{"id":104601,"date":"2019-05-22T10:30:08","date_gmt":"2019-05-22T10:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/05\/grob-bumann-06-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:58:14","modified_gmt":"2023-08-23T20:58:14","slug":"grob-bumann-06-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/05\/grob-bumann-06-2019\/","title":{"rendered":"Bei Tiefzinsen profitieren Wohneigent\u00fcmer vom Systemwechsel"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine verh\u00e4ltnism\u00e4ssig tiefe Wohneigentumsquote und eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte. Ein m\u00f6glicher Grund daf\u00fcr sind die problematischen Verschuldungsanreize im Schweizer Steuersystem. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Eigenmietwert noch zeitgem\u00e4ss ist. Denn m\u00f6glicherweise sind beim aktuellen Steuersystem die Wohneigent\u00fcmer schlechtergestellt als die Mieter. Wenn dem so ist, w\u00fcrde das dem Auftrag der Wohneigentumsf\u00f6rderung in der Schweiz g\u00e4nzlich entgegenlaufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas w\u00e4ren die Folgen, wenn der Eigenmietwert abgeschafft w\u00fcrde? Dieser Frage sind zwei Masterstudenten der Hochschule Luzern nachgegangen. Mittels eines eigens erstellten Modells haben sie untersucht, welche steuerlichen Auswirkungen der von der st\u00e4nder\u00e4tlichen Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben (WAK-S) vorgeschlagene Systemwechsel<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> f\u00fcr die einzelnen Haushalte in der Stadt Luzern konkret haben w\u00fcrde. Unter Ber\u00fccksichtigung verschiedener Zinsszenarien analysierten sie zudem die Folgen eines Systemwechsels f\u00fcr die Steuereinnahmen der \u00f6ffentlichen Hand. Das Modell bildet die Steuererkl\u00e4rung f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen ab und berechnet anhand der eingegebenen Variablen direkt das steuerbare Einkommen sowie die Steuerlast f\u00fcr Bund, Kantone und Gemeinden.&#13;<\/p>\n<h2>Wohneigent\u00fcmer reagieren unterschiedlich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die konkreten Auswirkungen in verschiedenen Zinsszenarien zu simulieren, wurden vier Kategorien von Wohneigent\u00fcmern definiert. Sie unterscheiden sich insbesondere bez\u00fcglich der Hypothekarh\u00f6he, des steuerbaren Einkommens und der Art und Weise, wie sie sich bei einer Abschaffung des Eigenmietwerts verhalten w\u00fcrden (siehe <em>Tabelle<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Vier Kategorien von Wohneigent\u00fcmern nach ausgew\u00e4hlten Eigenschaften<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 344px;\" width=\"674\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td rowspan=\"2\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Kategorie 1<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Kategorie 2<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Kategorie 3<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Kategorie 4<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Familie Gr\u00fctter, die Ersterwerber<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Familie Heusler, die Wohlhabenden<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>James,<\/strong>&#13;<br \/>\n<strong>der Banker<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><strong>Helene,<\/strong>&#13;<br \/>\n<strong>die Witwe<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Bruttojahreseinkommen (in Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">122\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">200\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">160\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">70\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Eigenmietwert (in Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">26\u2019600<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">23\u2019264<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">39\u2019881<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">17\u2019440<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Belehnung (in&nbsp;%)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">80<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">60<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">60<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">30<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Urspr\u00fcngliche Hypothek (in Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">560\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">420\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">720\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">180\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Verf\u00fcgbare Liquidit\u00e4t (in Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">0<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">200\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">350\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">250\u2019000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><strong>Zinssatz, ab welchem Hypothek zur\u00fcckbezahlt wird (in&nbsp;%)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">&#8211;<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">2,5<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">3,5<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"text-align: right;\">2,5<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Annahmen der Autoren<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Auswirkungen auf die Steuerlast der vier Kategorien sind unterschiedlich und variieren je nach H\u00f6he der Hypothekarzinsen (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Der Grund daf\u00fcr ist, dass die Personen einiger Kategorien ihre Hypothekarschuld ab einem bestimmten Zinsniveau (teilweise) zur\u00fcckzahlen, sofern gen\u00fcgend Liquidit\u00e4t vorhanden ist. Die (Teil-)R\u00fcckzahlung erfolgt aber erst ab dem Zeitpunkt, wo die zu bezahlenden Hypothekarzinsen h\u00f6her sind als die Rendite auf dem f\u00fcr die R\u00fcckzahlung zur Verf\u00fcgung stehenden Kapital.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Beispiel: Personen wie der Banker James (Kat. 3), mit hohem Einkommen, hohem Eigenmietwert und erspartem Kapital, welches im privaten Portfolio durchschnittlich zwischen 3 und 3,5 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet, haben ihr Wohneigentum zurzeit wohl relativ hoch belehnt. Diese Personen werden die Hypothek erst ab einem Zinssatz von circa 3,5 Prozent zur\u00fcckbezahlen, da sonst die Opportunit\u00e4tskosten der entfallenen Portfoliorendite h\u00f6her w\u00e4ren als die ersparten Zinskosten. Im neuen System ohne Besteuerung der Eigenmietwerte sparen sie bei tiefen Zinsen am meisten Steuern ein. Diese Steuerersparnis wird mit steigendem Zinsniveau aber immer kleiner \u2013 bis zu einem Zinsniveau von 3,5 Prozent, wo eine (Teil-)R\u00fcckzahlung erfolgt. Der Knick bei 3,5 Prozent in der Grafik zeigt, dass diese Personen durch die R\u00fcckzahlung von 350\u2019000 Franken wieder st\u00e4rker von der Abschaffung des Eigenmietwerts profitieren. Dies geschieht aus dem Grund, dass der Eigenmietwert unver\u00e4ndert bleibt, w\u00e4hrend die Zinskosten durch die tiefere Hypothek abnehmen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Steuerersparnis bei der Amortisation einer Hypothek ohne Besteuerung des Eigenmietwerts, nach Zinsniveau<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Grob_Bumann_de_1_neu'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Grob_Bumann_de_1_neu').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'line'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n      yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Ersparnis in Franken'\n        },\n labels: {\n                format: ' {value}' \/\/ nacht, dass auf der Y-Achse das Prozentzeichen angezeigt wird. 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Die anf\u00e4ngliche Steuerersparnis der Familie nimmt mit steigenden Zinsen linear ab. F\u00fcr Familie Gr\u00fctter w\u00e4re bei einem Zinsniveau von 3,5 Prozent der sogenannte Break-even-Point erreicht. Dieser zeigt an, wann die Zinskosten, addiert mit den Unterhaltskosten, genau dem Bruttoeigenmietwert entsprechen. Bei diesem Zinsniveau w\u00e4re die Steuerbelastung der Familie mit und ohne Eigenmietwert exakt gleich gross (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Steigt der Hypothekarzins \u00fcber diesen Punkt, lohnt sich der Systemwechsel f\u00fcr Familie Gr\u00fctter nicht mehr. Die Steuerlast w\u00e4re gr\u00f6sser als unter dem aktuellen Regime mit Eigenmietwert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon der Reform profitieren w\u00fcrden vor allem Personen wie Helene, die Rentnerin. Sie w\u00fcrden ab einem Zinsniveau von 2,5 Prozent ihre Hypothek vollst\u00e4ndig zur\u00fcckzahlen und so unabh\u00e4ngig vom Zinsniveau von einer Abschaffung des Eigenmietwerts profitieren.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Der Break-even-Point der Ersterwerber Familie Gr\u00fctter bei einem Hypothekarzins von 3,5 Prozent<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Grob_Bumann_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Grob_Bumann_de_2').highcharts({\n      chart: {\n        type: 'column'\n    },\n\n    title: {\n        text: ''\n    },\n\n    xAxis: {\n        categories: ['', 'Hier Beschriftung']\n    },\n\n    yAxis: {\n        title: {\n            text: 'Betrag in Franken'\n        },\n         labels: {\n                format: ' {value}' \/\/ nacht, dass auf der Y-Achse das Prozentzeichen angezeigt wird. 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Steigt das Zinsniveau weiter an, \u00fcbersteigen Unterhaltskosten und Zinsaufwand den Eigenmietwert: Der Systemwechsel lohnt sich nicht mehr.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Eigene Berechnung der Autoren \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analyse der vier Kategorien zeigt, dass beim momentanen Zinsniveau von 1,5 Prozent Wohneigent\u00fcmer mit einer hohen Hypothekarschuld respektive mit hohen Eigenmietwerten, wie James, der Banker, am st\u00e4rksten von einem Systemwechsel profitieren. Je h\u00f6her aber die Verschuldung, desto h\u00f6her auch die Zinssensitivit\u00e4t der einzelnen Wohneigent\u00fcmer. Aus diesem Grund wirkt sich eine Abschaffung des Eigenmietwerts bei h\u00f6heren Zinsszenarien negativ auf die Steuerbelastung von hoch verschuldeten Eigenheimbesitzern aus. Anders bei den Rentnern, die oftmals bereits einen grossen Teil der Hypothek zur\u00fcckbezahlt haben und dementsprechend eine tiefe Belehnung aufweisen: Sie k\u00f6nnen bei steigenden Hypothekarzinsen am l\u00e4ngsten von einem Systemwechsel profitieren. Diesbez\u00fcglich \u00fcberrascht es nicht, dass Wohneigent\u00fcmer, die \u00fcber gen\u00fcgend Liquidit\u00e4t verf\u00fcgen, die Hypothek amortisieren sollten, sobald die Hypothekarzinsen ansteigen.