{"id":105398,"date":"2019-02-18T07:10:10","date_gmt":"2019-02-18T07:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2019\/02\/bruelhart-schmidheiny-03-2019fr\/"},"modified":"2023-08-23T22:59:54","modified_gmt":"2023-08-23T20:59:54","slug":"bruelhart-03-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2019\/02\/bruelhart-03-2019\/","title":{"rendered":"Der Finanzausgleich im Umbau"},"content":{"rendered":"<p>Der Nationale Finanzausgleich (NFA) ist seit 2008 in Kraft und hat seither keine gewichtigen \u00c4nderungen erfahren. Doch dieses Jahr geht es Schlag auf Schlag. Gleich zwei Reformen stehen an. Erstens erfordert die auf Druck aus dem Ausland hin zwingende Anpassung der Unternehmensbesteuerung eine Anpassung des NFA: \u00dcber die AHV-Steuer-Vorlage (Staf) wird im Mai abgestimmt. F\u00fcr die Berechnung der kantonalen Finanzkraft im aktuellen NFA werden Gewinne von Unternehmen mit steuerlichem Sonderstatus (Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften) gem\u00e4ss ihrer tats\u00e4chlichen steuerlichen Aussch\u00f6pfung tiefer gewichtet als ordentliche Unternehmensgewinne.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Nach Inkrafttreten der AHV-Steuer-Vorlage fiele diese Mindergewichtung weg. Neu w\u00fcrden Gewinne der aktuell privilegiert besteuerten \u00abStatusfirmen\u00bb h\u00f6her und Gewinne der bisher ordentlich besteuerten Firmen tiefer gewichtet. Unter dem Strich fielen die Unternehmensgewinne weniger ins Gewicht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZweitens muss das Parlament dieses Jahr die gesamte Transfersumme des Ressourcenausgleichs im NFA (Gesamtdotation) neu bestimmen. Anlass ist der NFA-Wirksamkeitsbericht des Bundesrats vom M\u00e4rz 2018. Dieser zeigte auf, dass das angepeilte kantonale Mindestausstattungsziel von 85 Prozent des Schweizer Durchschnitts in den letzten Jahren systematisch \u00fcbertroffen worden war. Im vergangenen Jahr betrug die Finanzkraft des ressourcenschw\u00e4chsten Kantons (Jura) nach NFA-Transfers 88,3 Prozent und lag damit 3,3 Prozentpunkte \u00fcber dem Mindestausstattungsziel. Die Festlegung der Ausgleichssumme f\u00fchrt zudem alle vier Jahre zu spannungsgeladenen politischen Verteilungsk\u00e4mpfen zwischen Geber- und Empf\u00e4ngerkantonen. Deshalb hatte sich die Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) im M\u00e4rz 2017 auf einen neuen Vorschlag geeinigt: Die Ausgleichssumme soll fortan nicht mehr von der Bundesversammlung festgelegt werden, sondern mittels einer einfachen Formel, gem\u00e4ss welcher die Finanzkraft des ressourcenschw\u00e4chsten Kantons auf 86,5 Prozent des Schweizer Durchschnitts zu liegen kommt. Zus\u00e4tzlich schl\u00e4gt die KDK vor, die Auszahlungsprogression bei den Empf\u00e4ngerkantonen anzupassen und die Bundesbeitr\u00e4ge \u2013 teilweise vor\u00fcbergehend und teilweise dauerhaft \u2013 aufzustocken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist wichtig, festzuhalten, wie gross die Unterschiede der kantonalen Finanzkraft vor NFA-Transfers sind: Im Referenzjahr 2018 reicht das gesamte \u00abRessourcenpotenzial\u00bb pro Einwohner von 22\u2019000 Franken im Kanton Jura bis 80\u2019000 Franken im Kanton Zug. Das Ressourcenpotenzial der juristischen Personen variiert sogar um das Achtfache \u2013 von 4000 Franken pro Einwohner im Wallis bis 32\u2019000 Franken im Kanton Zug. Ohne den Nationalen Finanzausgleich w\u00e4ren die Finanzkraftdisparit\u00e4ten zwischen den Kantonen also nach wie vor gewaltig.