{"id":106037,"date":"2018-10-24T10:00:12","date_gmt":"2018-10-24T10:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/10\/vellacott-11-2018fr\/"},"modified":"2024-02-05T12:20:10","modified_gmt":"2024-02-05T11:20:10","slug":"klimaschutz-nur-die-tat-zaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/10\/klimaschutz-nur-die-tat-zaehlt\/","title":{"rendered":"Klimaschutz: Nur die Tat z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p>\u00abParis macht die globale Energiewende unumkehrbar\u00bb, haben deutsche Konzerne von Adidas bis Stabilo im Jahr 2015 in einem Inserat geschrieben. Ja, dazu haben sich alle L\u00e4nder der Welt verpflichtet. Mit Paris alleine wird die globale Energiewende jedoch noch nicht Wirklichkeit \u2013 entscheidend ist vielmehr die Arbeit vor Ort. Gemacht wird die Wende in den Unternehmen, durch die Konsumenten, in Forschungslabors und den L\u00e4ndern selbst. Dass viele Akteure einen Beitrag leisten wollen, ist drei Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens offensichtlich geworden.<\/p>\n<p>Noch nicht \u00fcberall angekommen ist die Dringlichkeit: Industriel\u00e4nder wie die Schweiz m\u00fcssen in zwei Jahrzehnten komplett von Erd\u00f6l, Kohle und Erdgas wegkommen, wenn das in Paris festgelegte Ziel von maximal 1,5 Grad Celsius globaler Erw\u00e4rmung in Reichweite bleiben soll. Oder anders gesagt: Wir m\u00fcssen in der Schweiz das Tempo beim Klimaschutz verdoppeln. Wenn wir heute noch in fossile Infrastruktur investieren, produzieren wir damit Investitionsruinen. Eine neue \u00d6lheizung kann nicht mehr 20 Jahre lang betrieben werden, wenn wir den Ausstoss von Treibhausgas in angemessenem Tempo reduzieren wollen. Um solche Fehlinvestitionen zu verhindern, brauchen wir eine verbindliche Klimavertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung. Und vor allem brauchen wir ein radikal anderes Bewusstsein: Klimaschutz heisst bis heute noch f\u00fcr die meisten Akteure, dass untaugliche fossile Systeme ein bisschen optimiert werden. Das zeigt auch der Vorschlag des Bundesrats f\u00fcr das neue CO<sub>2<\/sub>-Gesetz.<\/p>\n<p>Dass es anders geht, beweisen L\u00e4nder wie Schweden: \u00d6l- und Gasheizungen sind dort praktisch verschwunden, und f\u00fcr den Luft- und Strassenverkehr gibt es viel weiter gehende Klimaschutzmassnahmen als in der Schweiz. In besonders geforderten Sektoren wie der Stahlindustrie werden L\u00f6sungen f\u00fcr eine CO<sub>2<\/sub>-freie Zukunft breit erprobt. Vor allem aber gibt es in Schweden einen soliden politischen Konsens bis weit nach rechts: Sp\u00e4testens 2045 ist Schluss mit fossilen Energien, und deshalb ist keine Zeit zu verlieren. Das bietet Unternehmen langfristig berechenbare Rahmenbedingungen, in denen sie ihre Innovationskraft entfalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Schweiz darf sich nicht abh\u00e4ngen lassen. Sie k\u00f6nnte beispielsweise im Zementsektor eine \u00e4hnliche Pionierrolle einnehmen wie Schweden im Stahlsektor. Wichtigstes Instrument einer Paris-kompatiblen Klimapolitik ist eine Treibhausgasabgabe: So bezahlt statt der Allgemeinheit der Verursacher. Dieses Verursacherprinzip muss f\u00fcr alle Sektoren \u2013 insbesondere auch f\u00fcr den Verkehr \u2013 und alle Treibhausgase gelten. Auch die in den Importen enthaltenen grauen Emissionen m\u00fcssen erfasst werden. Diese sind inzwischen viel h\u00f6her als die Emissionen in der Schweiz. Gleichzeitig k\u00f6nnen die Exporte von allen Abgaben entlastet werden. Mit einem solchen Grenzsteuerausgleich kann die Schweiz sowohl ihre Position im Klimaschutz wie auf dem Weltmarkt massiv verbessern. \u00abAll business is local\u00bb gilt auch im Klimaschutz. Wenn wir es entschlossen anpacken, wird daraus eine globale (Markt-)Chance.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abParis macht die globale Energiewende unumkehrbar\u00bb, haben deutsche Konzerne von Adidas bis Stabilo im Jahr 2015 in einem Inserat geschrieben. Ja, dazu haben sich alle L\u00e4nder der Welt verpflichtet. Mit Paris alleine wird die globale Energiewende jedoch noch nicht Wirklichkeit \u2013 entscheidend ist vielmehr die Arbeit vor Ort. 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