{"id":106094,"date":"2018-10-16T08:30:46","date_gmt":"2018-10-16T08:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2018\/10\/staubli-11-2018fr\/"},"modified":"2025-06-16T12:00:35","modified_gmt":"2025-06-16T10:00:35","slug":"die-kuriosesten-steuern-der-geschichte-analytisch-betrachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2018\/10\/die-kuriosesten-steuern-der-geschichte-analytisch-betrachtet\/","title":{"rendered":"Die kuriosesten Steuern der Geschichte \u2013 analytisch betrachtet"},"content":{"rendered":"<p>Geld ist immer gut, egal woher es kommt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Das dachte sich wohl auch der von 69 bis 79 n. Chr. regierende r\u00f6mische Kaiser Vespasian, der die Staatsfinanzen mit der Steuer auf Urin bei \u00f6ffentlichen Toiletten \u2013 der sogenannten Urinsteuer \u2013 aufbesserte. Aufgrund des Ammoniakgehalts wurde Urin als Zutat f\u00fcr eine Reihe chemischer Prozesse verwendet \u2013 unter anderem f\u00fcr die W\u00e4schereinigung \u2013 und war entsprechend gefragt. Dies machte sich der Kaiser zunutze und kn\u00f6pfte den K\u00e4ufern des begehrten Harnstoffs eine Steuer ab. Seinem Sohn und sp\u00e4teren Nachfolger Titus missfiel die Praxis. Vater Vespasian hielt ihm eine von der Urinsteuer stammende M\u00fcnze unter die Nase, worauf der Filius eingestehen musste, dass sie nicht stank. Die Redewendung \u00abGeld stinkt nicht\u00bb soll auf diese Konversation zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Auch im franz\u00f6sischen und italienischen Wortschatz lebt die Steuer auf die Notdurft weiter: \u00abVespasienne\u00bb und \u00abvespasiano\u00bb bezeichnen bis heute die Stehtoilette.<\/p>\n<p>Der preussische K\u00f6nig Friedrich I. nutzte die Popularit\u00e4t von Per\u00fccken zu Beginn des 18. Jahrhunderts und erhob eine Steuer von drei Talern pro k\u00fcnstliche Haarpracht. Inspektoren \u00fcberpr\u00fcften auf offener Strasse die Per\u00fccken der Passanten auf den Stempel, der als Nachweis f\u00fcr den geleisteten Obolus angebracht wurde. Die Idee soll sich sein spitzfindiger Premierminister Johann Kasimir Kolbe von Wartenburg ausgedacht haben, auf dessen Kreativit\u00e4t auch Kuriosit\u00e4ten wie Hutsteuer, Strumpfsteuer oder Jungfernsteuer zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Letztere brummte unverheirateten Frauen zwischen 20 und 40 Jahren eine monatliche Abgabe auf.<\/p>\n<p>Russlands Zar Peter I. st\u00f6rte sich an den Rauscheb\u00e4rten und erhob ab 1698 eine Bartsteuer. Jeder, der sich nicht von seiner Gesichtsbehaarung trennen wollte, musste zahlen. Ebenfalls zum Schmunzeln sind die T\u00fcr- und Fenstersteuern, die in England bis Mitte des 19. und in Frankreich bis Anfang des 20. Jahrhunderts erhoben wurden. Mittels eines fein austarierten Tarifsystems wurde in Abh\u00e4ngigkeit der Anzahl Fenster und T\u00fcren die zu leistende Steuer bestimmt. Wenig \u00fcberraschend betrieben die B\u00fcrger Steueroptimierung, indem sie die Anzahl Fenster und T\u00fcren gering hielten. Noch heute sieht man in Frankreich H\u00e4user mit zugemauerten Fenstern.<\/p>\n<p>Schon die Pharaonen im alten \u00c4gypten waren einfallsreich. Sie baten die Bauern zur Kasse in Abh\u00e4ngigkeit des Wasserpegels des Nils. Je h\u00f6her der Wasserpegel anstieg, desto mehr waren die Felder mit fruchtbarem Nilschlamm \u00fcberflutet, und desto besser war die Ernte. Dementsprechend war die Steuer umso h\u00f6her, je h\u00f6her der Wasserpegel des Nils war. Die K\u00f6nige der fr\u00fchen Hochkultur erhoben also quasi eine Nilschlammsteuer.