&#13;<\/p>\n<h2>Drei Szenarien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einer Studie haben wir die Auswirkungen einer simultanen Einf\u00fchrung der Reformen auf den NFA-Ressourcenausgleich unter die Lupe genommen. Dabei gingen wir davon aus, dass das wirtschaftliche Umfeld unver\u00e4ndert bleibt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Es handelt sich also um Simulationen der NFA-Regel\u00e4nderungen und nicht um Prognosen der tats\u00e4chlichen wirtschaftlichen Entwicklung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWir berechneten die H\u00f6he der Gesamtdotation, die Finanzkraft der einzelnen Kantone vor NFA-Transfers und die darauf basierenden Transferzahlungen des Ressourcenausgleichs f\u00fcr drei Szenarien. Das erste Szenario entspricht dem Vorschlag der KDK, das zweite geht von einer Weiterf\u00fchrung der aktuellen NFA-Regel aus, welche das Wachstum der Gesamtdotation an das Wachstum der Ressourcenpotenziale kn\u00fcpft. Das dritte garantiert allen Kantonen eine Mindestausstattung von 85 Prozent, entspricht aber im \u00dcbrigen dem aktuellen NFA. In allen drei Szenarien machen wir die Annahme, dass die Steuerreform umgesetzt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr jedes Szenario f\u00fchrten wir statische und dynamische Simulationen durch. In den statischen Simulationen reagieren die Steuerzahler nicht auf Steuersatz\u00e4nderungen, aber in den dynamischen Szenarien f\u00fchren Steuererh\u00f6hungen zur Abwanderung von Gewinnen, die aktuell einen steuerlichen Sonderstatus geniessen. Bei den Statusgewinnen gehen wir von einer Semi-Elastizit\u00e4t von \u201310 Prozent aus, was bedeutet, dass eine Steuererh\u00f6hung um einen Prozentpunkt zu einer Abwanderung von 10 Prozent der steuerbaren Gewinne von multinationalen Firmen f\u00fchren w\u00fcrde.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Da im Zuge der AHV-Steuer-Vorlage Unternehmensgewinne insgesamt tiefer gewichtet werden, gehen die gemessenen Ressourcenpotenziale zur\u00fcck. In der dynamischen Simulation, bei der Statusunternehmen abwandern, ist der R\u00fcckgang h\u00f6her als in der statischen Simulation.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWird die Gesamtdotation gem\u00e4ss dem Vorschlag der KDK (Szenario 1) festgelegt, steigt die Ausgleichssumme (Bund + Kantone) in den statischen Simulationen gegen\u00fcber dem Referenzjahr 2018 langfristig um 111 Millionen auf 4,2 Milliarden Franken, w\u00e4hrend die Finanzkraft des ressourcenschw\u00e4chsten Kantons von aktuell 88,3 Prozent auf die festgelegten 86,5 Prozent sinkt. Beim zweiten Szenario resultiert eine langfristige Senkung der Gesamtdotation um 412 Millionen Franken, und die Finanzkraft des ressourcenschw\u00e4chsten Kantons Jura f\u00e4llt langfristig auf 84 Prozent. Bei einer garantierten Finanzkraft von 85 Prozent (Szenario 3) sinkt die Gesamtdotation nur um 136 Millionen Franken. In den dynamischen Simulationen ist die Ausgleichssumme jeweils deutlich tiefer als in den statischen Simulationen. Dies liegt daran, dass sich das Ressourcenpotenzial der ressourcenstarken Geberkantone aufgrund des Wegzugs von Unternehmenssteuersubstrat dem Durchschnitt ann\u00e4hert.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Grossz\u00fcgiger KDK-Vorschlag<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie AHV-Steuer-Vorlage f\u00fchrt in all unseren Simulationen zu einem Anstieg der gemessenen Disparit\u00e4ten zwischen den ressourcenst\u00e4rksten und -schw\u00e4chsten Kantonen. In ihrer Kombination wirken sich die beiden NFA-Reformen allerdings unterschiedlich auf die Transferfl\u00fcsse unter den Kantonen aus. Beim KDK-Szenario f\u00e4llt die Gesamtdotation langfristig h\u00f6her aus als in den Szenarien 2 und 3 (siehe <em>Tabelle<\/em>). Es w\u00fcrde die Geberkantone je nach Annahmen zwischen 70 und 170 Millionen Franken teurer zu stehen kommen als die Fortschreibung der bisherigen Regel. Allgemein kann man davon ausgehen, dass ein zus\u00e4tzlicher Indexpunkt bei der garantierten Mindestausstattung die Geberkantone 100 bis 120 Millionen Franken kostet.