{"id":106055,"date":"2018-10-23T08:00:29","date_gmt":"2018-10-23T08:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/10\/interview-11-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:00:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:00:56","slug":"interview-11-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/10\/interview-11-2018\/","title":{"rendered":"\u00abKein Land hat gen\u00fcgend ambitionierte Klimaziele formuliert\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Der Sommer 2018 war einer der w\u00e4rmsten seit Messbeginn. Macht Ihnen diese Entwicklung Sorgen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nPers\u00f6nlich habe ich den warmen Sommer genossen, auch wenn es zwischendurch beinahe tropisch war. Aber der Prozess des globalen Klimawandels macht mir grosse Sorge.&#13;<\/p>\n<h3>Die Klimaerw\u00e4rmung soll auf deutlich unter 2 Grad Celsius beschr\u00e4nkt werden: Das sind die Ziele des Pariser Abkommens von 2015. Geht man dabei bis an die Schmerzgrenze des Machbaren?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss Pariser Abkommen soll der Temperaturanstieg sogar auf 1,5 Grad beschr\u00e4nkt werden. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, sind \u00abdie Schmerzen\u00bb viel gr\u00f6sser.&#13;<\/p>\n<h3>Inwiefern?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nExtreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und starke Regenf\u00e4lle werden zunehmen, der Permafrost wird auftauen, Infrastrukturen sind gef\u00e4hrdet, neue Krankheiten werden in der Schweiz heimisch, und international nimmt die Instabilit\u00e4t zu. Da kommen riesige Kosten auf uns zu. Die Schweiz ist besonders betroffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Ein globaler Temperaturanstieg von 2 Grad bedeutet bei uns ein Anstieg von 4 Grad.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3>Warum ist das so?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Erw\u00e4rmung auf den Kontinenten \u2013 besonders in den kalten Regionen der Alpen \u2013 ist h\u00f6her als der globale Durchschnitt, der durch die Ozeane gemildert wird. Ein globaler Temperaturanstieg von 2 Grad bedeutet bei uns ein Anstieg von 4 Grad. Das ist massiv. Aber wir k\u00f6nnen damit besser umgehen als beispielsweise ein Entwicklungsland wie Bangladesch.&#13;<\/p>\n<h3>Einige Klimaforscher fordern, Investitionen in die F\u00f6rderung von Kohle, \u00d6l und Gas zu verbieten. Was halten Sie davon?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss Pariser Abkommen m\u00fcssen die Investitionen von fossilen zu erneuerbaren Energietr\u00e4gern verschoben werden. Daher setzen wir uns zum Beispiel bei der Weltbank daf\u00fcr ein, dass keine Investitionen mehr in Kohlekraftwerke fliessen. Kommt hinzu: Private Investoren sind immer weniger bereit, in Kohle und \u00d6l zu investieren, da sich das in der langen Frist wirtschaftlich nicht mehr lohnt: Bereits heute ist Solarstrom oft g\u00fcnstiger als Strom aus Kohlekraftwerken.&#13;<\/p>\n<h3>Der Markt wird es richten?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa \u2013 sofern die politischen Leitplanken vorhanden sind. Dann besteht ein unglaubliches Innovationspotenzial.&#13;<\/p>\n<h3>Nicht alle Staaten begr\u00fcssen strenge politische Vorgaben. Wo verlaufen die Konfliktlinien beim Pariser Abkommen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Hauptkonflikt besteht zwischen Industriestaaten und armen Entwicklungsl\u00e4ndern auf der einen Seite und Schwellenl\u00e4ndern mit grossen Emissionen auf der anderen Seite. W\u00e4hrend europ\u00e4ische L\u00e4nder sowie Entwicklungsl\u00e4nder und Inselstaaten, die stark unter dem Klimawandel leiden, klare Regeln fordern, sind gewisse Schwellenl\u00e4nder und \u00d6lexporteure dagegen. Eine weitere Konfliktlinie verl\u00e4uft zwischen Geber- und Empf\u00e4ngerstaaten: Entwicklungsl\u00e4nder fordern mehr finanzielle Unterst\u00fctzung durch die Industriestaaten. Die meisten Industriestaaten anerkennen ihre Verantwortung \u2013 verlangen aber, dass sich auch die wohlhabenderen Schwellenl\u00e4nder beteiligen sollen.