{"id":105125,"date":"2019-03-25T10:30:12","date_gmt":"2019-03-25T10:30:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/03\/jakob-spoerri-04-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:58:51","modified_gmt":"2023-08-23T20:58:51","slug":"jakob-spoerri-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/03\/jakob-spoerri-04-2019\/","title":{"rendered":"Export f\u00f6rdern und Standort Schweiz st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Ende 2019 l\u00e4uft die Finanzierung verschiedener Instrumente der Standortf\u00f6rderung des Bundes aus. Um sie fortzuf\u00fchren, sind mehrere Bundesbeschl\u00fcsse notwendig. Im Rahmen der Botschaft Standortf\u00f6rderung 2020\u20132023<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> hat der Bundesrat diese im Februar verabschiedet und dem Parlament zur Beratung \u00fcberwiesen. Gesamthaft beantragt der Bundesrat beim Parlament einen Zahlungsrahmen von rund 373 Millionen Franken f\u00fcr die Jahre 2020 bis 2023 (siehe <em>Abbildung<\/em>). Mit der Botschaft soll das Parlament \u00fcber die Finanzierung der Exportf\u00f6rderung, der Standortpromotion, der E-Government-Aktivit\u00e4ten, der Innovationsf\u00f6rderung im Tourismus (Innotour) und von Schweiz Tourismus beschliessen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit seiner Standortf\u00f6rderungspolitik verfolgt der Bundesrat \u00fcbergeordnete Ziele: So setzt er sich etwa daf\u00fcr ein, dass KMU und Regionen die Chancen der Digitalisierung nutzen k\u00f6nnen. Zudem tr\u00e4gt er zur Verbesserung der Rahmenbedingungen f\u00fcr KMU bei, leistet einen Beitrag an die Erh\u00f6hung der Leistungsf\u00e4higkeit der Wirtschaftsakteure und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Regionen. Nicht zuletzt sch\u00e4rft er auch das Profil des Wirtschaftsstandortes Schweiz im Ausland und st\u00e4rkt dessen Marktauftritt.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Vom Bundesrat beantragte Finanzierung\u00a0in der Botschaft zur Standortf\u00f6rderung 2020\u20132023, in Mio. Franken<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='spoerri_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#spoerri_de_1').highcharts({\n   chart: {\n        plotBackgroundColor: null,\n        plotBorderWidth: null,\n        plotShadow: false,\n        type: 'pie'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n      tooltip: {\n        shared: true,\n        useHTML: true,\n        headerFormat: '<small>{series.name}<\/small><br>',\n        pointFormat: '<tr><td style=\"color: {series.color}\">{point.name}: <\/td>' +\n            '<td style=\"text-align: right\"><b>{point.y} Mio. 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So haben beispielsweise protektionistische Handelsmassnahmen im Ausland deutlich zugenommen. Dabei werden oft nicht tarif\u00e4re Massnahmen ergriffen, was die prozeduralen und regulatorischen Herausforderungen f\u00fcr Exporteure erh\u00f6ht. Gleichzeitig steigt die Unsicherheit, etwa in Bezug auf die internationale Handelspolitik und ihre Auswirkungen, den k\u00fcnftigen Zugang zum europ\u00e4ischen Markt oder die Verf\u00fcgbarkeit von Fachkr\u00e4ften. Diese Entwicklungen generieren neue und zum Teil zus\u00e4tzliche Bed\u00fcrfnisse von Exportunternehmen sowie potenziellen Investoren. H\u00e4ufig sind heute sehr viel spezifischere Informationen \u00fcber Ecosysteme, Regulierungen und Prozesse erforderlich, die rasch und einfach verf\u00fcgbar sowie kunden- bzw. branchenorientiert ausgestaltet sein m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h2>Branchenspezifisch und digital unterst\u00fctzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Dienstleistungen der Exportf\u00f6rderung und der Standortpromotion hat der Bund den privaten Verein Switzerland Global Enterprise (S-GE) beauftragt. S-GE bietet den schweizerischen Unternehmen \u2013 in erster Linie exportorientierten KMU \u2013 Unterst\u00fctzungsleistungen bei der Identifikation und Wahrnehmung von Absatzm\u00f6glichkeiten im Ausland sowie zur Steigerung ihrer internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit an.