<\/p>\n<h2>Fenstersteuer raubt das Tageslicht<\/h2>\n<p>Die genannten Beispiele aus der Geschichte der Besteuerung m\u00f6gen kurios erscheinen. Doch sie bieten wertvolles Anschauungsmaterial f\u00fcr die grunds\u00e4tzliche Frage, wie das Steuersystem idealerweise (nicht) ausgestaltet sein soll. Die Fenstersteuer zeigt exemplarisch, wie der fiskalische Zweck einer Steuer untergraben wird und gleichzeitig ein Kollateralschaden entsteht, wenn die Steuer leicht umgangen werden kann und vor allem umgangen wird. Im Fachjargon: wenn die Anzahl Fenster elastisch auf die Besteuerung reagiert. Mit jedem Fenster, das aus finanziellen Gr\u00fcnden eingespart oder zugemauert wird, sinken die Einnahmen des Staates, und die Wohnzimmer verdunkeln sich weiter. Die Menschen vom Tageslicht fernzuhalten, kommt einem beachtlichen Wohlfahrtsverlust gleich, der nicht das Ziel der Steuerpolitik sein kann.<\/p>\n<p>Kaiser Vespasian ging cleverer vor und setzte mit der Urinsteuer auf eine Bemessungsgrundlage, die kaum auf Besteuerung reagiert, weil die Umgehung der Steuer schwierig ist. Mit anderen Worten: Der Harndrang ist steuerunelastisch. So gesehen, ist die Urinsteuer eine effiziente Steuer, weil die Ausweichreaktionen und der damit verbundene Wohlfahrtsverlust gering sind.<\/p>\n<p>Auch die \u00e4gyptischen Pharaonen kann man mit Fug und Recht als Pioniere effizienter Besteuerung bezeichnen. Die Nilschlammsteuer tut n\u00e4mlich ansatzweise das, was der Optimalsteuertheorie vorschwebt, aber aufgrund von Informationsdefiziten der Steuerbeh\u00f6rden kaum m\u00f6glich ist: Sie besteuert nicht das Einkommen direkt, sondern die F\u00e4higkeit, Einkommen zu erzielen. Damit kann das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit (Gerechtigkeitsziel) ber\u00fccksichtigt werden, ohne die Leistungsanreize (Effizienzziel) zu beeintr\u00e4chtigen. Ein hoher Wasserpegel bew\u00e4ssert die Felder mit fruchtbarem Schlamm und erh\u00f6ht dadurch das Einkommenspotenzial der Bauern. Weil aber die Steuerbelastung vom Nilometer abhing und nicht vom Einkommen direkt, hatte die Nilschlammsteuer keine negativen Leistungsanreize. Die Pharaonen waren also raffinierte Steuerpolitiker.<\/p>\n<h2><strong>Erkenntnisse aus der Optimalsteuertheorie<\/strong><\/h2>\n<p>Theoretisch betrachtet, geht es bei der Ausgestaltung von Steuern um die Frage: Wie kann ein gew\u00fcnschtes Niveau an Steuereinnahmen unter Ber\u00fccksichtigung der Verteilungsgerechtigkeit mit m\u00f6glichst geringen Marktverzerrungen bzw. Wohlfahrtsverlusten erzielt werden? Hinzu kommt die Nebenbedingung, dass die Besteuerung nur auf Markttransaktionen und allenfalls auf beobachtbare Charakteristiken von Individuen abst\u00fctzen kann. Damit ist beispielsweise die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit als direkter Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr die Besteuerung ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Antworten liefert die sogenannte Optimalsteuertheorie, wobei die genaue Ausgestaltung des optimalen Steuersystems stark von der Gewichtung der Ziele (Verteilungsgerechtigkeit vs. wirtschaftliche Effizienz) und von den Annahmen zum Verhalten der Wirtschaftsakteure abh\u00e4ngt.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Gest\u00fctzt auf die einschl\u00e4gige Literatur, lassen sich dennoch einige Grunds\u00e4tze nennen, wie Steuersysteme optimalerweise ausgestaltet sein sollten.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen nimmt die Verzerrungswirkung einer Steuer mit zunehmendem Steuersatz \u00fcberproportional zu. Das heisst, eine Steuererh\u00f6hung von 10 auf 11 Prozent verursacht einen gr\u00f6sseren Wohlfahrtsverlust als ein Anstieg von 1 auf 2 Prozent. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass eine breite Steuerbasis mit tieferem Satz einer durchl\u00f6cherten Steuerbasis und einem entsprechend h\u00f6herem Satz vorzuziehen ist. Anwendbar ist dieses Prinzip etwa auf die Mehrwertsteuer, bei welcher aus Sicht der Optimalsteuertheorie Ausnahmen und differenzierte S\u00e4tze grunds\u00e4tzlich nicht w\u00fcnschbar sind.