{"id":104985,"date":"2019-03-25T11:00:28","date_gmt":"2019-03-25T11:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/03\/taddei-04-2019fr\/"},"modified":"2024-03-27T12:09:51","modified_gmt":"2024-03-27T11:09:51","slug":"taddei-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/03\/taddei-04-2019\/","title":{"rendered":"100 Jahre im Zeichen des tripartiten Dialogs"},"content":{"rendered":"<p>Die 1919 aus dem Ideal der sozialen Gerechtigkeit heraus entstandene Internationale Arbeitsorganisation (ILO) feiert dieses Jahr ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen. Bei den Schweizer Arbeitgebern geniesst die Organisation Unterst\u00fctzung: Als einzige tripartite Sonderorganisation der UNO vereint sie Regierungen, Arbeitgeber sowie Arbeitnehmende. Dieser tripartite Dialog hilft, L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme der Arbeitswelt zu finden. Damit tr\u00e4gt die ILO zur Schaffung menschenw\u00fcrdiger Arbeitspl\u00e4tze und zur Einhaltung der Menschenrechte in den Unternehmen bei.<\/p>\n<p>Ihre Aufgabe besteht darin, internationale Arbeitsstandards zu entwickeln und deren Anwendung zu \u00fcberpr\u00fcfen. Bisher hat die Schweiz 60 ILO-\u00dcbereinkommen ratifiziert, darunter die acht sogenannten Kernarbeitsnormen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) unterst\u00fctzt die Praxis des Bundesrates, internationale Normen nur dann zu ratifizieren, wenn sie mit dem Schweizer Recht im Einklang stehen. Indem der SAV jedes Jahr als Teil der Arbeitgeberdelegation an der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf dabei ist, leistet er einen Beitrag zu den Arbeiten der ILO.<\/p>\n<p>Aber wirkt die zu Zeiten des Versailler Vertrags gegr\u00fcndete ILO angesichts von Globalisierung und Digitalisierung nicht etwas \u00fcberholt? Nein, im Gegenteil: Die ILO geht mit der Zeit und begleitet die tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt. So wurden in den letzten Jahren mehrere aktuelle Themen, die die Arbeitgeber stark besch\u00e4ftigen, auf die Tagesordnung der ILO gesetzt. Im Jahr\u00a02015 etwa verabschiedete die ILO eine Resolution, um mehr Arbeitspl\u00e4tze in KMU zu schaffen. Zwei Hauptmassnahmen stehen dabei im Mittelpunkt: die Vereinfachung der Regulierungen und ein besserer Zugang zu Finanzierungen f\u00fcr KMU.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist die 2016 verabschiedete Resolution zur F\u00f6rderung von menschenw\u00fcrdiger Arbeit in den globalen Lieferketten. Dies ist gerade f\u00fcr eine kleine, offene Volkswirtschaft wie die Schweiz von besonderem Interesse. Die ILO-Delegierten haben in diesem Fall den Vorschlag der Arbeitgeber \u00fcbernommen und Empfehlungen verabschiedet, die sich auf die UNO-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Und ganz aktuell: Im Hinblick auf ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen hat die ILO eine Initiative zur Zukunft der Arbeit lanciert, in deren Rahmen an der Internationalen Arbeitskonferenz im Juni\u00a02019 eine Erkl\u00e4rung \u00fcber die Zukunft der Arbeit verabschiedet wird. Neue Arbeitsformen, Sozialdialog, soziale Sicherheit und Weiterbildung stehen dabei im Zentrum der Diskussionen.<\/p>\n<p>Die ILO als Garantin f\u00fcr die Einhaltung der Kernarbeitsnormen verdankt ihre Langlebigkeit ihrer tripartiten Struktur. Denn in einer Zeit des zunehmenden Individualismus und des wieder erstarkenden Nationalismus macht diese besondere Struktur aus der ILO ein einzigartiges internationales Forum f\u00fcr den Gedankenaustausch und den Dialog. Dadurch tr\u00e4gt sie weltweit zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und somit auch zu einer besseren Performance der Unternehmen bei.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1919 aus dem Ideal der sozialen Gerechtigkeit heraus entstandene Internationale Arbeitsorganisation (ILO) feiert dieses Jahr ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen. Bei den Schweizer Arbeitgebern geniesst die Organisation Unterst\u00fctzung: Als einzige tripartite Sonderorganisation der UNO vereint sie Regierungen, Arbeitgeber sowie Arbeitnehmende. Dieser tripartite Dialog hilft, L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme der Arbeitswelt zu finden. 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