{"id":106081,"date":"2018-10-18T08:27:51","date_gmt":"2018-10-18T08:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/10\/frey-meier-11-2018fr\/"},"modified":"2023-08-23T23:00:58","modified_gmt":"2023-08-23T21:00:58","slug":"frey-10-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/10\/frey-10-2018\/","title":{"rendered":"Gute Noten f\u00fcr staatliche Kontrollen"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmen in der Schweiz erhalten regelm\u00e4ssig Besuch von staatlichen Inspektoren. Dabei geht es beispielsweise um Arbeitssicherheit, Lebensmittelhygiene oder Brand- und Umweltschutz (siehe <em>Kasten<\/em>). Die Kontrollen sind nicht unbestritten: Sind es zu viele? Werden die \u00abrichtigen\u00bb Unternehmen kontrolliert? Lohnt sich der Aufwand? In einer repr\u00e4sentativen Befragung haben sich 1545 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu diesen Fragen ge\u00e4ussert \u2013 was einem R\u00fccklauf von 48 Prozent entspricht. Durchgef\u00fchrt wurde die Studie vom Basler Beratungs- und Forschungsunternehmen B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco).<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgangspunkt der Untersuchung ist der im Kontext des Abbaus von Regulierungskosten erteilte Auftrag des Parlaments an den Bundesrat, die Einf\u00fchrung \u00abbonusorientierter Kontrollintervalle\u00bb zu pr\u00fcfen und Massnahmenvorschl\u00e4ge in einem Bericht zu unterbreiten.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Unter \u00abbonusorientierten Kontrollintervallen\u00bb ist zu verstehen, dass sich Kontrollintervalle verl\u00e4ngern, wenn ein Unternehmen die Einhaltung von Regulierungen im Rahmen einer Kontrolle nachgewiesen hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwischen Januar 2015 und Mai 2018 wurden rund 44 Prozent der befragten KMU kontrolliert \u2013 etwa die H\u00e4lfte davon einmal, etwa 20 Prozent zweimal, rund 10 Prozent dreimal und die \u00fcbrigen 20 Prozent mehr als dreimal. Die H\u00e4ufigkeit der Kontrollen h\u00e4ngt dabei mit der Unternehmensgr\u00f6sse zusammen: W\u00e4hrend Mikro-Unternehmen im betrachteten Zeitraum zu 37 Prozent kontrolliert wurden, liegt dieser Wert bei Unternehmen mit 10 oder mehr Besch\u00e4ftigten zwischen 85 und 90 Prozent (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). In Bezug auf die Branchen zeigen sich teilweise statistisch signifikante Unterschiede der Kontrollintensit\u00e4t. Kaum Differenzen gibt es hingegen zwischen den Sprachregionen. Und: Bei jeder zehnten Inspektion werden zwei Bereiche gleichzeitig kontrolliert (z. B. Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge und Suva-Lohnbeitr\u00e4ge).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1 Anteil kontrollierter Unternehmen nach Branche, Unternehmensgr\u00f6sse und Sprachregion (Januar 2015 bis Mai 2018)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Frey_Meier_Abb1_DE'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Frey_Meier_Abb1_DE').highcharts({\n\n\n\n     chart: {\n        zoomType: 'xy'\n    },\n    title: {\n        text: '',  \n    \n    }, credits: {enabled: false},\n    xAxis: [{\n        categories: ['Deutschschweiz','Franz. und ital. 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Dies \u00fcberrascht nicht, da es sich um Kontrollbereiche handelt, die alle Unternehmen betreffen. Im Unterschied dazu sind zum Beispiel Lebensmittelkontrollen in einzelnen Branchen sehr bedeutend, auf die Gesamtwirtschaft bezogen, liegen sie hingegen im Mittelfeld. Von denjenigen Unternehmen, die zwischen Januar 2015 und Mai 2018 kontrolliert wurden, gaben insgesamt 21 Prozent an, dass sie im gleichen Kontrollbereich mehrfach kontrolliert wurden, wobei sich der Wert nach Kontrollbereich unterscheidet.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2\u00a0Anteil kontrollierter Unternehmen nach Bereich (Januar 2015\u2013Mai 2018)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class='chart chart--normal' id='Frey_Meier_Abb2_DE'>\n\n<\/div>\n\n<script>\n$(function () {\n    $('#Frey_Meier_Abb2_DE').highcharts({\n    chart: {\n        zoomType: 'xy'\n    },\n    title: {\n        text: '',  \n    \n    }, credits: {enabled: false},\n    xAxis: [{\n        categories: ['Gewinnsteuer',\n'Mehrwertsteuer',\n'Zollabgaben',\n'Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge',\n'Arbeitssicherheit',\n'Lohnbedingungen',\n'Schwarzarbeit',\n'Lebensmittel',\n'Messwesen',\n'Umweltschutz',\n'Chauffeure',\n'Brandschutz']\n    }],\n    yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n        labels: {\n            format: '{value}%',\n           \n        }, max: '30',\n        title: {\n            text: '',\n           \n        }\n    }],  \n    \n    tooltip: {\n      formatter: function() {\n       return this.y + '%';\n      }\n    },\n\n    \n    series: [{\n        name: '',\n        type: 'column',  \n        data: [10.6,\t15.8,\t1.1,\t26.3,\t8.7,\t7.3,\t2.1,\t6.8,\t4,\t4.5,\t1.8,\t6],\n      \n    \n        showInLegend: false\n       \n    }, \n             \n             \n             \n          \n             \n             {\n        name: '95-Prozent-Konfidenzintervall',\n        