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Bundesrat will die Exportwirtschaft auch in den Jahren 2020 bis 2023 bed\u00fcrfnisgerecht, zielgerichtet und effizient unterst\u00fctzen. Deshalb soll S-GE die Exporteure noch branchen- und segmentspezifischer ansprechen und die onlinebasierte Informations- und Beratungst\u00e4tigkeit weiter ausbauen. Um die Subsidiarit\u00e4t sowie die Wettbewerbsneutralit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten und die Exportf\u00f6rderung m\u00f6glichst kosteneffizient und integrativ umzusetzen, soll S-GE verst\u00e4rkt Drittanbieter einbeziehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine unabh\u00e4ngige Evaluation ergab 2018, dass die heutige Exportf\u00f6rderlandschaft der Schweiz grunds\u00e4tzlich gut aufgestellt ist. Dennoch gibt es Optimierungspotenzial hinsichtlich des Einbezugs von Dritten durch S-GE, der diesbez\u00fcglichen Kooperationsregeln sowie der Transparenz. Digitale Instrumente und Plattformen bieten neue M\u00f6glichkeiten, um exportorientierte Firmen verst\u00e4rkt auf geeignete Angebote Dritter aufmerksam zu machen und deren Fach- und Spezialwissen vermehrt f\u00fcr die Exportf\u00f6rderung zu nutzen; beispielsweise indem bei branchenspezifischen Anfragen die entsprechenden Verb\u00e4nde bei der Beantwortung beigezogen werden. Diese M\u00f6glichkeiten will der Bundesrat mit der neuen Botschaft f\u00f6rdern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie gezielte F\u00f6rderung privater Initiativen und Projekte mit Modellcharakter ist ein weiteres Ziel des Bundes. Dies soll unter anderem \u00fcber die Messe- und Projektkommission (MPK) realisiert werden, die vom Bund finanziert wird und sich aus Vertretern verschiedener Branchen zusammensetzt: Die MPK finanziert Schweizer Gemeinschaftsst\u00e4nde an ausl\u00e4ndischen Messen sowie gewisse Begleitanl\u00e4sse und -projekte. Die Wirtschaft sch\u00e4tzt den konkreten Beitrag der MPK zur Exportf\u00f6rderung sehr. Aufgrund ihrer bisherigen T\u00e4tigkeit ist die MPK eine naheliegende L\u00f6sung f\u00fcr die F\u00f6rderung erfolgversprechender Initiativen Dritter. Dazu soll sie k\u00fcnftig in Bezug auf Organisation, Budget und Projektgew\u00e4hrung gest\u00e4rkt werden. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) wird f\u00fcr die MPK die hierf\u00fcr erforderliche Handlungsgrundlage schaffen.&#13;<\/p>\n<h2>Zusammenarbeit mit schweizerischem Innovationspark<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Standortpromotion f\u00f6rdert der Bund die nachhaltige Ansiedlung ausl\u00e4ndischer Unternehmen. In Abstimmung mit den Kantonen erarbeitet er die n\u00f6tigen allgemeinen Grundlagen und informiert \u00fcber den Wirtschaftsstandort Schweiz. Er ergreift gezielte Promotionsmassnahmen, die im \u00fcbergeordneten Interesse aller Kantone liegen. Weiter identifiziert und betreut er potenzielle Investoren bis zu dem Punkt, wo die Kantone die Betreuung mit Blick auf die konkrete Realisierung einer Ansiedlung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Bei der gezielten Ansprache von Investoren spielt die \u00abOffizialit\u00e4t\u00bb des Schweizerischen Aussennetzes eine wichtige Rolle. So sind etwa die \u00abSwiss Business Hubs\u00bb \u2013 die Vertretungen von S-GE im Ausland \u2013 in Schweizer Botschaften und Konsulaten angesiedelt und profitieren bei ihrem Auftritt von dieser Offizialit\u00e4t.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas gegenw\u00e4rtige System soll laufend optimiert und weiterentwickelt werden. Ein m\u00f6glichst gut abgestimmter Aussenauftritt der Akteure auf kantonaler, regionaler und nationaler Ebene soll die Schlagkraft weiter erh\u00f6hen. Der Zusammenarbeitsprozess soll einfacher, flexibler und dadurch investorenfreundlicher gestaltet werden. Die weitere Digitalisierung des Leistungsangebotes, beispielsweise zum schnellen und einfachen Standortvergleich oder zur Offertstellung, und die Einbettung kantonaler und regionaler Inhalte werden vorangetrieben. Im Fokus der Ansiedlungsaktivit\u00e4ten stehen weiterhin innovative und wertsch\u00f6pfungsintensive Firmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie 2017 eingeleitete Zusammenarbeit mit der Stiftung Swiss Innovation Park, welche an f\u00fcnf Standorten den Schweizerischen Innovationspark betreibt, wird ab 2020 in das Mandat der nationalen Standortpromotion integriert. Die Organisationen erschliessen sich so gegenseitig Know-how und Netzwerke. Die nationale Standortpromotion nimmt Informationen zu den verschiedenen Innovationsparks in ihren Vermarktungskan\u00e4len auf und bewirbt diese in ausgew\u00e4hlten M\u00e4rkten, um Ansiedlungen im Forschungs- und Entwicklungsbereich zu f\u00f6rdern. Ferner profitiert die nationale Standortpromotion bei ihrer T\u00e4tigkeit vom positiven Image der Innovationsparks sowie von den entsprechenden Netzwerken in Forschung und Industrie.