{"id":104539,"date":"2019-05-22T10:30:46","date_gmt":"2019-05-22T10:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/05\/schwarz-schneider-staubli-06-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:58:09","modified_gmt":"2023-08-23T20:58:09","slug":"schwarz-schneider-staubli-06-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/05\/schwarz-schneider-staubli-06-2019\/","title":{"rendered":"Welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen hat die Abschaffung des Eigenmietwerts?"},"content":{"rendered":"<p>Die Besteuerung des Eigenmietwerts ist ein politisches Evergreen mit einer langen Geschichte. Auf Bundesebene hat sie ihren Ursprung in der schweren Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre. Die Besteuerung des selbst genutzten Wohneigentums wird seither immer wieder kontrovers diskutiert. Sieht man einmal von der Besteuerung von Ehepaaren ab, ist wohl kein Dossier so resistent gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen wie der Eigenmietwert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsofern hat sich die zust\u00e4ndige Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des St\u00e4nderates (WAK-S) einer geradezu herkulischen Aufgabe zugewandt, wenn sie in ihrer Initiative den Eigenmietwert f\u00fcr selbst bewohntes Wohneigentum am Wohnsitz abschaffen will.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die Vernehmlassung zur erarbeiteten Vorlage wurde am 5. April 2019 er\u00f6ffnet.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Streitpunkt Schuldzinsenabzug<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDarum geht es: Der Eigenmietwert soll ausschliesslich auf dem Eigenheim und nicht auf den selbst genutzten Zweitliegenschaften entfallen. Gleichzeitig soll der Schuldzinsenabzug eingeschr\u00e4nkt oder sogar vollst\u00e4ndig eliminiert und der Unterhaltskostenabzug abgeschafft werden. Der wohl umstrittenste Eckwert der Vorlage betrifft die steuerliche Behandlung der privaten Schuldzinsen. Aus steuerrechtlicher Sicht gibt es gute Gr\u00fcnde, weshalb Schuldzinsen in bestimmten Konstellationen abzugsberechtigt sein sollten: Dienen sie dazu, steuerbare Verm\u00f6gensertr\u00e4ge zu erzielen, stellen sie Gewinnungskosten dar. Die gesetzgeberische Umsetzung dieses Grundsatzes erweist sich indessen als schwierig. Denn eine klare Zuordnung der privaten Schuldzinsen zu bestimmten steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4gen ist nicht beliebig m\u00f6glich. Im Hinblick auf die Vernehmlassungsvorlage hat sich die WAK-S nicht dazu durchringen k\u00f6nnen, eine bestimmte Schuldzinsenregelung zu favorisieren. Stattdessen hat sie nicht weniger als f\u00fcnf gleichberechtigte Abzugsvarianten in die Vernehmlassung geschickt (siehe <em>Tabelle<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAktuell sind die Schuldzinsen im Umfang der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge zuz\u00fcglich weiterer 50\u2019000 Franken abzugsf\u00e4hig. Alle in der Vernehmlassung vorgeschlagenen Varianten beschneiden diese Abzugsberechtigung. Davon betroffen w\u00e4ren alle steuerpflichtigen Personen, die Schuldzinsen geltend machen \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob sie Liegenschaften besitzen oder nicht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBez\u00fcglich der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit haben alle Varianten ihre Vor- und Nachteile. Bei der 1. und der 2. Variante k\u00f6nnen Wohneigent\u00fcmer je nach Konstellation auch Schuldzinsen zum Abzug bringen, die im neuen System eigentlich Lebenshaltungskosten darstellen, wie beispielsweise die Fremdfinanzierung des Eigenheims. Die 3. und die 4. Variante erlauben nur den Abzug der Schuldzinsen auf steuerbare Ertr\u00e4ge aus unbeweglichem Verm\u00f6gen. F\u00fcr Steuerpflichtige mit beweglichem Verm\u00f6gen heisst das: Eine solche Regelung w\u00e4re deutlich restriktiver als das geltende Recht. Allerdings scheint dies vertretbar, wenn man beachtet, dass das schweizerische Steuerrecht Kapitalgewinne aus der Ver\u00e4usserung von Privatverm\u00f6gen nicht besteuert. Zus\u00e4tzlich enth\u00e4lt die 3. Variante eine Trennlinie, die sich als verfassungsrechtlich heikel erweist: Ab einer Mindestbeteiligungsquote von 10 Prozent soll das Halten einer oder mehrerer fremdfinanzierter qualifizierter Beteiligungen abzugsberechtigt sein, w\u00e4hrend Streubesitzbeteiligungen ausgeschlossen w\u00e4ren. Variante 5 schliesslich mangelt es an Systemkonformit\u00e4t, denn sie regelt die Fremdfinanzierung von selbst genutzten Zweitliegenschaften sowie vermieteten oder verpachteten Liegenschaften allzu restriktiv: Schuldzinsen, die zur Erzielung dieser steuerbaren Eink\u00fcnfte angefallen sind, w\u00e4ren nicht mehr abzugsf\u00e4hig.