{"id":105956,"date":"2018-10-24T10:31:48","date_gmt":"2018-10-24T10:31:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/10\/jorio-11-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:00:49","modified_gmt":"2023-08-23T21:00:49","slug":"jorio-11-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/10\/jorio-11-2018\/","title":{"rendered":"Die Schweiz in der Krise \u2013 der Landesstreik von 1918"},"content":{"rendered":"<p>\u00abEs ist zum Heulen! Niemals ist schm\u00e4hlicher ein Streik zusammengebrochen [&#8230;] an der feigen, treulosen Haltung der Streikleitung\u00bb, schimpfte nach Streikabbruch der Sozialdemokrat Ernst Nobs in der Z\u00fcrcher SP-Tageszeitung \u00abVolksrecht\u00bb. Damit gab er die Stimmung in der Arbeiterschaft wieder, die im abrupten Ende des Landesstreiks nach nur zwei Tagen \u00abeine Kapitulation und nichts anderes\u00bb sah. W\u00e4hrend der folgenden f\u00fcnfzig Jahre erinnerte man sich in der Arbeiterbewegung nicht gerne an den Landesstreik von November 1918. Erst mit dem Wendejahr 1968, vor allem aber mit der Untersuchung des Historikers Willi Gautschi zum Landesstreik fand eine Umdeutung statt. Aus der Sicht des Historikers Adrian Zimmermann wurden die Streikenden nun zu \u00absiegenden Geschlagenen\u00bb. Und SP-St\u00e4nderat Paul Rechsteiner interpretierte den Streik wegen der sp\u00e4teren Umsetzung einiger Forderungen doch noch zu einem Sieg um.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Landesstreik \u2013 die bis heute gr\u00f6sste Krise des Bundesstaates \u2013 hatte verschiedene soziale, aussen- und innenpolitische Gr\u00fcnde. Die Arbeiterschaft war politisch marginalisiert durch die freisinnige Mehrheit, die mithilfe des Majorzwahlsystems und einer ausgekl\u00fcgelten Wahlkreisgeometrie seit 1848 im Bundesparlament die absolute Mehrheit innehatte. Am 13. Oktober 1918 stimmten aber Volk und St\u00e4nde im dritten Anlauf der vom Bundesrat verschleppten Proporzinitiative zu. Sozialdemokraten und Katholisch-Konservative hatten die Initiative bereits 1913 eingereicht. Das sichere Ende der freisinnigen Herrschaft weckte grosse Erwartungen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Arbeiterbewegung radikalisiert sich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges, dessen die Zivilbev\u00f6lkerung und die Wehrm\u00e4nner \u00fcberdr\u00fcssig waren, hatten sich die wirtschaftlichen und sozialen Probleme versch\u00e4rft. 1916 begann sich die Versorgungslage infolge von Missernten und wegen des Wirtschaftskrieges der Entente und der Mittelm\u00e4chte zu verschlechtern. Die L\u00f6hne folgten nicht mehr der Inflation, sodass der Reallohn um 25 Prozent sank. Betroffen waren vor allem die Lohnabh\u00e4ngigen, w\u00e4hrend die Unternehmer und die Bauern Gewinne einfuhren. Erst 1917 begann der Bund mit der Rationierung von Grundnahrungsmitteln. Zudem belasteten diverse neue Kriegssteuern die Haushaltbudgets. Immer mehr Menschen waren von Sozialhilfe und verg\u00fcnstigten Lebensmitteln abh\u00e4ngig. Im Krisenjahr 1917 setzte schliesslich eine Streikwelle ein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie erstarkende Arbeiterbewegung hatte sich radikalisiert und vertrat nun unter dem Einfluss junger Arbeiterf\u00fchrer \u2013 wie etwa des Marxisten Robert Grimm \u2013 revolution\u00e4re Ideen. Ab 1915 lehnten diese die Armee als Instrument der \u00abb\u00fcrgerlichen Klassenherrschaft\u00bb ab. Die Russische Revolution von 1917 war auch f\u00fcr manche Schweizer Arbeiter ein leuchtendes Vorbild f\u00fcr eine bessere Zukunft. Doch die aggressive Revolutionsrhetorik und die Furcht vor einem Umsturz verunsicherten die nicht sozialistische Bev\u00f6lkerung. Man erwartete turbulente Zeiten. So erkl\u00e4rte der Feldprediger bei der Entlassung des Unterwaldner Bataillons aus dem Abl\u00f6sungsdienst im Tessin am 4. Mai 1918: \u00abFreunde, wir gehen nicht rosigen Zeiten entgegen. Sturmv\u00f6gel fliegen durch die Luft!