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Werte der dynamischen Szenarien (simulierte Werte im Jahr 2032)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"height: 654px;\" width=\"695\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"142\"><strong>Szenario 1: AHV-Steuer-Vorlage + KDK-Vorschlag<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\"><strong>Szenario 2: AHV-Steuer-Vorlage + Dotationsbestimmung wie bisher<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\"><strong>Szenario 3:&#13;<br \/>\nAHV-Steuer-Vorlage + Dotationsbestimmung wie bisher + Mindestausstattung 85%<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">Ver\u00e4nderung Gesamtdotation (im Vergleich zu 2018)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"142\">\u2013153 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">\u2013505 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">\u2013410 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">Ver\u00e4nderung Einzahlungen Geberkantone (im Vergleich zu 2018)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"142\">\u201382 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">\u2013194 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">\u2013155 Mio. Fr.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">Minimum standardisierter Steuerertrag nach Ausgleichszahlungen (im Vergleich zum Durchschnitt 2032)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"142\">86,5%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">84,7%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">85,0%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"160\">Maximum standardisierter Steuerertrag nach Ausgleichszahlungen (im Vergleich zum Durchschnitt 2032)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"142\">240,6%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">242,9%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"169\">242,1%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Br\u00fclhart und Schmidheiny (2018)<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer KDK-Vorschlag zeitigt, gemessen an der Finanzkraft nach Ausgleichszahlungen, geringere Disparit\u00e4ten als die Vergleichsszenarien. Somit ist der KDK-Vorschlag gegen\u00fcber der Kombination von aktueller NFA-Mechanik und Unternehmenssteuerreform aus Sicht der Geberkantone eher \u00abgrossz\u00fcgig\u00bb. Andererseits hat dieser Vorschlag auch f\u00fcr die Geberkantone Vorz\u00fcge, denn er gew\u00e4hrt ihnen angesichts der Entpolitisierung des Umverteilungsmasses gr\u00f6ssere Planungssicherheit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeim dynamischen KDK-Szenario steigt das Ressourcenpotenzial im schweizweiten Vergleich f\u00fcr mehrere Kantone: Der Geberkanton Zug verbessert sich um 29 Indexpunkte und setzt sich noch deutlicher an die Spitze der Kantone (siehe <em>Abbildungen<\/em>). Schaffhausen steigert sich um 21 Punkte und wird vom Empf\u00e4nger- zum Geberkanton. Hingegen verschlechtert sich der Geberkanton Basel-Stadt um fast 9 Punkte. Bei der Mehrzahl der Kantone und insbesondere bei den ressourcenschw\u00e4chsten Kantonen sind nur geringf\u00fcgige Verschiebungen bei den Transferzahlungen zu erwarten. Die gr\u00f6ssten