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Die zentralen Eckwerte der Reformvorlage<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"905\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Art des Wohneigentums<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Geltendes Recht zur direkten Bundessteuer (DBG) und zu den Kantons- und Gemeindesteuern (StHG)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Vernehmlassungsvorlage zur direkten Bundessteuer (DBG) und zu den Kantons- und Gemeindesteuern (StHG)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><strong>Werden Eigenmietwert sowie Miet- oder Pachtertr\u00e4ge besteuert?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eigenheim<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Selbst genutzte Zweitliegenschaften sowie vermietete oder verpachtete Liegenschaften<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><strong>Ist der Liegenschaftsunterhalt abzugsberechtigt?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eigenheim<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Selbst genutzte Zweitliegenschaften sowie vermietete oder verpachtete Liegenschaften<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"4\"><strong>Sind ausserfiskalisch motivierte Abz\u00fcge (Energiesparen, Umweltschutz, Denkmalpflege, R\u00fcckbau) erlaubt?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\">Eigenheim<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">DBG: <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">DBG: <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">StHG: kantonal m\u00f6glich<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">StHG: kantonal m\u00f6glich<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\">Selbst genutzte Zweitliegenschaften sowie vermietete oder verpachtete Liegenschaften<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">DBG: <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">DBG: <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">StHG: kantonal m\u00f6glich<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\">StHG: kantonal m\u00f6glich<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><strong>Sind Schuldzinsen von Ersterwerbern zus\u00e4tzlich abzugsberechtigt?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Eigenheim<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86629 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/ok_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>Selbst genutzte Zweitliegenschaften sowie vermietete oder verpachtete Liegenschaften<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-86628 size-full\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/05\/kreuz_shutterstock_30x30px.jpg\" alt=\"\" width=\"30\" height=\"30\" \/><\/a><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"5\"><strong>Generelle Abzugsf\u00e4higkeit der privaten Schuldzinsen<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"5\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"5\">Im Umfang der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge und weiterer 50\u2019000 Franken<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1. Variante: Im Umfang der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>2. Variante: Im Umfang von 80 Prozent der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>3. Variante: Im Umfang der steuerbaren Ertr\u00e4ge aus unbeweglichem Verm\u00f6gen und weiterer 50\u2019000 Franken bei Halten einer oder mehrerer qualifizierter Beteiligungen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>4. Variante: Im Umfang der steuerbaren Ertr\u00e4ge aus unbeweglichem Verm\u00f6gen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td>5. Variante: Keine Abzugsf\u00e4higkeit<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">DBG: Bundesgesetz \u00fcber die direkte Bundessteuer; StHG: Bundesgesetz \u00fcber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Darstellung der Autoren \/ Shutterstock&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Auswirkungen nach Einkommensgruppen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas bedeutet die Reform f\u00fcr die verschiedenen Einkommensgruppen der Wohneigent\u00fcmer? Einerseits m\u00fcssten sie zwar die Brutto-Eigenmietwerte nicht mehr versteuern, gleichzeitig k\u00f6nnten sie aber die Zinskosten nur noch teilweise und die Unterhaltskosten gar nicht mehr steuerlich abziehen. Um der Frage nachzugehen, haben wir die Daten zur direkten Bundessteuer aus den Kantonen Bern und Thurgau analysiert und so den Saldo der Liegenschaftsrechnung<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> berechnet. Dieser bemisst sich aus dem wegfallenden steuerbaren Brutto-Eigenmietwert minus des Anteils der Liegenschaftskosten<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>, der nach der Reform nicht mehr abgezogen werden k\u00f6nnte. Dabei sind wir vom Reformszenario 2 ausgegangen, bei welchem der Schuldzinsenabzug auf 80 Prozent der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge beschr\u00e4nkt wird. Im Weiteren unterstellen wir einen Zinssatz von 3,5 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBetrachtet man nur den Brutto-Eigenmietwert, zeigt unsere Analyse, dass der Vorteil aus der wegfallenden Besteuerung mit steigendem Einkommen zunimmt (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Bei den Liegenschaftskosten zeigt sich diese Zunahme noch deutlicher. Dies deutet darauf hin, dass gerade hohe Einkommensgruppen umfangreiche Unterhaltsarbeiten steuerlich geltend machen, die zumindest teilweise Konsumcharakter haben d\u00fcrften. Daf\u00fcr spricht, dass bei vermieteten Liegenschaften die in Abzug gebrachten Unterhaltskosten sowohl relativ zum Mietwert als auch relativ zum Liegenschaftswert im Durchschnitt deutlich niedriger sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei einem Zinssatz von 3,5 Prozent ist der Saldo bei den untersten Einkommensdezilen positiv und sinkt dann mit zunehmendem Einkommen in den negativen Bereich. Das heisst: Bei den niedrigen Einkommensgruppen f\u00e4llt der Vorteil aus der wegfallenden Besteuerung des Brutto-Eigenmietwerts st\u00e4rker ins Gewicht als der Nachteil, dass die Liegenschaftskosten nur noch teilweise abgezogen werden k\u00f6nnen. F\u00fcr diese Gruppen sinkt also \u2013 rein statisch betrachtet \u2013 das steuerbare Einkommen im Reformszenario gegen\u00fcber dem Status quo. Umgekehrt bei den hohen Einkommen: Bei diesen f\u00fchrt vor allem der Wegfall der heute grossz\u00fcgig geltend gemachten Unterhaltskosten zu einer tendenziell h\u00f6heren Steuerbelastung.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Saldo der Liegenschaftsrechnung bei der direkten Bundessteuer nach Einkommensgruppen, in Franken<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Schwarz-Schneider-Staubli_1_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Schwarz-Schneider-Staubli_1_de').highcharts({\n   \n\n title: {\n        text: ' '\n    },\n\n\n    xAxis: {\ntitle: {\n        text: 'Einkommensdezil'\n    },\n        categories: ['0\u201310%', '10\u201320%', '20\u201330%', '30\u201340%', '40\u201350%', '50\u201360%', '60\u201370%', '70\u201380%', '80\u201390%', '90\u2013100%']\n    },\n    yAxis: {\n\ntitle: {\n        text: ' '\n    },\n        \n        labels: {\n            format: '{value}'\n        },\nstackLabels: {\n            enabled: false,\n          \n        }\n    },\ntooltip: {\n            headerFormat: '<b>Einkommensdezil: {point.x}<\/b><br\/>', \/\/tooltip wird angezeigt, wenn man mit der Maus \u00fcber die S\u00e4ulen f\u00e4hrt. <b> xx <\/b> macht, dass der Text bold ist.