&#13;<\/p>\n<h2>Onlineschalter gegen Administrativaufwand<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Digitalisierung ist ein Ziel, das\u00a0allen Instrumenten der Standortf\u00f6rderung \u00fcbergeordnet ist. Die Standortf\u00f6rderung unterst\u00fctzt die digitale Transformation der Wirtschaft, indem sie mit ihren F\u00f6rderinstrumenten \u2013 beispielsweise mit der Regionalpolitik oder mit Innotour \u2013 Schwerpunkte bei der Digitalisierung setzt. Sie engagiert sich bei der Ausgestaltung von Standards sowie der Formulierung und Umsetzung gesetzlicher Grundlagen f\u00fcr standortfreundliche Regulierungen. Digitale Dienstleistungen werden konsequent weiterentwickelt. Im Vordergrund der KMU-Politik steht das E-Government als wirksames Mittel, um die administrative Belastung der Unternehmen zu reduzieren. Der als One-Stop-Shop konzipierte Onlineschalter \u00ab<a href=\"https:\/\/www.easygov.swiss\/easygov\/#\/de\">EasyGov<\/a>\u00bb soll in seinem Leistungsumfang weiter ausgebaut und gezielt bekannt gemacht werden. Mit dem Onlineschalter k\u00f6nnen Unternehmen alle angebotenen Beh\u00f6rdeng\u00e4nge \u00fcber einen einzigen Account mit einheitlicher Benutzerf\u00fchrung abwickeln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie mandatierten Partnerorganisationen S-GE, Serv, Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Hotelkredit, Schweiz Tourismus sowie die B\u00fcrgschaftsorganisationen f\u00fcr KMU bauen ihr Angebot an Onlinetools f\u00fcr die Kunden laufend bed\u00fcrfnisgerecht aus. Das Wissen \u00fcber die Digitalisierung in den f\u00fcr die Standortf\u00f6rderung relevanten Handlungsfeldern wird weiter vertieft und mit den Stakeholdern via Wissensplattformen geteilt.&#13;<\/p>\n<h2>Tourismus und\u00a0Regionen f\u00f6rdern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Tourismuspolitik steht die Umsetzung der vom Bundesrat verabschiedeten neuen Tourismusstrategie<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> im Zentrum. Damit werden die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Schweizer Tourismus weiter verbessert. Konkret soll das Unternehmertum gef\u00f6rdert, die Chancen der Digitalisierung genutzt sowie die Attraktivit\u00e4t des Angebots und der Marktauftritt verbessert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Neue Regionalpolitik wird gem\u00e4ss dem vom Parlament 2015 verabschiedeten Mehrjahresprogramm 2016\u20132023 umgesetzt. Das Parlament legte mit dem Bundesbeschluss vom 9. September 2015 Einlagen in den Fonds f\u00fcr Regionalentwicklung in den Jahren 2016\u20132023 von insgesamt 230 Millionen Franken fest. Die beiden F\u00f6rderschwerpunkte Industrie und Tourismus werden weitergef\u00fchrt. Ein spezifischer Fokus wird auch hier auf die Digitalisierung gelegt. Zudem sollen die regionalen Innovationssysteme weiter konsolidiert werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Mehr <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-74059.html\">Informationen<\/a> auf Admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Die Strategie wurde am 15. November vom Bundesrat verabschiedet. Sie ist online auf <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Standortfoerderung\/Tourismuspolitik\/Tourismusstrategie_des_Bundes.html\">Seco.admin.ch<\/a> verf\u00fcgbar.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende 2019 l\u00e4uft die Finanzierung verschiedener Instrumente der Standortf\u00f6rderung des Bundes aus. Um sie fortzuf\u00fchren, sind mehrere Bundesbeschl\u00fcsse notwendig. Im Rahmen der Botschaft Standortf\u00f6rderung 2020\u20132023 hat der Bundesrat diese im Februar verabschiedet und dem Parlament zur Beratung \u00fcberwiesen. 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Mit der neuen Botschaft zur Standortf\u00f6rderung 2020\u20132023 will der Bundesrat deshalb bei der Exportf\u00f6rderung noch st\u00e4rker auf die Bed\u00fcrfnisse der Unternehmen und Partner eingehen. Digitale Instrumente und Plattformen sollen ausgebaut und noch wirkungsvoller werden. In der Standortpromotion sieht die Botschaft vor, dass verst\u00e4rkt mit dem positiven Image der Innovationsparks f\u00fcr den Standort Schweiz geworben wird. Der Zusammenarbeitsprozess der inl\u00e4ndischen Akteure soll vereinfacht, flexibilisiert und dadurch investorenfreundlicher ausgestaltet werden. Der weitere Ausbau des Onlineschalters \u00abEasyGov\u00bb wird die Beh\u00f6rdenkommunikation f\u00fcr Unternehmen in der Schweiz vereinfachen. 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