<\/p>\n<p>Einige Ausnahmen von diesem Grundsatz lassen sich theoretisch rechtfertigen. Beispielsweise kann es w\u00fcnschbar sein, im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit gewisse G\u00fctergruppen, die \u00fcberwiegend von Leuten mit geringer wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit konsumiert werden, niedriger zu besteuern.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Umgekehrt l\u00e4sst sich ein h\u00f6herer Satz f\u00fcr diejenigen G\u00fctergruppen rechtfertigen, die komplement\u00e4r zu Freizeitaktivit\u00e4ten konsumiert werden (beispielsweise Konzertbillette, Skip\u00e4sse oder Restaurantbesuche).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Dies steigert die Arbeitsanreize, weil der Konsum von Freizeit \u00abteurer\u00bb wird. Schliesslich ist eine st\u00e4rkere Besteuerung von G\u00fctern m\u00f6glich, die negative externe Effekte verursachen: Mit sogenannten Lenkungssteuern sollen hier die externen Kosten dem Verursacher in Rechnung gestellt werden, sodass die Allokationseffizienz erh\u00f6ht wird. Lehrbuchbeispiele sind L\u00e4rm und Umweltverschmutzung durch den motorisierten Verkehr.<\/p>\n<p>Ein weiterer Grundsatz besagt, dass Zwischenprodukte nicht besteuert werden sollten. Die indirekten Steuern m\u00fcssen auf Endprodukte beschr\u00e4nkt sein. Die \u00dcberlegung dahinter ist folgende: Unabh\u00e4ngig vom Verteilungsziel der Steuerpolitik sollte die effiziente Produktion der G\u00fcter nicht durch Steuern auf Zwischenprodukte verzerrt werden.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a><\/p>\n<h2><strong>Anreizwirkung von Einkommenssteuern<\/strong><\/h2>\n<p>Die optimale Ausgestaltung der Einkommenssteuer auf das Erwerbseinkommen h\u00e4ngt massgeblich von den Arbeitsangebotselastizit\u00e4ten ab. Diese bilden ab, wie stark das Arbeitsangebot auf steuerliche Anreize reagiert. Je steuersensitiver die Leute in ihren Arbeitsentscheiden sind, desto gr\u00f6sser ist der Wohlfahrtsverlust, der durch die Einkommensbesteuerung entsteht, und desto tiefer liegt die optimale Einkommenssteuerbelastung.<\/p>\n<p>Um Aussagen \u00fcber das optimale Ausmass der Steuerprogression machen zu k\u00f6nnen, ist des Weiteren zwischen der intensiven Grenze (Entscheidung, mehr oder weniger zu arbeiten) und der extensiven Grenze (Entscheidung, zu arbeiten oder nicht) zu unterscheiden. Je st\u00e4rker die extensive Grenze dominiert, desto eher lassen sich progressive Grenzsteuertarife rechtfertigen \u2013 allenfalls sogar mit negativen Grenzsteuers\u00e4tzen f\u00fcr niedrige Einkommen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Hingegen spricht eine hohe Elastizit\u00e4t entlang der intensiven Grenze gegen steigende Grenzsteuers\u00e4tze, weil sich diese negativ auf den Arbeitseinsatz von produktiven Leuten mit hohen Einkommen auswirken.<\/p>\n<p>Die tats\u00e4chliche H\u00f6he der Arbeitsangebotselastizit\u00e4ten l\u00e4sst sich durch empirische Sch\u00e4tzungen eingrenzen. Wissenschaftliche Befunde deuten darauf hin, dass die Arbeitsentscheide zu Beginn und gegen Ende des Berufslebens steuersensitiver sind als im Alter von 30 bis 55 Jahren. Zudem reagieren Zweitverdiener und M\u00fctter mit kleinen Kindern st\u00e4rker auf steuerliche Anreize.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Nichtsdestotrotz, weil solche Sch\u00e4tzungen naturgem\u00e4ss mit Unsicherheit behaftet sind, kann die Optimalsteuertheorie in dieser Frage keine pfannenfertigen Rezepte liefern.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Grundlage des ersten Teils des Beitrags bildet der Blogbeitrag des Autors <a href=\"https:\/\/www.iconomix.ch\/de\/blog\/article\/701-die-kuriosesten-steuern-und-was-man-daraus-lernen-kann\/\">\u00abWas man aus den kuriosesten Steuern lernen kann\u00bb<\/a>, der am 25. Mai 2018 auf <a href=\"https:\/\/www.iconomix.ch\/de\/\">www.iconomix.ch<\/a> erschienen ist.