{"id":104967,"date":"2019-03-25T11:00:43","date_gmt":"2019-03-25T11:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/03\/elmiger-04-2019fr\/"},"modified":"2024-04-02T16:09:31","modified_gmt":"2024-04-02T14:09:31","slug":"elmiger-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/03\/elmiger-04-2019\/","title":{"rendered":"\u00abEine einmalige Chance f\u00fcr die Schweiz\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Herr Elmiger, Sie werden im Juni die Jubil\u00e4umskonferenz der ILO in Genf leiten. Was bedeutet diese Ernennung f\u00fcr die Schweiz?<\/strong><\/h3>\n<p>Die Schweiz ist Gr\u00fcndungsmitglied und seit 1919 Gaststaat der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Indem die ILO damals den Hauptsitz in der Rhonestadt errichtete, wurde der Grundpfeiler f\u00fcr die Entwicklung des internationalen Genf im 20. Jahrhundert gelegt. Die tripartiten Vertreter der 187 Mitgliedsstaaten \u2013 Regierungen, Arbeitgebende und Arbeitnehmende \u2013 m\u00fcssen meine Ernennung noch best\u00e4tigen. Sie bekr\u00e4ftigt das Engagement der Schweiz f\u00fcr die ILO und steht im Einklang mit dem Ziel von Bundesrat und Parlament, die Rolle der Schweiz als Gastland auszubauen. Das Jubil\u00e4um bietet die einmalige Chance, die Bedeutung der Organisation f\u00fcr die Schweiz und das internationale Genf hervorzuheben. Auch im Inland wollen wir gezielt \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der ILO informieren.<\/p>\n<h3><strong>Welche Aufgaben haben Sie als Vorsitzender der Konferenz?<\/strong><\/h3>\n<p>Unter anderem werde ich die Arbeiten des Plenums leiten. Hinzu kommt die Koordination der Jubil\u00e4umsaktivit\u00e4ten. Insbesondere muss ich sicherstellen, dass die rund 4000 Konferenzteilnehmenden im Konsens eine Erkl\u00e4rung zur Zukunft der Arbeit und zur Rolle der ILO sowie eine neue internationale Norm zur Bek\u00e4mpfung von Gewalt und Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz verabschieden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Welches sind die strittigen Punkte bei diesem \u00dcbereinkommen?<\/strong><\/h3>\n<p>Nach ersten Gespr\u00e4chen, Schlussfolgerungen und einer Empfehlung im vergangenen Jahr herrscht noch keine Einstimmigkeit: W\u00e4hrend einige Regierungen \u2013\u00a0insbesondere im europ\u00e4ischen Raum\u00a0\u2013 sowie die Arbeitnehmenden einen weitgehenden und detaillierten Schutz verlangen, pl\u00e4dieren die Arbeitgebenden und andere Regierungen \u2013\u00a0darunter die Schweiz \u2013 f\u00fcr mehr Flexibilit\u00e4t und nationale Autonomie. Die Schweiz unterst\u00fctzt das Vorgehen der ILO auf diesem Themengebiet: F\u00fcr die internationale Gemeinschaft ist es unerl\u00e4sslich, dass eine Organisation bei der Bek\u00e4mpfung von Gewalt und Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz die F\u00fchrung \u00fcbernimmt. F\u00fcr griffige Massnahmen braucht es eine allseitig akzeptierte Regelung, worin klare Rechte und Pflichten sowie gemeinsame Strategien und Aktivit\u00e4ten festgelegt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h3><strong>Markiert die Jubil\u00e4umskonferenz tats\u00e4chlich einen Wendepunkt f\u00fcr die ILO?<\/strong><\/h3>\n<p>Hoffentlich! Vor hundert Jahren wollten die Gr\u00fcndungsstaaten verhindern, dass die Russische Revolution von 1917 weltweit die Arbeiterklasse ansteckt. Heutige Herausforderungen sind die Globalisierung und die Einf\u00fchrung neuer Technologien, welche die Arbeitswelt und unsere Gesellschaften tiefgreifend ver\u00e4ndern. Wir m\u00fcssen eine L\u00f6sung f\u00fcr die herrschende Ungewissheit und die Unzufriedenheit im Zusammenhang mit der sozialen Gerechtigkeit finden: Die ILO muss diese Probleme angehen und gleichzeitig die gr\u00fcne Wirtschaft f\u00f6rdern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Elmiger, Sie werden im Juni die Jubil\u00e4umskonferenz der ILO in Genf leiten. Was bedeutet diese Ernennung f\u00fcr die Schweiz? Die Schweiz ist Gr\u00fcndungsmitglied und seit 1919 Gaststaat der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Indem die ILO damals den Hauptsitz in der Rhonestadt errichtete, wurde der Grundpfeiler f\u00fcr die Entwicklung des internationalen Genf im 20. Jahrhundert gelegt. 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