{"id":104614,"date":"2019-05-21T08:00:25","date_gmt":"2019-05-21T08:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/05\/maurer-hoffmann-06-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:57:52","modified_gmt":"2023-08-23T20:57:52","slug":"hoffmann-maurer-06-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/05\/hoffmann-maurer-06-2019\/","title":{"rendered":"Sanierungsfall Abwassersystem"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Wasserinfrastruktur ist leistungsstark. Selbst in trockenen Sommern wie im vergangenen Jahr ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt. Ein vierk\u00f6pfiger Haushalt in der Schweiz bezieht \u00fcber 200 Tonnen Wasser pro Jahr. Das Wasser muss jedoch nicht nur geliefert, sondern auch nach Gebrauch weggef\u00fchrt, gereinigt und sicher in den Wasserkreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Um diesen Wassertransport zu gew\u00e4hrleisten, verf\u00fcgen wir in der Schweiz \u00fcber eine weitgehend unsichtbare Transportinfrastruktur, die rund 200\u2019000 Kilometer Leitungen im Untergrund umfasst. Das entspricht fast der dreifachen L\u00e4nge des Strassennetzes.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Wiederbeschaffungswert der Wasserinfrastruktur betr\u00e4gt rund 230 Milliarden Franken (siehe <em>Tabellen<\/em>). Zum Vergleich: Bei der Strasse liegt dieser Betrag bei 171 Milliarden Franken, bei der Schiene sind es 100 Milliarden. Mit rund 14 Milliarden Franken machen die \u00fcber 800 zentralen Abwasserreinigungsanlagen nur einen kleinen Teil des Gesamtbetrags aus.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Wasserversorgung: Infrastruktur im Jahr 2014 (in Mrd. Fr.)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\"><strong>Wiederbeschaffungswert (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>Jahreskosten (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>J\u00e4hrliche Investitionen (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">\u00d6ffentliche Anlagen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">15\u201320<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">1,5<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">0,2<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">\u00d6ffentliche Leitungen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">35<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">&#8211;<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">0,6<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">Private Infrastrukturen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">60,6<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">1,2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">?<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>Total<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\"><strong>110\u2013115,6<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>2,7<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>0,8\u2013?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Abwasserentsorgung: Infrastruktur im Jahr 2014 (in Mrd. Fr.)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"196\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\"><strong>Wiederbeschaffungswert (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>Jahreskosten (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>J\u00e4hrliche Investitionen (Mrd. Fr.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"196\">Zentrale ARA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">13,6<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">1<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">0,3<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"196\">\u00d6ffentliche Kanalisation<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">66,4<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">1,2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">0,5<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"196\">Liegenschaftsentw\u00e4sserung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\">34\u201340<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">1\u20131,2<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\">?