&#13;<\/p>\n<h3>Es geht um viel Geld. Da reichen die \u00f6ffentlichen Gelder kaum aus.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas ist ein wichtiger Punkt: Jene Infrastrukturen, die viel CO<sub>2<\/sub>-Emissionen ausstossen, geh\u00f6ren nicht der \u00f6ffentlichen Hand, sondern gr\u00f6sstenteils privaten Akteuren und werden durch diese finanziert. Daher gilt es, Anreize zu setzen, damit die privaten Investitionen klimafreundlicher werden. Weiter kann der Staat private Investitionen mit \u00f6ffentlichen Geldern ankurbeln. Ein Beispiel sind staatliche Risikogarantien f\u00fcr private Investoren in klimafreundlichen Projekten.&#13;<\/p>\n<h3>Die USA haben im Jahr 2017 den Austritt aus dem Klimaabkommen angek\u00fcndigt. Welche Folgen hat dieser Entscheid?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nKurzfristig fehlt damit in den Verhandlungen eine wichtige positive Kraft. Es besteht die Hoffnung, dass die USA doch noch im Abkommen verbleiben. Das h\u00e4ngt auch vom Verhandlungsergebnis an der kommenden Klimakonferenz ab. So verlangen die USA, dass f\u00fcr China dieselben Transparenzregeln gelten wie f\u00fcr sie selbst.&#13;<\/p>\n<h3>Was bedeutet der Austritt f\u00fcr die Staatengemeinschaft?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs ist ein schlechtes Zeichen, wenn der zweitgr\u00f6sste Emittent aus dem Pariser Abkommen austritt. Gleichzeitig muss man festhalten: Die USA bestehen nicht nur aus Washington. Viele Bundesstaaten und Unternehmen bekennen sich weiterhin zu den Klimazielen.&#13;<\/p>\n<h3>Ein Viertel der weltweiten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00e4llt auf China.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa. Dies zeigt, dass auch die Schwellenl\u00e4nder in der Verantwortung stehen. Auf der Top-10-Liste der gr\u00f6ssten Emittenten finden sich nebst China auch Indien, Russland, Brasilien, Indonesien und der Iran. Und beim Pro-Kopf-Ausstoss sind Erd\u00f6lproduzenten wie Kuwait, Brunei und Katar an der Spitze. Heute oder gar f\u00fcr die Zukunft die Industriestaaten alleine f\u00fcr die Treibhausgase verantwortlich zu machen, stimmt so nicht.&#13;<\/p>\n<h3>Wie stark engagiert sich China gegen den Klimawandel?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf nationaler Ebene verfolgt China eine relativ ambitionierte Klimapolitik. Auf internationaler Ebene wehrt sich das Land nach wie vor gegen spezifische Transparenzregeln \u2013 einen zentralen Aspekt des Pariser Abkommens.&#13;<\/p>\n<h3>Im Dezember steht im polnischen Katowice eine weitere Klimakonferenz an. Dabei steht das Regelwerk im Zentrum. Was soll genau beschlossen werden?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Katowice sollen die Regeln f\u00fcr die Umsetzung des Pariser Abkommens beschlossen werden. So haben sich die Staaten im Pariser Abkommen beispielsweise verpflichtet, alle f\u00fcnf Jahre ein transparentes, klares und verst\u00e4ndliches Klimaziel zu formulieren. Nun geht es darum, festzulegen, welche Information dazu n\u00f6tig ist, damit ein Ziel transparent, klar und verst\u00e4ndlich ist. Dazu braucht es gemeinsame Richtlinien, die f\u00fcr alle gelten. Ein Beispiel: China hat sein Emissionsziel relativ zum Bruttoinlandprodukt formuliert. Es ist aber nicht klar, wie China diese Kennzahl berechnet. Hier w\u00e4re mehr Transparenz erforderlich. Leider schrecken viele Staaten vor mehr Transparenz zur\u00fcck.&#13;<\/p>\n<h3>Wer misst die Zielerreichung?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJedes Land erstellt selber einen Bericht. Diese Berichte werden durch internationale Expertinnen und Experten \u00fcberpr\u00fcft.