4hrlich Wasser im Umfang von rund 250 Millionen Kubikmeter um. Dies entspricht etwa dem Volumen des Hallwilersees. Die Hoheit \u00fcber die Nutzung der Trinkwasserressourcen liegt bei den Kantonen, die den Gemeinden dazu langfristige Konzessionen erteilen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBis 1970 ist der Wasserverbrauch der Schweiz kontinuierlich gestiegen. Danach stagnierte er, und seit 1985 hat er trotz Bev\u00f6lkerungswachstum leicht abgenommen. Der r\u00fcckl\u00e4ufige Konsum hat verschiedene Gr\u00fcnde: Unter anderem werden in Neubauten wassersparende Armaturen eingebaut. Zudem ben\u00f6tigen moderne Waschmaschinen und Geschirrsp\u00fcler deutlich weniger Wasser. Auch die Industrie hat ihren Verbrauch gesenkt, unter anderem, weil stark wasserkonsumierende Produktionsst\u00e4tten wie etwa die Papier- und Kartonherstellung aus der Schweiz verschwunden sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2013 verbrauchte eine Person im Durchschnitt 309 Liter pro Tag. Davon entfallen 142 Liter auf die Haushalte und 167 Liter auf Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. Allerdings stammt bei Letzteren der gr\u00f6sste Teil dieses Wassers nicht von der \u00f6ffentlichen Wasserversorgung, sondern aus konzessionierter Eigenf\u00f6rderung. Aufgeteilt nach Branchen, steht beim Wasserbedarf die Landwirtschaft an erster Stelle, nur unwesentlich weniger Wasser verbraucht an zweiter Stelle die chemische Industrie.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Image von Leitungswasser ist ausgezeichnet, wie Befragungen des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) zeigen. Mit gutem Grund: Die Trinkwasserversorgung in der Schweiz funktioniert reibungslos, und das Wasser ist von hoher Qualit\u00e4t. Das ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, denn die Wasserversorgung steht vor grossen Herausforderungen \u2013 auch wenn das in der \u00d6ffentlichkeit und der Politik kaum zur Kenntnis genommen wird. Damit Qualit\u00e4t und Verf\u00fcgbarkeit von Trinkwasser gesichert bleiben, braucht es insbesondere beim Schutz der Trinkwasserressourcen sowie bei der Erneuerung und Vernetzung der Wasserversorgungsinfrastruktur grosse Anstrengungen. Dabei gilt es \u00fcber die Gemeindegrenzen hinauszudenken: Die Wasserversorgung wird so zusehends zu einer regionalen Aufgabe.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schutzzonen unter Druck<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Gefahr f\u00fcr Trinkwasserfassungen sind beispielsweise lecke Abwasserleitungen, der Einsatz von G\u00fclle und Pestiziden, Unf\u00e4lle mit Tanklastwagen oder schnell versickerndes verschmutztes Regenwasser. Um zu verhindern, dass die Trinkwasserfassung besch\u00e4digt oder das Grund- und Quellwasser bei der Fassung verschmutzt wird, hat der Bund ein Konzept von Schutzzonen geschaffen. Dieses folgt dem Grundsatz: Je n\u00e4her sich eine Zone bei einer Wasserfassung befindet, desto st\u00e4rker sind die Einschr\u00e4nkungen. Deshalb ist in der N\u00e4he der Fassungen das Erstellen von Geb\u00e4uden und Infrastruktureinrichtungen wie etwa Strassen nicht erlaubt. Ebenfalls untersagt ist das Ausbringen von G\u00fclle. F\u00fcr die Durchsetzung der Gesetzesbestimmungen sind die Kantone zust\u00e4ndig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den vergangenen Jahren sind die Schutzzonen immer st\u00e4rker unter Druck geraten. In einer Umfrage des Bundesamts f\u00fcr Umwelt (Bafu) aus dem Jahr 2017 haben fast alle Kantone angegeben, dass sie sich in ihren Schutzzonen mit schweren Nutzungskonflikten konfrontiert sehen. Die gr\u00f6ssten Probleme aus Sicht der Wasserversorgung sind die sich ausdehnende Siedlungsfl\u00e4che und die Landwirtschaft. Weil die Schutzzonen zunehmend mit Siedlungen \u00fcberbaut oder landwirtschaftlich genutzt werden, m\u00fcssen immer mehr Trinkwasserfassungen aufgehoben werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts dieser Entwicklung ist es oft schwierig, den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz durchzusetzen. Als erschwerend erweist sich auch, dass dem Schutzaspekt bei vielen Bauprojekten allzu sp\u00e4t Rechnung getragen wird. Um diese Risiken abzuwenden, muss der Schutz der Wasserversorgung m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig bei der Planung beispielsweise von Bauprojekten ber\u00fccksichtigt werden. Hilfreich sind dabei eine weitsichtige Raumplanung und eine vorausschauende