{"id":105231,"date":"2019-02-25T11:00:41","date_gmt":"2019-02-25T11:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/02\/bokusheva-grass-fischer-grau-03-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:59:07","modified_gmt":"2023-08-23T20:59:07","slug":"bokusheva-grass-fischer-grau-03-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/02\/bokusheva-grass-fischer-grau-03-2019\/","title":{"rendered":"Spielt der Wettbewerb im Schweizer Food-Markt?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel. Im Jahr 2015 zahlte der Verbraucher f\u00fcr einen identisch gewichteten Warenkorb an Nahrungs- und Genussmitteln im Durchschnitt 45 Prozent mehr als in den Nachbarl\u00e4ndern Deutschland, Frankreich, Italien und \u00d6sterreich.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die Spannweite reicht von einem um 41 Prozent h\u00f6heren Preisniveau als in \u00d6sterreich bis hin zu einem um 54 Prozent h\u00f6heren Preisniveau als in Deutschland. Als Folge findet in allen grenznahen Gebieten ein ausgepr\u00e4gter Einkaufstourismus statt. Das Marktforschungsinstitut GFK sch\u00e4tzt, dass die gezielten Eink\u00e4ufe im Ausland im Jahr 2015 etwa 5 Milliarden Franken betrugen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBesonders ausgepr\u00e4gt sind die Preisdifferenzen bei Fleischprodukten. Hier liegt das Preisniveau in der Schweiz um 85\u00a0Prozent \u00fcber dem Durchschnitt der Nachbarl\u00e4nder (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Am geringsten ist die Differenz bei alkoholfreien Getr\u00e4nken, welche in der Schweiz 23 Prozent teurer sind als in den Nachbarl\u00e4ndern.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Schweizer Preisniveau\u00a0im Vergleich zu den Nachbarl\u00e4ndern (2015)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/02\/Bokusheva_Grass_Fischer_Grau_Abb_1_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-84642 size-medium\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/02\/Bokusheva_Grass_Fischer_Grau_Abb_1_DE-381x600.png\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnhand der absoluten Werte l\u00e4sst sich das Ausmass des Preisunterschiedes bei Nahrungs- und Genussmitteln allerdings nur bedingt einordnen. F\u00fcr einen illustrativen Vergleich sind deshalb Preisniveauvergleiche mit anderen Konsumk\u00f6rben n\u00fctzlich. So gibt es auch bei den Dienstleistungen, die in der Regel schlecht handelbar sind, enorme Preisunterschiede im Vergleich zu den Nachbarl\u00e4ndern: Im Jahr 2015 war ein anhand des Schweizer Konsums definierter Dienstleistungskorb im Durchschnitt 72\u00a0Prozent teurer. Demgegen\u00fcber ist der Preisunterschied beim G\u00fcterkorb \u2013 dem grunds\u00e4tzlich handelbaren Teil des privaten Konsums &shy;\u2013 wesentlich geringer. Hier lag das Preisniveau 2015 in der Schweiz im Durchschnitt 29 Prozent h\u00f6her als in den Nachbarl\u00e4ndern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWorin liegen die Preisunterschiede bei den Lebensmitteln begr\u00fcndet? In zwei Fallstudien haben die Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und BAK Economics im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) die Wertsch\u00f6pfungsketten und die Wettbewerbsintensit\u00e4t in den Frischfleisch- und Milchm\u00e4rkten untersucht.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Dazu wurden die Funktionsweise und Handelspraktiken von Schweizer Agrarm\u00e4rkten hinsichtlich Marktkonzentrationen und -asymmetrien sowie m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge zwischen der Marktstruktur und den Konsumentenpreisen empirisch analysiert.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Wertsch\u00f6pfung mehrheitlich im Inland<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Input-Output-Analyse zeigt: Von der gesamten Food-Wertsch\u00f6pfung, welche mit den Konsumausgaben der Inl\u00e4nder ausgel\u00f6st wird, erwirtschafteten Schweizer Unternehmen im Jahr 2014 etwa 58 Prozent: Auf Handel und Transportwesen entfallen 29 Prozent, auf die Nahrungs- und Genussmittelindustrie 13 Prozent sowie auf die Landwirtschaft 7 Prozent (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Die restlichen Schweizer Branchen vereinen einen Wertsch\u00f6pfungsanteil von 9 Prozent auf sich. Dabei handelt es sich um vorgelagerte Prozesse wie beispielsweise die Herstellung von Verpackungsmaterial. Die verbleibenden 42 Prozent erfolgten im Ausland, wobei es sich bei den Importen in erster Linie um Fertigerzeugnisse und um Vorleistungen handelt.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Wertsch\u00f6pfung bei Nahrungs- und Genussmitteln (2014)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/02\/Bokusheva_Grass_Fischer_Grau_Abb_2_DE.