{"id":105099,"date":"2019-03-25T10:30:37","date_gmt":"2019-03-25T10:30:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/03\/rueger-04-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:59:10","modified_gmt":"2023-08-23T20:59:10","slug":"rueger-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/03\/rueger-04-2019\/","title":{"rendered":"Alle unter einem Dach"},"content":{"rendered":"<p>Der Bund f\u00f6rdert die Exporte der Schweizer Wirtschaft einerseits durch den Einsatz seiner Aussenstellen und andererseits, indem er Dritte mit der Exportf\u00f6rderung beauftragt. So sieht es das Exportf\u00f6rderungsgesetz vor.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Da sind einmal die drei massgeblichen Player im Bereich der Exportf\u00f6rderung: das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), der Verein Switzerland Global Enterprise (S-GE) und das Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten (EDA). Das Seco ist als Kompetenzzentrum des Bundes f\u00fcr alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik zust\u00e4ndig und somit der Auftraggeber, der den privatrechtlichen Exportf\u00f6rderverein S-GE beauftragt. Das EDA stellt das Personal und die Infrastruktur f\u00fcr die Auslandvertretungen bereit. Wie zudem aus dem Gesetz hervorgeht, muss die Exportf\u00f6rderung im entsprechenden Land \u00fcber die Auslandvertretungen erfolgen. Das ist die Grundlage f\u00fcr die Zusammenarbeit der schweizerischen Botschaften und Generalkonsulate mit S-GE und den von ihnen betriebenen Business Hubs.&#13;<\/p>\n<h2>Business Hubs und Trade Points<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEinzelheiten in der Zusammenarbeit zwischen Seco, S-GE und EDA regelt die sogenannte tripartite Vereinbarung. Sie definiert die Zust\u00e4ndigkeiten der drei Partner und deren gemeinsames Vorgehen. Mit der Umsetzung und der Anwendung dieser Vereinbarung ist das Komitee Swiss Business Hub beauftragt. Das Komitee, in dem alle drei Organisationen \u00fcber je eine gleichberechtigte Stimme verf\u00fcgen, trifft sich in der Regel einmal pro Quartal. So ist ein regelm\u00e4ssiger Austausch zwischen den drei Partnern gew\u00e4hrleistet. Und zu besprechen gibt es genug. Denn die tripartite Vereinbarung regelt auch die Zusammenarbeit zwischen S-GE und den Auslandvertretungen \u2013 zumindest dort, wo eine solche Zusammenarbeit besteht. Gegenw\u00e4rtig sind das 22 Swiss Business Hubs und f\u00fcnf Trade Points \u2013 \u00abLight-Versionen\u00bb eines Business Hub (siehe <em>Abbildung<\/em>). Mit den Business Hubs haben sich S-GE, Botschaften und Generalkonsulate auf eine gemeinsame und dauerhafte Zusammenarbeit geeinigt. Konkret bedeutet das: Die Botschaften und Konsulate stellen das ben\u00f6tigte Personal und die erforderliche Infrastruktur f\u00fcr die Business Hubs und Trade Points zur Verf\u00fcgung. Die Fachverantwortung liegt bei S-GE.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWohlgemerkt: S-GE besch\u00e4ftigt keine eigenen Leute in den Business Hubs und Trade Points; die St\u00e4rken des Exportf\u00f6rdervereins liegen vielmehr in der Vermarktung, der Beratung und der Information sowie beim Identifizieren von internationalisierungswilligen und -f\u00e4higen KMU in der Schweiz. Unterst\u00fctzt wird S-GE dabei von den Business Hubs und Trade Points, indem diese die n\u00f6tigen Kenntnisse des Zielmarktes in die Beratung einbringen und ihr Personal regelm\u00e4ssig an Firmenberatungstage von S-GE in die Schweiz schicken. Zudem versorgen die Business Hubs, Trade Points und alle \u00fcbrigen Schweizer Botschaften S-GE periodisch mit aktuellen Informationen \u00fcber die wirtschaftliche Situation im Gastland, \u00fcber die \u00abDos and Don\u2019ts\u00bb und n\u00fctzliche Adressen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie eigentliche St\u00e4rke der Swiss Business Hubs kommt aber dann zum Tragen, wenn sich eine Firma in der Schweiz entschliesst, zusammen mit S-GE den Schritt ins Ausland zu wagen. Dabei ist unwesentlich, ob der Kunde den Kontakt \u00fcber S-GE, \u00fcber einen Business Hub oder einen Trade Point herstellt. In engem Austausch mit S-GE wird das Schweizer Unternehmen mit kostenpflichtiger Beratung in den neuen Markt begleitet. Ob der richtige Distributionskanal, der geeignete Partner oder der passende Marktauftritt gefunden werden muss: Die Business Hubs und Trade Points k\u00f6nnen den richtigen Weg zusammen mit der Firma erarbeiten. Diese kann dabei auf die marktspezifischen Kenntnisse, aber insbesondere auch auf ein grosses Netzwerk vor Ort zur\u00fcckgreifen, aus dem sie je nach Bedarf die richtigen Spezialisten ausw\u00e4hlen kann.