Ver\u00e4nderungen erfolgen im Kanton Wallis mit einer Reduktion der Auszahlung um \u00fcber 80 Millionen Franken, im Kanton Waadt, wo sich eine aktuelle Auszahlung von 1 Million in eine Einzahlung von 83 Millionen Franken wandelt, und im Kanton Z\u00fcrich, der 164 Millionen Franken weniger in den Ressourcenausgleich einzahlen w\u00fcrde. Pro Einwohner erfolgt die gr\u00f6sste Ver\u00e4nderung im Kanton Schaffhausen, wo sich eine aktuelle Auszahlung von 172 Franken pro Einwohner in eine Einzahlung von 232 Franken pro Einwohner wandeln w\u00fcrde.&#13;<\/p>\n<h2><strong>NFA-Ver\u00e4nderungen im Jahr 2032 gem\u00e4ss Szenario 1 (dynamisch)<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h6>Ressourcenindex<\/h6>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Bruelhart_Schmidheiny_de_1'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Bruelhart_Schmidheiny_de_1').highcharts({\n    chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['ZG', 'SZ', 'NW', 'BS', 'GE', 'ZH', 'OW', 'VD', 'TI', 'BL', 'NE', 'SH', 'LU', 'AR', 'AG', 'AI', 'GR', 'FR', 'SG', 'TG', 'BE', 'SO', 'GL', 'UR', 'VS', 'JU'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n\n        title: {\n            text: 'Indexpunkte',\n          \n        },\n        \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: ' Indexpunkte'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n  \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [{\n        name: 'Verschlechterung',\n        data: [null,null,null,-8.52,null,-4.76,-1.81,null,-4.53,null,null,null,-4.4,-1.6,-0.98,null,null,-0.92,-2.64,null,-2.67,-0.73,null,-2.54,null,-3.6,],\ncolor:'#d1815f'\n    },\n{\n        name: 'Verbesserung',\n        data: [29.26,10.25,5.08,null,1.65,null,null,7.14,null,4.5,11.59,21.14,null,null,null,0.99,2.25,null,null,0.3,null,null,1.04,null,1,null],\n\ncolor:'#a5c4d2'\n    }, ]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<\/p>\n<h6>Ein-\/Auszahlungen inkl. Erg\u00e4nzungsbeitrag (absolut)<\/h6>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Bruelhart_Schmidheiny_de_2'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Bruelhart_Schmidheiny_de_2').highcharts({\n         chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['ZG', 'SZ', 'NW', 'BS', 'GE', 'ZH', 'OW', 'VD', 'TI', 'BL', 'NE', 'SH', 'LU', 'AR', 'AG', 'AI', 'GR', 'FR', 'SG', 'TG', 'BE', 'SO', 'GL', 'UR', 'VS', 'JU'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n\n        title: {\n            text: 'in Mio. Fr.',\n          \n        },\n        \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: ' Mio. 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Erg\u00e4nzungsbeitrag (pro Einwohner)<\/h6>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Bruelhart_Schmidheiny_de_3'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Bruelhart_Schmidheiny_de_3').highcharts({\n   chart: {\n        type: 'bar'\n    },\n    title: {\n        text: ''\n    },\n   \n    xAxis: {\n        categories: ['ZG', 'SZ', 'NW', 'BS', 'GE', 'ZH', 'OW', 'VD', 'TI', 'BL', 'NE', 'SH', 'LU', 'AR', 'AG', 'AI', 'GR', 'FR', 'SG', 'TG', 'BE', 'SO', 'GL', 'UR', 'VS', 'JU'],\n        title: {\n            text: null\n        }\n    },\n    yAxis: {\n\n        title: {\n            text: 'Pro Einwohner in Fr.',\n          \n        },\n        \n    },\n    tooltip: {\n        valueSuffix: ' Fr. pro Einwohner'\n    },\n    plotOptions: {\n        bar: {\n            dataLabels: {\n                enabled: false\n            }\n        }\n    },\n  \n    credits: {\n        enabled: false\n    },\n    series: [\n {\n        name: 'Entlastung',\n        data: [null,null,-25.37,-229.41,-56.62,-114.46,-33.98,null,-97.66,null,null,null,-131.87,null,null,null,null,null,-38.73,null,-40,null,null,-55.35,null,-148.97],\ncolor:'#a5c4d2'\n    },\n{\n        name: 'Belastung',\n        data: [216.79,36.64,null,null,null,null,null,112.62,null,76.46,223.78,403.76,null,11.7,44.79,142.51,223.22,71.79,null,150.11,null,101.62,244.98,null,247.76,null],\ncolor: '#ee7452'\n    },]\n});\n});\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Im dargestellten Szenario wird von einer Umsetzung der AHV-Steuer-Vorlage und des KDK-Vorschlags ausgegangen. Die simulierten Werte gelten f\u00fcr das Jahr 2032 unter der Annahme, dass sich abgesehen von den beiden Reformen gegen\u00fcber 2018 nichts \u00e4ndert. Die Kantone sind in absteigender Reihenfolge gem\u00e4ss ihrem Ressourcenindex im Referenzjahr 2018 angeordnet.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Br\u00fclhart und Schmidheiny (2018) \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Der Steuerwettbewerbs-Lusthemmer<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie alle staatlichen Transfers steht auch der NFA im Spannungsfeld zwischen Umverteilung und Leistungsanreiz. Je st\u00e4rker die ressourcenschwachen Kantone unterst\u00fctzt werden, desto geringer ist deren Anreiz, sich um eine Mehrung ihres Steuersubstrats zu bem\u00fchen. F\u00fcr die Geberkantone spielt dieselbe Logik: Je mehr sie an die anderen Kantone abliefern m\u00fcssen, desto weniger lohnt es sich, zus\u00e4tzliche Steuerzahler anzulocken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Anreizeffekt des Ressourcenausgleichs im NFA l\u00e4sst sich durch die \u00abGrenzabsch\u00f6pfungsquote\u00bb beziffern. Diese Masszahl erfasst den Anteil an jedem zus\u00e4tzlichen kantonalen Steuerfranken, der via den NFA wieder verloren geht: Wenn ein Geberkanton sein Steuersubstrat vergr\u00f6ssern kann, muss er mehr in den NFA-Topf einzahlen. Wenn einem Empf\u00e4ngerkanton Gleiches gelingt, bekommt er weniger ausbezahlt. Die Transferzahlungen im Ressourcenausgleich reduzieren die zus\u00e4tzlichen Steuerertr\u00e4ge aus dem vergr\u00f6sserten Steuersubstrat und k\u00f6nnen sogar zu Nettoverlusten f\u00fchren. Bei den Empf\u00e4ngerkantonen betragen die Grenzabsch\u00f6pfungsquoten aktuell durchschnittlich ungef\u00e4hr 80 Prozent, bei den Geberkantonen sind es 20 Prozent.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBesonders hoch sind die Grenzabsch\u00f6pfungsquoten im Bereich der Unternehmenssteuern: Im aktuellen Ressourcenausgleich sind fast die H\u00e4lfte der Kantone mit Grenzabsch\u00f6pfungsquoten von \u00fcber 100 Prozent konfrontiert, wenn sie zus\u00e4tzliche Gewinne von ordentlich besteuerten Unternehmen anziehen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> F\u00fcr die Staatskasse dieser Kantone und ihre Gemeinden sind zus\u00e4tzliche Firmengewinne also ein Verlustgesch\u00e4ft. Somit ist der NFA ein eigentlicher \u00abLusthemmer\u00bb f\u00fcr den interkantonalen Steuerwettbewerb.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Steuerwettbewerb nicht gef\u00e4hrdet&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Grenzabsch\u00f6pfungsquoten sind im aktuellen Ressourcenausgleich so hoch, weil Unternehmensgewinne bereits heute viel tiefer besteuert werden als Einkommen der nat\u00fcrlichen Personen. Nachdem die durchschnittlichen Firmensteuers\u00e4tze in der Schweiz in den letzten vier Jahrzehnten beinahe halbiert worden sind, ist die Schweiz nunmehr einer der weltweit steuerg\u00fcnstigsten Standorte f\u00fcr Firmengewinne und nach Irland der zweitgr\u00f6sste Magnet f\u00fcr buchhalterische Gewinnverschiebungen in Europa.