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-84644 size-medium\" src=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2019\/02\/Bokusheva_Grass_Fischer_Grau_Abb_2_DE-378x600.png\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Anteil der inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfung am Gesamtaufkommen in der Schweiz f\u00e4llt insgesamt \u00e4hnlich hoch aus wie in den Nachbarl\u00e4ndern. Beim genauen Hinschauen zeigen sich jedoch Unterschiede. So haben Handel und Transport sowie die verarbeitende Nahrungsmittelindustrie in der Schweiz deutlich h\u00f6here Anteile an der inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfung als in den Nachbarl\u00e4ndern. Bez\u00fcglich der Wertsch\u00f6pfung, die bei der Produktion durch den Agrarsektor entsteht, zeigt sich ausserdem, dass die Verteilung in Frankreich und Italien deutlich st\u00e4rker zugunsten der Landwirtschaft ausf\u00e4llt als in der Schweiz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts eines in den vergangenen Jahren gestiegenen Wertsch\u00f6pfungsanteils des Handels- und Transportsektors stellt sich die Frage, ob in der Schweiz die Gewinnmargen ausgeweitet wurden. In intertemporalen Analysen der Mengen- und Preisentwicklungen im Handelssektor finden sich insgesamt keine Anzeichen daf\u00fcr. Vielmehr ist die Ausweitung des Wertsch\u00f6pfungsanteils in den vergangenen Jahren auf eine Zunahme der effektiven, real geleisteten Dienstleistung (Beschaffung, Transport, Bewirtschaftung und Verteilung) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Hypothese einer Ver\u00e4nderung der Margensituation kann auf Basis der aggregierten Analyse also nicht gest\u00fctzt werden. Die im Rahmen des Projekts durchgef\u00fchrten Fallstudien deuten jedoch darauf hin, dass die Marktkonstellationen innerhalb des Food-Sektors unterschiedlich zu bewerten sind.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fallstudie Fleischmarkt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Verteilung der mit der inl\u00e4ndischen Produktion verbundenen Wertsch\u00f6pfung zwischen der Landwirtschaft und der verarbeitenden Nahrungsmittelindustrie sowie dem Handel wird von der Marktmacht der verschiedenen Akteure entlang der Wertsch\u00f6pfungskette mitbestimmt. Dieser Aspekt wurde anhand einer Fallstudie<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> zum Fleischmarkt n\u00e4her untersucht. Gesch\u00e4tzt wurde die Marktmacht von Unternehmen des nachgelagerten Bereichs <strong>\u2013<\/strong> das sind Schlachth\u00f6fe und Fleischverarbeitungsunternehmen, die Frischfleisch an die Gastronomie und andere Unternehmen der Ausserhausverpflegung vermarkten, sowie Detailh\u00e4ndler mit vertikal integrierten Schlachtbetrieben und eigenem Vertrieb.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse der Marktmachtanalyse f\u00fcr den Schweizer Markt f\u00fcr Frischfleisch zeugen von verschiedenen Wettbewerbsintensit\u00e4ten. F\u00fcr den Rindfleisch- bzw. Kalbfleischmarkt deutet der gesch\u00e4tzte Marktmachtindikator (siehe <em>Kasten) <\/em>von durchschnittlich 0,12 bzw. 0,08 auf geringe Abweichungen vom vollkommenen Wettbewerb beziehungsweise auf Marktstrukturen mit acht bzw. zw\u00f6lf gleich grossen Firmen hin. Ein Ergebnis im Mittel von 0,54 f\u00fcr den Schweinemarkt entspricht der Marktstruktur eines symmetrischen 2-K\u00e4ufer-Marktes und zeigt eine deutliche Abweichung vom vollkommenen Wettbewerb auf. Die Marktmachtindikatoren f\u00fcr den Schweinefleischmarkt und den Rindfleischmarkt haben nach 2014 leicht abgenommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich die Wettbewerbslage auf diesen M\u00e4rkten insgesamt leicht zugunsten der Produzenten verbessert hat. Allerdings ist der Schweinefleischmarkt weiterhin von starken Abweichungen vom vollkommenen Wettbewerb gepr\u00e4gt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer erh\u00f6hte Wettbewerb nach 2014 k\u00f6nnte unter anderem auf die Zunahme des Einkaufstourismus und auf die Expansion von neuen Detailh\u00e4ndlern wie dem Discounter Aldi, die den Wettbewerb im Einkauf von Lebensmitteln beleben, zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Des Weiteren ist in der Schweiz die Marktpreisst\u00fctzung f\u00fcr Schweinefleisch wesentlich h\u00f6her als f\u00fcr Rindfleisch, was die vorgefundene geringe Wettbewerbsintensit\u00e4t auf diesem Fleischmarkt im Vergleich zu den anderen teilweise erkl\u00e4ren k\u00f6nnte.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Im Kalbfleischmarkt hingegen ist das Niveau des Marktmachtindikators \u00fcber den untersuchten Zeitraum leicht gestiegen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAbschliessend l\u00e4sst sich sagen: Die Nahrungs- und Genussmittelm\u00e4rkte sind in Bezug auf die Produktionsstrukturen, die Marktbedingungen sowie die Preise (Marktergebnis) heterogen. Dies zeigt sich auch anhand der gesch\u00e4tzten Marktmachtindikatoren, welche je nach Teilmarkt unterschiedlich ausfallen. Auch wenn die Ergebnisse marktspezifisch sind und somit keine pauschalen Aussagen zur Wettbewerbsintensit\u00e4t auf den Schweizer Food-M\u00e4rkten erlauben, verf\u00fcgen die in der Studie angewendeten Analyseans\u00e4tze selbst jedoch \u00fcber die n\u00f6tige Flexibilit\u00e4t, um k\u00fcnftig auf weitere Fallstudienm\u00e4rkte angewendet zu werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Berechnet als arithmetisches Mittel der vier Nachbarl\u00e4nder und auf Basis von Schweizer Konsumgewichten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Bokusheva et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr den Milchmarkt wurde ebenfalls eine Fallstudie erstellt. Vgl. Bokusheva et al. (2019).