\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls der Bundesrat f\u00fcr alle 14- bis 60-j\u00e4hrigen M\u00e4nner zur Bek\u00e4mpfung der Versorgungsengp\u00e4sse einen obligatorischen Arbeitsdienst einf\u00fchren wollte, lud Robert Grimm, Nationalrat und Redaktor des SP-Parteiblatts \u00abBerner Tagwacht\u00bb, Anfang Februar 1918 \u00fcber den Kopf der zust\u00e4ndigen F\u00fchrungsorgane hinweg einige handverlesene Partei- und Gewerkschaftsf\u00fchrer zu einer Konferenz nach Olten ein. Dort beschloss man die Bildung des Oltener Aktionskomitees (OAK) unter dem Vorsitz Grimms. Das OAK bezweckte \u00abdie Vereinigung der gewerkschaftlichen und politischen Bewegung, die Zusammenfassung des Klassenkampfes unter einer einheitlichen Leitung\u00bb. Gegen das putschartige Vorgehen von Grimm und seinen Genossen wehrten sich die Exponenten der Sozialdemokratischen Partei, die dem OAK Kompetenz\u00fcberschreitung vorwarfen und Grimm einen Diktator nannten. Nach einem personellen Umbau des OAK akzeptierten schliesslich die SP und die Gewerkschaften das OAK als \u00abzentrale Aktionsleitung\u00bb. Grimm legte bereits im Februar 1918 einen Plan mit Kampfmassnahmen in vier Stufen vor: allgemeine Agitation in Volksversammlungen, Demonstrationsversammlungen, befristeter allgemeiner Streik und schliesslich unbefristeter Generalstreik, der zum offenen B\u00fcrgerkrieg und zum Sturz der b\u00fcrgerlichen Gesellschaftsordnung f\u00fchren sollte. Der letzte Punkt stiess jedoch intern auf Widerstand und wurde gestrichen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Angst geht um im B\u00fcrgertum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Herbst 1918 \u00fcberschlugen sich mit dem Kriegsende und dem Ausbruch von Revolutionen in Deutschland und \u00d6sterreich die Ereignisse. In der Schweiz wuchs die Furcht vor einem Umsturz, so etwa, als die SP im Hinblick auf den ersten Jahrestag der Russischen Revolution sich zur Proklamation hinreissen liess: \u00abSchon r\u00f6tet die nahende Revolution den Himmel \u00fcber Zentraleuropa.\u00bb Im Streik des Z\u00fcrcher Bankpersonals vom 30. September und 1. Oktober, der von der Arbeiterunion mit einem lokalen Generalstreik unterst\u00fctzt wurde, sah das B\u00fcrgertum bereits eine Hauptprobe f\u00fcr die bevorstehende Revolution. Misstrauen weckte auch die Sowjetmission in Bern, die man der bolschewistischen Agitation verd\u00e4chtigte und der sp\u00e4ter vorgeworfen wurde, sie\u00a0habe den Landesstreik mitorganisiert. Daf\u00fcr fehlen aber die Beweise, auch wenn sich Missionschef Jean Berzine nach der Ausweisung seiner \u00abrevolution\u00e4ren Propaganda\u00bb r\u00fchmte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnfang Oktober 1918 bat der Z\u00fcrcher Regierungsrat den Bundesrat um Truppenhilfe, da er einen Aufstand bef\u00fcrchtete. Auf Antrag der Armeef\u00fchrung beschloss der Bundesrat am 5. November, zwei Kavalleriebrigaden und zwei Infanterieregimenter f\u00fcr den Ordnungsdienst in Z\u00fcrich aufzubieten und die sowjetische Mission des Landes zu verweisen. Der Bundesrat bef\u00fcrchtete bei revolution\u00e4ren Unruhen eine Intervention der siegreichen Ententem\u00e4chte, nachdem der franz\u00f6sische Botschafter und der italienische Aussenminister entsprechende Andeutungen gemacht hatten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls Antwort auf das Truppenaufgebot rief das OAK am Samstag, dem 9. November, einen Proteststreik in 19 St\u00e4dten aus. Der Proteststreik lief geordnet ab, wurde aber nicht \u00fcberall befolgt. In Z\u00fcrich beschloss die radikalisierte Arbeiterunion ohne R\u00fccksprache mit dem OAK, den Proteststreik unbefristet fortzuf\u00fchren und die vom Regierungsrat verbotene Kundgebung am 10. November auf dem Fraum\u00fcnsterplatz abzuhalten. Die Demonstration verlief blutig: Ein Luzerner Soldat wurde mit einem Schuss aus einem Revolver get\u00f6tet, worauf die f\u00fcr den Ordnungsdienst nicht ausgebildete Truppe das Feuer \u00fcber die K\u00f6pfe der rund 7000 Protestierenden er\u00f6ffnete und einige Personen durch Querschl\u00e4ger verletzte. Das OAK versuchte erfolglos, die Z\u00fcrcher zum Abbruch des wilden Streiks zu bewegen. Da nun die Gefahr bestand, dass es die Kontrolle \u00fcber die Streikbewegung verlor, beschloss es \u2013 \u00abgleichsam aus der Pistole geschossen\u00bb (Grimm) \u2013, den Generalstreik auszurufen. Der Streikbeschluss wurde aber nicht von allen Gewerkschaften unterst\u00fctzt. So protestierten beispielsweise die Eisenbahner \u00abgegen den vom Oltener Aktionskomitee mutwillig vom Zaune gerissenen Generalstreik\u00bb.