<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"196\"><strong>Total<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"188\"><strong>114\u2013120<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>3,2 \u20133,4<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"121\"><strong>0,8\u2013?<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Hoffmann et al. (2014).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nViele dieser Wasserinfrastrukturbauten \u2013 namentlich f\u00fcr die Abwasserentsorgung \u2013 wurden in der Hochkonjunktur der Siebziger- und Achtzigerjahre gebaut und weisen substanzielle Sch\u00e4den auf. Diese Bauten m\u00fcssen umfassend saniert und sicher in die Zukunft gef\u00fchrt werden. Jedoch liegen nur punktuell Informationen \u00fcber das Alter, den Zustand und den Sanierungsbedarf vor. Erstaunlicherweise gibt es f\u00fcr diese essenzielle Infrastruktur keine gesamtschweizerische \u00dcbersicht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFachleute gehen von einem erh\u00f6hten Investitionsbedarf aus, der \u2013 gem\u00e4ss einer eigenen konservativen Sch\u00e4tzung \u2013 \u00fcber die n\u00e4chsten 30 Jahre bei rund 130 Milliarden Franken liegt. Hinzu kommen Herausforderungen wie die langfristige Planung von Wasserinfrastrukturen. Dabei gilt es unter anderem die Bev\u00f6lkerungs- und Siedlungsentwicklung sowie den Klimawandel zu ber\u00fccksichtigen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Abwasserreinigung. So sind beispielsweise L\u00f6sungen gefragt, um Mikroverunreinigungen zu beseitigen. Noch sind sich viele Gemeinden, als Eigent\u00fcmer der Wasserinfrastruktur, dieser Herausforderungen nicht bewusst. Auch gibt es nur wenige gesetzliche Vorgaben, wie die kommunalen Wasserinfrastrukturen unterhalten werden m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Globale Herausforderung<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWeltweit ist der Investitionsbedarf enorm: Gem\u00e4ss der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind im Wasserbereich j\u00e4hrliche Investitionen im Umfang von 772 Milliarden Dollar n\u00f6tig. Ausserdem werden j\u00e4hrlich zwischen 71 und 166 Milliarden Dollar ben\u00f6tigt, um auch in Entwicklungsl\u00e4ndern bis 2030 einen minimalen Zugang zu Siedlungshygiene zu erm\u00f6glichen. Zum volkswirtschaftlichen Nutzen dieser Investitionen gibt es kaum verl\u00e4ssliche Zahlen. In der Entwicklungszusammenarbeit spricht man von einer Rendite von 5,5 bis 7 Dollar pro investiertem Dollar.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings zeigt die globale Betrachtung, dass konventionelle Wasserinfrastrukturen nicht die einzige L\u00f6sung f\u00fcr schnell wachsende St\u00e4dte in L\u00e4ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sind. Denn Netzinfrastrukturen setzen nicht nur lange Planungshorizonte und stabile Institutionen voraus, sondern auch Wassermengen, die in vielen L\u00e4ndern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas mit zunehmender Wasserknappheit nicht zur Verf\u00fcgung stehen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Ein Nachteil der konventionellen Wasserinfrastrukturen ist eine begrenzte Flexibilit\u00e4t, um sich zuk\u00fcnftigen Entwicklungen wie wachsenden oder schrumpfenden Bev\u00f6lkerungszahlen anzupassen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Recycling als Chance<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDerzeit ist die Ressourceneffizienz der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung gering. So wird leicht verschmutztes Wasser aus Lavabos und Waschmaschinen (sogenanntes Grauwasser) mit hygienisch bedenklichem Wasser aus den Toiletten vermischt und muss in den Kl\u00e4ranlagen aufwendig gereinigt werden. Mit dem Abwasser werden auch grosse Mengen an Phosphor und Stickstoff entsorgt. Beides sind essenzielle Pflanzenn\u00e4hrstoffe, welche in der gleichen Menge als Minerald\u00fcnger wieder importiert werden.