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">BLW (2018); BAK Basel (2013), Credit Suisse (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">OECD (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel. 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(2019). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Strukturwandel_Wachstum\/Branchenanalysen.html\">Eine Analyse von Food-Wertsch\u00f6pfungsketten auf Basis internationaler Vergleichsdaten und Fallstudien<\/a>, BAK Economics und ZHAW, Studie im Auftrag des Seco.<\/li>&#13;\n \t<li>Credit Suisse (2013). Retail Outlook 2013: Fakten und Trends, Credit Suisse Economic Research, Januar 2013.<\/li>&#13;\n \t<li>Grau, A., und Hockmann, H. (2018). Market Power in the German Dairy Value Chain. Agribusiness 34(1): 93\u2013111.<\/li>&#13;\n \t<li>OECD (2018). <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1787\/agr_pol-2018-en\">Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2018<\/a>.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Der Marktmachtindikator","kasten_box":"Um die Marktmacht der Unternehmen des nachgelagerten Bereiches im Fleischmarkt zu messen, wurde basierend auf Grau und Hockmann (2018) eine Preisgleichung aus einem strukturellen Modell hergeleitet und gesch\u00e4tzt. Das Modell besteht aus den aufeinanderfolgenden M\u00e4rkten f\u00fcr Schlachttiere (das Prim\u00e4rgut) und Frischfleisch (das verarbeitete Produkt). Marktmacht basiert in diesem Modell auf der F\u00e4higkeit einzelner Abnehmer, durch ihr eigenes Einkaufsverhalten bzw. ihre Einkaufsmenge und unter Beobachtung des Einkaufsverhaltens der Mitbewerber den Preis zu beeinflussen. Die Preisgleichung beinhaltet den sogenannten Marktmachtindikator, einen Parameter, dessen Wertebereich zwischen 0 und 1 liegt. Ein Wert von 0 spiegelt vollkommenen Wettbewerb wider, w\u00e4hrend 1 der Wert eines Monopsonisten ist, das heisst, es ist im gesamten Markt nur ein K\u00e4ufer vorhanden. Werte zwischen 0 und 1 spiegeln Oligopsone, das heisst ein Markt mit wenigen Abnehmern verschiedener St\u00e4rke wider. Zum Beispiel w\u00e4re 0,5 das Ergebnis einer 2-K\u00e4ufer-Marktstruktur. Dabei ist anzumerken, dass der Effekt der Marktmacht auf den Preis auch von der Elastizit\u00e4t des Angebotes abh\u00e4ngt. Reagiert das Angebot sehr unelastisch, ist ein hoher Preisabschlag bereits bei geringen Abweichungen vom vollkommenen Wettbewerb m\u00f6glich. Das heisst, die Fleischverarbeiter und Schlachth\u00f6fe k\u00f6nnen den Einkaufspreis f\u00fcr das Prim\u00e4rgut stark senken. Demgegen\u00fcber kann bei einem relativ elastischen Angebot der Preiseffekt auch bei hohen Marktmachtwerten bzw. konzentrierten Marktstrukturen marginal ausfallen. 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Eine Studie der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und von BAK Economics hat diese Zusammenh\u00e4nge im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) untersucht. Die Ergebnisse der Studie f\u00fcr Frischfleischprodukte \u2013 welche die gr\u00f6ssten Preisdifferenzen zum benachbarten Ausland aufweisen \u2013 zeigen, dass das Ausmass der Marktmacht je nach Fleischsorte variiert. W\u00e4hrend f\u00fcr die Rind- und Kalbfleischm\u00e4rkte nur geringe Abweichungen vom vollkommenen Wettbewerb festgestellt wurden, deuten die Modellsch\u00e4tzungen f\u00fcr den Schweinefleischmarkt auf eine 2-K\u00e4ufer-Marktstruktur hin.","magazine_issue":"03-2019","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20190226","original_files":null,"external_release_for_author":"20190226","external_release_for_author_time":"23:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5c1ccae66eb30"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105231"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4801"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105231"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126061,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105231\/revisions\/126061"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2824"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4468"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4802"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4801"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156917"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156156"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=105231"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=105231"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=105231"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=105231"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=105231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}