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizweite Hochrechnung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie eingangs erw\u00e4hnt, wurde f\u00fcr eine schweizweite Hochrechnung ein eigenes Modell erstellt, dem aktuelle Durchschnittswerte aus \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Portalen sowie Daten aus Experteninterviews zugrunde liegen. Dabei wurde angenommen, dass die Steuerrechnung der Stadt Luzern repr\u00e4sentativ f\u00fcr die ganze Schweiz ist. Das Resultat wurde dann auf die Gesamtschweiz hochgerechnet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analyse zeigt, dass bei einem Systemwechsel und einem Hypothekarzinsniveau von 1,5 Prozent im Durchschnitt jeder Schweizer Wohneigent\u00fcmer j\u00e4hrlich 3318 Franken Steuern sparen w\u00fcrde. Bei der Gemeinde- und Kantonssteuer betr\u00e4gt die Einsparung 2611 Franken, bei der direkten Bundessteuer 707 Franken. F\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand h\u00e4tte das Konsequenzen: Schweizweit w\u00fcrden die Einkommenssteuern auf der Einnahmenseite um 4663 Millionen Franken sinken. Dabei entfallen 3669 Millionen Franken auf die Gemeinde- und Kantonssteuern und die restlichen 994 Millionen Franken auf die direkte Bundessteuer.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter Ber\u00fccksichtigung der anzunehmenden Amortisationen bei Inkrafttreten eines Systemwechsels w\u00fcrden Schweizer Wohneigent\u00fcmer im Durchschnitt so lange profitieren, bis der durchschnittliche Hypothekarzins auf 5,19 Prozent ansteigt. Dann ist der Break-even-Point f\u00fcr den durchschnittlichen Wohneigent\u00fcmer in der Schweiz erreicht. Bei einem weiteren Anstieg w\u00fcrde sich ein Systemwechsel f\u00fcr den durchschnittlichen Wohneigent\u00fcmer in der Schweiz nicht mehr lohnen. F\u00fcr Wohneigent\u00fcmer scheint ein Systemwechsel zurzeit also attraktiv zu sein. Es gilt jedoch festzuhalten, dass es bei einem allf\u00e4lligen Systemwechsel auch Verlierer g\u00e4be. Namentlich Mieterinnen und Mieter, Banken, Unterhalts- und Renovationsfirmen sowie der Staat w\u00fcrden bei Inkrafttreten eines Systemwechsels zu den Verlierern geh\u00f6ren. Ob und allenfalls inwiefern die Gesetzes\u00e4nderung tats\u00e4chlich in Kraft tritt, ist bis dato noch offen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Der Vorschlag der WAK-S sieht vor, dass die Besteuerung des Eigenmietwerts am Hauptwohnsitz abgeschafft wird. Zugleich sind keine Abz\u00fcge f\u00fcr Unterhaltskosten mehr m\u00f6glich. Auch der Abzug der Schuldzinsen soll entweder abgeschafft oder reduziert werden. Der Entwurf sieht zudem einen zeitlich befristeten Ersterwerberabzug vor.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine verh\u00e4ltnism\u00e4ssig tiefe Wohneigentumsquote und eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte. Ein m\u00f6glicher Grund daf\u00fcr sind die problematischen Verschuldungsanreize im Schweizer Steuersystem. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Eigenmietwert noch zeitgem\u00e4ss ist. Denn m\u00f6glicherweise sind beim aktuellen Steuersystem die Wohneigent\u00fcmer schlechtergestellt als die Mieter. 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Bei Zinsen \u00fcber 4 Prozent wird es f\u00fcr junge Familien aber bereits knapp.","post_hero_image_description":"Schneiden bei einer Reform des Eigenmietwerts schlecht ab: Junge Familien mit Eigenheim haben bei steigenden Zinsen hohe Unterhaltskosten.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"Keystone","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":104604,"main_focus":[156121,156892],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":104608,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"85803","post_abstract":"Es wird wieder \u00fcber einen Systemwechsel bei der Besteuerung der Eigenmietwerte diskutiert. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hochschule Luzern wurden die steuerlichen Auswirkungen eines solchen Systemwechsels berechnet. Untersucht wurden die Folgen f\u00fcr die individuellen Einkommenssteuern von spezifischen Kategorien von Hypothekarschuldnern und die Auswirkungen auf die gesamtschweizerischen Steuereinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die auf Basis eines eigens erstellten Modells erzielten Hochrechnungen zeigen, dass der durchschnittliche Wohneigent\u00fcmer in der Schweiz bei einem Zinsniveau von 1,5 Prozent j\u00e4hrlich rund 3300 Franken weniger Einkommenssteuern zu bezahlen h\u00e4tte. Bei diesem Zinsniveau profitierten Wohneigent\u00fcmer mit einer besonders hohen Hypothekarschuld am st\u00e4rksten von einer Abschaffung des Eigenmietwerts. 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