&#13;<\/p>\n<h3>Manchmal werden Emissionsreduktionen doppelt gez\u00e4hlt. K\u00f6nnen Sie ein Beispiel machen, wie es dazu kommt.<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAngenommen, ein Land investiert in Brasilien in die Aufforstung des Waldes und m\u00f6chte sich einen Teil dieser Senkenwirkung an die eigene Zielerreichung anrechnen lassen, dann darf sich gem\u00e4ss Pariser Abkommen Brasilien diese Reduktion nicht ebenfalls anrechnen. Derzeit fehlen aber noch Umsetzungsregeln, gegen die sich einzelne L\u00e4nder wehren.&#13;<\/p>\n<h3>Wird man die Doppelz\u00e4hlungen in Katowice in den Griff kriegen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIch denke, es wird uns in Katowice gelingen, die Eckpunkte daf\u00fcr zu beschliessen. Mehr Sorgen mache ich mir bei der Umweltintegrit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h3>Was bedeutet das?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas heisst: Projekte sollen umweltinteger durchgef\u00fchrt werden. Sonst besteht das Risiko, dass es sich um gar keine \u00abechten\u00bb Emissionsreduktionen handelt. Weiter d\u00fcrfen keine Anreize geschaffen werden, dass L\u00e4nder ihre Klimaziele bewusst tief stecken, um mehr Emissionszertifikate verkaufen zu k\u00f6nnen. Und andere Umweltanliegen wie der Schutz der Biodiversit\u00e4t m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden.&#13;<\/p>\n<h3>Wie kann das gelingen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEinerseits durch robuste Regeln, die Transparenz sicherstellen. Andererseits durch eine Verpflichtung, alle Informationen rund um ausl\u00e4ndische Emissionsminderungen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen. Der \u00f6ffentliche Druck von Nichtregierungsorganisationen spielt eine wichtige Rolle.&#13;<\/p>\n<h3>Welche Sanktionsm\u00f6glichkeiten existieren, wenn ein Staat seine Reduktionsziele nicht erreicht?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gibt keine Sanktionsm\u00f6glichkeiten. Die Zielerreichung ist innerhalb des Pariser Abkommens rechtlich nicht verbindlich. Deshalb ist die Transparenz ja so wichtig, und letztendlich hat jedes Land ein Interesse, dass die Ziele erreicht werden.&#13;<\/p>\n<h3>Die Schweiz hat sich in Paris verpflichtet, bis 2030 ihre Emissionen gegen\u00fcber dem Stand von 1990 zu halbieren. Wie ambitioniert ist dieses Ziel?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas ist ambitioniert. Dazu braucht es nun die entsprechende Gesetzgebung, welche zurzeit im Parlament diskutiert wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<blockquote><p>Langfristig muss sich nat\u00fcrlich auch die Schweiz in Richtung Klimaneutralit\u00e4t bewegen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3>Laut dem geplanten CO<sub>2<\/sub>-Gesetz sollen 60 Prozent der Emissionen im Inland reduziert werden. Warum gibt es diese Vorgabe?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz ist es aufgrund der Wirtschaftsstruktur schwierig, rasch gr\u00f6ssere Einsparungen zu erzielen. Bis der Geb\u00e4udepark saniert ist, dauert es beispielsweise mehrere Jahrzehnte. Aus globaler Sicht ist es wichtig, dass die Reduktionen rasch erfolgen. Daher will die Schweiz kurzfristig auch durch Emissionsreduktionen im Ausland einen Beitrag leisten. Langfristig muss sich nat\u00fcrlich auch die Schweiz in Richtung Klimaneutralit\u00e4t bewegen.&#13;<\/p>\n<h3>W\u00e4re es nicht g\u00fcnstiger, alles im Ausland zu kompensieren?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat mit guten Gr\u00fcnden anders entschieden. Um die Klimaerw\u00e4rmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschr\u00e4nken, m\u00fcssen die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bis 2050 weltweit netto null betragen. Das ist nur m\u00f6glich, wenn jedes Land seinen Beitrag leistet. Zudem bezweifle ich, ob Kompensationen im Ausland langfristig g\u00fcnstiger sind. Denn: Investitionen in klimafreundliche Technologien zahlen sich aus, da man diese in andere L\u00e4nder exportieren kann. Bleibt man hingegen unt\u00e4tig, l\u00e4uft man Gefahr, diese Technologien dereinst im Ausland einkaufen zu m\u00fcssen. Die Schweiz muss sich deshalb fragen: Will sie Marktf\u00fchrerin oder K\u00e4uferin sein?