Planung von Bauprojekten, die m\u00f6gliche Nutzungskonflikte im Voraus erkennt. Es gilt aber auch, die vorhandenen Instrumente zum Schutz der Trinkwasserfassungen auch tats\u00e4chlich einzusetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin zunehmendes Problem f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Trinkwassers sind Spuren von Fremd- und Schadstoffen, und zwar haupts\u00e4chlich in Ballungsr\u00e4umen und landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten. Es handelt sich dabei um besonders langlebige und gleichzeitig sehr mobile Substanzen \u2013 vor allem Nitrat und Pflanzenschutzmittel mit deren Abbauprodukten \u2013, die durch den Boden ins Grundwasser gelangen. Wollen wir auch k\u00fcnftigen Generationen eine sichere Wasserversorgung gew\u00e4hrleisten, m\u00fcssen diese negativen Entwicklungen m\u00f6glichst schnell gestoppt werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Investitionen sind n\u00f6tig<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Herausforderung auf ganz anderer Ebene stellt die f\u00fcr die Wasserversorgung n\u00f6tige Infrastruktur dar. Der Wiederbeschaffungswert der Wasserversorgungsinfrastruktur ohne Hausanschlussleitungen wird auf rund 47 Milliarden Franken gesch\u00e4tzt (siehe <em>Abbildung<\/em>). \u00dcber zwei Drittel entfallen auf das Leitungsnetz, welches mit einer L\u00e4nge von \u00fcber 80\u2019000 Kilometern dem doppelten Erdumfang entspricht. Unterhalt und Ersatz dieser Rohre sind arbeitsintensiv und haben ihren Preis: Im Betriebsjahr 2013 wurden 889 Millionen Franken in die Schweizer Wasserinfrastruktur investiert. Pro Kopf sind das 109 Franken.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Wiederbeschaffungswert der Infrastruktur zur Wasserversorgung (2013)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Schaer_vonGunten_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Schaer_vonGunten_de_1').highcharts({\n chart: {\n        plotBackgroundColor: null,\n        plotBorderWidth: null,\n        plotShadow: false,\n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n    tooltip: {\n               pointFormat: '{point.percentage:.0f}%'\n    },\n    plotOptions: {\n        pie: {\n            allowPointSelect: true,\n            cursor: 'pointer',\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            },\n            showInLegend: true\n        }\n    },\n    series: [{\n        colorByPoint: true,\n        data: [{\n            name: 'Wasserverteilung',\n            y: 79,\n                    }, {\n            name: 'Wasserspeicherung',\n            y: 10\n        }, {\n            name: 'MSR (Mess-, Steuer- und Regeltechnik)',\n            y: 2\n        }, {\n            name: 'Wassergewinnung',\n            y: 9\n        }]\n    }]\n});\n\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Im Jahr 2013 betrug der Wiederbeschaffungswert der Wasserversorgungsinfrastruktur in der Schweiz insgesamt 47 Milliarden Franken.&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Branchenbericht der schweizerischen Wasserversorgung (2015) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiesen Kosten zum Trotz ist Trinkwasser in der Schweiz ein g\u00fcnstiges Lebensmittel \u2013 derart g\u00fcnstig, dass zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung keine Ahnung davon haben, was Hahnenwasser kostet. Zurzeit liegt der durchschnittliche Wasserpreis bei 2 Franken pro 1000 Liter. Deutlich weniger zahlt man zum Beispiel in Stans (50 Rappen). Einiges teurer ist dieselbe Menge Trinkwasser in St. Gallen (rund 2.90 Franken). Der Preis h\u00e4ngt unter anderem davon ab, wie viel Energie f\u00fcr Aufbereitung und Transport verbraucht wird und wie viel in die Erhaltung des Verteilnetzes investiert werden muss.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nK\u00fcnftig muss die Wasserinfrastruktur nicht nur erneuert, sondern gar weiter ausgebaut werden. Viele Kantone streben eine regionale Vernetzung an, wof\u00fcr es zus\u00e4tzliche Leitungen braucht. Ziel dieser Anstrengungen ist, das ganze Versorgungssystem widerstandsf\u00e4higer zu machen. Die Versorger sollen unter anderem bei lokaler Wasserknappheit auf einen alternativen Bezugsort zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Die grossen St\u00e4dte haben sich l\u00e4ngst nach diesem Prinzip abgesichert. So sind etwa die Wasserversorgungen von Z\u00fcrich und Winterthur \u00fcber eine grosse Leitung miteinander verbunden, und die Stadt Bern bezieht ihr Trinkwasser sowohl aus dem Emmen- wie aus dem Aaretal.