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDennoch hat der Steuerwettbewerb unter den Kantonen auch nach Einf\u00fchrung des NFA intensiv gespielt \u2013 mit markanten Unternehmenssteuersenkungen nicht nur in Zentralschweizer Kantonen, sondern auch in Kantonen wie Aargau, Neuenburg oder Genf.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Eine insgesamt tiefere Gewichtung der Unternehmensgewinne d\u00fcrfte diesen Wettbewerb eher noch befeuern. Im Zuge der AHV-Steuer-Vorlage werden ordentliche Unternehmensgewinne voraussichtlich nur noch mit einem Gewicht von rund 33 Prozent im Ressourcenpotenzial ber\u00fccksichtigt. Damit werden die Grenzabsch\u00f6pfungsquoten f\u00fcr Unternehmensgewinne deutlich reduziert, und der Anreiz f\u00fcr die Kantone, sich um mobile Firmengewinne zu bem\u00fchen, wird wieder wesentlich st\u00e4rker. Nach der Reform h\u00e4tten nur noch die beiden Kantone Uri und Glarus Grenzabsch\u00f6pfungsquoten von \u00fcber 100 Prozent zu gew\u00e4rtigen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Zudem zeigt die \u00f6konomische Theorie, dass der Wettbewerbsdruck auf die Steuers\u00e4tze steigt, wenn man von einer gesonderten Besteuerung von mobilem und immobilem Steuersubstrat auf eine Einheitsbesteuerung \u00fcbergeht.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Die Aufhebung der kantonalen Steuerprivilegien f\u00fcr die besonders mobilen multinationalen Unternehmen entspricht genau diesem theoretischen Szenario.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch nach der vorgeschlagenen Reform bliebe der NFA allerdings ein \u00abLusthemmer\u00bb. Um diese Anreizwirkung im Bereich der Unternehmen v\u00f6llig zu vermeiden, m\u00fcsste man Gewinne k\u00fcnftig gar nicht mehr in die Bestimmung des Ressourcenpotenzials einbeziehen und w\u00fcrde damit die Grenzabsch\u00f6pfungsquote f\u00fcr dieses Steuersubstrat auf null senken.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrenzabsch\u00f6pfungsquoten gr\u00f6sser null k\u00f6nnen allerdings durchaus sinnvoll sein, da nicht jede Anstrengung eines Kantons zur Erh\u00f6hung des eigenen Steuersubstrats wohlfahrtssteigernd f\u00fcr das ganze Land ist. Die Kantone rangeln n\u00e4mlich nicht nur um mobile Firmengewinne aus dem Ausland, sondern auch \u2013 und dies erst recht nach der Abschaffung der Statusbesteuerung \u2013 um Firmengewinne aus anderen Kantonen. Aus der Theorie des Fiskalf\u00f6deralismus ist wohlbekannt, dass Steuerwettbewerb erstens eine zu tiefe durchschnittliche Besteuerung der besonders mobilen Steuerbasen nach sich zieht und zweitens kleine Kantone gegen\u00fcber grossen bevorteilt.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls preisgesteuertes Mittel gegen die Erosion der Unternehmenssteuer im innerhelvetischen Wettbewerb hat der Ressourcenausgleich somit eine \u00f6konomische Berechtigung. Ausserdem w\u00fcrde die enorme Ungleichverteilung der Unternehmensgewinne unter den Kantonen bei einer g\u00e4nzlichen Nichtber\u00fccksichtigung dieses Steuersubstrats \u00fcberhaupt nicht mehr kompensiert und den ressourcenschwachen Kantonen die Finanzierung ihrer \u00f6ffentlichen Aufgaben zus\u00e4tzlich erschwert. Dass die effektiven Finanzkraftdisparit\u00e4ten von der AHV-Steuer-Vorlage eher versch\u00e4rft werden, st\u00e4rkt die Daseinsberechtigung eines griffigen Ressourcenausgleichs weiter.