\n            \/\/ <br> xx <\/br> bewirkt einen Zeilenumbruch\n            pointFormat: '{series.name}: {point.y} Fr.' \/\/ damit es ein % - oder Fr. \/ Euro usw. - hinter der Zahl hat\n},\n     plotOptions: {\n        column: {\n            stacking: 'normal',\n            dataLabels: {\n                enabled: false,\n            }\n        }\n    },\n    series: [{\n        type: 'column',\n        name: 'Brutto-Eigenmietwert',\n        data: [15590.37,14815.93,15364.47,15822.71,16226.42,16799.49,17620.15,18589.41,19885.70,23633.41]\n    }, {\n        type: 'column',\n        name: 'Unterhaltskosten',\n        data: [-5915.49,-6583.87,-7128.69,-7483.55,-7771.89,-8378.00,-9155.85,-10647.74,-12589.89,-19784.97]\n    }, {\n        type: 'column',\n        name: 'Zinskosten',\n        data: [-8739.01,-7974.56,-8323.74,-8650.64,-8758.93,-8825.34,-9324.67,-9607.67,-9674.94,-9018.29]\n    }, {\n        type: 'spline',\n        name: 'Saldo der Liegenschaftsrechnung',\n        data: [935.87,257.51,-87.96,-311.48,-304.41,-403.85,-860.37,-1666.01,-2379.13,-5169.86],\n       \n    },]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Durchschnitt der durch die Reform wegfallenden Brutto-Eigenmietwerte und Abz\u00fcge pro Einkommensdezil bei einem simulierten Zinsniveau von 3,5 Prozent. Die Einkommensdezile werden ausgehend vom steuerbaren Einkommen vor der Wohneigentumsbesteuerung gebildet. Reformszenario: Beschr\u00e4nkung Abzugsf\u00e4higkeit Schuldzinsen auf 80% der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge (Variante 2) inkl. Schuldzinsenabzug f\u00fcr Ersterwerber.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Daten zur direkten Bundessteuer aus den Kantonen Bern und Thurgau (adjustiert an Schweizer Durchschnitt); Jahr 2010; Hochrechnung auf 2017; nur verheiratete Steuerpflichtige.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Sch\u00e4tzungen \/ Steuerdaten Kanton Bern und Thurgau, 2010 \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Rentner profitieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu bedenken gilt, dass in die Analyse ausschliesslich Steuerpflichtige mit Eigenheim einfliessen, welche insgesamt \u00fcberdurchschnittliche Einkommen haben. Zudem beinhalten die Durchschnittswerte sowohl Rentner- als auch Nicht-Rentnerhaushalte. Die Rentner haben im Durchschnitt niedrigere Einkommen und machen systematisch geringere Liegenschaftskostenabz\u00fcge geltend. Ein Teil des Musters in Abbildung 1 ist auf diesen Umstand zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die niedrigeren laufenden Einkommen der Rentner sagen jedoch wenig \u00fcber die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit aus, wenn man den gesamten Lebenszyklus betrachtet. Nicht zuletzt aus diesen Gr\u00fcnden\u00a0ist bei\u00a0verteilungspolitischen Schlussfolgerungen Zur\u00fcckhaltung geboten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon der Reform profitieren werden vor allem die Rentner: Sie weisen systematisch h\u00f6here Saldi auf als Nicht-Rentner (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Der Vorteil aus der entfallenden Besteuerung des Brutto-Eigenmietwerts \u00fcbertrifft bei den Rentnern also den Nachteil eingeschr\u00e4nkter Liegenschaftskostenabz\u00fcge \u2013 selbst bei einem hohen Zinsniveau von 6 Prozent. Bei Nicht-Rentnern sind die Saldi insgesamt deutlich niedriger, was typischerweise auf die h\u00f6here Belehnung und die damit verbundenen Zinskostenabz\u00fcge zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die mit der Reform teilweise wegfallen w\u00fcrden. Dies erkl\u00e4rt auch die ausgepr\u00e4gtere Zinssensitivit\u00e4t der Liegenschaftsrechnung bei den Nicht-Rentnern im Vergleich zu den Rentnern.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Saldo der Liegenschaftsrechnung bei der direkten Bundessteuer nach Rentnern und Nicht-Rentnern, in Franken<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Schwarz-Schneider-Staubli_2_de'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Schwarz-Schneider-Staubli_2_de').highcharts({\n              chart: {\n        type: 'column'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n     yAxis: {\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        labels: {\n            format: '{value}'\n        },\n    },\n    xAxis: {\n        categories: ['1', '1.5', '2', '2.5', '3', '3.5', '4', '4.5', '5', '5.5', '6'],\nlabels: {\n            format: '{value}%'\n        },\n title: {\n            text: 'Zinsniveau'\n        },\n    },\ntooltip: {\n            headerFormat: '<b>Zins: {point.x}%<\/b><br\/>', \/\/tooltip wird angezeigt, wenn man mit der Maus \u00fcber die S\u00e4ulen f\u00e4hrt. <b> xx <\/b> macht, dass der Text bold ist.