{"id":105560,"date":"2018-12-20T10:30:25","date_gmt":"2018-12-20T10:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/12\/bucher-1-2-2019fr\/"},"modified":"2024-04-02T16:18:29","modified_gmt":"2024-04-02T14:18:29","slug":"bucher-1-2-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/12\/bucher-1-2-2019\/","title":{"rendered":"Engp\u00e4sse bei der Versorgung"},"content":{"rendered":"<p>Medizinprodukte sind ein wesentlicher Faktor bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten. Die Palette der Medizinprodukte reicht vom einfachen Pflaster bis hin zu komplexen Implantaten wie etwa in der Orthop\u00e4die oder der Kardiologie. Meist bestehen bei der Verwendung solcher Produkte auch Abh\u00e4ngigkeiten von Medizintechnikger\u00e4ten. Das erschwert den Wechsel eines Medizinproduktes oft, sodass er teilweise nur mit beachtlichen Investitionskosten erfolgen kann.<\/p>\n<p>Man geht davon aus, dass im Schweizer Markt aktuell rund 500\u2019000 verschiedene Medizinprodukte verwendet werden. Selbst bei einem kleinen Unfall wie beispielsweise dem Sturz eines Radfahrers mit Sch\u00fcrfwunden und einem gebrochenen Handgelenk werden ab Eintreffen der Ambulanz bis zum Spitalaustritt nach 2 bis 3 Tagen 150 bis 200 Medizinprodukte ben\u00f6tigt, um den Patienten ordentlich versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Brexit verkleinert Angebot<\/h2>\n<p>Infolge der Anpassungen des Rechtsrahmens f\u00fcr Medizinprodukte in der EU ist im Mai 2017 bereits die EU-Verordnung \u00fcber Medizinprodukte (MDR) in Kraft getreten, die im Fr\u00fchjahr 2020 ihre G\u00fcltigkeit erlangt. Wie wirkt sich die neue EU-Verordnung auf die Spit\u00e4ler und Patienten aus? Die Spit\u00e4ler befinden sich in internationalen Abh\u00e4ngigkeiten. Gem\u00e4ss heutigem Informationsstand rechnet man damit, dass mit der Revision Anbieter und Produkte vom Markt verschwinden werden. Es stellt sich dann die Frage, ob die Beschaffungsorganisationen kurzfristig in der Lage sind, den Bedarf an Alternativartikeln auf dem Gesundheitsmarkt zu evaluieren. Noch vor Einf\u00fchrung der MDR k\u00f6nnte bereits der Brexit das Angebot an Medizinprodukten negativ beeinflussen. Denn mehrere massgebende Zertifizierungsstellen (sogenannte Notified Bodies) sind in England ans\u00e4ssig.\u00a0 Mit dem Brexit werden die Zertifikate dieser Stellen f\u00fcr den EU-Raum gr\u00f6sstenteils ung\u00fcltig.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6sste Herausforderung f\u00fcr die Endabnehmer wird jedoch die Informationsbeschaffung betreffend die Verf\u00fcgbarkeit der Produkte sein. Wie werden sie rechtzeitig \u00fcber die Produkte, die zuk\u00fcnftig nicht mehr erh\u00e4ltlich sein werden, informiert? Und wie schaffen es die Verantwortlichen, die Versorgungssicherheit im Spital zu gew\u00e4hrleisten, damit jeder Patient seinem Bedarf entsprechend behandelt werden kann?<\/p>\n<p>Lieferanten und Hersteller werden \u00fcber Lieferengp\u00e4sse sehr zur\u00fcckhaltend informieren; n\u00e4mlich erst dann, wenn sie selber Gewissheit \u00fcber die Verf\u00fcgbarkeit der Produkte haben. Das ist verst\u00e4ndlich, da der Beschaffungsmarkt sehr schnell reagiert und ein Lieferant, der transparent informiert, selber Absatzprobleme bekommen wird. Deshalb muss heute davon ausgegangen werden, dass es in etlichen F\u00e4llen sehr schwierig sein wird, zeitgerecht Alternativprodukte zu beschaffen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medizinprodukte sind ein wesentlicher Faktor bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten. Die Palette der Medizinprodukte reicht vom einfachen Pflaster bis hin zu komplexen Implantaten wie etwa in der Orthop\u00e4die oder der Kardiologie. 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