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Oltener Komitee erhob neun Forderungen (siehe <em>Kasten<\/em>) sowie als zehnte Forderung, ausserhalb des 9-Punkte-Katalogs, die \u00abunges\u00e4umte Umbildung der bestehenden Landesregierung unter Anpassung an den vorhandenen Volkswillen\u00bb. Nur drei Forderungen waren sozialpolitischer Art: die 48-Stunden-Woche, die Sicherung der Lebensmittelversorgung sowie die Alters- und Invalidenversicherung. Bei den anderen handelte es sich um politische Forderungen. Die sofortige Umsetzung der meisten Forderungen w\u00e4re nur ausserhalb der geltenden Verfassungsordnung zu erreichen gewesen.&#13;<\/p>\n<h2>Der Landesstreik scheitert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Streik begann am Dienstag, 12. November, um Mitternacht. Er wurde, wie schon der Proteststreik, vor allem in den Deutschschweizer St\u00e4dten befolgt und weniger in den l\u00e4ndlichen Gegenden und in der franz\u00f6sischen und der italienischen Schweiz, wo man den Streik als Deutschschweizer Angelegenheit sah. Nach Angaben der Gewerkschaften sollen 250\u2019000 Arbeiter gestreikt haben, was angesichts eines Bestandes von 220\u2019000 Mitgliedern und der lauen Streikbereitschaft in einigen Landesteilen wohl etwas hoch gegriffen war. Zudem lehnten nicht sozialistische Gewerkschaften, wie der Christlich-nationale Gewerkschaftsbund, den Streik ab. Der Bundesrat antwortete auf den Landesstreik mit weiteren Truppenaufgeboten. Und mehrere Kantonsregierungen boten zus\u00e4tzlich kantonale Landsturmeinheiten auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Sondersitzung der Bundesversammlung verurteilte der freisinnige Bundespr\u00e4sident Felix Calonder den Landesstreik und prangerte die \u00abskrupellosen Hetzer\u00bb und \u00abdie Vertreter des bolschewistischen Terrors\u00bb an. Gleichzeitig zeigte er aber auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr mehrere Forderungen. In einer brillanten Rede legte Streikf\u00fchrer Grimm den Standpunkt der Streikenden dar. Er deutete \u2013 ganz Marxist \u2013 den Landesstreik als Klassenkampf, um seinen begriffsstutzigen b\u00fcrgerlichen Ratskollegen zu erkl\u00e4ren, dass sie \u00abeiner absterbenden, untergehenden Klasse\u00bb angeh\u00f6rten, und um zu behaupten, die Forderungen des OAK seien diejenigen \u00abweitester Volkskreise\u00bb. Trotzig rief er in den Saal: \u00abJawohl, wir Sozialdemokraten sind Revolution\u00e4re.\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Auftritt Grimms l\u00f6ste Emp\u00f6rung aus. Der Bundesrat antwortete mit einem Ultimatum an das OAK, den Landesstreik sofort abzubrechen. Das OAK war in der Frage des Streikabbruchs gespalten. Die Meldungen von der Streikfront waren schlecht: Die Truppen gehorchten wider Erwarten ihren Vorgesetzten und verhielten sich gegen\u00fcber den Streikenden feindselig. Zudem begann die Streikbewegung zu br\u00f6ckeln. Das OAK beschloss gegen den in die Minderheit versetzten Grimm, den Streik abzubrechen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDem abrupten Streikende folgte der Katzenjammer, wie ihn der Z\u00fcrcher Nationalrat und SP-Pionier Hermann Greulich schon im M\u00e4rz 1918 f\u00fcr den Fall eines gescheiterten Generalstreiks vorausgesagt hatte. In Grenchen kam es nach Streikabbruch zu einem blutigen Zwischenfall, als Demonstranten Eisenbahnschienen blockierten und die anr\u00fcckenden Waadtl\u00e4nder Soldaten verh\u00f6hnten: Diese verloren die Nerven und er\u00f6ffneten das Feuer, wobei drei Streikende get\u00f6tet und mehrere verletzt wurden.