&#13;<\/p>\n<h3>Warum sind die Entwicklungsl\u00e4nder \u00fcberhaupt daran interessiert, den Industriel\u00e4ndern CO<sub>2<\/sub>-Zertifikate zu verkaufen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie damit verbundenen Investitionen f\u00f6rdern den Technologietransfer und die nachhaltige Entwicklung. Der Nutzen geht weit \u00fcber die transferierten Emissionsreduktionen hinaus.&#13;<\/p>\n<h3>Sie leiten die Schweizer Delegation. Was kann die Schweiz international ausrichten?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist eine wichtige Stimme in den Klimaverhandlungen. Wir vertreten beharrlich eine klare, pointierte Position. Da wir nicht versteckt kurzfristige Partikularinteressen verfolgen, sind wir glaubw\u00fcrdig. Und wir sind ausgezeichnet vernetzt. Als kleines Land k\u00f6nnen wir flexibel und strategisch reagieren und l\u00f6sungsorientierte Vorschl\u00e4ge einbringen.&#13;<\/p>\n<h3>Die Schweiz leitet eine Verhandlungsgruppe. Diese ist mit Georgien, Liechtenstein, Mexiko, Monaco und S\u00fcdkorea ziemlich heterogen zusammengesetzt. Was sind die gemeinsamen Interessen dieser sogenannten Umweltintegrit\u00e4tsgruppe?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAlle Mitglieder wollen ein effektives internationales Klimaregime, und alle setzen sich daher f\u00fcr robuste und ambitionierte Regeln ein. Die Umweltintegrit\u00e4tsgruppe ist zudem die einzige formelle Verhandlungsgruppe, in der sich sowohl Entwicklungs- als auch Industriestaaten finden \u2013 dementsprechend bringt sie unterschiedliche Perspektiven ein.&#13;<\/p>\n<h3>Was haben Sie konkret erreicht?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bestimmungen des Pariser Abkommens zur rechtlichen Verbindlichkeit der Transparenzregeln gehen direkt auf Schweizer Vorschl\u00e4ge zur\u00fcck. Auch die Konzepte betreffend Marktmechanismen sind von uns gepr\u00e4gt. Die Methodologie, wie mobilisierte private Mittel f\u00fcr die Klimafinanzierung festgelegt werden, haben wir entwickelt. Und im Waldbereich haben Schweizer Expertinnen und Experten die Konzepte entwickelt, wie man die CO<sub>2<\/sub>-Senkenwirkung berechnen kann.&#13;<\/p>\n<h3>Wie setzt sich die Delegation zusammen?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSie besteht aus hoch kompetenten und engagierten Fachleuten aus der Bundesverwaltung \u2013 vom Bafu, dem EDA, der Deza, dem Seco und Meteo Schweiz. Mit knapp 15 Personen sind wir im internationalen Vergleich eine kleine Delegation \u2013 andere Delegationen z\u00e4hlen weit \u00fcber 100 Personen. Das hat f\u00fcr uns den Vorteil, dass der Austausch in der Delegation gut funktioniert.&#13;<\/p>\n<h3>Haben Sie den innenpolitischen R\u00fcckhalt?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa. Dass man griffige internationale Regeln braucht, die f\u00fcr alle gelten, ist in der Schweiz anerkannt. Wir sind \u00fcberproportional von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen; was andere Staaten tun, ist f\u00fcr uns entscheidend \u2013 das ist pures Eigeninteresse.&#13;<\/p>\n<h3>Wie optimistisch sind Sie im Hinblick auf die Verhandlungen in Katowice?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs ist alles offen. Es besteht nat\u00fcrlich die Gefahr, dass man ungen\u00fcgende Regeln mit Schlupfl\u00f6chern verabschiedet. Staaten wie China, Indien, Saudi-Arabien und \u00c4gypten versuchen griffige Transparenzregeln, die auch sie selber in die Pflicht nehmen, zu vermeiden. Das w\u00fcrde das Pariser Abkommen untergraben.&#13;<\/p>\n<h3>Gibt es ein Land, das international vorbildliche Ziele formuliert hat?