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Das weltweite Netz der Swiss Business Hubs und Trade Points<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/03\/Rueger_Karte_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-85586\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/03\/Rueger_Karte_DE.png\" alt=\"\" width=\"3136\" height=\"1638\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Netzwerke schaffen und vermitteln<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Schweizer Auslandvertretung, auch eine mit Swiss Business Hub, kann \u00fcber noch so viele Informationen \u00fcber die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse im Gastland verf\u00fcgen; sie wird trotzdem nie in der Lage sein, immer alle ben\u00f6tigten Kenntnisse anzubieten. Deshalb sind die Mitarbeitenden von Auslandvertretungen besonders gute Netzwerker, die wichtige und potenziell n\u00fctzliche Kontakte mit Experten kn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Das Interesse daran ist durchaus beidseitig. Schliesslich kann sich aus einem solchen Kontakt jederzeit eine lukrative Zusammenarbeit ergeben. Die Auslandvertretung vermittelt nicht nur zwischen Kunden und Experten, sondern nimmt zwischen den beiden oft auch eine beratende Vertrauensposition ein. Da sie sowohl die schweizerischen als auch die lokalen Verh\u00e4ltnisse kennt, kann sie kulturelle Unterschiede \u00fcberbr\u00fccken und die Verst\u00e4ndigung f\u00f6rdern. Gleichzeitig kann sie aber auch erkennen und reagieren, falls Kundin und Experten nicht die gleichen Vorstellungen haben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine besondere Stellung nehmen die privaten bilateralen Handelskammern und schweizerischen Gesch\u00e4ftsvereinigungen \u2013 die sogenannten Business Societies \u2013 ein. Dabei handelt es sich um Organisationen wie etwa die Swiss Business Association in Vietnam und anderen L\u00e4ndern. Nebst dem grunds\u00e4tzlichen Interesse an der Schweizer Wirtschaft vereinen sie oft konzentriertes Wissen und Erfahrung \u00fcber die Gesch\u00e4ftsbedingungen f\u00fcr Schweizer Firmen im Gastland auf sich. Insbesondere in L\u00e4ndern, wo die Schweiz nur wenig Personal hat, erg\u00e4nzen sich die schweizerische Auslandvertretung und lokale schweizerische Handelskammern mit Informationen \u00fcber das Gastland oder \u00fcber Schweizer Produkte und vielem mehr. Unterst\u00fctzt werden die Handelskammern und die Vertretungen in diesen F\u00e4llen vom Verein\u00a0S-GE, der die Aufteilung der Aufgaben vereinbart und die Handelskammern entsprechend finanziell entsch\u00e4digt.&#13;<\/p>\n<h2>Auftritt als innovativer Wirtschaftsstandort<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchliesslich existiert auch eine Zusammenarbeit zwischen den Auslandvertretungen und verschiedenen Organisationen des Bundes sowie \u00f6ffentlich-rechtlichen Institutionen. Diese hat in den letzten drei bis vier Jahren richtiggehend Fahrt aufgenommen. Pr\u00e4senz Schweiz, Swissnex \u2013 das Schweizer Netzwerk f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation \u2013 sowie S-GE haben den Austausch untereinander verst\u00e4rkt, um mit einem gemeinsamen Auftritt im Ausland bei ausgesuchten Veranstaltungen Synergien zu schaffen und zu nutzen. Je nach Event k\u00f6nnen auch Organisationen wie etwa Schweiz Tourismus, Innosuisse oder Pro Helvetia eingebunden werden. Bei diesen gemeinsamen Auftritten im Ausland sind jeweils auch die \u00f6rtlichen Schweizer Auslandvertretungen mit ihren Kenntnissen der lokalen Gegebenheiten und ihrem Netzwerk involviert. Dabei sind nicht nur Grossveranstaltungen wie Weltausstellungen und Olympische Spiele das prim\u00e4re Ziel von gemeinsamen Auftritten. Auch etwas kleinere Veranstaltungen bieten durchaus Potenzial f\u00fcr einen markanten Auftritt der Schweiz als innovativer Wirtschaftsstandort und Herkunftsland topaktueller Technologie.