\n            \/\/ <br> xx <\/br> bewirkt einen Zeilenumbruch\n            pointFormat: 'Saldo {series.name}: {point.y} Fr.' \/\/ damit es ein % - oder Fr. \/ Euro usw. - hinter der Zahl hat\n        },\n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    \n    series: [{\n        name: 'Alle Wohneigent\u00fcmer',\n        data: [5850.44,4860.99,3722.43,2463.86,1114.80,-301.98,-1773.75,-3292.32,-4849.94,-6443.11,-8068.04]\n    }, {\n        name: 'Nicht-Rentner',\n        data: [5198.56,3869.21,2331.61,629.16,-1191.87,-3098.68,-5072.19,-7100.63,-9171.48,-11280.01,-13420.96]\n    }, {\n        name: 'Rentner',\n        data: [6966.28,6558.67,6103.17,5604.41,5063.25,4485.30,3872.36,3226.58,2547.47,1836.47,1094.86]\n    }]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Durchschnittlicher Saldo der Liegenschaftsrechnung aus den von der Reform betroffenen Brutto-Eigenmietwerten und Abz\u00fcgen in Abh\u00e4ngigkeit des Zinsniveaus. Das Zinsniveau variiert entlang der horizontalen Achse f\u00fcr die Schuldzinsen und f\u00fcr die Ertr\u00e4ge aus beweglichem Verm\u00f6gen. Reformszenario: Beschr\u00e4nkung Abzugsf\u00e4higkeit Schuldzinsen auf 80% der steuerbaren Verm\u00f6gensertr\u00e4ge (Variante 2) inkl. Schuldzinsenabzug f\u00fcr Ersterwerber.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Daten zur direkten Bundessteuer aus den Kantonen Bern und Thurgau (adjustiert an Schweizer Durchschnitt); Jahr 2010; Hochrechnung auf 2017.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Sch\u00e4tzungen \/ Steuerdaten Kanton Bern und Thurgau 2010 \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2>Reform beeinflusst Sparverhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei unseren Sch\u00e4tzungen handelt es sich um statische Analysen, die allf\u00e4llige Verhaltensanpassungen der Hauseigent\u00fcmer nicht ber\u00fccksichtigen. Tats\u00e4chlich ist aber damit zu rechnen, dass die Wohneigent\u00fcmer bei einer Abschaffung des Eigenmietwerts ihr Verhalten entsprechend anpassen w\u00fcrden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSolche Anpassungsreaktionen k\u00f6nnten insbesondere sowohl das absolute Ausmass der Nachfrage nach Wohneigentum als auch die Nachfragestruktur (hinsichtlich Ausbaustandard, Lage der Immobilie oder Gr\u00f6sse der Wohnung) betreffen. Auch eine zunehmende Nachfrage nach Handwerkerleistungen ohne korrekte Deklaration (\u00abSchwarzarbeit\u00bb) ist nicht auszuschliessen. Typischerweise d\u00fcrfte dies Arbeiten betreffen, die eher arbeits- statt kapitalintensiv sind und keinen regulatorischen Vorgaben unterliegen, wie Pinselrenovationen oder die Verlegung von B\u00f6den. Weit gewichtiger als diese Effekte d\u00fcrften jedoch die finanzwirtschaftlichen Anpassungsmechanismen ausfallen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsbesondere k\u00f6nnte es zu Portfolioumschichtungen kommen. Im jetzigen System lohnt es sich, eine Immobilie mit einem hohen Fremdfinanzierungsanteil zu erwerben und einen Teil des Verm\u00f6gens in liquiden Verm\u00f6genswerten zu halten, um steuerfreie Kapitalgewinne zu erzielen. F\u00fcr gut situierte Haushalte ist es nach einem Systemwechsel vorteilhaft, liquide Verm\u00f6genspositionen aufzul\u00f6sen, um die Hypothek zu amortisieren. Dabei fallen teilweise auch steuerbare Kapitalertr\u00e4ge weg, da das liquide Verm\u00f6gen zur Amortisation verwendet wird. Zudem ist damit zu rechnen, dass Hauseigent\u00fcmer mehr sparen werden, um die Hypothek m\u00f6glichst z\u00fcgig zu amortisieren. Diese vorwiegend finanziellen Umschichtungen sind wahrscheinlich. Je sch\u00e4rfer der Schuldzinsenabzug begrenzt wird, desto intensiver d\u00fcrften diese Anpassungsreaktionen ausfallen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Sinne der Finanz- und Makrostabilit\u00e4t sind diese Anpassungen erw\u00fcnscht, wenn sie zum Abbau der Bruttoverschuldung (und eventuell auch der Nettoverschuldung) der privaten Haushalte f\u00fchren.