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fachwissen vergr\u00f6ssern<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr eine verst\u00e4rkte Regionalisierung spricht auch, dass sich bei der Wasserversorgung eine Professionalisierung aufdr\u00e4ngt. Trinkwasser ist ein Lebensmittel und unterliegt deshalb wachsenden Hygiene- und Qualit\u00e4tsanforderungen, was eine langfristige Planung erfordert. Zudem verlangen auch die Schutz- und Umweltaspekte vermehrt nach Fachwissen, das bei kleinen Wasserversorgern nicht zwingend vorhanden ist. Zum Beispiel bei der \u00dcberwachung des Trinkwassers auf R\u00fcckst\u00e4nde von Pflanzenschutzmitteln oder bei der Cybersicherheit. Gerade kleinere Gemeinden tun sich aber schwer damit, beim Trinkwasser mit anderen zusammenzuspannen. Wasser ist ein hoch emotionales Gut, und deshalb ist bei der Wasserversorgung die Unabh\u00e4ngigkeit vielerorts erstes Gebot.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs zeichnet sich jedoch ab, dass kleine Gemeinden k\u00fcnftig aus finanziellen Gr\u00fcnden zu einer Zusammenarbeit gezwungen sein k\u00f6nnten. Im Gegensatz zu grossen Versorgern verkaufen sie ihr Wasser n\u00e4mlich tendenziell zu g\u00fcnstig und sind deshalb oft nicht in der Lage, die n\u00f6tigen R\u00fcckstellungen f\u00fcr Investitionen zu machen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Wassertarife unterscheiden sich in der Schweiz allerdings nicht nur der unterschiedlichen Preispolitik wegen. Einen Einfluss auf die Gestehungskosten haben auch Faktoren wie die unterschiedliche Topografie oder das Verh\u00e4ltnis zwischen der Anzahl Bez\u00fcger und der L\u00e4nge des Leitungsnetzes. Auch ungeachtet \u00e4usserer Einflussfaktoren lassen sich die Preise h\u00e4ufig nur schlecht vergleichen. Die Wasserrechnung setzt sich aus einer fixen Grundgeb\u00fchr und einem variablen Mengenpreis zusammen, wobei mancherorts auch die Geb\u00fchren f\u00fcr die Wasserentsorgung enthalten sind. Diese unterschiedlichen Verrechnungssysteme sind der Transparenz wenig dienlich.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Empfehlungen des Preis\u00fcberwachers&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWeil Gemeinden in ihren Versorgungsgebieten ein Monopol in der Wasserversorgung haben, sind sie dem Preis\u00fcberwachungsgesetz unterstellt.\u00a0Es schreibt unter anderem kostendeckende Tarife vor. Gleichzeitig verbietet es den Versorgern, mit der Wasserversorgung Gewinne zu erzielen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNeue Geb\u00fchren sind dem Preis\u00fcberwacher\u00a0vorzulegen. Dies sorgt regelm\u00e4ssig f\u00fcr Diskussionen: Manche Versorgungsbetriebe klagen, der Preis\u00fcberwacher zeige nicht gen\u00fcgend Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre finanzielle Situation. Es w\u00fcrden keine Tariferh\u00f6hungen bewilligt, die R\u00fcckstellungen erlaubten. Der Preis\u00fcberwacher seinerseits argumentiert, bei der Ausgestaltung der Tarife d\u00fcrften zwar die Kapitalkosten ber\u00fccksichtigt werden, doch es gehe nicht an, dass die heutigen Kunden via R\u00fcckstellungen f\u00fcr die Kosten der Wasserversorgung von morgen zur Kasse gebeten w\u00fcrden. So w\u00fcrde die Generationengerechtigkeit verletzt. Im Grundsatz aber anerkennt der Preis\u00fcberwacher, dass die Wasserversorgungen langfristig geplant und finanziert werden m\u00fcssen. Daher sind seine Empfehlungen grunds\u00e4tzlich mit den Anforderungen der Wasserversorger vereinbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die gr\u00f6ssten Herausforderungen in den n\u00e4chsten Jahren sind die Finanzierung, Nutzungskonflikte und extreme Wetterperioden. Gefordert sind nicht nur die Wasserversorger, sondern auch der Bund, die Kantone und die Forschung. Nur wenn wir zusammenarbeiten, k\u00f6nnen wir die Wasserversorgung f\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen sichern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz gilt zu Recht als Wasserschloss Europas. Wir sind mit Ressourcen gesegnet, von denen andere L\u00e4nder nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Versorgung mit Trinkwasser etwa brauchen wir gerade mal 5 Prozent der j\u00e4hrlichen Niederschlagsmenge \u2013 von jenem Teil, pr\u00e4ziser gesagt, der nicht sofort abfliesst oder verdunstet. 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