{"id":105035,"date":"2019-03-25T10:30:54","date_gmt":"2019-03-25T10:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/03\/brupbacher-04-2019fr\/"},"modified":"2024-04-02T16:11:41","modified_gmt":"2024-04-02T14:11:41","slug":"brupbacher-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/03\/brupbacher-04-2019\/","title":{"rendered":"Keine exzessive Exportf\u00f6rderung n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<p>Die Exportquote der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) liegt seit Langem bei hohen 80 Prozent. Das bedeutet, dass 80 Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland erwirtschaftet werden. Das Exportvolumen erreichte 2018 knapp 70 Milliarden Franken. \u00dcber 95 Prozent der Unternehmen sind KMU.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Exportf\u00f6rderung nutzen die Firmen das Angebot von Switzerland Global Enterprise (S-GE). S-GE unterst\u00fctzt sie bei der Erschliessung neuer Auslandm\u00e4rkte und hilft mit Informationen, Beratung und dem Zugang zu Netzwerken und Messen. In der OECD ist diese Form der Exportf\u00f6rderung weitverbreitet. Im Unterschied zum Ausland f\u00e4llt der finanzielle Umfang der Schweizer Aktivit\u00e4ten bescheiden aus. Und das ist gut so. Denn die beste Exportf\u00f6rderung sind immer noch gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Sie sollen den Firmen Handlungsspielraum schaffen, damit der Export aus einem Land mit hohen Kosten und hohen L\u00f6hnen wie der Schweiz auch weiterhin m\u00f6glich bleibt.<\/p>\n<h2>Freihandels- und Rahmenabkommen<\/h2>\n<p>Zentral ist dabei etwa die Aussenwirtschaftspolitik: Freihandelsabkommen sollen einen m\u00f6glichst hindernisfreien Zugang zu ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten schaffen. Aktuell im Vordergrund stehen neue Abkommen mit den USA und den s\u00fcdamerikanischen Mercosur-L\u00e4ndern sowie das abgeschlossene Handelsabkommen mit Indonesien. Gerade in diesen L\u00e4ndern haben Schweizer Firmen einen zus\u00e4tzlichen Vorteil, weil f\u00fcr Konkurrenten aus der EU noch kein solches Abkommen besteht.<\/p>\n<p>Die EU ist der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt der MEM-Industrie und die Europapolitik deshalb umso wichtiger. Dank dem Freihandelsabkommen Schweiz &#8211; EU von 1972 und den bilateralen Vertr\u00e4gen geniesst die MEM-Industrie einen privilegierten Zugang zum EU-Binnenmarkt. Um diesen Zugang langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, braucht es das institutionelle Rahmenabkommen. Der Schweizer Arbeitsmarkt ist vergleichsweise flexibel ausgestaltet. Eine gute Arbeitsmarktpolitik hilft den Unternehmen, agil zu reagieren, wenn sie w\u00e4hrungsbedingt oder wegen einer schwachen Konjunktur in den Absatzm\u00e4rkten unter Druck geraten.<\/p>\n<h2>Gute Bildungspolitik und attraktives Steuersystem<\/h2>\n<p>Wichtig ist auch die Bildungs- und Forschungspolitik. Denn die Schweizer Forschungsinstitutionen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Innovationskraft der Industrie. Der Wissens- und Technologietransfer stellt dabei die Nutzung der Forschungserkenntnisse in Produkten und Prozessen der Unternehmen sicher. Zudem hilft das duale Berufsbildungssystem bei der Verf\u00fcgbarkeit von Fachkr\u00e4ften. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Unternehmen qualitativ hochstehende Produkte und Dienstleistungen erbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Steuervorlage 17 wird ein Schl\u00fcsselpunkt sein. Denn damit erhalten die Unternehmen einen wettbewerbsf\u00e4higen, attraktiven und international akzeptierten Steuerrahmen. Fazit: Eine weiter ausgebaute staatliche Exportf\u00f6rderung ist deshalb nicht notwendig. Gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sind viel entscheidender. Die Herausforderung besteht darin, diese aktuell guten Rahmenbedingungen zu erhalten und weiterzuentwickeln.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Exportquote der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) liegt seit Langem bei hohen 80 Prozent. Das bedeutet, dass 80 Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland erwirtschaftet werden. Das Exportvolumen erreichte 2018 knapp 70 Milliarden Franken. \u00dcber 95 Prozent der Unternehmen sind KMU. F\u00fcr die Exportf\u00f6rderung nutzen die Firmen das Angebot von Switzerland Global Enterprise (S-GE). 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