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas bei der Wertstofftrennung im Abfall \u00fcblich ist \u2013 die getrennte Verwertung von Glas-, Aluminium-, Papier-, Karton-, Plastik-, Bio- und Restm\u00fcll \u2013, funktioniert auch bei Abwasser: Die verschiedenen Abwasserstr\u00f6me k\u00f6nnen an der Quelle getrennt und separat behandelt werden. Dies erm\u00f6glicht zum einen, das Grauwasser aufzubereiten und im Haushalt \u2013 etwa zur Toilettensp\u00fclung \u2013 wiederzuverwenden und die im Abwasser enthaltenen N\u00e4hrstoffe zur\u00fcckzugewinnen. So k\u00f6nnten die im Abwasser enthaltenen Stoffe den gesamten Bedarf an Phosphor- und Stickstoffd\u00fcnger, der derzeit importiert wird, ersetzen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Zum andern kann der aufwendige Transport des Abwassers \u00fcber teure Kanalisationen vermieden werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer grosse Investitionsbedarf und der steigende Druck, effizientere L\u00f6sungen zu finden, verlangen nach Innovationen. In der Schweiz, wo insbesondere in der Abwasserbehandlung ein grosses Know-how vorhanden ist, sind die Voraussetzungen gut. Dank langj\u00e4hriger Forschung zu innovativen Wasserinfrastrukturen zeichnen sich erfolgversprechende, revolution\u00e4re Ans\u00e4tze ab, welche den ganzen urbanen Wassersektor der Kreislaufwirtschaft (\u00abcircular economy\u00bb) \u00f6ffnen. Beispiele sind die Trennung und die Behandlung verschiedener Abwasserstr\u00f6me an der Quelle.&#13;<\/p>\n<h2><strong>D\u00fcnger aus Urin<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Abwasser aus Bad und K\u00fcche kann heute mittels modernster Membrananlagen lokal hochwertig aufbereitet und zur Wiedernutzung verwendet werden. Urin ist weitgehend eine konzentrierte N\u00e4hrstoffl\u00f6sung, aus der mit geringem Aufwand ein hochwertiger Pflanzend\u00fcnger hergestellt werden kann. So ist zum Beispiel seit 2018 ein <a href=\"http:\/\/www.vuna.ch\/aurin\/\">urinbasierter Volld\u00fcnger<\/a> vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft zugelassen. Die hygienisch bedenklichste Abwasserfraktion, F\u00e4kalien, macht weniger als 1 Prozent der gesamten Abwassermenge aus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie technischen Entwicklungen in diesem Bereich sind rasch und hoch aktuell. So hat eine schweizerisch-\u00f6sterreichische Kooperation eine <a href=\"http:\/\/www.urinetrap.com\/\">urinseparierende Toilette<\/a> entwickelt, welche an der XXII Triennale Milano 2019 den Black Bee Award gewonnen hat und ab Sommer 2019 von einer Schweizer Firma produziert und vertrieben wird. Der oben erw\u00e4hnte Urind\u00fcnger wird von einem <a href=\"http:\/\/www.vuna.ch\/index.html\">Spin-off <\/a>der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereiches, produziert und in der Schweiz, Deutschland und Frankreich vertrieben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einem modularen <a href=\"https:\/\/www.eawag.ch\/de\/abteilung\/eng\/projekte\/water-hub-im-nest\/\">Forschungs- und Innovationsgeb\u00e4ude<\/a> in D\u00fcbendorf entwickeln Eawag-Forschende gemeinsam mit Industriepartnern verschiedene innovative Technologien und pr\u00fcfen deren Funktionst\u00fcchtigkeit unter realen Bedingungen. In einem von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung mit mehreren Millionen Dollar unterst\u00fctzten <a href=\"https:\/\/www.eawag.ch\/en\/research\/humanwelfare\/wastewater\/projekte\/autarky\/\">Projekt<\/a> wird beispielsweise eine wassergesp\u00fclte Toilette entwickelt, die keinen externen Anschluss an Wasser- und Abwassernetze ben\u00f6tigt.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ist der Wille vorhanden?<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie schweizerische Forschung und Entwicklung im Wasser- und Abwasserbereich nimmt global eine Spitzenposition ein. Allerdings ist unklar, ob wir diese Spitzenposition auch optimal nutzen. Auf der einen Seite gilt es, die bestehenden Infrastrukturen in der Schweiz in die Zukunft zu f\u00fchren \u2013 auf der anderen Seite besteht ein globaler Bedarf an innovativen L\u00f6sungen. Wenn es uns gelingt, statt reinen Werterhalts auf Innovationen zu setzen, dann erhalten wir die M\u00f6glichkeit, nicht nur einen essenziellen Service public zukunftstauglich zu machen, sondern auch eine vielversprechende Industrie aufzubauen. Ob und allenfalls wie die Schweiz k\u00fcnftig eine international f\u00fchrende Rolle in der Umsetzung innovativer L\u00f6sungen spielen kann, wird derzeit im Rahmen eines Nationalen Forschungsprogramms (NFP 73) untersucht.