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Sollte das Zinsniveau allerdings pl\u00f6tzlich stark ansteigen und w\u00fcrden dadurch Preisr\u00fcckg\u00e4nge an den Immobilienm\u00e4rkten resultieren, so d\u00fcrften Finanzinstitute auf einen Abbau der hohen Bruttoverschuldung pochen. Im jetzigen System sind die Zinsen weitestgehend abzugsf\u00e4hig, doch mit dem neuen System w\u00e4re das nicht mehr der Fall. In der \u00dcbergangsphase vom alten ins neue System kann die Anf\u00e4lligkeit des Finanzsystems deshalb erh\u00f6ht sein. Langfristig sollten von der Reform jedoch Anreize ausgehen, die private Verschuldung zu reduzieren.&#13;<\/p>\n<h2>Langfristig aufkommensneutrale Reform m\u00f6glich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKann eine Abschaffung des Eigenmietwerts bei einem langfristigen Durchschnittszinsniveau von 3,5 Prozent grob aufkommensneutral, d. h. ohne Mindereinnahmen f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Haushalte, gelingen? Das ist von zentraler Bedeutung und entscheidet, wie sich die Reform auf das Verh\u00e4ltnis von Mietern und Eigenheimbesitzern auswirkt. F\u00fcr die Schuldzinsenvarianten 1, 2 und 4 ist dies bei der direkten Bundessteuer in etwa der Fall. Zu den Aufkommenseffekten der 3. Variante gibt es jedoch keine Zahlen. Bei einem generellen Abzugsverbot (Variante 5) w\u00e4re mit substanziellen Mehreinnahmen f\u00fcr den Bund, die Kantone und die Gemeinden zu rechnen; gleichzeitig w\u00fcrde das Leistungsf\u00e4higkeitsprinzip strapaziert, weil zum Beispiel Mietertr\u00e4ge weiterhin besteuert w\u00fcrden, aber die zur Erzielung dieser Ertr\u00e4ge aufgewendeten Schuldzinsen nicht mehr abzugsf\u00e4hig w\u00e4ren. Beim jetzigen Zinsniveau ist allerdings selbst bei einem vollst\u00e4ndigen Abzugsverbot bei privaten Schuldzinsen mit Mindereinnahmen zu rechnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBetrachtet man die Verteilungswirkungen zwischen unterschiedlich einkommensstarken Eigenheimbesitzern, d\u00fcrften einkommensschwache Haushalte \u2013 darunter viele Rentnerehepaare \u2013 von einer Reform des Eigenmietwerts profitieren. Die obersten Einkommensdezile m\u00fcssten bei einer statischen Betrachtung mit einem h\u00f6heren steuerbaren Einkommen rechnen. Allerdings: Gerade die einkommensst\u00e4rksten Haushalte k\u00f6nnen sich relativ leicht an sich wandelnde steuerliche Konstellationen anpassen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInternationale Einrichtungen wie die OECD oder der Internationale W\u00e4hrungsfonds haben der Schweiz in ihren L\u00e4nderberichten mehrfach empfohlen, im Hinblick auf die Finanz- und Makrostabilit\u00e4t die steuerlichen Anreize zur Bruttoverschuldung privater Haushalte einzud\u00e4mmen. Dieser Forderung wird mit dem neuen Anlauf zur Abschaffung des Eigenmietwerts Rechnung getragen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe parlamentarische Initiative 17.400 <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20170400\">\u00abSystemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung\u00bb<\/a> auf Parlament.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Die Vernehmlassungsunterlagen sind online auf Parlament.ch verf\u00fcgbar.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Der \u00abSaldo der Liegenschaftsrechnung\u00bb entspricht nicht dem \u00abNetto-Eigenmietwert\u00bb. Denn bei der direkten Bundessteuer findet keine Zuweisung der Schuldzinsen auf die verschiedenen Liegenschaften statt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Unterhaltskosten plus Zinskosten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Der Wegfall der Brutto-Eigenmietwertbesteuerung hat hingegen einen gegenl\u00e4ufigen Effekt, der die Anreize f\u00fcr (schuldenfinanzierte) Investitionen in selbst bewohnte Liegenschaften unter gewissen Umst\u00e4nden erh\u00f6hen kann. Auch der Ersterwerberabzug relativiert den Abbau der Verschuldungsanreize.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Besteuerung des Eigenmietwerts ist ein politisches Evergreen mit einer langen Geschichte. Auf Bundesebene hat sie ihren Ursprung in der schweren Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre. Die Besteuerung des selbst genutzten Wohneigentums wird seither immer wieder kontrovers diskutiert. 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