type: 'errorbar',\n        data: [[8,13], [13,19],[1,2],[23,30],[7,11],[5,9],[1,3],[5,9],[2,6],[3,6],[1,3],[4,8]],\n               color: 'black',\n        showInLegend: true, enableMouseTracking: false\n\n\n    }]\n});\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: KMU-Befragung B,S,S. \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn rund drei Vierteln der F\u00e4lle bel\u00e4uft sich der mit einer staatlichen Kontrolle verbundene administrative Aufwand f\u00fcr den zust\u00e4ndigen Mitarbeitenden auf maximal einen Tag. Die zeitlichen Aufw\u00e4nde sind kongruent mit der Dauer staatlicher Kontrollen, die nur in seltenen F\u00e4llen l\u00e4nger als einen Tag ist; Ausnahmen zeigen sich etwa bei den Steuerkontrollen. Dabei ist anzumerken, dass die Dauer der Kontrollen mit der Unternehmensgr\u00f6sse steigt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie \u00fcberwiegende Mehrheit der Unternehmen (87 Prozent) sch\u00e4tzt den Aufwand als vertretbar oder eher vertretbar ein. Jene Unternehmen, die den administrativen Aufwand als (eher) nicht vertretbar empfinden, st\u00f6ren sich vor allem an der durch die Kontrolle verursachten Unterbrechung betrieblicher Abl\u00e4ufe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nRund zwei Drittel der befragten KMU gaben an, dass die Kontrolle einen direkten Nutzen mit sich brachte. Beispielsweise unterbreiteten die Inspektoren Empfehlungen, wie die Regulierung einfacher oder besser umgesetzt werden kann. Zudem erh\u00f6hten die Kontrollen das Bewusstsein f\u00fcr den Zweck oder die Bedeutung der Regulierung. Schliesslich gew\u00e4hrleisten Kontrollen einen fairen Wettbewerb und geben den Unternehmen die Best\u00e4tigung, korrekt zu handeln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEtwa 80 Prozent der Unternehmen beurteilen die Kontrollen als angemessen, das heisst weder zu formalistisch noch zu oberfl\u00e4chlich. Noch besser schneiden die Inspektoren ab: \u00dcber 90 Prozent der Unternehmen beurteilen deren Kompetenz als gut. Befragt nach m\u00f6glichen Entlastungsmassnahmen, werden diese zwei Vorschl\u00e4ge am meisten genannt: bonusorientierte Kontrollintervalle und der Wunsch nach vermehrter Koordination. H\u00e4ufungen unterschiedlicher Kontrollen in einem kurzen Zeitraum sind demnach zu vermeiden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die grosse Mehrheit der Unternehmen erachtet die Kontrollintensit\u00e4t und den mit den Kontrollen verbundenen Aufwand als angemessen. Ebenso wird die konkrete Umsetzung der Kontrollen gr\u00f6sstenteils als gut bewertet. Den Ergebnissen der Befragung entsprechend, d\u00fcrfen staatliche Kontrollen als breit akzeptiert bezeichnet werden. Die Ergebnisse dieser Umfrage fliessen in die Arbeiten des Bundesrates zur Beantwortung des eingangs erw\u00e4hnten Postulates ein. Der Bericht wird f\u00fcr die\u00a0erste H\u00e4lfte 2019 erwartet.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Miriam Frey, Harald Meier und Benjamin Koch (2018). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Regulierung\/VereinfachungvonRegulierung.html\">Erhebung zu staatlichen Kontrollen in den Unternehmen<\/a>, B,S,S., im Auftrag des Seco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Postulat de Courten (<a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20153117\">15.3117<\/a>).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen in der Schweiz erhalten regelm\u00e4ssig Besuch von staatlichen Inspektoren. 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Sie werden entweder durch Beh\u00f6rden oder durch von Beh\u00f6rden mandatierte Institutionen durchgef\u00fchrt. Staatliche Kontrollen, die nicht vor Ort stattfinden, sowie Kontrollen zur Erlangung von (Betriebs-)Bewilligungen z\u00e4hlen ebenso wie Revisionen der Jahresrechnungen, brancheninterne Kontrollen, Audits in Zusammenhang mit Zertifizierungen sowie Selbstkontrollen von Unternehmen (z. 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Es zeigt sich, dass die Befragten H\u00e4ufigkeit, Ausgestaltung und Qualit\u00e4t der staatlichen Kontrollen in der Regel positiv beurteilen.","magazine_issue":"20181001","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20181025","original_files":null,"external_release_for_author":"20180930","external_release_for_author_time":"23:30:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5b712dd0bb0af"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106081"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3987"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106081"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126139,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106081\/revisions\/126139"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3642"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3987"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=106081"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=106081"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=106081"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=106081"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=106081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}