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Der Trade-off zwischen Verteilungsgerechtigkeit und wirtschaftlicher Effizienz wurde von Mirrlees (1971) erstmals formalisiert. Sein Beitrag wurde zum dominierenden Ansatz in der Steuerlehre.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Naito (1999), Saez (2002a).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Corlett und Hague (1953), Christiansen (1984), Kaplow (2008).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Diamond und Mirlees (1971). Diese Aussage gilt streng genommen nur, wenn eine l\u00fcckenlose Besteuerung der Endprodukte m\u00f6glich ist.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Saez (2002b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Befunde zur Steuersensitivit\u00e4t des Arbeitsmarktes siehe z. B. Blundell (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld ist immer gut, egal woher es kommt. Das dachte sich wohl auch der von 69 bis 79 n. 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Complementarity and the Excess Burden of Taxation. Review of Economic Studies, 21(1), 21\u201330.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Diamond, Peter und James Mirrlees (1971). Optimal Taxation and Public Production: I-Production Efficiency. American Economic Review, 61(1), 8\u201327.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Kaplow, Louis (2008). Taxing Leisure Complements. NBER Working Paper No. 14397.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Mankiw, N. G.; M. Weinzierl und D. Yagan (2009). Optimal Taxation in Theory and Practice. Journal of Economic Perspectives, 23(4), 147\u2013174.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Mirrlees, James (1971). An Exploration in the Theory of Optimum Income Taxation. The Review of Economic Studies 38(2), 175\u2013208.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Naito, Hisahiro (1999). Re-examination of Uniform Commodity Taxes under a Non-Linear Income Tax System and Its Implication for Productive Efficiency. Journal of Public Economics 71(2), 165\u2013188.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Saez, Emmanuel (2002a). The Desirability of Commodity Taxation under Non-linear Income Taxation and Heterogeneous Tastes. Journal of Public Economics, 83(2), 217\u2013230.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none;\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Saez, Emmanuel (2002b). Optimal Income Transfer Programs: Intensive versus Extensive Labor Supply Responses. The Quarterly Journal of Economics. 117(3), 1039\u20131073.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"Steuern auf Per\u00fccken? In Preussen im 18. Jahrhundert kein Scherz.","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":106097,"main_focus":"","serie_email":"","frontpage_slider_bild":211257,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"80112","post_abstract":"Ein Blick in die Steuergeschichte bringt Kurioses ans Licht: Im alten Rom wurde Urin besteuert, in Preussen bezahlte man eine Abgabe auf Per\u00fccken, und in Frankreich hing die H\u00f6he der Steuern von der Anzahl Fenster eines Hauses ab. Die historischen Beispiele bieten Anschauungsmaterial f\u00fcr die sogenannte Optimalsteuertheorie. Dieser Wissenschaftszweig befasst sich mit der Frage, wie man ein gew\u00fcnschtes Niveau an Steuereinnahmen unter Ber\u00fccksichtigung der Verteilungsgerechtigkeit mit m\u00f6glichst geringen Marktverzerrungen bzw. Wohlfahrtsverlusten erzielen kann. Konkret ergeben sich daraus unter anderem folgende Erkenntnisse: Erstens sollte bei G\u00fctersteuern grunds\u00e4tzlich ein Einheitssatz zur Anwendung kommen; Abweichungen lassen sich in Ausnahmef\u00e4llen rechtfertigen. Zweitens sollten sich G\u00fctersteuern auf Endprodukte beschr\u00e4nken. 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