&#13;<\/p>\n<h2>Die Forderungen mussten warten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie unmittelbaren Folgen des Landesstreiks waren f\u00fcr die Arbeiterschaft negativ. Der Landesstreik f\u00fchrte zur Bildung des \u00abB\u00fcrgerblocks\u00bb und von B\u00fcrgerwehren gegen die \u00abrote Gefahr\u00bb. Die innenpolitische Stimmung blieb f\u00fcr Jahre vergiftet. Von den Forderungen des OAK wurde fast keine erf\u00fcllt. Dennoch wurden die ersten Proporzwahlen um ein Jahr vorgezogen und bescherten 1919, wie erwartet, sowohl der SP als auch der neu gegr\u00fcndeten Bauern-, Gewerbe- und B\u00fcrgerpartei (BGB) massive Sitzgewinne. Die Freisinnigen erlitten riesige Sitzverluste. Die Einf\u00fchrung des 8-Stunden-Tages 1919\/20 war hingegen eher der internationalen Entwicklung geschuldet, da gleichzeitig auch die Nachbarl\u00e4nder diese einf\u00fchrten. Die AHV wurde zwar 1925 in einer Volksabstimmung in die Bundesverfassung aufgenommen, aber erst 1947 im Geiste der im Zweiten Weltkrieg entstandenen nationalen Solidargemeinschaft eingef\u00fchrt. Das Frauenstimm- und -wahlrecht wurde sogar erst 1971 nach dem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel der Sechzigerjahre realisiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Arbeiterschaft hatte aber 1918 eindr\u00fccklich ihre St\u00e4rke demonstriert \u2013 mit ihr war in Zukunft zu rechnen. Tats\u00e4chlich wurde sie im Anschluss an den Landesstreik von Arbeitgebern und Beh\u00f6rden vermehrt in die Entscheidungsprozesse einbezogen, womit ihre Integration in den \u00abb\u00fcrgerlichen\u00bb Staat eingeleitet wurde. Diese Integration m\u00fcndete 1937 ins Friedensabkommen der Sozialpartner und f\u00fchrte 1944 mit Ernst Nobs zur Wahl des ersten SP-Bundesrates.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abEs ist zum Heulen! Niemals ist schm\u00e4hlicher ein Streik zusammengebrochen [&#8230;] an der feigen, treulosen Haltung der Streikleitung\u00bb, schimpfte nach Streikabbruch der Sozialdemokrat Ernst Nobs in der Z\u00fcrcher SP-Tageszeitung \u00abVolksrecht\u00bb. Damit gab er die Stimmung in der Arbeiterschaft wieder, die im abrupten Ende des Landesstreiks nach nur zwei Tagen \u00abeine Kapitulation und nichts anderes\u00bb sah. 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Oktober 1918 von Volk und St\u00e4nden beschlossenen Proporzwahlrecht<\/li>&#13;\n \t<li>Einf\u00fchrung des Frauenstimm- und -wahlrechts<\/li>&#13;\n \t<li>Einf\u00fchrung einer allgemeinen Arbeitspflicht<\/li>&#13;\n \t<li>Einf\u00fchrung des 8-Stunden-Tags bzw. der 48-Stunden-Woche<\/li>&#13;\n \t<li>Umbau der Armee zu einem Volksheer<\/li>&#13;\n \t<li>Sicherung der Lebensmittelversorgung<\/li>&#13;\n \t<li>Einf\u00fchrung einer Alters- und Invalidenversicherung<\/li>&#13;\n \t<li>Einf\u00fchrung eines staatlichen Aussenhandelsmonopols<\/li>&#13;\n \t<li>Tilgung der Staatsschulden durch die Besitzenden<\/li>&#13;\n<\/ol>&#13;\nAusserhalb des Katalogs: Neuwahl des Bundesrates"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":105959,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":105963,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"81190","post_abstract":"Im November 1918 schlitterte die Schweiz in die gr\u00f6sste Krise seit 1848. Ungel\u00f6ste soziale und politische Probleme sowie das Kriegsende mit seinen gesamteurop\u00e4ischen Verwerfungen f\u00fchrten zum Landesstreik, der vor allem in den Deutschschweizer Industrieorten befolgt wurde. Der Streik scheiterte schliesslich an der unnachgiebigen Haltung von Bundesrat und Parlament, welche nicht auf die Forderungen des Streikkomitees eingingen und Truppen gegen die Streikenden aufboten. Der zweit\u00e4gige Ausstand forderte vier Tote (einen Soldaten, drei Streikende) sowie mehrere Verletzte. Ausser dem 8-Stunden-Tag und vorgezogenen Nationalratswahlen erreichte die Arbeiterschaft wenig; der Streik provozierte im Gegenteil die Bildung des \u00abB\u00fcrgerblocks\u00bb gegen die \u00abrote Gefahr\u00bb. 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