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAllerdings: Das Risiko, das mit dem Schaffen eines \u00abLead-Market\u00bb einhergeht, darf nicht allein den Gemeinden \u00fcberlassen werden. Es braucht dazu Impulse auf nationaler Ebene. Aus wirtschaftspolitischer Sicht stellt sich somit die Frage: Sind wir bereit, die Schweiz als Wasser-Innovationsstandort zu positionieren?<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Schalcher et al. (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vgl. Hoffmann et al. (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Return on Investment: Vgl. Hutton et al. (2004) sowie OECD (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Larsen et al. (2016).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Binder et al. (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Larsen et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Mehr Infos unter dem Stichwort <a href=\"http:\/\/www.nfp73.ch\/de\/projekte\/kreislaufwirtschaft\/herausforderungen-modularer-wasserinfrastrukturen\">\u00abComix\u00bb<\/a> auf der Website des Schweizerischen Nationalfonds.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Wasserinfrastruktur ist leistungsstark. Selbst in trockenen Sommern wie im vergangenen Jahr ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt. Ein vierk\u00f6pfiger Haushalt in der Schweiz bezieht \u00fcber 200 Tonnen Wasser pro Jahr. 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(2014). <a href=\"http:\/\/www.nfp61.ch\/SiteCollectionDocuments\/nfp61_thematische_synthese_3_d.pdf\">Nachhaltige Wasserversorgung<\/a> <a href=\"http:\/\/www.nfp61.ch\/SiteCollectionDocuments\/nfp61_thematische_synthese_3_d.pdf\">und Abwasserentsorgung in der Schweiz: Herausforderungen und Handlungsoptionen<\/a>. Thematische Synthese 3 im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 61 \u00abNachhaltige Wassernutzung\u00bb, Bern.<\/li>&#13;\n \t<li>Hutton, G.; Haller, L. und WHO (\u200e2004)\u200e. <a href=\"http:\/\/www.who.int\/iris\/handle\/10665\/68568\">Evaluation of the Costs and Benefits of Water and Sanitation Improvements at the Global Level<\/a>, Genf.<\/li>&#13;\n \t<li>Larsen, T. A.; Udert, K. M. und Lienert, J. (2013). Editorial. Source Separation and Decentralization for Wastewater Management. In: T. A. Larsen; K. M. Udert und J. Lienert (Eds.), Source Separation and Decentralization for Wastewater Management (1\u201310), London.<\/li>&#13;\n \t<li>Larsen, T. A.; Hoffmann, S.; L\u00fcthi, C.; Truffer, B. und Maurer, M. (2016). Emerging Solutions to the Water Challenges of an Urbanizing World. In: Science 352(6288): 928\u2013933.<\/li>&#13;\n \t<li>OECD (2011). Benefits of Investing in Water and Sanitation: An OECD Perspective, OECD Studies on Water, OECD Publishing, Paris.<\/li>&#13;\n \t<li>Schalcher, H.-R.; Boesch, H.-J.; Bertschy, K.; Sommer, H.; Matter, D.; Gerum, J. und Jakob, M. (2011): Was kostet das Bauwerk Schweiz in Zukunft und wer bezahlt daf\u00fcr? Fokusstudie des Nationalen Forschungsprogramms 54 \u00abNachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung\u00bb, vdf Verlag ETH Z\u00fcrich.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":104617,"main_focus":[156114,156887],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":104621,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"85447","post_abstract":"Mit einem Wiederbeschaffungswert von 230 Milliarden Franken z\u00e4hlt die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Schweiz zu den wertvollsten Infrastrukturbauten. Alternde Leitungen, steigende Bev\u00f6lkerungszahlen und zunehmende Urbanisierung verlangen in den n\u00e4chsten 30 Jahren Investitionen von insgesamt 130 Milliarden Franken. Auf globaler Ebene sch\u00e4tzt die OECD die Investitionen in die Siedlungswasserwirtschaft auf j\u00e4hrlich 900 Milliarden Franken. Dieser hohe Investitionsbedarf und der global steigende Druck, neue Ans\u00e4tze zu finden, bieten einen Spielraum f\u00fcr innovative L\u00f6sungen. Die Schweiz hat mit ihrer Spitzenforschung in diesem Bereich und dem aktuellen Bedarf an Infrastrukturerneuerung ein ungenutztes \u00abLead-Market\u00bb-Potenzial. 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