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin erfolgreiches Beispiel ist die Consumer Electronics Show (CES), die Anfang dieses Jahres in Las Vegas stattgefunden hat. Unter dem Lead von Pr\u00e4senz Schweiz und S-GE wurde die Schweiz mit einem eigenen Pavillon als f\u00fchrender Innovations- und Technologiestandort positioniert. Als Partner wurden daf\u00fcr Innosuisse, der Interessenverband Digitalswitzerland sowie Swissnex mit ins Boot geholt. Pr\u00e4senz Schweiz war f\u00fcr den Bereich Marketing, Image und Spektakel zust\u00e4ndig. Die Abteilung f\u00fcr Sektorielle Aussenpolitiken des EDA hat sie dabei unterst\u00fctzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSpektakul\u00e4r waren insbesondere die lauten Drohnenshows, die fortw\u00e4hrend f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgten und viel Publikum anzogen. Davon konnten wiederum die 32 Schweizer Unternehmen profitieren, die von S-GE, dem Swiss Business Hub USA und den Partnern betreut wurden. Die Unternehmen waren mehrheitlich Start-ups. Sie konnten sich am Stand und bei einer eigens daf\u00fcr organisierten Pr\u00e4sentation den potenziellen Kunden vorstellen. Zudem wurden sie durch den Business Hub USA mit verschiedenen Marktinformationen versorgt. Auch die Schweizer Firmen, die unabh\u00e4ngig vom Schweizer Pavillon an der CES ausstellten, wurden vom Schweizer Botschafter in den USA begr\u00fcsst. Ausserdem konnte der Business Hub USA die Gelegenheit nutzen, eine sogenannte Fact-finding-Mission im Westen der USA mit einem Besuch der Schweizer Delegation an der CES aufzuwerten. Alles in allem ein gelungener gemeinsamer Auftritt, der durchaus als Grundlage f\u00fcr weitere solche oder \u00e4hnliche Projekte dienen kann.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Exportf\u00f6rderungsgesetz vom 6. Oktober 2000, Art. 1.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bund f\u00f6rdert die Exporte der Schweizer Wirtschaft einerseits durch den Einsatz seiner Aussenstellen und andererseits, indem er Dritte mit der Exportf\u00f6rderung beauftragt. So sieht es das Exportf\u00f6rderungsgesetz vor. 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Die massgeblichen Player sind dabei Switzerland Global Enterprise (S-GE), das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und das Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten. Die Exportf\u00f6rderung des Bundes kann Firmen ermutigen, ihnen Opportunit\u00e4ten aufzeigen und sie bei der Internationalisierung begleiten und unterst\u00fctzen. Das geht nicht ohne die Arbeit und das Netzwerk der rund 170 Schweizer Vertretungen im Ausland und der dort integrierten Swiss Business Hubs und Trade Points. Je nach Anlass k\u00f6nnen sich auch weitere Organisationen des Bundes dazugesellen: so etwa Pr\u00e4senz Schweiz oder Swissnex, das Schweizer Netzwerk f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation.","magazine_issue":"04-2019","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[3988,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20190326","original_files":null,"external_release_for_author":"20190304","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5c61963c14336"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105099"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4825"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105099"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105099\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126049,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105099\/revisions\/126049"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4825"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156912"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105099"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=105099"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=105099"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=105099"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=105099"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=105099"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}