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Im NFA wird die kantonale Finanzkraft vor NFA-Transfers durch das \u00abRessourcenpotenzial pro Einwohner\u00bb gemessen und als Ressourcenindex mit einem Mittelwert von 100 ausgedr\u00fcckt. Die kantonale Finanzkraft nach den Transferzahlungen des NFA-Ressourcenausgleichs wird durch den \u00abstandardisierten Steuerertrag pro Einwohner nach Ausgleich\u00bb gemessen und wiederum als Index mit Mittelwert 100 ausgedr\u00fcckt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart und Schmidheiny (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart und Staubli (2017); Daepp und Staubli (2018). Tiefsteuerkantone sind von dieser Annahme ausgenommen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart und Schmidheiny (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">R\u00fchli (2014), R\u00fchli und Rother (2017), Leisibach und Schaltegger (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Salvi und Zobrist (2013) sowie T\u00f8rsl\u00f8v, Wier und Zucman (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart und Schmidheiny (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Leisibach und Schaltegger (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Keen (2001).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Leisibach und Schaltegger (2018).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Br\u00fclhart, Bucovetsky und Schmidheiny (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationale Finanzausgleich (NFA) ist seit 2008 in Kraft und hat seither keine gewichtigen \u00c4nderungen erfahren. Doch dieses Jahr geht es Schlag auf Schlag. Gleich zwei Reformen stehen an. Erstens erfordert die auf Druck aus dem Ausland hin zwingende Anpassung der Unternehmensbesteuerung eine Anpassung des NFA: \u00dcber die AHV-Steuer-Vorlage (Staf) wird im Mai abgestimmt. 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Der Ressourcenausgleich im Zusammenspiel von Steuervorlage 17 und Anpassung des NFA: Simulationsrechnungen. Studie im Auftrag der NFA-Geberkantone, Universit\u00e4t Lausanne und Universit\u00e4t Basel.<\/li>&#13;\n \t<li>Br\u00fclhart, Marius und David Staubli (2017). Die optimale Unternehmenssteuerreform: Auf drei Variablen kommt es an, Diskussionspapier, Universit\u00e4t Lausanne.<\/li>&#13;\n \t<li>Daepp, Martin und David Staubli (2018). Dynamische Sch\u00e4tzung der Einnahmeeffekte der Steuervorlage 17, Arbeitspapier, Bern: Eidgen\u00f6ssische Steuerverwaltung.<\/li>&#13;\n \t<li>Keen, Michael (2001). Preferential Regimes Can Make Tax Competition Less Harmful. National Tax Journal, 54(4): 757\u2013762.<\/li>&#13;\n \t<li>Leisibach, Patrick und Christoph A. Schaltegger (2018). Zielkonflikte und Fehlanreize: Eine Analyse der Anreizwirkungen im Schweizer Finanzausgleich, Diskussionspapier, Universit\u00e4t Luzern.<\/li>&#13;\n \t<li>R\u00fchli, Lukas (2014). Wie der Finanzausgleich den Standortwettbewerb einschr\u00e4nkt, Blog-Beitrag (14.08.2014), Z\u00fcrich: Avenir Suisse.<\/li>&#13;\n \t<li>R\u00fchli, Lukas und Nathanael Rother (2017). NFA 2: F\u00fcr die Revitalisierung des Schweizer F\u00f6deralismus. Avenir Debatte, Z\u00fcrich: Avenir Suisse.<\/li>&#13;\n \t<li>Salvi, Marco, und Luc Zobrist (2013). Zwischen Last und Leistung. Ein Steuerkompass f\u00fcr die Schweiz, Z\u00fcrich.<\/li>&#13;\n \t<li>T\u00f8rsl\u00f8v, Thomas, Ludvig Wier and Gabriel Zucman (2018). 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Die Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) schl\u00e4gt vor, dass die Finanzkraft des ressourcenschw\u00e4chsten Kantons bei 86,5 Prozent des Schweizer Durchschnitts fixiert werden soll. Wir haben die Auswirkungen der Reformen mittels Simulationsrechnungen untersucht. 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