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAus Klimasicht hat kein Land gen\u00fcgend ambitionierte Ziele formuliert. Nichtregierungsorganisationen wie der WWF lassen daher in ihrem Ranking die ersten Pl\u00e4tze immer leer. Aber der dynamische Mechanismus des Pariser Abkommens \u2013 jedes Land muss alle f\u00fcnf Jahre ein ambitionierteres Ziel formulieren \u2013 bringt uns hoffentlich alle auf den richtigen Kurs.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer 2018 war einer der w\u00e4rmsten seit Messbeginn. Macht Ihnen diese Entwicklung Sorgen? &#13; Pers\u00f6nlich habe ich den warmen Sommer genossen, auch wenn es zwischendurch beinahe tropisch war. Aber der Prozess des globalen Klimawandels macht mir grosse Sorge.&#13; Die Klimaerw\u00e4rmung soll auf deutlich unter 2 Grad Celsius beschr\u00e4nkt werden: Das sind die Ziele des [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4163,"featured_media":21579,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":4163,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Chefredaktorin, Die Volkswirtschaft","seco_author_post_occupation_fr":"R\u00e9dactrice en chef de \u00ab La Vie \u00e9conomique \u00bb","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"Umweltbotschafter Franz Perrez im Interview","post_lead":"Im Dezember sollen im polnischen Katowice die Regeln f\u00fcr die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beschlossen werden. Der Umweltbotschafter der Schweiz, Franz Perrez, erl\u00e4utert im Interview, warum Transparenzregeln bei den Emissionsreduktionszielen so wichtig sind.","post_hero_image_description":"\u00abWas andere Staaten tun, ist f\u00fcr uns entscheidend \u2013 das ist pures Eigeninteresse\u00bb, sagt Umweltbotschafter Franz Perrez.","post_hero_image_description_copyright_de":"Marlen von Weissenfluh \/ Die Volkswirtschaft","post_hero_image_description_copyright_fr":"Marlen von Weissenfluh, La Vie \u00e9conomique","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Franz Perrez","kasten_box":"Vor acht Jahren wurde Franz Perrez vom Bundesrat zum Umweltbotschafter der Schweiz ernannt. Der 51-j\u00e4hrige Jurist steht im Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) der Abteilung Internationales vor. Franz Perrez unterrichtet als Lehrbeauftragter an der juristischen Fakult\u00e4t der Uni Bern internationales Umweltrecht. Bei den Klimaverhandlungen leitet er die Schweizer Delegation, die sich aus Fachleuten von Meteo Schweiz, aus dem Bafu, dem Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten (EDA), der Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zusammensetzt."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":106058,"main_focus":[156198,156947],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":106062,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"81508","post_abstract":"","magazine_issue":"11-2018","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20181025","original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5ba88ed6e243a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106055"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4163"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106055"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106055\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126137,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106055\/revisions\/126137"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4163"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156947"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156198"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=106055"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=106055"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=106055"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=106055"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=106055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}